Plötzlich auftretende Durchschlafstörung und nächtliches Hochschrecken

Moderator: DMF-Team

Antworten
Camille
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 1
Registriert: 01.11.22, 20:43

Plötzlich auftretende Durchschlafstörung und nächtliches Hochschrecken

Beitrag von Camille »

Beruflich war ich viel unterwegs mit Hotelübernachtungen. Ich war von Januar bis Mai nur in Hotels weltweit, manchmal jede Nacht in einem anderen. Nur in einem Hotel nachts aufgeschreckt, kurz orientierungslos, dann wieder eingeschlafen (das Hotel war als einziges katastrophal, wahrscheinlich daher das nächtliche Hochschrecken).
Seit Mai im Ausland lebend, in dem Haus meiner Jugend. Es ist sehr ruhig.
Ausnahme:
Straße direkt vor Haus, wenn LKWs durchdonnern vibriert das Haus
Kirchturmuhr läutet zu jeder halben Stunde ein Mal und zu jeder vollen Stunde
auf dem Dach laufen oft Waschbären was ich deutlich im Bett höre
Das als externe Lärmquellen
Aber ich leide unter Traumafolgen (psychische, physische, sexualisierte Gewalt) und arbeite gerade viel auf
Darüber hinaus bin ich am Überdenken wie ich mein leben weiter ausrichten möchte (Wohnortwahl, Wohnungssuche in Deutschland vom Ausland aus, etwaige Familiengründung, etwaige berufliche Neuorientierung, etc.). Alles viel.
Ich mache autogenes Training, Yoga, Atemübungen.
Aber nachts schlafe ich schnell ein, schrecke dann nach ca. 30 bis 40 Minuten hoch, renne zur Tür (weil ich das Gefühl habe eingesperrt zu sein und bin erleichtert wenn ich die Tür geöffnet habe, dann geht es besser. Ich schlafe dann wieder ein, das dauert manchmal wenige Minuten, dann nach ca 2 Stunden das gleiche: wieder schrecke ich hoch, laufe zur Tür.
Ich fühle mich sogar "sicherer" wenn ich ein Licht anlasse oder den Rolladen hochmache um die Straßenbeleuchtung zu sehen. Früher liebte ich Dunkelheit und konnte bei Licht nicht schlafen. Heute das Gegenteil. Ich habe sogar schon Angst vor der Nacht bzw. dem Hochschrecken, der Angst an sich, früher liebte ich die Nacht und freute mich auf das Schlafen. Die Traumabearbeitung habe ich erst in diesem Jahr sehr fokussiert. Zuvor war es mir nicht bewusst, dass ich traumatisiert bin bzw. ich habe das weggeschoben.
Zusätzlich nehme ich abends vorm Schlafen L Thyroxin 75,vielleicht ist der Schlaf auch dadurch beeinflusst.
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen
Marana
DMF-Mitglied
Beiträge: 27
Registriert: 28.09.09, 21:43

Re: Plötzlich auftretende Durchschlafstörung und nächtliches Hochschrecken

Beitrag von Marana »

Vielleicht solltest du versuchen das ganze besser zu strukturieren, erst um Stressmanagement kümmern, schauen das du Nachts möglichst wenig durch Geräusche beeinflusst wirst, überprüfen ob die Schlafhygiene ok ist.
Überlegen was du genau willst, in dich hinein horchen und dann einen Plan machen.
Was du alles ändern willst, woran du arbeiten möchtest und dann einen kleinen Schritt nach dem anderen, nicht alles zusammen.

In Sachen Trauma vielleicht mal mit einem Fachmann sprechen, und/oder Input in einer Selbsthilfegruppe holen, wenn es nicht gut geht nicht weiter machen mit der Aufarbeitung, sondern das was diese hervorgebracht hat wieder zur Ruhe kommen lassen, schauen dass dazu jemand da ist der dir helfen kann.
Mit einem Fachmann überlegen welche Art und Weise die für dich passende Herangehensweise wäre, mit der du am besten klar kommen könntest.
Notfallpläne bereit haben, falls zu viel hochkommt, Dinge und Gedanken bereit haben die das abmildern können und eine Telefonnummer für den Notfall, für ein Gespräch, oder auch für einen Notfalltermin bei einem Psychiater/Therapeuten, den man sich aber vorher suchen müsste, Institutsambulanz würde wahrscheinlich auch so einspringen.
Hat man für alle kritischen Situationen Möglichkeiten, auch wenn man sie nicht nutzen muss, dann entspannt sich die Psyche vielleicht etwas und kommt ein wenig zur Ruhe /auch nachts).
Antworten