Sind Ärzte gesetzlich oder standesrechtlich verpflichtet, die Wechselwirk. von Medik., die sie verschreiben, zu prüfen?

Wechsel-, Neben-, Wirkungen, Einnahme- und Dosierungsempfehlungen, Haltbarkeit, Entsorgung von Arzneimitteln / Medikamenten

Moderator: DMF-Team

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the ghost of elvis
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Sind Ärzte gesetzlich oder standesrechtlich verpflichtet, die Wechselwirk. von Medik., die sie verschreiben, zu prüfen?

Beitrag von the ghost of elvis »

Hallo,
bei meinen Eltern hatte ich seinerzeit mehrfach festgestellt, dass diese von Ihren Ärzten verschiedene Medikamente verschrieben bekamen, vor deren Wechselwirkungen in den Packungsbeilagen gewarnt wurden. Aber weder Hausarzt noch Facharzt noch Apotheker hatten darauf geachtet.
Vor ca. 1 Jahr bekam ich dann von meinem Hausarzt ein neues Medikament verschrieben. Als ich las, welche Neben- und Wechselwirkungen dieses hätte, wies ich ihn ca. 1 Wochen später höflich darauf hin und äußerte meine Bedenken, Daraufhin fuhr der Hausarzt mich ziemlich rüde an, ich solle das nehmen, was mir verschrieben würde und fertig :shock:
Nun nehme ich seit ca. 2 Jahren (nach einer Stent-Implantation) Ass100 zusätzlich zu Blutdruck- und Cholesterinsenkern und dem Antidepressivum Paroxetin. Weder Kardiologe noch Neurologe noch Hausarzt haben mich vor dieser Kombination gewarnt. Bis ich dann selber mehrere Artikel fand, in welchen ausdrücklich vor der Wechselwirkung Paroxetin plus Blutverdünnern und deren möglicherweisen schwerwiegenden Folgen gewarnt wurde. Diese Hinweis fand ich u. a. in einem Online-Tool der Apo...Umschau, mit welchem auch ein Laie seine Medikamente eingeben kann und dann anschließend auf Risiken auf Unbedenklichkeit hingewiesen wird.
Nun hatte ich einen Termin beim Neurologen. Diesem war der Sachverhalt (Gefährlichkeit von gleichzeitiger Einnahme Paroxetin plus Blutverdünner) offenbar völlig unbekannt. Zuerst kam nämlich die Aussagen: "och ja, Antidepressiva und Blutverdünner vertragen sich ja gut". Erst als ich dann auf verschiedene, seriöse Quellen hinwies, wo vor dieser Medikamenten-Kombination gewarnt wurde, ruderte er zurück und verschrieb mir ein anderes Medikament.

Daher die Frage: gibt es eine gesetzliche oder standesrechtlich Verpflichtung für Ärzte, die Wechselwirkungen von Medikamenten, die sie verschreiben, zu prüfen? Technisch dürfte es ja kein Problem sein, wenn selbst Laien mit dem Online-Tool der Apo...Umschau (u.a.) dies schon kontrollieren können.
Und was passiert, wenn ein Patient schwer erkrankt oder stirbt aufgrund von Wechselwirkungen von Medikamenten, die bekannt waren? Haben er/sie und die Angehörigen dann einfach Pech gehabt? Oder sind Patienten und ggf. pflegende Angehörige auch (gesetzlich?) verpflichtet, selber Wechselwirkungen von Medikamenten zu prüfen?
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Sind Ärzte gesetzlich oder standesrechtlich verpflichtet, die Wechselwirk. von Medik., die sie verschreiben, zu prüf

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag,
hier greifen zum Schutz der Patienten bzgl. der Pflicht zur Aufklärung zwei Regelungen ein:
1. Die Berufsordnung für Ärzte regelt in einem § die Aufklärumgspflicht. Verstöße diesbezüglich können standesrechtlich geandet werden.
2. BGB § 630 definiert die Bereiche der Aufklärungspflicht. Es wird zwar nicht expliziert erwähnt, dass auch bzgl. Wechselwirkungen informiert werden muß, da aber eine Aufklärumgspflicht bzgl. Nebenwirkungen besteht, dürfte dies auch die Aufklärung über Wechselwirkungen beinhalten. Verstöße können demzufolge zivilrechtliche Folgen für den haben ( meist in Form finanzieller Entschädigung).
Ihr Ärger ist natürlich absolut verständlich, auch ich nehme ( wegen zwei Stents bei Coronarinfarkt) die gleichen Medikamente wie Sie, zusätzlich nocj zwei andere, aber keine Psychopharmaka. Gerade bei chronisch Erkrankten oder älteren Patienten werden häufig mherere Medikamente verschrieben, Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen lassen sich dann bei Einnahme nicht vermeiden und es ist dem Patienten nicht zuzumuten, sich durch die Beipackzettel durchzuarbeiten. Interessanterweise drucken Onlineapotheken diesbezüglich ausführliche Hinweise aus.
Man muß -trotz Datenbank und Internet- verstehen, dass es für einen Arzt zwar theoretisch möglich ist, bei Polymedikation aufzuklären, dies jedoch im Praxisalltag aus Zeitmangel schwer realisierbar ist. Es wird oftmals ein Medikamentenplan dem Patienten ausgehändigt, mehr aber nicht. Interessant ist, dass auch Apotheker nach Weiterbildung über NW und Wechselwirkung usw, aufklären dürfen (nicht müssen!) und sogar hierfür eine ordentliche Vergütung bekommen.
"
Daher die Frage: gibt es eine gesetzliche oder standesrechtlich Verpflichtung für Ärzte, die Wechselwirkungen von Medikamenten, die sie verschreiben, zu prüfen?"- ist somit einfach mit " ja" zu beantworten und führt im Fall eines erheblichen Schadens zu Schadensersatzansprüchen. Patienten/Angehörige/Pflegekräfte sind nicht verpflichtet und meist nicht in der Lage, detailliert auf mögliche NW und Wechselwirkungen hinzuweisen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
blackylein
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Re: Sind Ärzte gesetzlich oder standesrechtlich verpflichtet, die Wechselwirk. von Medik., die sie verschreiben, zu prüf

Beitrag von blackylein »

Was erwartest du noch für 22 Euro im Quartal? Mehr bekommt ein Hausarzt pro Patient nicht. Und wenn er zuviele Patienten im Quartal hat, wird die Pauschale noch gekürzt.
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Sind Ärzte gesetzlich oder standesrechtlich verpflichtet, die Wechselwirk. von Medik., die sie verschreiben, zu prüf

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
sehr drastisch und deutlich ausgedrückt und das ist eben das Hauptübel unseres maroden Gesundheitswesens. Leider ist die Vergütung u.a. daran schuld, dass Ärzte nicht mehr eine optimale Behandlung anbieten können und sich streng an die Vorgaben des SGB V halten müssen, das eine wünschenswerte Versorgung nicht zulässt.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
the ghost of elvis
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Beitrag von the ghost of elvis »

@Dr.Fischer: vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Dass sehr viele Ärzte zeitlich überlastet sind, ist mir bewusst.
Aber ich habe früher selber als Programmierer gearbeitet. Daher gehe ich mal davon aus, dass ein ähnliches Tool, welches die Apotheken-Umschau nutzt, auch in Arztpraxen nutzbar wäre!?
Beispiel: der Arzt verordnet dem Patienten ein neues Medikament und gibt dessen Namen am Bildschirm in der elektr. Patientenakte ein. Daraufhin prüft besagtes Tool im Hintergrund die Wechselwirkungen mit den anderen Medikamenten des Patienten und gibt dann ggf. einen Warnhinweis auf dem Bildschirm aus.
Gerade habe ich mal eine allseits bekannte Suchmaschine nach "praxissoftware wechselwirkungen" befragt. Einer der ersten Treffer war eine Meldung vom 9.7.21, Zitat: "... will die AOK Sachsen-Anhalt Patienten vor Wechselwirkungen von Medikamenten schützen. Deshalb können Ärzte nun kostenfrei ein Modul für eine spezielle Praxissoftware nutzen, das Risiken schon bei der Verordnung anzeigt... Studien zufolge sind fünf bis zehn Prozent aller Krankenhauseinweisungen auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückzuführen ... unbeabsichtigten Effekte verursachen Schätzungen zufolge Kosten von rund 800 Millionen Euro pro Jahr und können gar zum Tod führen. Die AOK Sachsen-Anhalt hat sich daher zum Ziel gesetzt, Medikationsfehler und damit verbundene Risiken zu verringern..."
D. h. eine solches Tool, welches Warnhinweis bei gefährlichen Wechselwirkungen gibt, existiert bereits und wird offenbar schon im Bereich der o. g. AOK genutzt. Lt. dem Artikel soll es sogar kostenlos für die Arztpraxen sein.
Damit müsste das Ganze nur noch ausreichend publiziert und flächendeckend genutzt werden!?
the ghost of elvis
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Beitrag von the ghost of elvis »

@Dr.Fischer: vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Dass sehr viele Ärzte zeitlich überlastet sind, ist mir bewusst.
Aber ich habe früher selber als Programmierer gearbeitet. Daher gehe ich mal davon aus, dass ein ähnliches Tool, welches die Apotheken-Umschau nutzt, auch in Arztpraxen nutzbar wäre!?
Beispiel: der Arzt verordnet dem Patienten ein neues Medikament und gibt dessen Namen am Bildschirm in der elektr. Patientenakte ein. Daraufhin prüft besagtes Tool im Hintergrund die Wechselwirkungen mit den anderen Medikamenten des Patienten und gibt dann ggf. einen Warnhinweis auf dem Bildschirm aus.
Gerade habe ich mal eine allseits bekannte Suchmaschine nach "praxissoftware wechselwirkungen" befragt. Einer der ersten Treffer war eine Meldung vom 9.7.21, Zitat: "... will die AOK Sachsen-Anhalt Patienten vor Wechselwirkungen von Medikamenten schützen. Deshalb können Ärzte nun kostenfrei ein Modul für eine spezielle Praxissoftware nutzen, das Risiken schon bei der Verordnung anzeigt... Studien zufolge sind fünf bis zehn Prozent aller Krankenhauseinweisungen auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückzuführen ... unbeabsichtigten Effekte verursachen Schätzungen zufolge Kosten von rund 800 Millionen Euro pro Jahr und können gar zum Tod führen. Die AOK Sachsen-Anhalt hat sich daher zum Ziel gesetzt, Medikationsfehler und damit verbundene Risiken zu verringern..."
D. h. eine solches Tool, welches Warnhinweis bei gefährlichen Wechselwirkungen gibt, existiert bereits und wird offenbar schon im Bereich der o. g. AOK genutzt. Lt. dem Artikel soll es sogar kostenlos für die Arztpraxen sein.
Damit müsste das Ganze nur noch ausreichend publiziert und flächendeckend genutzt werden!?
Dr.med.Holger Fischer
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Re: Sind Ärzte gesetzlich oder standesrechtlich verpflichtet, die Wechselwirk. von Medik., die sie verschreiben, zu prüf

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Hallo,
derartige Programme gibt es viele und sollten natürlich genutzt werden.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
the ghost of elvis
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Beitrag von the ghost of elvis »

In der Zwischenzeit habe ich die "aussagekräftige" Antwort der Ärztekammer / kassenärztlichen Vereinigung erhalten:
"... sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, ihren Beruf gewissenhaft auszuüben und dem ihnen bei der Berufsausübung entgegengebrachten Vertrauen zu entsprechen. Sie haben dabei ihr ärztliches Handeln am Wohl der Patientinnen und Patienten auszurichten und verpflichten sich zur gewissenhaften Versorgung mit geeigneten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.
Bei der Behandlung hat der Patient jedoch auch eine Mitwirkungspflicht. Gem. §630 c Abs 1 BGB sollen Behandler und Patient zur Durchführung der Behandlung zusammenwirken. Damit hat der Gesetzgeber deutlich gemacht, dass zum Erfolg einer Therapie und zur Vermeidung von rechtlichen und tatsächlichen Nachteilen auch die Mitwirkung des Patienten erforderlich ist.
Um die Risiken von Medikamentenwechselwirkungen zu reduzieren, ist es sinnvoll, einen Medikationsplan zu führen, wo alle verordneten und selbst gekauften Medikamente aufgelistet werden..."

Daraufhin habe ich erwidert:
" ... Dass es sinnvoll ist, einen Medikationsplan zu führen, steht außer Frage. Ebenso, dass der Patient alle behandelnden Ärzte über seine aktuell eingenommen Medikamente und etwaige Änderungen zu informieren hat.
Der entscheidende Punkt ist aber doch, dass zumindest der Hausarzt den Patienten auf gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten hinweisen muss. Diesbezüglich verweise ich auf einen Artikel aus https://www.... (Adresse entfernt für Frau Goretzky)
Zitat: „…will die AOK Sachsen-Anhalt Patienten vor Wechselwirkungen von Medikamenten schützen. Deshalb können Ärzte nun kostenfrei ein Modul für eine spezielle Praxissoftware nutzen, das Risiken schon bei der Verordnung anzeigt. Studien zufolge sind fünf bis zehn Prozent aller Krankenhauseinweisungen auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückzuführen, von denen wiederum die Hälfte als vermeidbar gilt. Die unbeabsichtigten Effekte verursachen Schätzungen zufolge Kosten von rund 800 Millionen Euro pro Jahr und können gar zum Tod führen…“
Es muss doch absolut im Sinne aller Beteiligten, auch Ihrer Ärztekammer, sein, dass gefährliche Wechselwirkungen vermieden werden. D. h. wenn ein Arzt ein neues Medikament verordnen will, muss ihm von der Praxissoftware sofort angezeigt werden, wenn gefährliche Wechselwirkungen oder andere Risiken auftreten könnten.
Von der daher ist die Einführung einer solchen Software absolut vorrangig. Sofern diese nicht ohnehin schon vorhanden ist und nur nicht genutzt wird?!
Und die dringende Aufforderung an die Ärzte, solche Hilfsmittel zu nutzen und im Sinne der Gesundheit ihrer Patienten auf mögliche, gefährliche Wechselwirkungen hinzuweisen und diese zu vermeiden.

MfG..."

Schutz von Menschenleben, unnötige Krankenhauseinweisungen, Kosten von geschätzt 800 Millionen Euro -> ob diese Argumente ausreichen, den einen oder anderen für dieses Thema zu sensibilisieren?
the ghost of elvis
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Beitrag von the ghost of elvis »

In der Zwischenzeit habe ich die "aussagekräftige" Antwort der Ärztekammer / kassenärztlichen Vereinigung erhalten:
"... sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, ihren Beruf gewissenhaft auszuüben und dem ihnen bei der Berufsausübung entgegengebrachten Vertrauen zu entsprechen. Sie haben dabei ihr ärztliches Handeln am Wohl der Patientinnen und Patienten auszurichten und verpflichten sich zur gewissenhaften Versorgung mit geeigneten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.
Bei der Behandlung hat der Patient jedoch auch eine Mitwirkungspflicht. Gem. §630 c Abs 1 BGB sollen Behandler und Patient zur Durchführung der Behandlung zusammenwirken. Damit hat der Gesetzgeber deutlich gemacht, dass zum Erfolg einer Therapie und zur Vermeidung von rechtlichen und tatsächlichen Nachteilen auch die Mitwirkung des Patienten erforderlich ist.
Um die Risiken von Medikamentenwechselwirkungen zu reduzieren, ist es sinnvoll, einen Medikationsplan zu führen, wo alle verordneten und selbst gekauften Medikamente aufgelistet werden..."

Daraufhin habe ich erwidert:
" ... Dass es sinnvoll ist, einen Medikationsplan zu führen, steht außer Frage. Ebenso, dass der Patient alle behandelnden Ärzte über seine aktuell eingenommen Medikamente und etwaige Änderungen zu informieren hat.
Der entscheidende Punkt ist aber doch, dass zumindest der Hausarzt den Patienten auf gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten hinweisen muss. Diesbezüglich verweise ich auf einen Artikel aus https://www.... (Adresse entfernt für Frau Goretzky)
Zitat: „…will die AOK Sachsen-Anhalt Patienten vor Wechselwirkungen von Medikamenten schützen. Deshalb können Ärzte nun kostenfrei ein Modul für eine spezielle Praxissoftware nutzen, das Risiken schon bei der Verordnung anzeigt. Studien zufolge sind fünf bis zehn Prozent aller Krankenhauseinweisungen auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurückzuführen, von denen wiederum die Hälfte als vermeidbar gilt. Die unbeabsichtigten Effekte verursachen Schätzungen zufolge Kosten von rund 800 Millionen Euro pro Jahr und können gar zum Tod führen…“
Es muss doch absolut im Sinne aller Beteiligten, auch Ihrer Ärztekammer, sein, dass gefährliche Wechselwirkungen vermieden werden. D. h. wenn ein Arzt ein neues Medikament verordnen will, muss ihm von der Praxissoftware sofort angezeigt werden, wenn gefährliche Wechselwirkungen oder andere Risiken auftreten könnten.
Von der daher ist die Einführung einer solchen Software absolut vorrangig. Sofern diese nicht ohnehin schon vorhanden ist und nur nicht genutzt wird?!
Und die dringende Aufforderung an die Ärzte, solche Hilfsmittel zu nutzen und im Sinne der Gesundheit ihrer Patienten auf mögliche, gefährliche Wechselwirkungen hinzuweisen und diese zu vermeiden.

MfG..."

Schutz von Menschenleben, unnötige Krankenhauseinweisungen, Kosten von geschätzt 800 Millionen Euro -> ob diese Argumente ausreichen, den einen oder anderen für dieses Thema zu sensibilisieren?
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