Für was sind Ärzte da?

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Re: Für was sind Ärzte da?

Beitrag von Beitragszahler » 27.07.08, 20:29

Sulzi hat geschrieben:Für was sind Ärzte da?
1. Für Notfälle.
2. Zur Beratung.
3. Zur akuten Behandlung von Symptomen psychisch und körperlich, besser immer in Kombination.
4. Nicht zum Zeitvertreib gelangweilter Bürger.
5. Oft nicht als Heiler.
6. Immer als Begleiter auf einen zum Schluß selbst zu gehenden Weg, mehr nicht.
7. Nicht zum Finden nicht vorhandener Krankheiten.
8. Zum Finden von Gesundheit.
9. Zur Förderung von Bewusstsein für Gesundheit.
10. ?

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lift23
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Ärtze

Beitrag von lift23 » 16.12.08, 11:10

Hallo zusammen,
also mir geht es so wie Sulzi. Ich bin schon über ein Jahr krank und keiner findet die Ursache. Und vorallem die Ärzte tun nichts, rein gar nichts. Ich investiere selber viel Zeit und Geld und mache die Untersuchungen die die Ärzte aus Kostengründen oder Desinteresse einfach nicht machen wollen. Und ich kann das auch nur bestätigen, dass das die Ärzte sobald es etwas komplizierter wird und sie einem nicht mehr einfach ein Rezept ausstellen können, einen ganz schnell abwimmeln. Die nachliegensten Sachen bzw. Untersuchungen werden nicht gemacht und später wird man dann auch noch blöd angemacht mit den Worten "Warum sind Sie nicht früher gekommen?".

Ich könnte jetzt ebenfalls wie Sulzi einige Beispiele aufführen und glaubt mir es gibt genaug. Aber das spare ich mir jetzt einmal. Ich bin mir auch sicher, dass wir hier nicht die Einzigen sind denen es so geht.

Sind wir doch mal ehrlich, das Deutsche Gesundheitssystem bzw. die Medizin wird immer so hoch gelobbt, aber was leistet sie im Alltag? Was tut sie für uns Normalbürger?

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 16.12.08, 19:52

Hallo lift 23,

Sie schreiben:
Ich bin schon über ein Jahr krank und keiner findet die Ursache.
Nun, so etwas schreibt sich sehr leicht. Beschreiben Sie doch mal, was Ihnen fehlt.
Und vorallem die Ärzte tun nichts, rein gar nichts. Ich investiere selber viel Zeit und Geld und mache die Untersuchungen die die Ärzte aus Kostengründen oder Desinteresse einfach nicht machen wollen.
Und ? Haben Sie jetzt eine Diagnose ? Gibt es jetzt Laborwerte/Untersuchungen, die eindeutig und klar darauf hinweisen, was Ihnen fehlt ? Was wurde am Ende gefunden ?
Die nachliegensten Sachen bzw. Untersuchungen werden nicht gemacht
Könnten Sie das konkretisieren ?
Sind wir doch mal ehrlich, das Deutsche Gesundheitssystem bzw. die Medizin wird immer so hoch gelobbt, aber was leistet sie im Alltag? Was tut sie für uns Normalbürger?
Ich behaupte: Trotz Geldknappheit leistet deutsche Medizin immer noch viel mehr, als vergleichbare Systeme anderer Länder. Sicher, es gibt einiges zu verbessern und "optimal" finde ich unser System schon gar nicht.
Aber ich wehre mich gegen Ihr Pauschalurteil, das Mediziner in Deutschland regelhaft schlapig arbeiten - so suggeriert es jedenfalls ihr Beitrag.

Aber vielleicht können Sie uns ja mal konkret sagen, was hier alles falsch läuft / falsch gelaufen ist ?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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timmie

Beitrag von timmie » 28.12.08, 21:38

Ich muss Sulzi leider recht geben. Bis vor 1 1/2 Jahren war ich nie krank und jetzt kann ich selber zusehen, wie ich klar komme. Ich habe eindeutige Laborbefunde und ich habe eine Diagnose, aber ich habe keinen Kassenarzt, der mich behandelt. Gibt das Budget wohl nicht her. Ich habe einen Arzt gefunden, der mich unterstützt, allerdings keinen Kassenarzt, Beratung, Behandlung, Laborbefunde, alles muss ich selbst bezahlen und frage mich, wofür ich 25 Jahre lang Kassenbeiträge bezahlt habe. Sicher gibt es auch Kassenärzte, die ihrer Arbeit pflichtbewußt nachgehen, aber die muss man erst mal finden!
timmie

Renate02
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Beitrag von Renate02 » 29.12.08, 08:50

Also, auf meinen Hausarzt (Internist) lasse ich nichts kommen! Und auch zu meinem Psychiater würde ich jederzeit wieder gehen! Meine Frauenärztin genießt ebenfalls mein volles, uneingeschränktes Vertrauen.

Unser hiesiger Neurologe hat einen schlechten Ruf und von den Orthopäden konnte bisher auch keiner überzeugen. Aber ich weiß, dass es auch in diesen Fachrichtungen sehr gute Leute gibt.

Aber insgesamt finde ich, dass die Ärzte, auch (oder vor allem?) hier in Deutschland, eine hervorragende Arbeit leisten. Ausnahmen gibt es leider immer wieder, aber sie sind genau das: Ausnahmen!

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 29.12.08, 19:12

Guten Abend,
timmie hat geschrieben: Ich habe eindeutige Laborbefunde und ich habe eine Diagnose, aber ich habe keinen Kassenarzt, der mich behandelt. (...) Beratung, Behandlung, Laborbefunde, alles muss ich selbst bezahlen
Schon wieder so ein Pauschalurteil.
Welche Befunde?
Welche Diagnose ?
Was genau soll wie behandelt werden ?
Was genau soll selbst bezahlt werden ?

Anonym pauschale Vorwürfe ins Netz stellen kann jeder.
Das hilft aber niemandem weiter.
Also: Bitte werden Sie konkret!
Dann kann man die Sache evtl. gemeinsam aufklären.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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timmie

Beitrag von timmie » 29.12.08, 21:30

Ich stelle hier keine pauschalen Vorurteile ins Netz, sondern berichte nur, wie es mir ergangen ist. Ich werde hier auch nicht meine komplette Krankengeschichte ins Netz stellen, erwarte ja auch keinen medizinischen Ratschlag.

Fakt ist, dass die Diagnose, die bei mir gestellt wurde, bei Ärzten umstritten ist. Gerne würde ich mich diesbezüglich eines besseren belehren lassen, dazu müsste ich jedoch erstmal einen Arzt finden, der bereit ist nach der Ursache zu suchen anstatt mir nur zu sagen, was ich nicht haben kann!

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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 30.12.08, 10:38

Guten Morgen!
Fakt ist, dass die Diagnose, die bei mir gestellt wurde, bei Ärzten umstritten ist.
Aha! Also gar nicht so "eindeutig", wie sie es weiter oben dargestellt haben...

Werden Sie doch einfach mal konkreter, damit wir wissen, worüber Sie sich hier beklagen.
Das, was Sie schildern, ist abstrakt und für den Leser nicht zu verstehen.

So wollen also eine eindeutige Behandlung trotz umstrittener Diagnose ?

Gruß
Dr. A. Flaccus
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timmie

Beitrag von timmie » 30.12.08, 13:31

Ich habe geschrieben, dass ich eindeutige Laborergebnisse habe. Was die Diagnose anbetrifft, werde ich mich hier nicht weiter äußern. Es gab bereits einige Anfragen diesbezüglich in diesem Forum, auf die sich leider kein Arzt zu Wort gemeldet hat. Ein User hat allerdings geschrieben, dass Diskussionen hierüber nicht erwünscht seien. Dies werde ich natürlich respektieren.

Sollte Ihnen soviel daran liegen, meine Krankengeschichte und die Details zu erfahren, lassen Sie es mich wissen und ich werde Ihnen diese gerne per PN bzw. Mail mitteilen. Ich befürchte zwar, dass Sie als Anästhesist nicht der richtige Ansprechpartner sind, bin aber für jegliche Anregung und Hilfe dankbar.

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 30.12.08, 15:29

Hallo,

Was heißt eindeutige Laborgebnisse ?

Ist eindeutig ein Wert zu hoch oder zu niedrig ?
Oder weist eine Konstellation von Werten eindeutig auf nur eine einzige mögliche Krankheit hin ?

Offensichtlich ist ja wohl die Deutung der Werte - die Sie uns hier ja nicht mitteilen wollen - "umstritten".

Es bleibt dabei: Sie stellen pauschale Vorwürfe in dieses Forum:
timmie hat geschrieben:Sicher gibt es auch Kassenärzte, die ihrer Arbeit pflichtbewußt nachgehen, aber die muss man erst mal finden!
Es könnte doch auch die entfernte Möglichkeit bestehen, daß Sie sich irren - oder ?

PN´s zu Krankengeschichten beantworte ich übrigens grundsätzlich nicht. Dieses Forum ist anonym - ich verstehe wirklich nicht, warum Sie hier keine Details oder wenigstens Stichworte preisgeben wollen.

Ich will auch nicht behaupten, konkret helfen zu können. Aber meinerseits besteht das Angebot, einzelne "Fälle" ein wenig aufzuarbeiten und vielleicht Reaktionen der Ärzte etwas transparenter zu machen.
Und wenn ich denke, da läuft etwas falsch, dann schreibe ich das auch genau so in dieses Forum.

Aber mit "Allerwelts-Sätzen" die Ärzten unterstellen, sie seien nur "Abwimmler", die nicht "pflichbewußt" arbeiten kommen wir hier nicht weiter. Wer Ärzte hier anklagen will, sollte ganz klar schreiben, was passiert ist und welche Befunde im Einzelfall vorlagen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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timmie

Beitrag von timmie » 30.12.08, 17:34

Sie haben vollkommen recht. Für mich sind die Laborbefunde eindeutig und solange Ärzte mit keinen besseren Argumenten aufwarten können als "Laborbefunde interessieren nicht", solange wird mich auch niemand vom Gegenteil überzeugen können.

Lindel
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Beitrag von Lindel » 03.01.09, 00:11

timmie hat geschrieben: .... ich 25 Jahre lang Kassenbeiträge bezahlt habe.
timmie
wenn du mal echt krank bist, eine OP brauchst,(kann passieren, muss aber nicht. daher ist die krankenkasse so eine art sicherheit. für sicherheit muss man nun mal zahlen) dann wirst du merken, wie wertvoll die krankenkasse ist. weil dann kommen gleich beträge zusammen die du auf keinem falll mit 25 jahren beiträgen bezahlt hast. :wink: wenn deine bezahlten beiträge so hoch wären, dann wärst du nicht in der gestzlichen krankenkasse , sondern privat versichert.

timmie

Beitrag von timmie » 03.01.09, 13:14

Hallo Lindel,

Deine Aussage "wenn Du mal echt krank bist" finde ich hier ehrlich gesagt etwas anmaßend. Traust Du Dir tasächlich zu, dies auf die Ferne zu beurteilen? Ich würde mir so ein Urteil ggü. jemanden, den ich nicht kenne, nicht erlauben.

Ich bedauere sehr, dies sagen zu müssen, aber von jemandem, der mir den Rat gibt, anstatt eine Bescherde zu schreiben ein Stück Schokolade zu essen, hätte mich ein anderer Kommentar auch sehr überrascht. Nichts für ungut.

t.

error6
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Beitrag von error6 » 03.01.09, 14:32

Hallo!
"Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust", so möchte ich hier antworten.
Zum Einen, weil ich einen absolut hervorragenden Arzt in schwierigster Situation
gefunden habe und zum Andreren, weil ich auch die Kehrseite der Medaille erfahren
musste. Bezeichnend dürfte das Wort gefunden sein, denn einen guten Arzt zu finden
ist oftmals reine Glücksache. Aber "was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall".
Hab`s heute wohl mit der Poesie.
MfG
error6

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