Epilepsie - oder doch etwas völlig anderes?

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ultimo
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Epilepsie - oder doch etwas völlig anderes?

Beitrag von ultimo » 04.07.19, 16:21

Hallo liebe Forengemeinde,
ich bin 69 Jahre alt und männlich.
Es stellt sich und meinen Ärzten nach den unten beschriebenen Vorfällen die Frage, ob ich unter Epilepsie leide, oder nicht.
Seit Sommer 2016 bekomme ich (anfangs im Abstand von etwa 2-3 Monaten, seit diesem Frühjahr vierwöchentlich) folgende Zustände:
mir wird leicht schwindlig (nicht so, dass ich mich festhalten, oder setzen müsste) dabei ergibt das, was ich höre keinen rechten Sinn, das was ich lese ebenso wenig und selbst sprechen kann ich nur schwer und auch das ist, wie man mir bestätigt, nicht sinnvoll.
Dieser Zustand hält etwa 30 bis 40 Sekunden an, danach ist wieder alles ok. Das wiederholt sich mehrfach am Tag, am Tag danach ist wieder alles ok.
Im Herbst 2016 bin ich ohnmächtig vom Schreibtischstuhl gefallen, und erst nach etwa einer Stunde wieder zu mir gekommen. In meinem Genick war deutlich die Naht der Rückenlehne des Schreibtischstuhles zu erkennen. Daraufhin begab ich mir für 14 Tage in die neurologische Abteilung einer Klinik, wo ich mich allen erdenklichen neurologischen Tests unterziehen musste, incl. CT, MRT und Lumbalpunktion. Alle Tests waren negativ.
Im Herbst 2018 kam ich wieder in diese Abteilung, weil mir schwindlig war, ich mich hundemüde fühlte und auch mein Gesprochenes wirr war.
Ich blieb eine Woche in dieser Neurologie, wieder mit vielen Tests und Untersuchungen, wieder mit Lumbalpunktion. Wieder waren alle Ergebnisse negativ.
Vorige Woche hatte ich in der Nacht einen von mir völlig unbemerkten Krampfanfall. Ich biss mir die Zunge blutig, schlug mir den rechten Oberarm am Nachttisch auf und nässte ein. Erst als ich am Morgen aufwachte, bemerkte ich, was passiert war. Ich schlafe alleine. Ich ging zu meinem Hausarzt, der einen epileptischen Anfall vermutete und mich ins Krankenhaus einwies. Diesmal wählte ich eine andere Klinik.
Dort sprach man sofort von Epilepsie. Dieser Begriff war in den Ärztebriefen des anderen Krankenhauses nie erwähnt worden.
Ich machte dort ein EEG, ein MRT mit Kontrastmittel, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruck, Bluttest. Alle Ergebnisse negativ. Dann erklärte ich mich bereit, ein 72-Stunden-EEG mit Video-Überwachung zu machen, was ich aber nach einem Tag abgebrochen habe und die Klinik verließ.
Mein Hausarzt empfahl mir dringend einen Neurologen aufzusuchen. Das möchte ich auch, bekomme aber erst am Monatsende einen Termin.
Auch nach dem ersten Klinikaufenthalt 2016 besuchte ich in regelmäßigen Abständen ein Jahr lang einen Neurologen, der jedes Mal ein EEG machte, dessen Ergebnis aber immer negativ war. Erwähnen möchte ich noch, dass ich seit vielen Jahren nachts ein Atemtherapiegerät benutze, welches mittels SD-Karte auffällige Schlafereignisse aufzeichnet. Nach Auswertung der letzten 30 Tage seit dem Krampfanfall war die einzige Auffälligkeit in dieser Nacht eine schwere Apnoe, die wohl der Auslöser für den Krampfanfall war.
Meine Frage: kennt jemand die bei mir vorkommenden Abnormitäten und welche Ergebnisse und Erfahrungen hat er/sie, die mir weiterhelfen könnten.
Mit freundlichen Grüßen
ultimo

Muppet
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Re: Epilepsie - oder doch etwas völlig anderes?

Beitrag von Muppet » 06.07.19, 07:40

Hallo
Es klingt leider schwer nach Epilepsie. Aber es gibt nur 1 weg das herauszufinden. Antiepileptika zu nehmen. Wenn es weg geht, hast du deine Antwort.
Bei 30% der Epilepsien ist das EEG unauffällig. Das Herd sitzt zu tief zu messen.

Wenn es nicht weggeht, muss man Richtung Herz, Migräne und Diabetes gucken.

Gruß
Muppet

ultimo
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Re: Epilepsie - oder doch etwas völlig anderes?

Beitrag von ultimo » 08.07.19, 14:34

Hallo muppet,

danke für deine Antwort.
Dann werde ich wohl abwarten müssen, was der Neurologe, bei dem ich am 31.Juli einen Termin habe, vorschlägt.
Eine Freundin hat mich darauf hingewiesen: ist es möglich, dass elektronische Geräte wie Computerbildschirme
und Smartphone-Displays, für Epileptiker gefährlich werden können?

Gruß ultimo

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Re: Epilepsie - oder doch etwas völlig anderes?

Beitrag von Muppet » 09.07.19, 06:44

Hallo
Nein, eigentlich nicht. Ich benutze ein Smartphone und Computer täglich.
Gruß
Muppet

ultimo
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Re: Epilepsie - oder doch etwas völlig anderes?

Beitrag von ultimo » 09.07.19, 14:38

Hallo
bei genauerem Durchlesen der angesprochenen Bedienungsanleitung eines Handys muss ich sagen, dass sich der Warnhinweis an Epileptiker richtet und lediglich auf Spiele, die mit dem Handy gespielt werden bezieht, bei denen stroposkopartige Lichtblitze während des spielens erscheinen, die einen Anfall auslösen können.
Ich dachte versehentlich an die "normale" Nutzung dieser Geräte.

Gruß ultimo

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Re: Epilepsie - oder doch etwas völlig anderes?

Beitrag von Muppet » 09.07.19, 20:51

Hallo
Nur 5% der Epileptiker reagieren auf Lichter. Meistens Kinder. Ich habe ein Form von Epilepsie wo das tatsächlich ein Problem ist, aber von die Symptome die du beschreibst, gilt das eher nicht für dich. Sonst hättest du auch beim Autofahren und durch Tunneln zu fahren massive Probleme.
Gruß
Muppet

ultimo
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Re: Epilepsie - oder doch etwas völlig anderes?

Beitrag von ultimo » 11.07.19, 12:28

Hallo muppet,
nein, ich habe weder beim Autofahren, noch beim Fahren durch Tunnel Probleme.

Da du mir bisher immer so nett und für mich hilfreich geantwortet hast, möchte ich dich heute mal fragen:
sollte von einem Neurologen einmal unumstößlich festgestellt worden sein, dass es sich bei mir auch klar
um eine Epilepsie handelt, was habe ich denn dann zu erwarten?
Verschreibt man mir eine Pille, die ich täglich schlucken muss, und ich muss nie mehr befürchten, dass ich
im Wachzustand einfach umfalle und während des Schlafens verkrampfe und mir die halbe Zunge abbeiße?
Oder muss ich mit weiteren Komplikationen rechnen?
Ich habe gerade von dem 20jährigen amerikanischen Schauspieler gelesen, der an Epilepsie gelitten hatte
und während des Schlafes, wohl einen Krampfanfall bekam, und daran verstorben ist.
Das macht mir Angst.

Gruß ultimo

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