Heftiges Herzstolpern nach Absetzen von Paroxetin?

Koronare Herzerkrankung, Hypertonie, Herzinfarkt, Stents, Herzkatheter, Blutverdünnung, Lungenembolie, Herzklappenfehler etc. Hier können auch EKGs befundet werden. Vgl. öffentliche FB-Gruppe "Smartwatch-EKG"

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stojo
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Heftiges Herzstolpern nach Absetzen von Paroxetin?

Beitrag von stojo »

Hallo liebes Forum,

ich bin Männlich, 29 und weiß nicht mehr weiter. Ich versuche mich kurz zu fassen:

Angefangen hat alles vor 2,5 Jahren. Ich konsumierte zu der Zeit sehr viel THC, es gestaltete meinen ganzen Tagesablauf.
Bis ich dann in einer Nacht eine heftige Panikattacke bekam. Ich hatte Todesangst und wurde ständig ohnmächtig. Diese Nacht war die Hölle und der Anfang allen Übels.
Die Panikattacke hielt auch bis zum nächsten Tag an, an dem ich ständig Herzrasen hatte und eine riesen Angst zu sterben. Ich kippte wieder um und wurde ins Krankenhaus gebracht.
Dort checkte man mich durch und konnte keine organischen Fehler feststellen. Blutwerte, EKG etc alles in Ordnung. Die Ärztin verwies mich auf eine Kopfsache hin, worauf ich mich nach langer Gegenwehr in eine Spezial-Klinik begab. Dort diagnostizierte man einen Burn Out, auch als Folge des zu hohen THC Konsums.
Ich bekam das Medikament Paroxetin verordnet und war 4 Wochen stationär und weitere 12 Wochen ambulant dort vorstellig.
Zum Schlafen bekam ich Atosil. Die Panikattacken waren zwar nie verschwunden, doch die Angst wurde etwas angenehmer.
Nach den 16 Wochen war ich recht stabil und begab mich wieder ins Arbeitsleben.
Ich habe bis heute keine Zigaretten, kein Alkohol und kein THC mehr angefasst.
Ich setzte damals das Paroxetin ab und dann fiel die Hölle auf mich.

Während des Absetzens bekam ich heftige körperliche Reaktionen. Stromstöße am ganzen Körper, Gewichtsverlust von fast 20 KG in wenigen Monaten. Körperlicher Schweiss, Panikattacken, Ängste und dann kam das Herzstolpern. Das Herz stolperte nach jedem 4. oder 5. Schlag. Mal war es ein Extraschlag, mal ein Aussetzer oder auch mal Salven.
Der Blutdruck stieg auf 160:110. Ruhepuls 110.
Das kannte ich vorher nicht. Ich hatte immer einen spitzen Blutdruck und nie Probleme mit dem Herzen. Der Kardiologe sagte mir, das Herz sei in Ordnung und auf dem EKG war nichts zu sehen.
Ich holte mir eine zweite Meinung und auch dieser Arzt war ratlos. Wie alle, schoben sie es auf das vegetative Nervensystem. Also Kopfsache.
Ich bekam Metropolol Succinat und Ramipril verschrieben. Nur kann ich das alles schwer glauben. Denn es stolpert bis heute in den verschiedensten Situationen und in verschiedenen Formen.
Mal stolpert es beim Hinlegen, mal bei Anstrengung, mal beim Essen und auch sehr gerne bei bückenden Bewegungen. Doch auch beim normalen Sitzen oder Gehen kann es stolpern. Es gibt auch Phasen, da stolpert es wochenlang nicht einmal. Das sind die Phasen, in denen ich förmlich aufblühe, da ich dann immer denke oder hoffe, dass es nicht mehr wiederkommt. Doch es kommt. Oft unerwartet, unabhängig von der Gefühlsslage.
Deswegen kann ich das mit der Kopfsache nicht ganz glauben. Das einzige, was dafür sprechen würde ist die Tatsache, dass bei jedem Langzeit EKG es nicht einmal stolperte, wenn dann davor oder danach.
Es ist auch keine Einbildung, wenn es stolpert kann mann es an der Brust fühlen und wenn man sich an den Puls fasst, merkt man die Aussetzer.
Manchmal wird mir auch schwindelig dabei. Ich denke eher, wegen der Angst die dabei entsteht.

Ich nehme jetzt seit 2 Jahren Betablocker 47,5 mg und Ramipril 2 mg. Geholfen hat es also nur in dem Sinne, dass die Stolperer weniger sind.
Vor einem halben Jahr versuchte ich, das Ganze langsam auszuschleichen, doch am 4. Tag stolperte mein Herz nach jedem 10. Schlag mit einem Extraschlag.
Ich will niemanden etwas vorwerfen, doch oft hörte ich das als Folge von Paroxetin. Auch den Ärzten kann ich nicht ganz trauen, alles auf Kopfssache schieben ist mir zu einfach.
Ich bin sicherlich psychisch nicht über dem Berg, muss noch viel an mir arbeiten. Aber das schränkt mich total ein. Dadurch habe ich auch eine Herzneurose entwickelt. Manchmal taste ich den Puls den ganzen Tag oder messe den Blutdruck 20 mal am Tag. Weil die Angst einfach da ist.

Mit den Medikamenten liegt mein Blutdruck morgens bei 120:70 und Abends gerne mal bei 105:65 und der Puls ständig zwischen 55 und 65.

Ich würde so gerne Sport treiben, meinen Blutdruck damit ausgleichen. Schwimmen, Radfahren, längere Wege spazieren. Doch all das kann ich nicht, da nach irgendeiner Tätigkeit davon das Herz immer stolpert. Manchmal auch erst am nächsten Tag.

Ich bin mit meinem Latein am Ende und weiß nicht mehr weiter. Auch privat hat das große Folgen. Durch die Angst während des Stolperns verreise ich nicht. Checke vorher im Internet, ob sich Krankenhäuser in der Nähe befinden. Auch der Sex mit meiner Freundin bleibt auf der Strecke während der Stolper Phasen. Sie hat zwar vollstes Verständnis, da ich ja auch mit offenen Karten spiele und auch mit ihr darüber rede. Doch dass das nicht fördernd ist, muss ich nicht erwähnen.

Das muss einfach mal ein Ende haben. Falls irgendwer, irgendeinen Tipp für mich hat oder vielleicht einen Spezialisten dafür kennt oder vielleicht auch ähnliche Erfahrungen gemacht hat, bitte ich euch von ganzem Herzen es mir mitzuteilen. Denn so macht das Leben keinen Spaß mehr. Und einen Grund muss es ja dafür geben.

Liebe Grüße,

stojo
Daniel1997
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Re: Heftiges Herzstolpern nach Absetzen von Paroxetin?

Beitrag von Daniel1997 »

Hi Stojo,

Ich habe in den letzten 3 Jahren ziemlich genau das selbe wie du durchgemacht.

Mich würde es sehr interessieren, wie es dir mittlerweile geht.

Vielleicht hast du ja Lust auf einen Austausch?

Lg

Daniel
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