Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

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Tecna
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Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

Beitrag von Tecna » 25.07.18, 08:08

Guten Tag, ich habe an die Fachleute hier folgende Fragen und freue mich auf Antworten:

1) Bei einem ca.22 h - EKG stand in der Auswertung:
"..Herzfrequenz ... zwischen 49/min und 112/min..."
"...143 SVES, 1mal eine SVT (max. 4,82 s)"

Mich interessiert, ob eine Herzfrequenz von 49/min nachts als normal gilt?
Und ob 143 SVES / 1 SVT auch normal sein können oder eher ein Hinweis auf Erkrankung?
Bitte nicht wundern, dass ich hier frage. Aber der Internist, der das EKG machte, konnte mir nichts Genaues sagen und hat mich deshalb in die kardiologische Ambulanz einer Klinik geschickt. Der Chefarzt dort hat zwar eine Szintigafie veranlasst, mir aber sonst nichs dazu gesagt, (er ließ keinerlei Fragen zu, weiß nicht, was mit dem los war, s.u.).

2) Sind Ihnen Reaktionen auf radioaktive Substanz (Name unbekannt), die für eine Herzszintigrafie in die Vene geleitet wird, bekannt?
Ich habe gestern sehr stark reagiert, spürte wie eine Welle durch die Brust, dann in den Kopf, dann Kribbeln im Gesicht, starre Lippen, Atemnot, Gefühl ohnmächtig zu werden...
Den anwesenden Assistenzarzt und die Helferin hat es nicht interessiert, ich solle ruhig atmen, es sei gleich vorbei... alles weitere solle ich danach mit dem Prof. der Kardiologie besprechen... dieser sagte später allerdings, er könne mir nichts dazu sagen, ich hätte es in der Nuklearmedizin erfragen sollen.
Ich kam mir ziemlich verloren vor, so abgefertigt zu werden. Mich würde schon sehr interessieren, was da in meinem Körper ablief >>> besonders deshalb, weil die Symptome denen ähnlich waren, weswegen ich kürzlich mal in der Notaufnahme gelandet bin und die ja überhaupt die Untersuchungen in Gang brachten.

Bitte nicht falsch verstehen, ich will hier keine Ferndiagnose. Nur ein bisschen Unterstützung, damit ich als Laie die Dinge vielleicht besser verstehen kann.
Vielen Dank.
Tecna

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Re: Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

Beitrag von Schrittmacher » 25.07.18, 16:03

Hallo,

Langzeit EKG: 49 bis 113
Also 49/min ist nachts nicht ungewöhnlich, wenngleich schon recht langsam. Aber gefährlich ist das nicht.
113 kommt mir nicht allzu üppig vor: Für Gesunde gilt für die maximale Herzfrequenz über den Daumen gepeilt: 200- Alter, so sollte etwa der Maximalpuls sein.
Die SVES sind supraventrikuläre Extrasystolen, die hat jeder, 148 in 22h - das ist nicht der Rede wert.

Nachteile der Herzszintigraphie: keine bekannt.
Wenn Sie sich bei der Szintigraphie unwohl gefühlt haben dann deshalb, weil Ihr Herz durch weitere Medikamente einem Stress wie bei großer körperlicher Belastung ausgesetzt wird, und man bei der Szintigraphie gleichzeitig sehen kann, wie gut der Herzmuskel bei Belastung durchblutet wird. Mit dem radioaktiven Isotopen (das eine sehr kurze Halbwertszeit hat) hat das nichts zu tun. Die genaue Beschreibung der Szintigraphie findet sich z.B. bei Wikipedia.

Freundlich kompetente Leute hätten Ihnen das in der Klinik durchaus erklären können. Dazu hätten sie nur freundlich und kompetent sein müssen.


Beste Grüße,
Schrittmacher

Tecna
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Re: Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

Beitrag von Tecna » 25.08.18, 16:59

Vielen lieben Dank, Schrittmacher, und sorry, dass ich jetzt erst antworte.

"Freundlich kompetente Leute hätten Ihnen das in der Klinik durchaus erklären können."
Ja, das denke ich auch.

Inzwischen hat der besagte Professor dem überweisenden Internisten einen knappen Bericht geschickt. Darin schreibt er, es könne sich bei mir um Vorhofflimmern handeln und er empfiehlt zur weiteren Abklärung Langzeit-EKG (wurde aber ja schon vorher gemacht), Eventrekorder, elektrophysiologische Untersuchung.
Jetzt versteh ich gar nichts mehr. Denn zu mir sagte er, es sei wohl alles nur vegetativ und man müsse im Moment nichts weiter machen...
Na ja, vielleicht hat er sich`s überlegt, weil ich dann mit den oben geschilderten Reaktionen bei der Szintigrafie und mit meinem springenden Blutdruck anfing... worüber er ja nicht mit mir reden wollte...
Ich bin echt verwirrt, war jetzt zur Nachbesprechung bei meinem Internisten, der sich alles angehört hat und der dann meinte, dass er es mir überlässt, ob ich weitere Untersuchungen will oder nicht...
Wie soll man das denn als Laie entscheiden?

Viele Grüße von
Tecna

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Re: Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

Beitrag von Tecna » 25.08.18, 17:09

Zur obigen Bemerkung zum Puls noch:
Der Maximalpuls bezieht sich doch auf den Puls bei maximaler Belastung?
Die Werte in meinem EKG 49 - 113 resultierten aus einem Tag zu Hause ohne besonderen sportlichen Betätigungen, also min. Schlafen und max. eine Treppe hochgehen.

Tecna
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Re: Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

Beitrag von Tecna » 08.09.18, 14:03

Hallo Schrittmacher und Andere,

ich hatte ja am 25.8. schon geschrieben, dass ich verwirrt bin... Deshalb habe ich den Bericht über die Myokardszintigrafie angefordert und nun auch bekommen.
Nun frage ich mich, ob die nachfolgenden Aussagen tatsächlich auf ein 'Vorhofflimmern' schließen lassen?
Für mich liest es sich eher so, als ob alles in Ordnung ist? Was auch zu der ersten - oben erwähnten - Aussage des Kardiologen passen würde, nicht aber zu seiner zweiten.

Hier der Text aus dem Bericht:
"Myokardszintigraphie (SPECT):
Stressaufnahme: Es zeigen sich keine Areale mit signifikant verminderter Nuklidanreicherung. Regionale Wandbewegungsstörungen kommen nicht zur Darstellung. LVEF 78 %.
Ruheaufnahme: Im Vergleich zur Stressuntersuchung zeigen sich keine Areale mit verbesserter Nuklidanreicherung. Regionale Wandbewegungssgörungen lassen sich weiterhin nicht darstellen. LVEF 80 %.
Beurteilung: Keine eingeschränkte Koronarreserve. Regelrechte LVEF."

Ich freue mich auf Antworten und wünsche ein schönes Wochenende.

Viele Grüße von Tecna

jaeckel
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Re: Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

Beitrag von jaeckel » 09.09.18, 09:46

Der Szinti-Befund entspricht einem Normalbefund in Bezug auf Pumpfunktion und Durchblutung. Gelegentliches Vorhofflimmern kann man damit grundsätzlich nicht nachweisen. Wenn es seltener Auftritt, entzieht es sich manchmal auch dem 24-h-EKG. Daher lautet die Frage, welche Beschwerden/Symptomatik gilt es denn abzuklären? Vgl. auch Patientenleitfaden (Klick!).
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

Tecna
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Re: Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

Beitrag von Tecna » 10.09.18, 11:02

danke, ich schreib nur kurz, re. arm gebrochen :-(

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Re: Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

Beitrag von jaeckel » 10.09.18, 15:49

Gute Besserung!!
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

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Re: Fragen zu Langzeit-EKG und Herzszintigrafie

Beitrag von Tecna » 11.09.18, 10:52

danke :-)

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