Estriol gegen Schleimhautatrophie und Harnröhrenverengung / Wechseljahre

Moderator: DMF-Team

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MarPod
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Estriol gegen Schleimhautatrophie und Harnröhrenverengung / Wechseljahre

Beitrag von MarPod »

Hallo und guten Tag,

aufgrund wiederkehrender Harwegsinfekte in 2019 war ich beim Urologen. Eine Untersuchung mit Blasenspiegelung ergab, das es wohl durch Östrogenmangel zu Problemen mit den Schleimhäuten gekommen ist. Was die Harnröhre betrifft, sagte er, würde eine kleine Menge Estriolhaltige Creme(Fingerspitze)alle 3 Tage auf das Ende der Harnröhre aufgetragen, das Problem beheben.
Da sich aber auch an anderer Stelle Probleme anbahnten, war ich auch noch bei der Gynäkologin. Sie hat mit ebenfalls Estriolcreme empfohlen. Nach dem Aufbau eines "Depots" führe ich nun 1 x pro Woche eine Dosis (0,5 gramm) ein. Das seit Anfang des Jahres. Ein Kontrolltermin ist erst wieder im Juli.
Ich habe mich nach Entfernung der Gebärmutter im Jahr 2006 (Eierstöcke wurden erhalten)besser gefühlt als je zuvor. Keine Pickel, keine Gefühlsschwankungen, keine Wassereinlagerungen, kein Brustspannen, kein Zyklus - herrlich! Für mich war das eine Befreiung. Jetzt,mit dieser Estriolcreme kommt das alles zurück. Aber ich komme wohl einfach nicht drum herum.

Leider habe ich nirgends eine eindeutige Empfehlung gefunden, was denn die kleinste Dosis ist, die gerade noch auf die Schleimhäute wirkt. Ich würde gerne so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig nehmen. Meine 0,5 pro Woche scheint ja eigentlich schon ziemlich wenig zu sein. Es ist auch schon eine Verbesserung aufgetreten, aber auf das Brustspannen und die Wassereinlagerungen könnte ich verzichten. Kann mir jemand hier einen Tipp geben?

Viele Grüße
Maria (53)

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Estriol gegen Schleimhautatrophie und Harnröhrenverengung / Wechseljahre

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
trotz Schwerpunkttätigkeit in Endokrinologie habe ich so etwas noch nicht erlebt. Diese extrem geringe Estrioldosierung macht normalerweise nie eine systemische Wirkung, bei Ihnen sogar ausgepräbt als unerwünschte Nebenwirkung. Derartiges kommt nur vor, wenn man Estriol über 6-8 mg dosiert. Die übliche Dosierung bei Atrophie beträgt 2 ( -3) mal/ Woche 0,5 mg, somit liegen Sie also weit darunter. Es gibt einige wenige Frauen, die reagieren auf Östrogene extrem und benötigen nur 1/4 der üblichen Dosis bei z. B. klimakt. Beschwerden.Man kann natürlich über den Hormonspiegel aus dem BLut ( Estradiol, FSH, LH) die systemische Wirkung verifizieren, ist aber bei den vorliegenden Symptomen nicht nötig. Es bleibt Ihnen letztlich nichts anderes übrig, als sich selbst an jene Dosis zu tasten-durch noch mehr Estriolreduktion- die die Beschwerden der Vaginalatrophie lindert, jedoch die unerwünschten Nebenwirkung nicht hat.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

MarPod
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Re: Estriol gegen Schleimhautatrophie und Harnröhrenverengung / Wechseljahre

Beitrag von MarPod »

Hallo und guten Tag,

vielen Dank für ihre Einschätzung. Ich werde versuchen, ob ich meine Gynäkologin erreichen kann. Das derzeit wegen Corona gar nicht so einfach ist. Ich habe mir überlegt, ob es evtl. eine Lösung wäre die Dosis nicht einmal in der Woche zu veranbreichen, sondern weniger Estriol, aber regelmäßiger zu verwenden. Ich erinnere mich, dass früher v.a. die Schwankungen im Homonspiegel zu Probemen geführt haben. Vielleicht gibt es die Creme auch noch niedriger dosiert. Mit dem beigefügten Applikator geht ja nur 0,5g und nicht weniger, wenn es genau sein soll.

Viele Grüße

Maria

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Estriol gegen Schleimhautatrophie und Harnröhrenverengung / Wechseljahre

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Abend,
wenn Sie eine geringere Dosisapplizieren-was natürlich möglich ist- und diese dann aber 2-3x/Woche anwenden, kommen Sie rein mathematisch ja mindestens auf die gleiche Gesamtmenge wie momentan. Sie könnten die Applikatorfüllung bzgl. der Menge reduzieren, indem Sie den Inhalt auf einen Deckel o.ä. entleeren und dann eine geringere Dosierung mit dem Finger in die Scheide einführen, ohne dabei die Creme schon an den Schamlippen abzustreifen. Es gibt ja auch nich Estriol als Zäpfchen, die können Sie dann z.B. halbieren und intravaginal einlegen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

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