Befundbericht von der Herzkatheteruntersuchung und vom Herz-CT, brauche mal eine Erklärung?

Koronare Herzerkrankung, Hypertonie, Herzinfarkt, Stents, Herzkatheter, Blutverdünnung, Lungenembolie, Herzklappenfehler etc. Hier können auch EKGs befundet werden. Vgl. öffentliche FB-Gruppe "Smartwatch-EKG"

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Karl53
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Befundbericht von der Herzkatheteruntersuchung und vom Herz-CT, brauche mal eine Erklärung?

Beitrag von Karl53 »

Hallo,
das stand im Befundbericht des Herzzentrum, wo bei mir eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt wurde. Es hat mit mir kein Arzt diesen Befundbericht ausgewertet. In den Tagen hatte ich nie ein Arzt gesehen.
Nun was bedeutet das alles?

Der Patient stellt sich mit zunehmender Belatungsdyspnoe NYHA II-III vor. Worauf im März 2022 ein 24h EKG geschrieben wurde, welches ventriculäre Extrasystolen und Couplets zeigte. Daufhin wurde ein Herzecho durchgeführt, es zeigte sich eine leicht reduzierte Ejektionsfraktion. Eine anschließenden Szintigraphie bestärkte den Verdacht einer Belastungsischämie. Der Patient berichtet aktuell von keinen pectanginösen Beschwerden. Auch habe er keine Schwindel verspürt und keine Synkopen erlitten.

Die aktuelle stationäre Vorstellung vom Patienten erfolgte bei nicht invasiver Ischämiediagnostik und Dyspnoe zur Koronarangiographie. In der K Koronarangiographie erfolgte die Darstellung der LCA mit Ausschluss hämodynamisch relevanter Stenosen. Sehr aufwändig gestaltete sich die RCA-Darstellung mittels verschiedener Katheter. Die RCA war letztlich nicht darstellbar, sodass die Untersuchung bei adipösem Patienten und hoher Kontrastmittelexposition abgebrochen wurde.
Es erfolgte eine Herz-CT-Untersuchung mit Darstellung der RCA. Hier zeigte sich diese mit arteriosklerotischem Plaque kranial des Ostiums. Ebenfalls zeigte sich ein Verdämmern der RCA im proximalen R1 Segment bei a.e. Weichem Thrombus, DD auch als Dissektion zu werten und mit vorliegender kurzstreckiger Rekontrastierung im R2 Segment. Für den weiteren Verlauf ist eine erneute Koronarangiographie und PCI geplant.

Apparative Diagnostik:
Ruhe-EKG
Sinusrhythmus, Herzfrequenz 63/min., Linkslagetyp. PQ 180 ms, QRS 102 ms, QT 412 ms;
Qtc 421 ms, Ansonsten unauffällige Erregungsbildung, -ausbreitung und -rückbildung

Koronarangiographie:
Indekation: AP. Vd. a. KHK. Pos. Ischämienachweis in der Myokard-Szintipraghie posterolateral.
Röntgendaten: 668 sec / 66,63 gy*cm²
Medikation: 3000I.E. Heparin RATIO(25000 E/5 ml, 5 ml/IJF); 0,10mg Nitrolingual infu. (5mg/5ml, 5ml/AMP)
Kontrastmittel: 192 ml Imeron 350
Punktionsstelle: A. Radialis re.
Hauptstamm: WUR, keine Stenosen
RIVA: WUR, keine Stenosen
RCX: WUR keine sign. Stenosen
RCA: Nicht darstellbar.
Beurteilung:
Aktuell Darstellung der LCA mit Ausschluss einer KHK. Sehr aufwendige RCA-Darstellung mittels verschiedener Katheter-RCA letzlich nicht darstellbar Mutmaßlicher Abgang aus der linkskoronaren Tasche. Abbruch der Untersuchung bei erhöhtem FDP (bei adipösem Patienten und Kontrastmittelexposition). Coronar-CT zur RCA-Darstellung empfohlen.

CT Herz Koronararterien:
Verdacht auf KHK bei typischen Beschwerden, RCA in Coro nicht darstellbar positive Ischämie Zeichen Koronarien.
Digitale Übersichtsradiographien, nach i.v. Kontrastmittel-Gabe (80 Xenetix 350) EKG-getriggerte Herz-CT, Axiale Rekonstruktion des Primärdatensatzes in 0,625 mm Schichtdicke. MPR,
Gesamt-DLP: 340 mGy*cm
Befund:
Regelrechte Dimensionierung der Herzhöhlen und regelrechte Diameter der Aorta ascendens und des Truncus pulmonalis. Große thorakale Gefäße homogen kontrastiert. Keine intrakardialen Thromben. Kein Perikarderguss.
Geringgradige koronarsklerose. Kalzifizierende Plaques an der distalen Arterie coronaria sinistra kurz vor der Abzweigung in RCX und RIVA. Kaliberschwächere Arterie coronaria dextra abgabgsnah regelrecht perfundiert. Kurzstreckige intermittierender Minderperfusion der RCA entlang der ventralen Vorderwand.(Se302 135-179). Wieder regelrechte Perfusion an der dorsalen Herzwand.
Beurteilung:
- RCA mit arteriosklerotischem Plaque kranial des Ostiums
- Verdämmern der RCA im proximalen R1 Segment bei a.e. Weichem Thrombus DD Dissektion und kurzstreckiger Rekontrastierung im R2 Segment (Se 302 IM 130)

Gruß Karl
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jaeckel
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Re: Befundbericht von der Herzkatheteruntersuchung und vom Herz-CT, brauche mal eine Erklärung?

Beitrag von jaeckel »

Karl53 hat geschrieben: 05.09.22, 20:07 Verdämmern der RCA im proximalen R1 Segment bei a.e. Weichem Thrombus DD Dissektion und kurzstreckiger Rekontrastierung im R2 Segment (Se 302 IM 130)
Der Befund ist m.E. nicht eindeutig. Dazu würde man vor einem Eingriff eine MRT o. Myokardszintigraphie empfehlen um einen sog. Ischämienachweis (Mangeldurchblutung: ja/nein) zu führen.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
Karl53
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Re: Befundbericht von der Herzkatheteruntersuchung und vom Herz-CT, brauche mal eine Erklärung?

Beitrag von Karl53 »

Hallo,

eine Myokardszinti wurde im Vorfeld der Coro gemacht, bevor ich auf Station ging, folgendes wurde da herausgefunden:

Myocardperfusionsszintigrafie:

Die Untersuchung erfolgte nach einem 1-Tages-Protokoll. Es erfolgten SPECT-Aufnahmen des Thorax mit anschließender Bildrekonstruktion in coronaler, sagittaler und obliquer Schnittebene sowie anschließender gated-SPECT-Auswertung.

Fragestellung-klinische Angaben:
Ausschluss eines abgelaufenen Herzinfarktes, Aipositas

Belastung:
Über 6 min erfolgte unter begleitender, geringstufiger Ergometrie eine kontinuierliche Infusion von Adenosin mit einer Dosierung von 140 µg/kg KG/min. 3 min nach Belastungsstart wurde der Tracer i.v. Injiziert.
Pulsanstieg: von 76 /min auf 118 /min
RR-Änderung: von 152/101 mmHg auf 171/96 mmHg

Belastungs-Szintigrafie nach i.v.-Inj. Von 276 Mbq Tc-99m-Tetrofosmin:
Darstellung einer Minderspeicherung in der basisnahen Hälfte der Posterolateralwand.

Ruhe-Szintigrafie nach i.v.-Inj von 678 Mbq Tc-99m-Tetrofosmin:
Im Vergleich zu den Belastungsaufnahmen zeigt sich eine gesteigerte Traceranreicherung in der Posterolateralwand.

Gated-SPECT-Auswertung:
EF nach Belastung: 60 % (EDV: 139 ml; ESV: 56 ml)
EF in Ruhe: 46 % (EDV: 108 ml; ESV: 58 ml)

Beurteilung:
Szintigrafisch zeigt sich eine belastungsinduzierte Myocardischämie in der basisnahen Hälfte der
Posterolateralwand. Der Befund weist mit einer Ischämielast von ca. 6 % keine funktionelle Relevanz auf.
Eindeutige Narbenareale kommen nicht zur Darstellung.
Die linksventrikuläre Pumpfunktion ist nach Belastung nicht eingeschränkt und in Ruhe gering erniedrigt.




Der Radiologe meinte auch, bei einer Ischämielast von ca. 6 % bräuchte keine Katheteruntersuchung erfolgen. Aber es wurde trotzdem durchgeführt, warum auch immer.

Gruß Karl
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