Heilungschancen nach schwerem hämorrhagischen Apoplex, Alter: 89 Jahre

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answerme
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Heilungschancen nach schwerem hämorrhagischen Apoplex, Alter: 89 Jahre

Beitrag von answerme »

Hallo,
nachdem meine Mutter vor rund 4 Monaten einen schweren Apoplex erlitten hat, leidet sie unter typischen Folgen wie Hemiplegie links, Dysphagie und Inkontinenz.
Eine sich der Kliniksbehandlung anschließende Rehamaßnahme brachte leider keinen Erfolg, was sicher auf die zeitweise zu stark sedierend wirkende Medikation zurückzuführen war. Erst nach Ausschleichen dieser Medikamente konnte eine verbesserte Mitwirkung seitens meiner Mutter festgestellt werden.
Nicht zu vergessen sind die coronabedingten Kontaktbeschränkungen, welche die Genesung sicher nicht verbessern.

Wie auch immer: Die körperliche Verfassung ist vom Allgemeinzustand nicht schlecht, aber die Einschränkungen haben sich (bis auf das Sprachvermögen) nicht gebessert. Derzeit liegt daher einer komplette Pflegebedürftigkeit vor.

Meine Mutter ist zusätzlich zum Teil desorientiert, allerdings nicht vergleichbar mit einer Demenz, bei der die Erinnerung sich insbesondere auf das Kurzzeitgedächtnis bezogen, verschlechtert.
Meine Mutter erkennt uns und kann einem Gespräch gut folgen. Nur zeitweilig kommt es zu einer Art halluzinatorischer Episoden.

Da sie mit Amantadin in Kombination mit Citalopram behandelt wird, liegt es möglicherweise nahe, das dies eher ursächlich ist.
Ich habe ohnehin große Bedenken bzgl. dieser Medikation.

Da wir in Kürze entscheiden müssen, ob unsere Mutter in einer Pflegeeinrichtung verbleiben muss oder noch reale Heilungschancen bestehen, meine dringende Frage:
Wie wird das hier eingeschätzt? Gibt es Vergleichsfälle? Kann sich die Hemiplegie noch zurückbilden, auch wenn es bislang dafür keinerlei Anzeichen gibt? Besteht eine Chance auf Rückbildung der Dysphagie (derzeit Sondennahrung)?
Sollte man die Medikation nicht umstellen?

Ich weiß, dass niemand - ohne die Patientin zu kennen - einen genauen Rat geben kann und erwarte das auch nicht.

Ein richtungsweisender Rat wäre aber schon sehr hilfreich.

Danke im Voraus!
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jaeckel
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Re: Heilungschancen nach schwerem hämorrhagischen Apoplex, Alter: 89 Jahre

Beitrag von jaeckel »

Hallo answerme,
answerme hat geschrieben: 07.04.21, 17:37 Kann sich die Hemiplegie noch zurückbilden, auch wenn es bislang dafür keinerlei Anzeichen gibt?
wenn sich bislang dafür keinerlei Anzeichen zeigen, ist eher nicht von einer Rückbildung auszugehen.
answerme hat geschrieben: 07.04.21, 17:37 Besteht eine Chance auf Rückbildung der Dysphagie?
Auch hier leider die gleiche grundsätzliche Einschätzung wie oben.
answerme hat geschrieben: 07.04.21, 17:37
Sollte man die Medikation nicht umstellen?
Diese Medikation ist eher nicht entscheidend. Man muss sich darauf einstellen, dass die komplette Pflegebedürftigkeit bleibt. Wünsche Ihnen viel Kraft. Tipp: Kümmern Sie sich, sofern nicht schon geschehen, um eine Vorsorgevollmacht.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
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