Die "digitale Patientenakte" - RICHTIG GEMACHT

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Die "digitale Patientenakte" - RICHTIG GEMACHT

Beitrag von PR » 17.06.19, 14:04

Zum x-ten Mal im x-ten Forum:

1. Es nützt den Patienten, wenn "ihre" Docs sich untereinander verständigen
2. Es ist aberwitziger und komplett unwirtschaftlicher Blödsinn, die entsprechenden Informationen zu riesigen Thesauren („digitale Patientenakte“) anzuhäufen (Push-Vorgang).
3. Es ist aberwitziger und brandgefährlicher Blödsinn, diese Thesauren in irgendwelchen physikalischen oder logischen „Netzwerken“ mit auf längere Sicht wirtschaftlich nicht sinnvoll überprüfbaren Zugangs(Lese- und Schreib !)-Rechten - quasi zu veröffentlichen.
4. Jeder Arztkollege sollte, wenn und solange ein- und derselbe Patient vor ihm sitzt und das will, in der Lage sein, sich von vor- und mitbehandelnden Kollegen die wichtigen Information/en - per tatsächlich schützbaren Datentransfer - zu holen.
5. Gegenseitige Information unter Ärzten muss ein konsentierter Pull-Vorgang sein.
6. Eine solche Architektur, und nur eine solche, schafft in diesem Zusammenhang die allermeisten Datenschutzprobleme aus der Welt.

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Re: Die "digitale Patientenakte" - RICHTIG GEMACHT

Beitrag von Humungus » 17.06.19, 15:17

Meine Frau hat wieder einmal die typische Situation erlebt: Termin zum CT, Radiologe wollte Blutbefunde haben. Internist hat zugesagt sie zuzufaxen. Und? Waren natürlich nicht da, Internist hatte schon zu.

Da wäre eine Akte von Vorteil gewesen.

Kenne ich auch: Patient kommt zur OP, Frage nach Blutgerinnungshemmern. "Herr Dokter, das weiß ich nicht." Auch da: Akte von Vorteil.

Oder: Patient zieht zu seinen Angehörigen und will einen Ausdruck seiner Unterlagen von mir. Mit Akte unnötig.

Aber: so eine Akte gehört nur in BERUFENE Hände und weder in das Internet noch auf einen Zentralserver. Sie gehört in die Hände des Patienten. USB-Stick mit allen Daten, fertig. Gibts auch im Scheckkartenformat!

Kommt das Argument, den kann der Patient vergessen oder verlieren. Stimmt. Sein Passwort für die digitale Akte auch. DAS vergisst er sogar viel schneller als einen Stick, den er in der Hand halten kann. Fingerabdruckleser in die Arztpraxis, Passwort unnötig.

Tja, kostet aber keine Milliarden. (bei 100 Millionen Sticks wahrscheinlich 2-3 Euro pro Stick). Bringt der IT-Branche auch nicht das dicke Geld. Verhindert auch, dass Unbefugte wie Versicherungen Zugriff auf Daten kriegen.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

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Auf diese KISS-Variante kommt schon gar keiner mehr

Beitrag von PR » 18.06.19, 10:25

(keep ist short and simple)

Lässt sich ja mit meiner Variente prima kombinieren.

Jedenfalls gibt Zappelspähnchens Ideenpool, der von oben bis unten Netzwerklösungen vorsieht mit Zentralspeicherung von zumindest höchst zuverlässigen links (wenn nicht sowieso Zentralspeicherung aller Gesundheitsdaten), eine wahnsinnige Vorstellung ab,

und eine Zentralakte, die von -zig bis hunderten von "Leistungserbringern" tagaktuell gepflegt werden muss, will sie nur irgend einen medizinischen Sinn haben - über deren Zutrittsrechte der Patient angeblich allein verfügen soll,

ist ein Widerspruch in sich.

"Der Mister wird allmählich ungehalten" über die Kassenärzte, die ihre Patientenakten nicht an die IT anschließen, hat neulich die stets geliebte Zwangskörperschaft Kavau verlautbart. No, soll er. Dass weiss der Rest der Welt jedenfalls, wes Geistes Kind der ist.

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