Leber & Herz spielen verrückt

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JoJo79
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Leber & Herz spielen verrückt

Beitrag von JoJo79 »

Meine lieben Leute,

ich war bis dato immer nur stille Mitleserin in diesem tollen Forum, nun musste ich mich jedoch registrieren, da ich Eure Hilfe benötige. Ich komme nicht weiter, sehe den Wald vor lauter Bäumen so langsam nicht mehr.

Es geht um jemanden, der mir sehr am Herzen liegt, von daher ist es mir wirklich wichtig, dass ich hier auf die richtige Fährte gebracht werde.

Es besteht seit ein paar Tagen ein Ikterus, brauner/dunkler Urin, Diarrhoe, ungewollte Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schläfrigkeit und Schlappheit. Eine Laboruntersuchung ergab Normwerte, außer für Gamma-GT (401 U/l) sowie GOT (64 U/l). Regelmäßiger Alkoholkonsum (etwa 2-4 l Bier, kein Schnaps).
Heute Morgen dann Notaufnahme wegen "ventrikulären Extrasystolen", der Zustand sei laut diensthabender Ärztin "besorgniserregend". Er verließ das Krankenhaus trotz allem auf eigene Gefahr. Familienanamnese: Vater erlitt Schlaganfall, Herzinfarkt sowie Thrombose im Unterschenkel (Amputation).

Ich habe nun wenigstens auf eine Sonographie gedrängt, um den Zustand der Leber überprüfen zu können (Termin kommende Woche), der Hausarzt hingegen wiegelt ab, er solle in vier Wochen erneut ein kleines Blutbild machen lassen.
Hysterisch oder übertrieben reagiere ich so gut wie nie, jedoch habe ich hier ein sehr schlechtes Gefühl. Welchen Gedanken habt ihr hier? Wie sollte man hier weiterverfahren?

Ich bin für jede Antwort dankbar. 🫂
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Leber & Herz spielen verrückt

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
Ihre Bedenken und Befürchtungen bestehen zu Recht. Eine Kontrolle der BLutwerte in 4 Wochen stellt in meinen Augen keine adäquate Abklärung dar, die bei dieser Symptomatik angebracht ist. Ich nehme an, dass sich der angegebene Bierkonsum auf eine tägliche Menge bezieht und es sich wohl somit um einen Alkoholiker handelt. Es ist gut, dass Sie auf einer Sonographie bestanden haben. Liegt dann der Befund vor, kann man weitere Schritte planen. Leider handelt es sich wohl um einen uneinsichtigen Patienten, wenn er die Klinik eigenmächtig verlässt. Ferner sollte man bei dieser belastenden Familienanamnese besonders vorsichtig sein.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
JoJo79
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Re: Leber & Herz spielen verrückt

Beitrag von JoJo79 »

Lieber Herr Dr. Fischer, guten Morgen, und vielen Dank für Ihre Antwort.

Die Ereignisse überschlugen sich förmlich. So rief gestern das Krankenhaus an, da die Labordiagnostik vorlag. Man geht nun von Lebermetastasen aus, was mir den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Ich nehme mit meinem kargen Allgemeinwissen an, dass der Primärtumor im Dickdarm sitzt. Ich bin seitdem wie betäubt, kann es nicht fassen und noch weniger wahr haben.

Je mehr ich google, desto pessimistischer werde ich.
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Leber & Herz spielen verrückt

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo Jojo,
ich habe soeben ins Forum gesehen in Erwartung Ihrer Antwort, da es Ihnen und mir doch dringlich erschien. Googeln Sie nicht zuviel. Es muß nicht gleich ein Dickdarmtumor sein. Auch Gewichtsverlust spricht nicht immer für einen Krebs. Leider bestätigt sich meine Ansicht, dass die Vorgehensweise des Hausarztes fragwürdig erscheint. Die Lebersonographie-man macht möglicherweise auch eine Leberbiospie ( Gewebeentnahme, ein kleiner Eingriff)-und hat dann Gewissheit. Bitte berichten Sie -wenn neue Erkenntnisse vorliegen- weiter. Alles Gute und viel Kraft.
Grüße Dr. Fischer
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JoJo79
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Re: Leber & Herz spielen verrückt

Beitrag von JoJo79 »

Lieber Herr Dr. Fischer,

vielen lieben Dank für Ihre Zeilen. Schön zu wissen, dass Sie "da" sind. Danke.

Der Hausarzt rief den betroffenen Patienten heute Morgen an, da der Befundbericht von der Notaufnahme einging. Alles sei "irgendwie komisch" und "es könnte das, aber auch das sein". Ich bin über den kurzfristigen Ultraschalltermin heilfroh. Er riet anschließend dann noch dazu, einen Kardiologen aufzusuchen und stürzt sich nun scheinbar nur auf die Extrasystolen, anstatt auf die Leberproblematik. Man solle zudem "erstmal abwarten". Wäre ich nicht über 500km entfernt, würde ich dem Herrn wohl mal einen Besuch abstatten, auch, wenn schon fleißig vom Urlaub geträumt wird.

Ich hoffe jetzt einfach nur noch das Beste, alles andere macht kaputt.

Ein schönes Wochenende für Sie!

Johanna
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