nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Medizinische Fragen zu COVID-19 (Coronavirus), Infektiologie, Hygiene und Reisemedizin

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kk9979
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nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von kk9979 »

Hallo,

mein 82 Jähriger Vater wurde positiv auf das Corona-Virus getestet. Er war jetzt 10 Tage im Krankenhaus, hatte eine unerklärliche Blutarmut, die mit Blutkonserven behandelt wurde. Ursache ist nicht bekannt und wurde auch nicht untersucht. Könnte es mit Corona zu tun haben?

Nun ist es so, dass er seit der ersten Positiv-Testung am 22.12. immer noch positiv ist. Das weitere positive Ergebnis liegt seit gestern vor. Ist er dann immer noch ansteckend? Er wird auch weiterhin im Pflegeheim isoliert.

Eigentlich hatten wir dafür unterschrieben, dass er geimpft werden soll. Nun ist es so, dass seitens des Heims eine Nachholung der Impfung verweigert wird. Er bräuchte keine Impfung mehr, obwohl ich von anderen Leuten aus anderen Pflegeheimen gehört habe, dass diese trotz überstandender Infektion geimpft wurden, auch Personal im Krankenhaus, was schon positiv war, wurde geimpft. Warum wird das so gehandhabt?
Wie lange ist mein Vater dann immun?

Und generell die Frage, kann er jetzt immer noch an Corona sterben, weil er ja positiv ist und ja zur Hochrisikogruppe gehört, obwohl die kritische Zeit um Tag 9 schon vorüber ist?
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jaeckel
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Re: nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von jaeckel »

Bislang geht man von einen Immunität von Patienten aus, die die Infektion durchgemacht haben. Wielange diese anhält, ist noch nicht geklärt. Aber eine ähnliche Dauer der Immunität, wie durch die Impfung ist anzunehmen.
kk9979 hat geschrieben: 07.01.21, 07:48 kann er jetzt immer noch an Corona sterben, weil er ja positiv ist und ja zur Hochrisikogruppe gehört
Solche Fragen sind aus der Ferne natürlich nicht sinnvoll zu beantworten.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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kk9979
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Re: nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von kk9979 »

Hallo,

noch eine Verständnisfrage: wenn er das erste mal am 22.12. positiv getestet wurde und der Arzt mir sagte, dass er nicht mehr ansteckend wäre trotz weiterhin positiven Ergebnis, warum wird er im Pflegeheim trotzdem isoliert? Ist das so, dass man erst wieder normal raus darf, wenn man negativ wird?

Die Dame vom Gesundheitsamt sagte mir, dass man das an einem CT-Wert sehen kann, ob man noch ansteckend ist. Scheinbar muss dieser Wert ja so sein, dass der Arzt die o.g. Aussage gemacht hat.

Mein Vater sollte nämlich zum 01. 02. das Pflegeheim wechseln, nun weiß ich nicht, ob man ihn jetzt so lange festhalten kann, bis er irgendwann negativ ist. Und kann die Viruslast steigen, dadurch, dass er mit anderen "frisch" Infizierten untergebracht ist? Dann würde er ja immer positiv bleiben und er kann nie umziehen?
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jaeckel
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Re: nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von jaeckel »

Viele Pflegeheime verlangen für eine Entisolierung eine negative PCR. Siehe auch die RKI-Kriterien: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... cationFile
Alles Gute!

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Re: nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Dr. Jäckel,

heute ist mein Vater wieder ins Krankenhaus wegen V.a. Urosepsis. Er hatte Blut im Urin. Die Hausärztin hat ihn gleich wieder ins Krankenhaus eingewiesen. Auf welche Station er nun landet, weiß ich nicht, denn eigentlich sollte er auf die Urologische Station kommen, ist aber sein Corona-Test weiterhin positiv, wird dies wieder nicht passieren und der Katheter wird weiterhin Probleme machen unbehandelt.

Der Harnleiter war ja schon eingerissen. Der Urologe hat den Katheter dann immer wieder neu gelegt. Was nun passiert, weiß ich nicht. Könnte es auch sein, dass nicht der Katheter die Ursache ist, sondern Corona. Es muss ja nicht immer Husten und Atemnot sein? Hatte gehört, dass es auch auf die Nieren geht.
Seit 22.12. ist er infiziert. Und nun kommt das? Ob es bakteriell ist, könnte man ja herausfinden?
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jaeckel
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Re: nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von jaeckel »

Bei einem "V.a. Urosepsis" gehet man ja von einem bakteriellen Infekt aus. Das hat eher nichts mit Corona zu tun. Dass er immer noch als Corona-Pat. angesehen würde, wäre unverständlich.
Alles Gute!

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Re: nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von kk9979 »

Hallo,

nun liegt er wieder auf der Covid-Station, so dass er nicht auf der urologischen Station gelandet ist, wo er hin sollte. Ich befürchte, dass man ihn mit Antibiotika behandelt und dann war es das, weil er diese Station ja nicht verlassen darf. Eigentlich sollte ja auch nach dem Katheter geschaut werden, weil er ja schon einen Harnleiterriss hatte. Vielleicht daher auch die Infektionsquelle.

Ich hatte gestern noch ein Gespräch mit dem Gesundheitsamt, dort sagte man mir, dass die Quarantäne aufgehoben sei. Er könne aber aufgrund seines Alters länger positiv sein.Wenn er keine Symptome und auch keinen schweren Verlauf hatte, dann kann er sich "frei" bewegen. So sagte man mir auch, dass er im Pflegeheim auch nicht isoliert werden müsste. Und dem Pflegeplatzwechsel machen kann.

Ich werde heute mal mit dem Arzt sprechen, so dass das Katheterproblem mal entgültig gelöst wird.

Vom Grunde erfährt er ja nie die ihm angedachte Behandlung, weil man ihn auf der Coronastation festhält?
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jaeckel
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Re: nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von jaeckel »

Ja, leider bringt Corona die Versorgung in vielen Bereichen durcheinander und viele Patienten bekommen nicht die angemessene Therapie.
Alles Gute!

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Re: nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von kk9979 »

Hallo,

ich habe soeben mit dem Arzt gesprochen. Er hat "Sauerstoff-Stecker" in der Nase, weil er wohl eine Lungenentzündung hätte, Fieber hätte er keins. Auffällig ist nach wie vor die Blutarmut und dass er eine Mikrohämaturie hat. Der Blutverdünner wurde nun wieder abgesetzt. Auf die Frage, wo die Mikrohämaturie herkommt sagte man mir, dass es der Blutverdünner sei.

Aber er hat doch vorher sowas nicht gehabt, kann eine Mikrohämaturie von Corona kommen? Ich verstehe das einfach nicht mehr? Ein Harnwegsinfekt hätte er wohl nicht, aber hat man da nicht rote Blutkörperchen im Urin? Wie kann man das so feststellen? Antibiotika würde er wohl trotzdem bekommen.

Er ist ja schon vom 22.12. an positiv auf Corona getestet worden, ich hatte gedacht, dass er über den Berg ist? Die Hausärztin meinte auch, dass es an Tag 9 oder 10 schlimmer geworden wäre. Nun hat der Arzt mich schon wieder gefragt, ob sie im Fall der Fälle intubieren und beatmen sollen. Sie kennen das ja schon vom Sommer die Diskussion, als er nach der Not OP (Beinamputation) mit einer Aspirationspneumonie auf der ITS lag.
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Re: nach Covid19-Infektion keine Impfung?

Beitrag von jaeckel »

kk9979 hat geschrieben: 12.01.21, 14:21 Auf die Frage, wo die Mikrohämaturie herkommt sagte man mir, dass es der Blutverdünner sei.
Das ist richtig und kann eine wahrscheinliche Ursache sein.
kk9979 hat geschrieben: 12.01.21, 14:21 kann eine Mikrohämaturie von Corona kommen?
Eher nicht.
kk9979 hat geschrieben: 12.01.21, 14:21 Nun hat der Arzt mich schon wieder gefragt, ob sie im Fall der Fälle intubieren und beatmen sollen.
Eine solche Verfügung/Entscheidung ist in der Klinik auch ganz unabhängig von Corona relevant.
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