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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Blutdruck trotz Notdienstkontakt unverändert hoch
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BeitragVerfasst: 11.08.18, 17:27 
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Beiträge: 68
Liebe Forengemeinde,

ich könnte gerade gut eine Einschätzung gebrauchen.

Seit Jahren nimmt mein Mann (Mitte 60) Metoprolol 190mg täglich. Unter dieser Medikation waren seine Blutdruckwerte stets vorbildlich.
Seit Mittwochabend hatte er auf einmal Werte von permanent um die 200:100, 196:95, die er offenbar aufgrund starker Kopfschmerzen bemerkt hatte. Zunächst dachte er sich, der Druck würde sich schon wieder einpendeln. Tat er aber nicht, weshalb wir Freitagnachmittag erstmalig im Leben Kontakt zur 116117 aufnahmen. Wir begaben uns zur genannten hausärztlichen Notfallpraxis, wo wiederum ein Wert von 200:95 gemessen wurde.
Es wurden 10mg Nifedipin gegeben und nach 15 Minuten lag der Blutdruck dann bei 160:80. Mein Mann erhielt ein Rezept für Amlodipin 10mg.

Heute Morgen hat mein Mann nun seine üblichen 190mg Metoprolol sowie zunächst 1x10mg Amlodipin genommen. Nach einer Stunde lag der Blutdruck immer noch bei 185:90, weshalb er nochmals eine halbe Tablette Amlodipin nahm. So wurde es uns auch gestern beim Notdienst gesagt. Jetzt sind mehrere Stunden vergangen, doch die Blutdruckwerte liegen weiterhin bei 189:84.

Sollte/könnte er nochmals eine halbe bis 1 Tablette der 10mg Amlodipin nehmen oder wäre das dann doch zu viel?

Wir haben keine Ahnung von diesen beiden Wirkstoffen. Das in der Notfallpraxis gegebene Nifedipin hatte ja schnell und gut seine Wirkung entfaltet. Wirkt Amlodipin schwächer bzw. anders?

Am Donnerstag hatte mein Mann in der Hauarztpraxis angerufen, die Situation geschildert und sich für Mitte nächster Woche einen Termin geben lassen. Kann er bis dahin warten, wenn der Blutdruck weiterhin derart hoch bleibt? Er fühlt sich gar nicht gut und empfindet "diesen Druck im Kopf". Andererseits ist er jetzt doch mit Medikamenten versorgt. :?:

Im Voraus vielen Dank für etwaige Einschätzungen.

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"Wer sich nur tragen lässt, lernt weder laufen noch tragen." (Kyrilla Spiecker)


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BeitragVerfasst: 12.08.18, 07:15 
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Registriert: 03.08.18, 07:09
Beiträge: 89
Wohnort: Bremen
also ich verstehe nicht warum Ihr Mann nicht am Montag sofort einen Ternin in der Hausarztpraxis macht und schildert, dass es dringend ist.Sofort darauf bestehen, am Montag noch einen Termin zu bekommen.Es handelt sich doch nicht um einen Fußpilz.Vorerst kann er doch 1 Tablette 10mg Amlodipin bei zu hohen Werten dazu nehmen.


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BeitragVerfasst: 12.08.18, 08:31 
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Administrator

Registriert: 15.09.04, 10:49
Beiträge: 7378
Wohnort: Bad Nauheim
Hallo Euphemia,

Metoprolol ist von der Dosis her ausgereizt.
Wenn Amlodipin mit 10 mg: 1-0-0,5 nicht ausreichend wirkt, nutzt meist eine auch Höherdosierung nichts.
Amlodipin ist umgangssprachlich ausgedrückt eine langzeitwirkendes Nifedipin.

Gab es denn sonst irgendwelche gesundheitlichen Veränderungen oder zusätzliche Tabletteneinnahmen? Bitte mal alles auflisten. Sonstige Symptome: Beinödeme, Luftnot, Druckgefühl auf der Brust? Vorerkrankungen?
Mache Schmerzmittel sind z.B. bei Bluthochdruck geeignet, den Blutdruck bei bislang guter Einstellung zu erhöhen.

Euphemia hat geschrieben:
Er fühlt sich gar nicht gut und empfindet "diesen Druck im Kopf". Andererseits ist er jetzt doch mit Medikamenten versorgt.

Wir unterscheiden zwischen
Hypertensive Krise: Kritischer Blutdruckanstieg (> 180/120 mmHg) ohne Symptome eines akuten Organschadens (ambulant führbar)

Hypertensiver Notfall: Kritischer Blutdruckanstieg mit vitaler Gefährdung durch Organschäden: Hochdruckenzephalopathie, intrakranielle Blutungen, retinale Blutungen, Papillenödem, akute Linksherzinsuffizienz, Lungenödem, instabile Angina pectoris, Herzinfarkt, Aortendissektion. (stat. Einweisung in Notarztbegleitung)

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Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)


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BeitragVerfasst: 12.08.18, 14:18 
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DMF-Mitglied

Registriert: 17.06.16, 23:48
Beiträge: 68
Vielen lieben Dank für die Antworten!

Gestern Abend hat mein Mann doch noch die zweite halbe Amlodipin genommen; gestern somit insgesamt 1 - 0,5 - 0,5 Amlodipin 10mg. Daraufhin fühlte er sich dann spürbar besser. Heute Morgen lag der Blutdruck eine Stunde nach der Einnahme von 1x190mg Metoprolol und 1x10mg Amlodipin dann bei 172:83, weshalb mein Mann nochmals eine halbe Amlodipin nahm und jetzt ist der Blutdruck 137:77. Wir sind vorerst erleichtert.

@BioTherapeut
Sie haben ja recht. Doch die Sprechstundenhilfe hatte bei der Schilderung wohl nicht die Dringlichkeit gesehen und mein Mann ist dann niemand, der auf Behandlung pocht und dem Arzt die Tür einrennt. Nur als ich am Freitag von der Arbeit kam, bekam er es dann doch mit der Angst zu tun.


@Dr. Jäckel
Herzlichen Dank für die Erklärungen zu Amlodipin und Nifedipin. So können wir es nachvollziehen.

Entschuldigung, dass ich in meiner gestrigen Aufregung vergaß, die Vorerkrankungen und vor allem die ggf. wegweisenden Ödeme in Beinen und Füßen zu nennen. :oops: Asche auf mein Haupt!

Seit Beginn der Hitzeperiode hatte mein Mann, der vor neunzehn Jahren zum Nichtraucher wurde, ziemlich stark geschwollene Füße, wobei der linke immer wesentlich dicker aussah als der rechte. Ich hatte ihm angeraten, damit zum Arzt zu gehen, doch weil er vor 3 Jahren ( :roll: ) ein unauffälliges EKG und normgerechte Nierenwerte hatte, führte er es auf die Hitze zurück. Vielleicht könnte das sogar stimmen, denn seitdem seit Donnerstag die Temperaturen zurückgegangen sind, sind die Ödeme in den Füßen tatsächlich so gut wie verschwunden.
Abgesehen von der arteriellen Hypertonie nimmt mein Mann aufgrund von Arthralgien bei undifferenzierter Kollagenose und einem chronischen Schmerzsyndrom täglich 1-1-1 Morphinsulfat 100mg sowie 1-0-0 Cortison 10mg. Diese Medikation besteht unverändert seit dreizehn Jahren. Ein vor vier Jahren operiertes T1G3-Urothelkarzinom der Harnblase befindet sich ohne jegliche Medikation in regelmäßiger Überwachung.

Könnte möglicherweise die seit dreizehn Jahren hohe Morphindosis für den - so gesehen plötzlichen - Blutdruckanstieg verantwortlich sein?


Nochmals ganz herzlichen Dank! Die Antworten haben uns wirklich weitergeholfen, um die Situation besser einordnen zu können.
Patienten können zuweilen doch recht seltsame Wesen sein. :wink:

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BeitragVerfasst: 12.08.18, 17:02 
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Registriert: 15.09.04, 10:49
Beiträge: 7378
Wohnort: Bad Nauheim
Hallo Euphemia,
Euphemia hat geschrieben:
Könnte möglicherweise die seit dreizehn Jahren hohe Morphindosis für den - so gesehen plötzlichen - Blutdruckanstieg verantwortlich sein?

das ist grundsätzlich nicht zu erwarten. 10 mg Kortison können dagegen sowohl eine sog. Natrium- und damit Wasserretention (Ödme) machen und damit eine Blutdruckeinstellung verschlechtern. Es ist sinnvoll die u.a. die Nierenwerte mal zu testen.

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Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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BeitragVerfasst: 19.08.18, 00:01 
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Beiträge: 68
Guten Abend an alle,

wollte noch eine Rückmeldung geben - falls es irgendwen interessiert.
Der Hausarzt hat ebenfalls das Prednisolon im Verdacht für den außergewöhnlich hohen Blutdruckanstieg. Es wird demnächst versucht, auf eine Dosis von 7,5 mg zu kommen. Dieser Versuch scheiterte in der Vergangenheit schon mal, weil das Cortison gegen die Schmerzen „gefühlt“ oft besser wirkt als das Morphin.

Mit nunmehr Metoprolol 190 mg 1-0-0, Amlodipin 10 mg 1-0-0 und Candesartancilexetil 8 mg 0-0-1 hat sich der Blutdruck nach ein paar Schwankungen auf solche Werte wie 127:65, 131:67, 110:58 eingependelt. Blutwerte werden in Bälde auch noch gecheckt.

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