Diagnose

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Fini
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Diagnose

Beitrag von Fini » 23.03.19, 12:43

Werter herr dr fischer ,
Ich frage für meine freundin, die völlig durch den wind ist. Ihre mutter, 65 jahre, klagte über diverse bauchschmerzen. Wasseransammlumg im bauch
Heute notfallmässig folgende diagnosen;
Dringender Verdacht auf ovarial-ca
Peritonealkarzinose mit diffus ascites
In dem durcheinander konnte sie keine fragen stellen.
Daher hier ihre wichtigsten fragen: ist das was sehr ernstes? Kann man das heilen?
Danke schon mal
"In der Idee leben heißt, das Unmögliche behandeln, als wenn es möglich wäre!" ~~ Johann Wolfgang von Göthe

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Diagnose

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 23.03.19, 18:25

Guten Abend,
falls es tatsächlich ein Ovarialkarzinom sein sollte- was wir alle ja nicht hoffen- ist bei bestehender Peritonealkarzinose und Ascites die Prognose leider sehr ungünstig, da dies bereits für ein fortgeschrittenes Ovarialkarzinom spräche. Es ist also etwas Ernstes ( im Fall eines Karzinomes ) und es steht dann wahrscheinlich eine Operation an, danach eine Chemotherapie. Aber definitiv werden die weiteren Untersuchungen ( CT, evtl. MRT von Abdomen, Lunge, Leber) die Richtung weisen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

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Re: Diagnose

Beitrag von Fini » 24.03.19, 01:30

Hallo dr fischer
Danke für ihre antwort
Ich bekam nun die info, dass die genannten diagnosen gesichert sind. Kann man gar nichts tun? Meine freundin weint nur noch. Ich weiss nicht was man tun kann :-(
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Re: Diagnose

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 24.03.19, 08:28

Hallo,
leider kann man nichts tun, sie muß das weitere Vorgehen mit Ihrem Frauenarzt besprechen, evtl. wäre es sinnvoll, wenn Sie bei dem Gespräch dann dabei sind. Wie es jetzt weiter geht, werden die anstehenden Untersuchungen entscheiden. Es gilt jetzt abzuklären, ob und wenn ja, in welchen Organen sich Metastasen gebildet haben. Je nach Stadium ist es das Ziel, so viel Tumorgewebe wie möglich, zu entfernen, das bedeutet, Entfernung der Eierstöcke, der Gebärmutter, Lymphknotenentfernung, Entfernung des Bauchnetzes usw. Sicherung der Diagnose innnerhalb 2 Tagen? Da hat man evtl. eine Ascitespunktion gemacht und auf Krebszellen untersucht?
Grüße Dr. Fischer
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Re: Diagnose

Beitrag von Fini » 25.03.19, 22:37

hallo lieber dr fischer,
scheinbar war der zeitliche ablauf ein wenig anders. die mutter war bereits letzte woche im KH. schien aber noch nichts genaues mitzuteilen, weil sie niemanden beunruhigen wollte. dort wurde in einer operation gewebe entnommen. und die lunge wurde ebenfalls abpunktiert. in dieser befand sich flüssigkeit. als ich ihnen schrieb bekam sie scheinbar das ergebnis des ganzen. daher war die diagnose bereits gesichert. wenn ich recht verstanden habe, soll morgen eine umfassende operation mit entfernung des primärtumors stattfinden. und bereits am tag danach die chemo beginnen. laut des arztes wäre die überlebenszeit dennoch sehr kurz. er sprach von einem jahr. das ganze klingt irgendwie nicht toll
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Re: Diagnose Ovarialkarzinom

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 26.03.19, 07:48

Hallo,
diese Operation ist technisch nicht schwierig, dauert in etwa aber bis zu zwei Stunden, abhängig davon, inwieweit man die Lymphknoten paraaortal entfernt. Bzgl. Prognosen sollte man sehr vorsichtig sein. Sie hängt es davon ab, ob die Chemotherapie gut anspricht und auch, wie lange die Wirkung anhält. An eine definitive Heilung allerdings ist nicht zu denken. Alles Gute.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Diagnose

Beitrag von Fini » 27.03.19, 09:18

ich bedanke mich sehr, auch im namen meiner freundin, für ihre antworten.
nun muss man einfach die verbleibende zeit so gut und schön wie es geht nutzen. soweit ich verstanden habe ist ab heute chemo. um das noch bestehende etwas einzudämmen und so lange wie es geht zu halten.
danke noch mal
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