Asherman Syndrom

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tsunami
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Asherman Syndrom

Beitrag von tsunami » 03.02.09, 20:17

Lieber Herr Dr. Fischer,
nach einer Fehlgeburt und Ausschabung im Oktober 2008 habe ich meine Periode nie wieder bekommen, obwohl ich nach der OP die Pille ( Balanca) verschrieben bekommen habe. Drei Tage nach der OP habe ich Fieber bekommen die über Nacht verschwunden ist und drei Wochen nach der OP bekam ich zwei Tage lang starke Schmerzen.

Als ich bei meiner FA war hat sie die Vermutung geäußert, es könnte sich um Asherman handeln. Nach einer Messung am 3 Zyklustag ( ausgehend voZeitpunkt meines Eisprungs ) soll meine Gebärmutterschleimhaut relativ dünn sein. Der Klinikarzt der mich operiert hatte konnte sich nicht vorstellen, dass ich AS habe weil er nur eine Saugkurretage gemacht und noch nicht mal mit einer stumpfen Kurrete nachgeschabt hat. Außerdem war es meine erste Ausschabung / Fehlgeburt / Schwangerschaft.

Ich versuche momentan die Gebärmutterspiegelung solange als möglich zu verschieben in der Hoffnung, dass meine Hormontests ein unerwartetes Ergebnis zeigen. Der erste Test erfolgte am 10 Zyklustag, ein neuer Test erfolgt am 22 Tag. Welche Hormone werden hier überhaupt gemessen und wie aussagekräftig wären die Ergebnisse in meinem Fall ?

Ist Ihrer Meinung nach, die Vermutung meines Arztes begründet ? Welche Tests wären noch sinnvoll um den Grund für meiner fehlenden Periodenblutung herauszufinden ? Wann soll eine Messung der Gebärmutterschleimhat am Besten erfolgen ?

Dr.med.Holger Fischer
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Asherman-Syndrom

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 04.02.09, 10:42

Guten Tag,
lesen Sie bitte meine zahlreichen Beiträge hierzu. Asherman kann man im Ultraschall natürlich gut feststellen, aber man muß dazu die Schleimhaut astimulieren. Die Hormonwerte sagen überhaupt nichts aus ( Estradiol, FSH und LH), da diese ja immer völlig normal sind. Die Problemaatik spielt sich ja nur an der Schleimhaut ab, diese wird ja trotz genügender Hormonproduktion nicht mehr aufgebaut. Eine Hysteroskopie ist nicht nötig-jedenfalls vorerst. Es kann sich auch um eine relativ harmlose hotrmonelle Störung handeln, auch psychische Gründe gibt es für eine Amenorrhoe. Am besten gibt man IHnen statt der Pille-wie geschehen- zunächst 14 Tage lang 2-4 mg Estradiol und sieht im Ultraschasll dann, wie hoch die Schleimhaut ist. Ist sie ausreichend dick ( über 5-7 mm , am besten über 8 mm-je nach Zyklustag der Messung),jhaben Sie kein Asherman-Syndrom. Bei einer Saugcurettage ohne Nachcurettage kann normalerweise überhaupt nichts passieren.
Zuletzt geändert von Dr.med.Holger Fischer am 11.02.09, 07:36, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

tsunami
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Ashermansyndrom

Beitrag von tsunami » 04.02.09, 18:18

Vielen Dank Dr. Fischer.
Ihre Antwort hat mich sehr beruhigt.
Das Problem ist, meine FA hat mir heute gesagt, ich muß unbedingt eine Hysteroskopie machen. Es ist mittlerweile meine zweite FA. Die erste hatte gemeint ,ich kann sofort versuchen schwanger zu werden, mit oder ohne Blutung.
Da jeder operative Eingriff mit Risiken verbunden ist, würde ich das lieber nicht machen.
Vielen lieben Dank noch mal,

tsunami
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Asherman ? Fortsetzung

Beitrag von tsunami » 05.02.09, 21:25

Hallo Dr. Fischer ich bin es noch mal.
Ich habe in meinen Unterlagen nochmal nachgeschaut. Am 26.12.08 (10 "Zyklustag") zwei Monate nach der Curretage ,hatte ich einen Ultraschall. bei einem anderen Arzt . Da steht: 7 mm L (Gebärmuterschleimhaut) und das ganz ohne Hormonstimulierung . Es kann ja kein Asherman sein oder?
Meine derzeitige Ärztin hat einen Monat später was ganz anderes gemessen . Ich kann mich aber leider nicht mehr daran erinnern wieviel, ich war ja sehr nervös. Das war am 3. Zyklustag.
Was kann ich sonst noch tun ?
Vielen lieben Dank.

Dr.med.Holger Fischer
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Asherman

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 06.02.09, 10:23

Hallo,
das sehen Sie richtig, eine Schleimhaut ist ja bei Asherman gar nicht vorhanden. 7 mm am 10. Zykluastag ist absolut in Ordnung. Am 3.Zyklustag zu messen ist absolut der ungeeignetste Zeitpunkt und in keinster Weise aussagekräftig. Da ist ja fast die gesamte Schleimhaut von natur aus schon abgeblutet. Besser nochmal eine Kontrolle mittels Ultraschall in Zyklusmitte.
Grüße Dr. Fischer
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danke

Beitrag von tsunami » 06.02.09, 21:44

Danke vielmals. Sie haben mir sehr geholfen

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Asherman ?

Beitrag von tsunami » 07.02.09, 19:13

Hallo Dr. Fischer,
eine Frage hätte ich doch noch.
Angenommen ich habe kein Asherman habe, wovon ich jetzt ausgehe, wlche andere Gründe gibt es für meine Amenorrhoe ?
Ich bin nächte Woche beim Arzt und sollte schon ein paar Anregungen mitbringen. Ich bekomme dann die Ergebnisse meiner Hormontests...

Danke im Voraus

Dr.med.Holger Fischer
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Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 07.02.09, 19:23

Guten Abend,
für eine sogenannte sekundäre Amenorrhoe gibt es derart viele Ursachen, daß ich sie hier gar nicht alle aufzählen kann. Sie sollten das Ergebnis der Hormonanalyse abwarten, dann sieht man weiter.Aber bei Ihnen können ja keine schwerwiegenden Ursachen vorhanden sein, da sich ja unter dem Einflß von Östrogenen die Schleimhaut aufbaut,also haben Sie auch eine ausreichende Östrogenproduktion. Man sollte eine Basaltemperaturkurve haben, da sieht man mehr. Vielleicht haben Sie auch keinen Eisprung, vielleicht fehlt das Gestagen zum Abbluten. Auch psychische Ursachen stellen manchmal den hormonellen Regelkreis zwischen Eierstock/ Hypophyse / Hypothalamus komplett auf den Kopf. Es gibt zahlreiche hormonelle Teste, die man in solchen Fällen anstellen kann.
Grüße Dr. Fischer
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Asherman

Beitrag von tsunami » 08.02.09, 11:09

Guten morgen,
in meinem Fall ist es so, daß ich jeden Monat einen Eisprung aber keine Blutung habe. In Dez. konnte man sogar 5 Folliket im US sehen. Bis auf dem ersten Monat nach der Ausschabung in Okt. (damals habe ich ein Zyklus Balanca genommen) habe ich sonst keine Hormone genommen. Die GMS Messung in Dez (ohne PIlle) ergab 7 mm GMS.
Vielen Dank für Ihre Hiife.

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Asherman

Beitrag von tsunami » 10.02.09, 19:26

Lieber Herr Dr Fischer.
Hormone sidn i.O. Die 7 mm beschränken sich auf einer Insel im oberen Bereich der Gebärmutter. Ich habe definitiv Asherman.

Dr.med.Holger Fischer
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Asherman-Syndrom

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 11.02.09, 07:40

Guten Morgen,
daß sich nur eine kleine Insel von 7 mm vorfindet, haben Sie bisher nicht beschrieben. Dann hilft nur noch die hochdosierte Therapie mit Östrogenen-mindestens mit 2 mg Estradiol beginnen. Für eine Hysteroskopie sehe ich dennoch keinen Grund. Wenn der Ultraschall diesen Befund einwandfrei ergibt, erübrigt sich ein derartiger Eingriff.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Asherman Syndrom

Beitrag von mohnblume123 » 10.07.16, 21:38

Hallo Herr Dr. Fischer,

Ich hatte nach mehreren Ausschabungen nur noch eine Blutung von 1-2 Tagen, vorher waren es etwa 5 Tage.
Man sagte mir ebenfalls dass ich kein Asherman haben könnte da ich ja noch eine Blutung habe. Mir wurde gesagt dass es viele Ursachen dafür gäbe und ich wahrscheinlich nur eine Hormonumstellung hätte, ich bin mittlerweile ja auch schon 35 Jahre alt.
GSH lag nur noch bei ca. 5-6 mm, vor den Ausschabungen hatte ich nie Probleme damit, sie lag immer bei mind. 1 cm, Ultraschall würde "normal" aussehen.
Ich wollte mich mit diesen Aussagen nicht zufrieden geben, habe mich im asherman Selbsthilfe Forum angemeldet und so den Kontakt zum asherman Spezialisten in Hamburg erhalten.
Dort stellte man unter einer Gebärmutter Spiegelung fest dass ich auf der linken und rechten Seite teils starke Verwachsungen hatte, in der Mitte nicht. man konnte diese lösen, mir wurde ein gel eingesetzt um weitere Verwachsungen zu verhindern und ich muss über 3 Monate Hormone zum Aufbau der GSH nehmen.
Herr Dr. Nugent erklärte mir dass die Methode blind eine Ausschabung mit "stumpfem" Löffel veraltet wäre, selbst eine saugkürettage könne solche Verletzungen verursachen da jede Frau auch unterschiedlich schnell zu Verwachsungen tendieren könne. Deshalb sollte man diese nie blind sondern unter einer Spiegelung durch führen. Ein Ultraschall wäre viel zu ungenau um darauf Verwachsungen eindeutig erkennen zu können, dies wäre nur unter einer Spiegelung möglich, so wie es ja bei mir auch der Fall war!!
Eine schwächer werdende Blutung nach einer Ausschabung wäre schon fast beweisend, schließlich gibt es ja auch unterschiedliche schweregrade des asherman syndroms!

Ich verstehe nicht wieso sie der Beitragsverfasserin so sehr von einer Spiegelung abraten können?
Falls Sie unentdeckte Verwachsungen hat und diese nicht gelöst werden, was bringt dann die hochdosierte Hormoneinnahne?
Davon gehen die Verwachsungen doch nicht weg?!

Mit freundlichem Gruss

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Asherman Syndrom

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 11.07.16, 08:18

Guten Tag,
in dem angesprochenen Fall handelt es sich ja zum eine andere Situation. Hier war zu klären, wie die Höhe der Schleimhaut zu beurteilen ist. Die Frage nach Verwachsungen stellte sich meines Wissens gar nicht. Die Kollegin hat m.E. Störungen im Schleimhautaufbau bzw. Menstruationsstörungen als dessen Folge mit dem Ashermansyndrom gleichgesetzt. Das sind aber zwei unterschiedliche Erkrankungen-jedenfalls zunächst einmal.
Asherman ist im übrigen selten in Relation zu den enorm vielen Ausschabungen, die durchgeführt werden. Zum Glück führen die allerwenigsten Ausschabungen zu einem Asherman-Syndrom bzw.zu derartigen Verletzungen der Zona basalis, dass kein Endometrium -oder nur wenig- in jedem Zyklus neu gebildet werden kann. Asherman ist aber immer mit seinen Verwachsungen die Folge einer zu sehr verletzten Schleimhaut mit der Folge mangelnder Endometriumhöhe und Verwachsungen, die per definitionem dazu gehören. Zu einem Ashermansyndrom gehören also grundsätzlich intrauterine Verwachsungen.
Man braucht man keine Hysteroskopie ( die ich bereits ab 1988 fast bei jeder Ausschabung zusätzlich durchführte, also absolut kein Gegner dieser wertvollen Untersuchung bin) zur Beurteilung des Endometriums.
Endometriumdicke und deren Ausbreitung im Cavum uteri kann ein erfahrener Ultraschaller leicht diagnostizieren. Anders jedoch sieht es bei Verwachsungen aus. Da kann eine Hysteroskopie sehr hilfreich sein und man kann in gleicher Sitzung diese Verwachsungen lösen.
Nebenbei: eine Ausschabung-egal ob mit stumpfen oder scharfen Curetten oder mittels Saugcurettage kann nur " blind" durchgeführt werden, da die dafür benötigten Instrumente ja nicht durch den Instrumentenkanal der Hysteroskopiegeräte passt. Man kann bei gewissen Fragestellungen ( z.B Polyp, Myom) eine Hysteroskopie vorschalten, danach gezielt an auffälligen Stellen curettieren. Bei Aborten muß der Muttermund über 10 mm offen sein bzw. gedehnt werden, um die Saugcurette einzuführen. Da hätte natürlich ein Hysteroskop gar keinen Platz mehr und eine Absaugung oder Curettage im herkömmlichen Sinn wäre unmöglich.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Asherman Syndrom

Beitrag von mohnblume123 » 11.07.16, 10:15

ah, okay.
Vielen Dank für die ausführliche Erläuterung!

Viele Grüsse

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