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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Antiphospholipidsyndrom - Therapiebeginn erst bei 5+5 SSW
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BeitragVerfasst: 13.08.18, 12:13 
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Guten Tag Herr Dr. Fischer,

ich habe heute erfahren,dass ich das Antiphospholipidsyndrom habe. Da schon eine MTHFR-Mutation homozygot bekannt war, war ich direkt nach positivem Test im Gerinnungszentrum und da hieß es, dass ich nun auch noch das Antiphospholipidsyndrom habe. Im Mai habe ich noch die Diagnose Hashimoto erhalten. Sie können sich vorstellen, mit welchen Ängsten ich zu kämpfen habe, zumal ich 2 Aborte in der Anamnese habe. In der letzten SS waren noch keine Antikörper in bezug auf das Antiphospholipidsyndrom feststellbar. Die vorherigen Aborte stehen damit also nicht im Zusammenhang.

Nun soll ich mit ASS 100 und Fragmin starten. Bin aber schon 5+5 SSW. Ist das noch rechtzeitig? Es hat fast 2 Wochen gedauert bis der Befund da war. Hatte auch noch keinen Ultraschall. Termin bei 8+2 SSW. Sollte man den vorverlegen? Hab ich noch eine Chance,dass die SS intakt ist bei so spätem Therapiebeginn? Danke


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BeitragVerfasst: 13.08.18, 13:47 
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Guten Tag,
ja, das ist noch rechtzeitig. Lesen Sie meine älteren Beiträge über diese Art der Erkrankung.
Vorverlegen muß man den Termin nicht.
" Hab ich noch eine Chance,dass die SS intakt ist bei so spätem Therapiebeginn"-ja, aber absolut.
Wichtig ist natürlich auch eine strenge Einstellung der Hypothyreose- gemessen am TSH.

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Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 13.08.18, 14:05 
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Der TSH liegt aktuell bei 1,0. Nehme L-Thyroxin 37,5. Kontrolle in 4 Wochen.

Homocystein (bestimmt wg. MTHFR-Mutation homozygot) war normal. Ich könne von 5 mg Folsäure pro Tag auf 800 ug reduzieren.
Sehen Sie dass auch so?

Ist trotz Fragmin und ASS 100 immernoch ein erhöhtes Risiko für einen Abort vorhanden aufgrund des Antiphospholipidsyndroms?

Wird man als Risiko-Schwangere behandelt,wenn man diese Erkrankung hat? Bei mir besteht ansonsten noch "Zustand nach 2 Aborten", "Zustand nach Sectio" und die Schilddrüsenunterfunktion + Hashimoto.

Der 1.Ultraschall erst 8+2 SSW belastet mich. Vorher kann man also auch keine Eileiter-SS ausschliessen? Beschwerden habe ich keine. Nehme seit Eisprung aber auch 2x1 Progestan 100mg. Das würde eine event. Abortblutung verzögern,oder?

Danke nochmals.


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BeitragVerfasst: 13.08.18, 16:15 
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Hallo,
"Sehen Sie dass auch so?"- ja, Sie können problem-und gefahrlos reduzieren.
"Ist trotz Fragmin und ASS 100 immernoch ein erhöhtes Risiko für einen Abort vorhanden aufgrund des Antiphospholipidsyndroms?"- leider ja, es gibt meines Wissens keine Studien, die exakt den Nutzen belegen.
Ja, Sie laufen auf jeden Fall als " Risikoschwangerschaft" und dementsprechend intensiverer bzw. häufigerer Kontrollen incl. Ultraschalldoppleruntersuchungen ( Bestimmung der fetalen und plazentaren Durchblutung, das ist ja auch der Hintergrung der Heparingabe)
"Der 1.Ultraschall erst 8+2 SSW belastet mich. Vorher kann man also auch keine Eileiter-SS ausschliessen"- natürlich kann man eine EU auch vorher ausschliessen, etwa ab 7+0 SSW und mit einer gewissen Erfahrung.
Progesteron verzögert einen Abort bzw. dessen allmählich einsetzende Blutung nicht.

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Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 13.08.18, 20:28 
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Bei mir war Cardiolipin-IgM nur gering erhöht. Lag bei 26,4 U/ml. Referenzbereich < 9,5. Ist das Abortrisiko immer gleich hoch oder korreliert es mit der Höhe dieses Wertes? Ist es richtig,dass man beim APS nicht nach 12 Wochen SS aufatmen kann,weil Aborte sogar vermehrt im 2. und 3.Trimenom auftreten? Ein Spätabort ist ja psychisch noch schwerer zu verkraften...Danke nochmals.


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BeitragVerfasst: 14.08.18, 07:22 
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Hallo,
dieser IgM-Wert ist nur gering erhöht und das Risiko sollte nicht wesentlich erhöht sein. Man muß die Kontrolle des Wertes in 12 Wochen abwarten. Komplikationen nehmen mit Höhe des Wertes zu. Es stimmt, Komplikationen sind nicht nur Frühaborte borte, es gehören in jeglichem Verlauf einer SS auch Spätaborte, intrauterine Wachstumsretardierung u.a. dazu.

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BeitragVerfasst: 14.08.18, 08:13 
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Danke. Habe den 1.Frauenarzt Termin auf morgen vorverlegt. Bin dann 6+0 SSW. Möchte nicht unnötig über Wochen Heparin spritzen und ASS 100 nehmen und dann hat sich wohlmöglich gar nichts in der Gebärmutter entwickelt. Ist bei 6+0 SSW schon ein Embryo mit HA zu sehen,wenn die SS intakt sein sollte? In welchen zeitlichen Abständen würde man eine Risiko-SS aufgrund von APS per US kontrollieren?


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BeitragVerfasst: 14.08.18, 08:36 
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Hallo,
in 6+0 SSW hat die FB einen Durchmesser von 12 mm, die SSL beträgt 2 mm und mit etwas Erfahrung, gutem Gerät und Zoom kann man -nicht aber grundsätzlich- eine Herzaktion erkennen. Íst eine HA nicht sichtbar, bedeutet dies in dieser frühen SSW absolut gar nichts und macht einfach 1 Woche später die Kontrolluntersuchung.
Abstände im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge würde ich in 2 Wochen durchführen, es gibt aber diesbezüglich keine verbindlichen Abstände, nur im Rahmen einer normal verlaufenden SS gibt es vorgeschriebene Untersuchungsabstände.

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BeitragVerfasst: 15.08.18, 09:40 
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Vielen Dank für Ihre Hilfe. Nun kann ich nur noch hoffen, dass die SS intakt ist...


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BeitragVerfasst: 15.08.18, 13:37 
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Hallo Herr Dr.,man sah nur eine Fruchthöhle und einen Dottersack. Ausgemessen wurde gar nicht. Ich soll in 2 Wochen wiederkommen. Stimmt der Satz "wo ein Dottersack,da ein Embryo"? Eine ELSS dürfte aber ausgeschlossen sein,oder? Danke


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BeitragVerfasst: 15.08.18, 14:49 
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Hallo,
ja, der Satz stimmt, der Fet kann sich bei dieser doch sehr geringen SSL sehr eng an den Dottersack schmiegen und entgeht somit der Entdeckung. Eine EUG ist damit ausgeschlossen.
Haben Sie Geduld, in 2 Wochen ist alles deutlicher zu sehen.

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BeitragVerfasst: 18.08.18, 13:34 
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hallo herr dr.fischer,

ich habe heute den befundbericht vom gerinnungszentrum bekommen.

hier die genauen werte bzgl. antiphospholipidsyndrom:

cardiolipin-IgG: 24,2 U/ml (referenzbereich < 9,5)
cardiolipin. IgM: 5,2 U/ml (referenzbereich < 4,5)
lupus-antikoagulanzienscreen: 0,72 ratio (referenzbereich < 1,20)

lipoprotein(a) ist auch erhöht (39,6 mg/dl bei referenzbereich 0,0 - 30,0), ebenso grenzwertige ANA-titer (1:160, referenzbereich < 80) vorhanden

steigert mein risiko, dass ich das baby verlieren werde weiter,oder?

habe leider kaum hoffnung.


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BeitragVerfasst: 19.08.18, 16:11 
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Hallo,
das Risiko steigt durch die erwähnten Werte nicht noch zusätzlich weiter.

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BeitragVerfasst: 19.08.18, 16:56 
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Was würden Sie schätzen wie wahrscheinlich eine Lebendgeburt ist? Lipoprotein a muss ja schon in der letzten SS erhöht gewesen sein (Geburt 2015),die ANA Titer event. auch,ebenso Hashimoto (Unterfunktion 2011 festgestellt,von Hashimoto erst im Mai diesen Jahres erfahren). Findet die Befruchtung eigentlich am Tag des Eisprungs und GV statt oder kann sie auch später erfolgen? GV war nur am 18.07, 10 Tage nach Beginn der letzten Regel. Lh-Peak auch 18.07. Ich Versuch mich dran zu klammern,dass ich am 15.08 vielleicht doch noch nicht 6+0 SSW war. Es war kein Embryo zu sehen. Nur Fruchthöhle und Dottersack. Danke


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BeitragVerfasst: 19.08.18, 17:02 
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Hallo,
die Befruchtung kann -je nach Überlebensfähigkeit der Spermien und der Eizelle- +/- 1-2 Tag um den Termin des ES pendeln.
"wie wahrscheinlich eine Lebendgeburt ist"- eine derartige Einschätzung ( selbst eine relativ grobe) kann Ihnen niemand geben. Lpa ist bzgl. des Risikos nicht relevant. ANA- AK haben viele Menschen und wissen gar nichts davon, ähnlich ist das z.B. auch mit Faktor-V- Leiden und der Homocysteinämie.

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