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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Abzockerkassen
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 Betreff des Beitrags: Abzockerkassen
BeitragVerfasst: 27.11.17, 23:31 
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https://www.change.org/p/bundesgesundheitsministerium-gerechte-krankenkassenbeitr%C3%A4ge-f%C3%BCr-geringverdienende-selbst%C3%A4ndige

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 Betreff des Beitrags: Re: Abzockerkassen
BeitragVerfasst: 28.11.17, 11:23 
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Hallo PR,
verstehe ja rein gar nichts von Gesundheitspolitik- würde aber eine Bürgerversicherung diesem Herrn Müller nicht helfen? Berücksichtigt sie nicht in der Tat das tatsächliche Einkommen, entlastet also z.B. auch Rentner mit niedrigem Einkommen?

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Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 28.11.17, 12:42 
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Lieber Herr Fischer,

bereits das real existierende Gesundheitsfürsorgekostenfinanzierungssystem der Bunzreplik `schland (die kranken Kassen) behauptet/n, dies zu tun, und schimpft/en sich dieserhalb "solidarisch".

Dies mit einem längst welteinmalig riesigen Verwaltungsaufwand.

Genau an diesem will / würde ja auch die "Bürgerversicherung" der SPD überhaupt nichts ändern:
Je genauer = pseudogerechter Sie einen Kassenbeitrag ans "tatsächliche Einkommen" anpassen wollen, um so eher müssen Sie die kranken Kassen zu einer Art zweites Finanzamt machen, und den Aufnahmeantrag eines Mitglieds zur zweiten Steuererklärung. Das ist Wahnsinn mit Methode.

Mein ewiguralter Vorwurf bleibt. Unsere Sozialsysteme, so gut und sinnvoll sie sein mögen, sind nicht zum "gerecht Umverteilen" gemacht, sondern zum "sachgerecht Versorgen". Jeder Versuch, die Sozialsysteme noch "gerechter" zu finanzieren, jagt bloß deren Bürokratie hoch, und bald in den Kollaps.

Wer umverteilen will, muss das über die Finanzämter machen.
Da stecken die Reserven. So lange freilich die Presse über paradise papers berichten muss...

PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Abzockerkassen
BeitragVerfasst: 28.11.17, 16:25 
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Dr.med.Holger Fischer hat geschrieben:
.. würde aber eine Bürgerversicherung diesem Herrn Müller nicht helfen?


In diesem Fall ist eine Bürgerversicherung zu kurz gesprungen und ein Kassenbeitrag nach Umsatz oder Einkommen tatsächlich viel zu aufwändig.

Der Mann ist 40 Jahre alt und unser Land hat für ihn keine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle mehr. DAS ist das eigentliche Problem. Ersatzweise böte sich die Option des BGE an, denn jeder Mensch muss essen, sich kleiden, braucht Licht, Wasser und einen halbwegs warmen Hintern.

Nun schafft der Mann als Selbständiger und liegt mit seinem BRUTTO-Verdienst mal grade knapp über der derzeitigen Pfändungsfreigrenze (knapp 1200 NETTO). Völlig wurscht, was da die Krankenkasse kosten würde, es reicht trotz Arbeit niemals zum Leben.

HIER müsste man ansetzen, dieses windige System zu reformieren. Aber solange nur nach "Wachstum, Wachstum, Wachstum - alles hat sich dem Wachstum unterzuordnen" (O-Ton Merkel) geschrieen wird und der Bürger auf der Strecke bleibt, hilft es nicht, die viel zu knappe Bettdecke mal rauf und mal runterzuziehen.

Ich wiederhole mich..: wird jetzt von der neuen Regierung nicht endlich wirklich soziale Politik betrieben, wird in ein paar Jahren die AfD allein regieren. Ich bin mir nicht sicher, ob es niedergelassenen Ärzten dann besser geht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Abzockerkassen
BeitragVerfasst: 29.11.17, 13:23 
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Ich zeichne die Petition mit. Natürlich. Es hat mit Solidarität rein gar nix zu tun, sich an den schwachen Mitgliedern weiter bedienen zu wollen (aus Prinzip), obwohl das Missverhältnis bekannt ist, nach oben den Deckel aber weiterhin zu belassen, wie er ist.
Es wäre eine politische Entscheidung, hier den sogen. „Solo-Selbständigen“ Luft zur Absicherung zu lassen. Nach Die Linke hat sich auch Grün zu einer Anfrage eingelassen, in der Petition selber steht betr. Die Linke ein Hinweis.
Selbst den Kassen kann der Zustand nicht behagen. Wenn die den Menschen auch nicht dahinter begreifen, so ist der sinnlose Verwaltungsakt doch grundsätzlich zu lösen.

Eine Betrachtung der "Gemengelage" von Stefan Sell
„ …Nur die Politik ignoriert den Reformbedarf
Der Reformbedarf an dieser Stelle wird, eigentlich, von so gut wie allen Beteiligten eingeräumt. Außer von den bislang politisch Verantwortlichen, die hier den toten Mann gespielt haben bzw. noch spielen. Sie hoffen offensichtlich, dass der Kelch irgendwie an ihnen vorbeigeht. Dabei haben sie immer die angeblichen finanziellen Auswirkungen im Blick. Eine Absenkung der Mindestbeitragsgrenze hätte „erhebliche Mindereinnahmen“ in der GKV zur Folge. Ihre Abschaffung stünde „im Widerspruch zum Solidarprinzip der GKV“, erklärte die Regierung im September 2016 auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag…“

https://www.dia-vorsorge.de/gesetzliche ... ragsfalle/


Frdl. Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 29.11.17, 21:42 
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der ersetzlich kranken Versicherung,

das sind die Ärzte, die noch immer bereit (und der finanziellen Lage) sind,
zu den Bedingungen der entsetzlich kranken Versicherung zu arbeiten.

PR

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 Betreff des Beitrags: Re: Abzockerkassen
BeitragVerfasst: 30.04.18, 14:59 
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Die Bezeichnung Todesspirale kommt aus dem Eiskunstlauf https://de.wikipedia.org/wiki/Todesspirale#Niveau_3
und hat 3 Schwierigkeitsstufen.
In Stufe 1 bewegen sich die Partner lediglich in eine Richtung, in Stufe 2 wechselt einer die Richtung und in Stufe 3 wechseln die Partner allesamt die Richtung.
Nicht so im Gesundheitswesen. Wer sich hier bewegt, hat offensichtlich bereits verloren, weil die heilige Kuh Gesetzliche Krankenkasse Schaden nehmen könnte, wenn sie Teile ihrer Überschüsse an die Einzahler zurückzahlen sollte.
Es geniert sich niemand von den „Experten“ mit diesen markigen Aussagen zuzugeben, dass die Überschüsse in erster Linie dafür gut sind, allen bestehenden Kassen ihre Existenz zu sichern.
https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 28304.html

Frdl. Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 01.05.18, 22:52 
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sich seit Jahrzehnten sogenannte Gesundheizexperten und Regierungsbrater ins Haus holt, die von Haus aus genau solchene Gesundheizökonomen sind wie irgendwelche Beinhahegesundheizmister und andere parteinahe Sprecher und Funktionäre,

und doch kriegt man von diesem kakophonen Club im Leben kein irgendwie gleichlaufendes, geschweige denn gemeinsames Statement, auch dann nicht, wenn sie auf derselben Parteibank hocken, zu welchener Fragestellung auch immer.

Klarer kann "die Politik" nicht demonstrieren, wie bestürzend wenig Interesse sie an der Sache "Gesundheitswesen" selbst hat.

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 Betreff des Beitrags: Re: Abzockerkassen
BeitragVerfasst: 30.08.18, 09:56 
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Herr Spahn rigoros. Kann man das glauben? „Instanzen“ lassen sich nicht einfach „rausschmeißen“:

„Gesundheitsminister Jens Spahn wirft den Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem aus seinem wissenschaftlichen Beirat (https://www.bundesversicherungsamt.de/r ... eirat.html)
Auch andere Kritiker fliegen raus.“

https://www.handelsblatt.com/politik/de ... 70838.html

Eine Folge einer der Spahn`schen Forderungen war die Vorhersage der Todesspirale:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 05457.html

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Die Todesspirale
BeitragVerfasst: 30.08.18, 10:31 
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= das gegenseitige Kannibalisieren der kranken Kassen ist doch längst beschlossene Sache, da hab jedenfalls ich keine Zweifel. Es werden etwa drei Riesenkassen übrig bleiben, darunter die AOKen und die Bundesknappschaft.
So soll ganz allmählich der Seehofer'sche Wahnsinn mit seinen dreizehnhundert kranken Kässchen repariert werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Abzockerkassen
BeitragVerfasst: 02.09.18, 01:37 
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Nicht schwarz-weiß

Da ist Herr Wasem noch einmal zu hören und zu sehen. Gesundheitskarte und Behandlung unserer Daten.
Politikversagen ist die Fehleinschätzung der Selbstverwaltungen. So sagt er das. Zum Thema Gesundheitskarte. 15 Jahre zugucken, wie Beitragsgelder der gesetzlich Versicherten veruntreut werden, nennt Herr Wasem Politikversagen. Herr Wasem erzählt, dass das Dilemma der Gesundheitskarte nicht schwarz, nicht weiß zu bezeichnen ist, sondern ein gegenseitiges Blockieren durch die Akteure in den Selbstverwaltungen ist/war. Und das Spiel geht weiter mit unseren Daten. Teil 2 der Sendung.

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=75488

Wir schlucken mittlerweile alles: Nicht nur, dass wir ohne Plastikkarte keinen Zugang mehr zu ärztlichen Behandlungen haben, obwohl wir fleißig Beiträge zahlen, sondern auch noch, dass wir auf dem besten Wege sind, unsere Daten zu verhökern, weil wieder nur zugeguckt und zugewartet wird, dass die Datenprofiteure die Selbstverwaltungen und die Politik vom großartigen Gewinn für die Gemeinschaft überzeugen.

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: ...dabei ist der Wasem
BeitragVerfasst: 02.09.18, 20:31 
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nicht mal "die Politik", sondern ein scheinbar objektiver Wissenschaftler.

Merke: das Zeitalter der alternativen Wahrheiten hat schon vor dem Trumpel begonnen.

"Die Ärzte" betreiben längst die Aktion "Rote Karte für die TI".
"Die Patienten" könnten das Ihre dazu tun, indem sie "ihre Ärzte" davor warnen,
sich gesetzes-treudoof an die TI anschließen zu lassen.

Ab Januar kostet die Weigerung übrigens ein Prozent des Jahresumsatzes, das wird einfach von vornherein von den Kassenärztlichen Vereinigungen von den Abschlagszahlungen an Ärzte abgezogen. So einfach geht Staatsgewalt.

Das Schweinesystem ist am Ende.

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