Hyperprolaktinämie

Koronare Herzerkrankung, Hypertonie, Herzinfarkt, Stents, Herzkatheter, Blutverdünnung, Lungenembolie, Herzklappenfehler etc. Hier können auch EKGs befundet werden. Vgl. öffentliche FB-Gruppe "Smartwatch-EKG"

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lhi7845
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Hyperprolaktinämie

Beitrag von lhi7845 »

Hallo,

bin weiblich und 26 Jahre alt.

Ich leide des Öfteren unter Herzstolpern, eine kardiologische Untersuchung (EKG, Langzeit EKG, Ultraschall) zeigte VES und SVES.
Außerdem wurde nun schon 2 Mal ein erhöhter Prolaktin-Spiegel im Blut entdeckt (2 von 3 Blutabnahmen, anscheinend zyklusbedingter Anstieg). Ich war noch nie schwanger.
Das Kopf-MRT zeigte keine Auffälligkeit der Hypophyse.
Thyreoglobulin im höheren Segment, ansonsten TSH unauffällig (bei 1 von 2 Blutabnahmen marginal erhöht).

Nun habe ich ein wenig recherchiert: Könnte das Herzstolpern denn vom erhöhten Prolaktin kommen?
Muss man sich bezüglich einer peripartalen Kardiomyopathie Sorgen machen?
Der Wirkstoff Cabergolin wird oft als Prolaktin-Senker empfohlen, jedoch scheinen mir die Nebenwirkungen doch etwas zu extrem (sehr häufig Herzklappenveränderung usw.). Gibt es hier wirksame natürliche Alternativen?

Vielen Dank im Voraus für die Hilfe
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Hyperprolaktinämie

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
als Frauenarzt hat man viel mit Prolaktin zu tun, daher antworte ich Ihnen. Welche Werte wurden erhoben( mit Angabe der Referenzbereiche)?
Um wieviel Uhr erfolgte die Blutentnahme? Wie hoch ist das TSH ( Schilddrüse)? Erfolgte vor der Blutentnahme Duschen, Brust waschen etc.?
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
lhi7845
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Re: Hyperprolaktinämie

Beitrag von lhi7845 »

Hallo Herr Dr. Fischer,

Danke für Ihre Antwort!

Hier die Werte, die bestimmt wurden:

Selen (Ref. 60-140 ug/l): 63
Eisen (Ref. 50-170 ug/dl): 75
Ferritin (Ref. 15-150 ng/ml): 38
IgE (Ref. 0-100 U/ml): 313
Alphal-Antitrypsin (Ref. 90-200 mg/dl): 139
TSH (Ref. 0.10-4.50 uIE/ml): 3.06
Freies T3 (Ref. 1.6-4.2 pg/ml): 3.7
Freies T4 (Ref. 7-19 pg/ml): 10
Thyreoglobulin (Ref. 0.0 -50.0 ng/ml): 42.9
TPO-AK (Ref. 0-59 IU/ml): < 28
Prolactin (Ref. 1.9-25.0 ng/ml): 38.7
Oestradiol (Ref. Lutealphase: 54-214 pg/ml): 175
Progesteron (Ref. Lutealphase: 0.7-17.8 ng/ml): 10.7
Testosteron (Ref. 0.0-0.7 ng/ml): < 0.2
Testosteron frei (Ref. 01.-1.1 ng/dl): 0.2
SHBG (Ref. 11-180 nmol/l): 80.0
DHEA-Sulfat (Ref. 700-3000 ng/ml): 1830
25-ÖH-Vitamin D3 (Ref. 30-70 ug/l): 31

Harnuntersuchung:
Jod im Harn (Ref. 100-400 ug/gKrea): 57

Die Blutabnahme erfolgte am 17. Zyklustag um ca. 09:00, nüchtern.
Vor der Blutabnahme kein Duschen o.ä.

Die zweitletzte Untersuchung des TSH (am Tag der Periode abgenommen) lag bei 4.24 mlU/L (Ref. 0.27-4.20)

Vielen Dank und schöne Grüße!
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Hyperprolaktinämie

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,h keine Sorgen, wenn ein Hypophysentumor vorliegt, sind die Werte extrem hoch, Ihre Erhöhung ist so marginal, dass ich sie als klinisch nicht relevant ansehe. Man könnte allenfalls in 3-6 Monatren eine Kontrolle veranlassen. Für mich besteht also kein Zusammenhang zwischen dem Prolaktin und den Beschwerden. Wenn später Kinderwunsch auftritt, sollte evtl. das TSH nochmals bestimmt werden und evtl. durch eine geringe Gabe von L-Thyroxin etwas supprimiert werden ( etwas unter 2,5 U)
Grüße Dr. Fischer
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lhi7845
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Re: Hyperprolaktinämie

Beitrag von lhi7845 »

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung, das ist beruhigend!
Also meinen Sie, dass auch wenn das Prolaktin öfters marginal erhöht wäre, das Herz auf Dauer keinen Schaden davonträgt?
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Hyperprolaktinämie

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Abend,
Prolaktinerhöhung-egal wie hoch- hat keinen Einfluß auf das Herz. Ich habe in den vielen Jahren sehr oft leichte Erhöhungen beobachtet, die absolut ohne klinische Bedeutung waren. Im Übrigen wurde ein sehr umfänglicher Hormonstatus gemacht, waqs für den untersuchenden Arzt spricht. Zum Jodbefund im Urin kann ich nichts beitragen.
Grüße Dr. Fischer
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