Muskelschmerz- und Schwäche

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mpeter30
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Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von mpeter30 » 12.05.19, 11:35

Liebe Forencommunity

ich melde mich hier zu Wort, weil ich nun seit wenigen Monaten an einer - für mich - seltsamen Symptomkonstellation leide. Ich bin zwar beim Neurologen in Behandlung, aber würde mich über Ideen freuen, mit denen ich dann auch mit meinem Neurologen sprechen kann. Zuerst mal der Werdegang meiner Symptome, dabei erwähne ich alles, was irgendwie beachtenswert war:

Begonnen hat es vor ca. 5 Monaten mit einer schubweisen abnormen Müdigkeit, bei der ich mir noch nicht viel gedacht habe und die natürlich auch grundsätzlich keinen Krankheistwert haben muss, erklären konnte ich sie mir aber auch nicht. Dann ging es vor 3 1/2 Monaten weiter mit Schmerzen unter den Achseln sowie einem Schmerz entlang des Ulnaris, mit kribbelnden Fingern (Kleiner und - Ringfinger). Schmerzen unter den Achseln wurden per Abtasten sowie Ultraschall untersucht - unauffällig. Daher wurde erstmal auf muskuläre Verspannungen im oberen Rücken/Nacken geschlossen, eine Physio sowie Magnesiumsupplementation wurden durchgeführt. Dabei kamen die Beschwerden teilweise zum Ruhen und bis heute sind sie immer wiederkehrend, aber nicht konstant da. Bis dahin habe ich mir noch keine großen Sorgen gemacht. Weiter ging es vor ca. 2 Monaten mit schmerzenden (sowohl Ober- als auch Unterschenkel) Beinen, v.a. nachts bzw. beim Aufwachen. Im Laufe der Zeit wurden die Schmerzen stärker und weiteten sich auf den Tag aus, unter Belastung verschwinden die Schmerzen beinahe komplett. Allerdings wurden meine Beine immer weniger belastbar, zuerst wurde Treppensteigen schwer - auf die Weise, dass die Beine bereits nach der ersten Treppenstufe stark anfangen zu brennen (und eigentlich bin ich sehr sportlich). Im weiteren Zeitverlauf und bis heute permanent zunehmend wurde normales Gehen immer unangenehmer, charakterisiert durch Brennen als auch durch ein komisches "unrundes" Gefühl beim Gehen (jetzt auch in den Füßen). Ganz normales Gehen ist ab dem ersten Schritt anstrengend (allerdings keine Stolperer oder ähnliches bisher). Parallel zu den Beschwerden in den Beinen entwickelt es sich ähnlich in den Schultern, Armen und Händen. Bereits vor zwei Monaten ist mir aufgefallen, dass normales Handschreiben bereits nach wenigen Buchstaben schnell zu einer Verkrampfung der Handmuskulatur führt (brennendes Zusammenziehen, so dass ich viele Pausen machen muss) - heute ist es schon so, dass normales Tippen auf dem Handy fast zur Qual wird, weil die Handmuskulatur sofort "zu macht". Gleiches gilt für allerlei Tätigkeiten des gesamten Armes. Zuletzt kam vor zwei Wochen dazu, dass ich Muskelzucken bekommen habe, beinahe permanent. Kleine Muskelbündel (vermute ich), äußerlich sichtbar, primär an einer bestimmten Stelle am Oberschenkel, allerdings auch verteilt am ganzen Körper (z.B. Bauch, Schulter). Der Leidensdruck ist natürlich am größten wegen der gefühlten zunehmenden Bewegungseinschränkung, allerdings sind Schmerzen und Muskelzucken auch sehr unangenehm.

Gemacht wurde bisher Labor (Creatininkinase ist unauffällig sowie bis auf Folsäure auch alle Mineralstoffe, Vitamine etc.), körperliche neurologische Untersuchung (Reflexe etc. intakt, zumindest vor drei Wochen keine Unauffälligkeiten), Nervenleitgeschwindigkeit (im Beinbereich gemessen - unauffällig). Eine EMG ist leider erst Ende Juli geplant, was mich echt belastet.

Zwischendurch habe ich ausgelöst durch die große mediale Aufmerksamkeit der letzten Jahre an ALS gedacht, aber aufgrund der geringen Grundprävalenz und meinem Alter (28) sowie weil ich bisher keine Komplettausfälle hatte, habe ich das zum Glück wieder verdrängt aus meinem Fokus.

Es kann sein, dass ich die eine oder andere kleine Info vergessen habe, das würde ich dann noch anfügen. Dass Symptome solcher Art auch psychosomatisch sein können, ist mir bewusst, allerdings erkenne ich keine besonderen Stressoren bei mir. Ich studiere derzeit noch im Endstadium Psychologie, habe keine Probleme im Studium und wirklich enormen Stress eigentlich nur in den Prüfungsphasen. Nebenbei arbeite 15 Stunden die Woche in einer berufspsychologischen Stelle.

Ich würde mich über Anregungen, Berichte über ähnliche Symptomkonstellationen etc. sehr freuen. Ich antworte auch gerne auf Rückfragen! Sollte ich hier irgendeine Regel versehentlich verletzt haben, gebt mir bitte Bescheid.

Viele Grüße an alle Lesenden!

Chandra
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von Chandra » 02.06.19, 16:56

Hi,

vorab der Hinweis: Ich bin kein Arzt und sogar, wenn ich Arzt wäre, kann man hier natürlich keine Ferndiagnose stellen. Es kommen einige Erkrankungen in Frage und wie das so ist: Such mal bei Google nach "Husten" und Du stößt mitunter auf ein Bronchial-Karzinom (Lungenkrebs). Im Internet nach Diagnosen zu suchen, ist verständlich, macht aber meistens unnötig viel Angst. Ich habe tatsächlich ähnliche Symptome, bei mir hat man damals Einiges als Differenzialdiagnosen in Betracht gezogen und ich führ Dir jetzt auf das Hustenbeispiel bezogen alles auf, von der harmlosen Erkältung bis zum Bronchial-Ca. Es kann in einigen Fällen, aber muss nicht immer das Schlimmste sein. ;-)

Ich würde an Deiner Stelle das EMG abwarten, das ggf. Auskunft über eine Muskelerkrankung geben könnte. Meistens ist dann aber auch zumindest ab und an die Ck im abnormen Bereich. Ansonsten hatte man bei mir alles getestet, was zu ähnlichen Symptomen führen kann. Angefangen von MS, ALS, diversen Vitaminmangelerscheinungen, Schwermetallintoxikationen, Neuroborrelliose, Paraneoplasien und andere Tumorerkrankungen, diverse Muskelerkrankungen bis hin zu einer psychosomatischen Grunderkrankung. Wie Du als Fast-Psychologe sicherlich weist, musst Du keinen aktuellen Stress haben, um eine psychosomatische Erkrankung zu entwickeln. Mit anderen Worten: Es kann alles oder nichts sein, da aber bisher alle Untersuchungsergebnisse negativ waren, würde ich an Deiner Stelle auf Psychosomatik hoffen. Natürlich nicht schön, hat aber mit die besten Behandlungsaussichten dieser Erkrankungen.

Vieles davon kannst Du sicherlich wieder streichen, weil die NLG verringert sein müsste. Aber an dieser Stelle der Hinweis, dass sie trotz leichterer Nervenläsionen im Normalbereich liegen kann.

Berichte doch mal, wenn Du beim EMG warst. :-)

Lg Chandra
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von mpeter30 » 06.06.19, 17:55

Hey Chandra,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Du hast Recht, eine Ferndiagnose sollte ich hier nicht erwarten und das tue ich auch gar nicht. Vielmehr geht es mir um Tipps, was ich beim Arzt ansprechen könnte oder auch um Geschichten von Menschen, die ähnliches durchgemacht haben/durchmachen - so wie dir. Das kann ja auch durch aus schonmal beruhigen, wenn es da noch mehr gibt!

Mein Plan ist natürlich auch erstmal das EMG abwarten. Das dauert nur so schrecklich lange bis dahin... Das macht die Unruhe (und vielleicht ja auch die Symptome) definitiv nicht besser. Habe mich aber zwischenzeitlich auch dazu entschieden zum/r Psychotherapeut*in/Psychiater*in zu gehen. Denn ob organisch oder psychisch bedingt - mich nimmt das mittlerweile ziemlich mit und ich weiß ja um den Teufelskreis, der entstehen kann, wenn man sich nicht frühzeitig Hilfe sucht. Ich werde auf jeden Fall nach dem EMG berichten!

Was hat sich denn bei dir im Endeffekt ergeben, wenn ich fragen darf? Und hattest du auch das Gefühl, dass Gehen/Greifen immer schwerer fällt (auch wenn der Gang objektiv betrachtet "sauber" und die Motorik unauffällig ist)?

Chandra
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von Chandra » 07.06.19, 13:16

Hi,

ja, es klang auch nicht so, als würdest Du eine Ferndiagnose erwarten. Möchte nur vermeide dass ich einen Haufen möglicher Diagnosen aufzähl und es nachher so rüberkommt, als müsste es eine davon sein. :roll: Dafür ist so ein diagnostischer Prozess zu komplex und in dem Zusammenhang kann ein Forum manchmal auch mehr schaden als nutzen - wenn dem Themenersteller plötzlich versehentlich Angst gemacht wird. Deshalb schreib ich immer nochmal explizit dazu, dass es alles nur mögliche Vorschläge sind. ;-)

Ja, verstehe ich, bis Juli ists wirklich noch ziemlich lang, wenn einem die Ungewissheit im Nacken sitzt. Das mit der Psychotherapie finde ich aber gut! Es ist eigentlich auch völlig egal, ob eine Erkrankung psychisch oder somatisch angefangen hat - durch den zusätzlichen Stress, den solche Symptome verursachen, ist es auf jeden Fall hilfreich, sich diese Schiene auch mal anzuschauen und Unterstützung in der Krankheitsbewältigung zu bekommen.

Bei mir ists eine Muskelstoffwechselerkrankung, aber ich habe Gott sei Dank mit der Ausprägung bzw. Progredienz ziemliches Glück gehabt.Habe das jetzt seit etwa 17-18 Jahren und kann eigentlich immer noch alles Wichtige machen. Schwierigkeiten beim Greifen habe ich, hab auch Schwierigkeiten, manuell zu schreiben oder irgendetwas anderes lange festzuhalten (Besteck, Lenkrad etc). Beim Gehen merk ichs nur phasenweise (meist im Winter), dass ich anfange zu stolpern und die Füße, v.a. die Zehen nicht mehr richtig heben kann. Inwiefern hast Du denn da Schwierigkeiten, die man nicht sieht? So wie Ermüdungserscheinungen?

Was sagt denn eigentlich Dein Hausarzt zu der ganzen Geschichte?

Liebe Grüße
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von mpeter30 » 10.06.19, 20:36

Hallo,

das tut mir sehr Leid mit der Muskelstoffwechselerkrankung, aber es klingt ja zum Glück so, als seien die Beschwerden auszuhalten! Arbeitest du denn bzw führst du dein Leben weitestgehend ohne Probleme? Ich hatte auch schon an Stoffwechselerkrankungen gedacht. Ist jetzt schon ein bisschen her, aber als ich was über diese Erkrankungen gelesen hatte, erschienen mir davon auch verschiedene ganz passend zu sein. Muss ich auch nochmal konkret ansprechen (wobei die meisten Ärzte das sicher von alleine im Kopf haben).

Diese Schwierigkeiten bzgl. des Greifens und Schreibens klingen wirklich sehr vertraut. Wenn ich manuell schreibe oder auch zum Beispiel auf dem Handy tippe ziehen/brennen alle beteiligten Muskeln (also Hand und Unterarm) quasi sofort, so dass ich nach wenigen Momenten eine Pause machen muss. Ist es denn bei dir mit Schmerzen verbunden oder lässt die Muskelkraft einfach nach? Beim Gehen/Stehen schmerzen/brennen die Beine sehr schnell, fühlen sich sehr schwer an: und genau, insgesamt ermüden sie einfach sehr schnell. Habe aber insgesamt, wie gesagt, eher keine Motorikprobleme und kann jede Bewegung (kurz bzw wenige male) ausführen, nur mit sehr schnellen Schmerzen und Ermüdungserscheinungen!

Meine Hausärztin ist zum Glück sehr aufmerksam. Sie nimmt sich immer sehr viel Zeit, hat auch schon vieles unternommen (Überweisungen [Neurologie, Kardiologie, Psychiater/Psychotherapie, Orthopädie], Blutuntersuchungen wie CK, Myasthenie, Borrelien, etc.). Aber mittlerweile ist sie - bis auf das Abwarten des EMG - auch mehr oder weniger ideenlos. Daher bin ich gerade insgesamt in der Warteschleife :/

Liebe Grüße!

Chandra
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von Chandra » 11.06.19, 08:38

Hi,

ist denn bei Dir mal ein Lactat-Ischämie-Test gemacht worden? Dabei kann man ganz gut feststellen, wie der Muskelstoffwechsel funktioniert. Rheumatologisch bist Du auch noch nicht abgeklärt worden, oder? Da gibts auch sicher noch ein paar seltenere Formen, die in Frage kämen. Fibromyalgie würde von den Symptomen her auch passen, gerade, wenn man in den Untersuchungen nichts findet. Was hat man denn in der Ortho/ Kardio/ PT getestet bzw. ist da auch nirgendwo was raus gekommen? Leber- und Nierenwerte mal getestet? Warst Du mal bei einem Physiotherapeuten? Könnte mir auch vorstellen, dass Du von Neuromobilisation der HWS profitieren könntest (aber bitte ärztlich/ physiotherapeutisch abklären, nicht einfach austesten. ;-) ). Wenn der Muskeltonus da in der Gegend zu hoch ist (z.B. wegen ner Blockade oder Stress oder beidem) und das scheint ja bei Dir zu sein, kann es passieren, dass periphere Nerven wie der N. ulnaris davon irritiert werden, was im Ulnaris-Fall dann zu Muskelschwäche und Kribbeln des kleinen Fingers und des halben Ringfingers führen würde. Die Kompression ist oft so gering, dass man sie mittels NLG nicht erfassen kann, führt aber dennoch zu Beschwerden. Erklärt die Beinmuskelprobleme zwar nicht, aber schaden kanns auch nicht. ;-)

Ich komm eigentlich ganz gut klar, ich musste mich beruflich ein bisschen umorientieren, aber jetzt hab ich eine überwiegend sitzende Tätigkeit, das geht. Brauch nur manchmal jemanden, der mir beim Flaschenöffnen hilft. :roll: Nachlassende Muskelkraft geht übrigens fast immer mit Schmerzen einher, weil überforderte Muskulatur zum Krampfen neigt. ;-)

Lg
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von mpeter30 » 12.06.19, 06:25

Chandra hat geschrieben:
11.06.19, 08:38
Hi,

ist denn bei Dir mal ein Lactat-Ischämie-Test gemacht worden? Dabei kann man ganz gut feststellen, wie der Muskelstoffwechsel funktioniert. Rheumatologisch bist Du auch noch nicht abgeklärt worden, oder? Da gibts auch sicher noch ein paar seltenere Formen, die in Frage kämen. Fibromyalgie würde von den Symptomen her auch passen, gerade, wenn man in den Untersuchungen nichts findet. Was hat man denn in der Ortho/ Kardio/ PT getestet bzw. ist da auch nirgendwo was raus gekommen? Leber- und Nierenwerte mal getestet? Warst Du mal bei einem Physiotherapeuten? Könnte mir auch vorstellen, dass Du von Neuromobilisation der HWS profitieren könntest (aber bitte ärztlich/ physiotherapeutisch abklären, nicht einfach austesten. ;-) ). Wenn der Muskeltonus da in der Gegend zu hoch ist (z.B. wegen ner Blockade oder Stress oder beidem) und das scheint ja bei Dir zu sein, kann es passieren, dass periphere Nerven wie der N. ulnaris davon irritiert werden, was im Ulnaris-Fall dann zu Muskelschwäche und Kribbeln des kleinen Fingers und des halben Ringfingers führen würde. Die Kompression ist oft so gering, dass man sie mittels NLG nicht erfassen kann, führt aber dennoch zu Beschwerden. Erklärt die Beinmuskelprobleme zwar nicht, aber schaden kanns auch nicht. ;-)

Ich komm eigentlich ganz gut klar, ich musste mich beruflich ein bisschen umorientieren, aber jetzt hab ich eine überwiegend sitzende Tätigkeit, das geht. Brauch nur manchmal jemanden, der mir beim Flaschenöffnen hilft. :roll: Nachlassende Muskelkraft geht übrigens fast immer mit Schmerzen einher, weil überforderte Muskulatur zum Krampfen neigt. ;-)

Lg
Hey,

einen Lactat-Ischämie-Test hatte ich bisher nicht. Sehr interessante Methode! Habe mir dazu mal einen Artikel von einem Labod durchgelesen, danke, werde ich auf jeden Fall mal ansprechen :) also zu 100% weiß ich nicht, ob ich rheumatologisch vollständig durchgechecked wurde. Wohl aber, dass bei Blutuntersuchungen beim Hausarzt einige Rheumamarker erhoben worden sind. Sollte ich das eventuell nochmal bei einem Rheumatologen abklären lassen oder sollte alles abgedeckt sein mit den 3-4 Markern?

Also in der Orthopädie waren die Beinprobleme noch sekundär und die Unterarm-/Handprobleme das primäre Problem. Tatsächlich inklusive der von dir berichteten Ulnaris-Probleme (schmerzen ungefähr entlang des Nerves und Kribbeln in kleinem- und Ringfinger), mittlerweile ist es aber ganz klar der Daumen und die Handinnenfläche sowie der Unterarm mit Schwäche und schneller Ermüdung. Festgestellt wurde durch MRT eine leichte Protrusion von C6/C7. Vielleicht sollte ich jetzt mit der Beinproblematik nochmal vorstellig werden!? Im Anschluss habe ich auch eine Physio gemacht, primär zur Entspannung des Nackenbereichs. Mobilisation war da nicht bei. Sollte ich dann vielleicht auch noch nachholen.

In der Kardiologie warte ich noch auf meinen Termin im August und für die PT muss ich sogar noch etwas raussuchen. Tue mich da sehr schwer mit der Entscheidung für Psychiateie oder PT bzw wenn PT für welchen Schwerpunkt. Glaube da bin ich insbesondere wegen meinen eigenen Bildungswegs sehr genau und wählerisch :D

Sag mal, was ist denn deine Profession? Ich dachte immer, dass ich mich für einen Laien gut auskenne, aber du hast ja wirklich viel Ahnung bzw Ideen auf jeden Fall! Machst du was in dem Bereich oder hast du dich damit so viel auseinandergesetzt wegen deiner Erkrankung?

Liebe Grüße

Chandra
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von Chandra » 12.06.19, 11:11

mpeter30 hat geschrieben:
12.06.19, 06:25
also zu 100% weiß ich nicht, ob ich rheumatologisch vollständig durchgechecked wurde. Wohl aber, dass bei Blutuntersuchungen beim Hausarzt einige Rheumamarker erhoben worden sind. Sollte ich das eventuell nochmal bei einem Rheumatologen abklären lassen oder sollte alles abgedeckt sein mit den 3-4 Markern?
Spezifität und Sensitivität von Rheumamarkern lassen leider ein wenig zu wünschen übrig. Bei ungefähr 5 % ist der Rheumamarker falsch positiv (schlägt bei Gesunden an) und bei nicht wenigen (genaue Zahl ist abhängig von der rheumatologischen Erkrankung) ist er falsch negativ (schlägt also nicht an, obwohl eine Erkrankung vorliegt). Allerdings kenne ich es aus der Praxis auch so, dass ausschließlich Rheumafaktoren bestimmt werden. Da ich aber fachfremd bin, würde ich im Zweifel einfach nochmal Deine Hausärztin darauf ansprechen, ob eine Vorstellung bei einem Rheumatologen sinnvoll ist. ;-)
mpeter30 hat geschrieben:
12.06.19, 06:25
Also in der Orthopädie waren die Beinprobleme noch sekundär und die Unterarm-/Handprobleme das primäre Problem. Tatsächlich inklusive der von dir berichteten Ulnaris-Probleme (schmerzen ungefähr entlang des Nerves und Kribbeln in kleinem- und Ringfinger), mittlerweile ist es aber ganz klar der Daumen und die Handinnenfläche sowie der Unterarm mit Schwäche und schneller Ermüdung.
Wir hätten da auch noch weitere periphere Nerven im Angebot, die irritiert sein können. Z.B. der N. radialis (Daumen) oder der N. medianus (die 2 1/2 mittleren Finger). Sogar der N. ischiadicus kann durch Blockaden oder anderweitige muskuläre Probleme im LWS-Bereich gereizt werden. Ist auch nur so eine Idee, die ich persönlich immer ganz schön finde, weil es nichts "Schlimmes" ist wie ALS oder so, man es recht einfach mithilfe der Physio-Kollegen behandeln kann und häufig diagnostische Untersuchungen wie die NLG dennoch negativ ausfallen. Aber, wie Du weißt, können und dürfen wir hier keine Ferndiagnosen stellen, ist nur so eine Idee, die Du mit Deinen behandelnden Ärzten (oder in dem Fall fast besser Physios) diskutieren kannst. Übrigens kennt sich nicht automatisch jeder Physio mit Neuromobi aus, würde also, bevor Du iwo einen Termin machst, gezielt danach fragen, wenn das Verfahren für Dich in Frage kommt.
mpeter30 hat geschrieben:
12.06.19, 06:25
Festgestellt wurde durch MRT eine leichte Protrusion von C6/C7. Vielleicht sollte ich jetzt mit der Beinproblematik nochmal vorstellig werden!?
Bandscheibenprotrusionen sind meistens Zufallsbefunde. Als Psychologe weißt Du ja, man muss nur zahlreiche Untersuchungen am gleichen Datenmaterial (dem gleichen Menschen, in dem Fall :D ) durchführen, dann wird schon rein zufällig irgendwas signifikant. Beschwerden im Sinne neuronaler Ausfälle können eigentlich nur dann entstehen, wenn Du einen richtigen Vorfall hast und dieser rein zufällig auch noch auf eine Nervenwurzel drückt. Aber wenn ein Patient etwas von "Protrusion" liest, macht er sich natürlich seine Gedanken. Fluch und Segen der modernen Bildgebung... :roll:
mpeter30 hat geschrieben:
12.06.19, 06:25
Sag mal, was ist denn deine Profession? Ich dachte immer, dass ich mich für einen Laien gut auskenne, aber du hast ja wirklich viel Ahnung bzw Ideen auf jeden Fall! Machst du was in dem Bereich oder hast du dich damit so viel auseinandergesetzt wegen deiner Erkrankung?
Das ist streng genommen eine längere Geschichte. Kurz gesagt: Sowohl als auch. Ich muss im Alltag bzgl Bewegung, Ernährung und Prophylaxe von Sekundärerkrankungen Einiges beachten und mich entsprechend zumindest in dem Bereich ein wenig auskennen. Außerdem habe ich früher in der Krankenpflege gearbeitet, mit dem Ziel, einmal Medizin (ganz ursprünglich Sporttherapie :shock: ) zu studieren. Das konnte ich dann zwar an den Nagel hängen (hab dann auch Psychologie studiert :D ), aber hab in der Ausbildung oft Medizinbücher auswendig gelernt, wenn mir langweilig war. Aber Du weißt ja, wie das mit Synapsen ist, die man nicht füttert: Viel weiß ich nicht mehr, aber spannend find ichs trotzdem noch. :wink: Nur, da die Forenregeln sehr eindeutig sind, weise ich immer wieder gerne darauf hin, dass keine Ferndiagnosen möglich sind und ich noch nicht mal Medizin studiert hab - entsprechend kannst Du gerne alles als Anregung sehen, aber bestimmt nicht als Diagnose- oder Therapieplan. :lol:

Liebe Grüße
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von mpeter30 » 12.06.19, 13:53

Spezifität und Sensitivität von Rheumamarkern lassen leider ein wenig zu wünschen übrig. Bei ungefähr 5 % ist der Rheumamarker falsch positiv (schlägt bei Gesunden an) und bei nicht wenigen (genaue Zahl ist abhängig von der rheumatologischen Erkrankung) ist er falsch negativ (schlägt also nicht an, obwohl eine Erkrankung vorliegt). Allerdings kenne ich es aus der Praxis auch so, dass ausschließlich Rheumafaktoren bestimmt werden. Da ich aber fachfremd bin, würde ich im Zweifel einfach nochmal Deine Hausärztin darauf ansprechen, ob eine Vorstellung bei einem Rheumatologen sinnvoll ist. ;-)
Ja, problematische Spezifität und Sensitivität kennt man ja aus der Psychologie auch sehr gut. Man hofft immer, dass so 'handfeste' Untersuchungen wie ein Blutbild da besser sind, aber oft genug ist dann eben doch nicht so ... Meine Hausärztin hatte auch mal vom Rheumatologen gesprochen, aber gemeint, dass wir uns das vorerst noch sparen (wo ich auch froh drüber war wegen der Anzahl bisheriger Überweisungen :/). Ich werde es dann aber jetzt nochmal ansprechen!
Wir hätten da auch noch weitere periphere Nerven im Angebot, die irritiert sein können. Z.B. der N. radialis (Daumen) oder der N. medianus (die 2 1/2 mittleren Finger). Sogar der N. ischiadicus kann durch Blockaden oder anderweitige muskuläre Probleme im LWS-Bereich gereizt werden. Ist auch nur so eine Idee, die ich persönlich immer ganz schön finde, weil es nichts "Schlimmes" ist wie ALS oder so, man es recht einfach mithilfe der Physio-Kollegen behandeln kann und häufig diagnostische Untersuchungen wie die NLG dennoch negativ ausfallen. Aber, wie Du weißt, können und dürfen wir hier keine Ferndiagnosen stellen, ist nur so eine Idee, die Du mit Deinen behandelnden Ärzten (oder in dem Fall fast besser Physios) diskutieren kannst. Übrigens kennt sich nicht automatisch jeder Physio mit Neuromobi aus, würde also, bevor Du iwo einen Termin machst, gezielt danach fragen, wenn das Verfahren für Dich in Frage kommt.
Ja, da bin ich voll bei dir. Es ist ein vergleichsweise harmloses Schicksal und ich hoffe es sehr, weil ich wirklich eine Heidenangst vor etwas "schlimmen" habe, aber umso schwieriger zu entdecken. Bei Physios kann man da ja noch Glück haben, aber mein Eindruck bei Orthopäden war bisher, dass sie sich sehr schnell eingeschossen haben und dann eine Bildgebung beauftragen und ein Urteil fällen. Ich wüsste gar nicht, wie ich dazu kommen sollte, dass sich mal ein Arzt so ausführlich mit mir beschäftigt, dass er all diese Möglichkeiten austestet :D
Bandscheibenprotrusionen sind meistens Zufallsbefunde. Als Psychologe weißt Du ja, man muss nur zahlreiche Untersuchungen am gleichen Datenmaterial (dem gleichen Menschen, in dem Fall :D ) durchführen, dann wird schon rein zufällig irgendwas signifikant. Beschwerden im Sinne neuronaler Ausfälle können eigentlich nur dann entstehen, wenn Du einen richtigen Vorfall hast und dieser rein zufällig auch noch auf eine Nervenwurzel drückt. Aber wenn ein Patient etwas von "Protrusion" liest, macht er sich natürlich seine Gedanken. Fluch und Segen der modernen Bildgebung... :roll:
Ja, ich habe mir schon gedacht, dass keine meiner Beschwerden daher kommen kann. Aber auch der Orthopäde hatte jetzt nicht so getan, als wäre das dramatisch. Die Chance sei wirklich absolut minimal, dass da irgendwie ein Nerv von betroffen sei, sagte auch er :roll: hab auch in meinem Leben noch keine Bildgebung machen lassen, ohne dass es irgendeinen Zufallsbefund gab, was tatsächlich passt zu deine Aussage es werde immer etwas signifikant :D
Das ist streng genommen eine längere Geschichte. Kurz gesagt: Sowohl als auch. Ich muss im Alltag bzgl Bewegung, Ernährung und Prophylaxe von Sekundärerkrankungen Einiges beachten und mich entsprechend zumindest in dem Bereich ein wenig auskennen. Außerdem habe ich früher in der Krankenpflege gearbeitet, mit dem Ziel, einmal Medizin (ganz ursprünglich Sporttherapie :shock: ) zu studieren. Das konnte ich dann zwar an den Nagel hängen (hab dann auch Psychologie studiert :D ), aber hab in der Ausbildung oft Medizinbücher auswendig gelernt, wenn mir langweilig war. Aber Du weißt ja, wie das mit Synapsen ist, die man nicht füttert: Viel weiß ich nicht mehr, aber spannend find ichs trotzdem noch. :wink: Nur, da die Forenregeln sehr eindeutig sind, weise ich immer wieder gerne darauf hin, dass keine Ferndiagnosen möglich sind und ich noch nicht mal Medizin studiert hab - entsprechend kannst Du gerne alles als Anregung sehen, aber bestimmt nicht als Diagnose- oder Therapieplan. :lol:
Ach, lustig. Arbeitest du dann denn jetzt auch mit deinem Psychologieabschluss oder ganz fachfremd? Du brauchst bei mir keine Sorge haben, ich bin dir sehr dankbar für alle Anregungen, aber suche hier weder Diagnose noch Therapieplan :D die Anregungen kann ich dann wunderbar vor Ort mit meiner HÄ besprechen. Schlecht wäre es nur, wenn du mir um die Ohren werfen würdest, dass es nicht unwahrscheinlich sei, dass ich ALS (bspw.) oder ähnliches habe :D das würde mich als Angstpatient (zu dem ich mich gerade entwickele) wahrscheinlich wirklich aus der Bahn werfen. Aber du bist da ja sehr zurückhaltend!

Liebe Grüße

Chandra
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von Chandra » 12.06.19, 15:09

mpeter30 hat geschrieben:
12.06.19, 13:53

Ja, problematische Spezifität und Sensitivität kennt man ja aus der Psychologie auch sehr gut. Man hofft immer, dass so 'handfeste' Untersuchungen wie ein Blutbild da besser sind, aber oft genug ist dann eben doch nicht so ...
Ne, die Referenzwerte von bspw. Blutbildern beruhen im Grunde auch auf Normalverteilungen, mit allen entsprechenden Vor- und Nachteilen. Manche Menschen haben einfach standardmäßig recht hohe Leukos, bei anderen würde das dann schon nen Infekt/ Entzündung Sonstiges anzeigen, Gleiches gilt für Organgrößen und physiologischen Parametern wie der HR etc. und mit der verhältnismäßig schlechten interindividuellen Vergleichbarkeit muss man als Hausarzt erstmal umgehen können. Aber so schlimm wie bei uns ists bei den Ärzten glaub ich nicht. ;-)
mpeter30 hat geschrieben:
12.06.19, 13:53
Arbeitest du dann denn jetzt auch mit deinem Psychologieabschluss oder ganz fachfremd?
Ne, bin in ner Schmerzklinik gelandet, hab also weder die Anästhesie- noch die Psychotherapiebücher umsonst gefuttert. ;-)

Kannst ja gerne mal Bescheid geben, wenns was Neues gibt, lg
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von mpeter30 » 30.07.19, 13:23

Halo nochmal,

vergangenen Freitag habe ich nun die EMG machen lassen - ohne Befund. Also sowohl im Ruhezustand, also auch im Anspannungs- sowie Anstrengungszustand normale Aktivierung (zumindest im gemessenen Oberschenkelmuskel). Etwas beruhigend natürlich, weil dadurch ja einige Muskelerkrankungen ausgeschlossen werden können!

Insgesamt hat sich die Symptomatik nicht großartig weiterentwickelt (aber eben leider auch nicht zurückentwickelt). Es ist schon etwas frustrierend, weil es schon ein wenig einschränkend ist, aber ich nicht einmal weiß, ob es es etwas bzw. was es ist! Meine mentale Verfassung ist nach der anfänglichen Angst eigentlich ziemlich ausgeglichen, was die Problematik leider nicht gebessert hat.

Hast du noch Ideen, die ich an meine Hausärztin herantragen kann? (ich war jetzt auch seit Mitte Juni nicht mehr dort, weil ich das EMG abwarten wollte)

Liebe Grüße und einen schönen, sonnigen Tag!

Chandra
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Re: Muskelschmerz- und Schwäche

Beitrag von Chandra » 30.07.19, 14:57

Hi,

hm, normalerweise würde man sagen, es ist gut, wenn man im EMG nichts findet. Ich erinner mich aber daran, wie nagend und beängstigend diese ständige Ungewissheit für mich war und dass ich egal welche Diagnose lieber in Kauf genommen hätte (zumindest dachte ich das damals). :?
Großartig neue Ideen habe ich leider auch nicht, nur das, was ich schon geschrieben habe. Also diese Nervenspannung würde ich mir mal von einem Physio anschauen lassen (Nervendehnung oder Neuromobilisation). Ansonsten kann es auch immer was Psychosomatisches sein. Dass das nicht bedeuten würde, dass Du Dir die Symptome einbildest und Du dafür auch nicht zwingend aktuell unter hohem Stress stehen müsstest, brauche ich Dir wahrscheinlich nicht zu erklären. ;-) Vielleicht würde auch ein generalisiertes Cervikalsyndrom passen? Dafür brauchst Du auch keinen Bandscheibenvorfall, dafür reicht schon weniger aus. Das erklärt zwar nicht direkt Faszikulationen, aber Letztere können auch durch Stress ausgelöst werden. Und viele neue Symptome ohne klare Ursache würde ich mal darunter fassen. Mineralien und Vitamine hat man ja schon kontrolliert…

Wie war das, Du hast seit ca. einem halben Jahr dieses Schwächegefühl in den Muskeln mit schneller Ermüdbarkeit und Krämpfen, Muskelzuckungen, Schmerzen, Parästhesien und Müdigkeit. Der Schmerz ist nicht konstant da, sondern v.a. nachts und brennend (--> neuropathisch?). :roll: Stoffwechselerkrankungen? Diabetes bzw. alles, was zu einer Polyneuropathie führen kann? Dazu zählen auch viele Neurotoxine, Alkohol, Schwermetalle, einige „harte“ Medikamente/ Drogen, z.B. Chemotherapien. Ich will Dir natürlich nichts unterstellen, ich denke nur laut. ;-) Gibt’s sonst irgendwelche Erkrankungen in Deiner Vorgeschichte oder in Deiner Familienanamnese? Ist irgendwas Besonderes gewesen, als das angefangen hat, ein Unfall oder so (muss kein schwerer gewesen sein)?

Liebe Grüße
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