Was ist gesundes Leben?

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Johannes62
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Was ist gesundes Leben?

Beitrag von Johannes62 »

Ich war dieses Jahr bei einer Reha, unter anderem wegen sehr schlechter Laborwerte, Blut und Urin, allerdings ohne erkennbare Krankheitssymptome.

In meiner Abteilung war ich in den letzten Jahren derjenige mit den zweitwenigsten Krankentagen, obwohl ich der älteste bin, übergewichtig und früher langjähriger Raucher. Weniger als ich krank war nur ein männlicher Kollege, der raucht und mehr als drei Zentner wiegt. Nach eigenen Angaben war er in 40 Arbeitsjahren noch nie krank. Er hat nur zuletzt erstmals Probleme bekommen. Mit den Kniegelenken. Vielleicht liegt das daran, weil er viel Tischtennis spielt.

Ich war früher Abonnent der Wochenzeitung "Die Zeit". Dort stand vor etwas mehr als einem Jahrzehnt ein Artikel eines Arztes, der unter anderem schrieb, dass es ein ungeschriebenes Gesetz unter Kollegen sei, dass man bei Rauchern und Patienten mit deutlichem Übergewicht im Schnitt weniger medizinisches Engagement zeige, weil man davon ausgehe, dass die Lebensführung die Ursache für die Erkrankung dieser Patienten sei, dass der Patient selber schuld sei.

Während der Reha hatte ich drei Stunden Ernährungslehre im Programm. Die Therapeutin kam am Ende mit meiner Frage gar nicht zurecht, als ich sagte: "Ist man seltener krank, wenn man gesund lebt?"

Vor ein paar Tagen war der 17. Todestag meiner Mutter. Vielleicht komme ich auch deshalb auf dieses Thema. Zwei Monate vorher war ich das erste mal als Notfall in der Klinik, mit Beschwerden, die ich dann mehrere Jahre lang in immer kürzeren Zeitabständen hatte.

Es handelte sich um Schmerzen im Oberbauch, die schließlich auch in den Rücken ausstrahlten und jeweils 8-10 Stunden dauerten. Da die Schmerzen fast immer am späten Nachmittag begannen und bis frühmorgens andauerten, waren die Arztpraxen oft schon zu und ich war in der Klinik.

Ich beobachtete natürlich, bei welchen Gelegenheiten ich die Schmerzen bekam und hatte schließlich den Verdacht, dass es etwas mit meiner Fettverdauung sein musste, weil die Beschwerden mehrere Stunden nach der Einnahme meiner täglichen Hauptmahlzeit begannen und vor allem, wenn ich Frittiertes oder Rind gegessen hatte.

Ich bat deshalb schon sehr früh die Ärzte, auch meine damalige Hausärztin, meine Galle zu untersuchen, was verweigert wurde. Ich solle mit dem Rauchen aufhören.

Die Klinik machte eigentlich gar nichts, gab mir Schmerzmittel, die nichts halfen, manchmal Betäubungsmittel. Ich blieb über Nacht und wurde nach dem Aufwachen wieder entlassen, weil die Schmerzen dann vorbei waren.

Allerlei Untersuchungen wurden gemacht, unter anderem auch eine Magenspiegelung, aber scheinbar nur Untersuchungen, welche das Rauchen als Verursacher möglich machten.

Zwischenzeitlich war ich auf Reha. Ich bat meine Hausärztin, eine zu beantragen. Ihre Diagnose Refluxösophagitis. Ich hatte keine 5 mal in meinem Leben Sodbrennen.

Eines Tages lief ich abends wieder mit höllischen Schmerzen zur nächsten Klinik, die in der Nähe meiner damaligen Frankfurter Wohnung war und sagte, ich würde die Klinik nicht mehr verlassen, bis man endlich mal meine Galle untersuchen würde. Es waren zwei Steine drin und Kennzeichen von fast einem Dutzend Entzündungen. Sie wurde entfernt und die Beschwerden sind seither nicht mehr aufgetaucht.

Vor vier Jahren habe ich aufgehört zu rauchen. Inzwischen habe ich zum Teil katastrophale Blutwerte.
Früher lief ich Halbmarathons, Das ist heute undenkbar.

Was ist eigentlich gesundes Leben?