Zysten an Eierstäcken und Polypen in der Gebärmutter

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pattydon
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Zysten an Eierstäcken und Polypen in der Gebärmutter

Beitrag von pattydon »

Liebes Forum,
mein Leidensdruck ist echt groß und ich möchte mir gerne verschiedene Meinungen und evtl. Erfahrungswerte einholen.

Ich bin 47 Jahre alt, habe keine Kinder und das ist meine Geschichte:
Ich habe seit über 25 Jahren Probleme mit Zysten an den Eierstöcken und hatte deshalb schon mehr als 10 Operationen in denen diese Zysten entfernt wurden.
Mein linker Eierstock ist fast gar nicht mehr vorhanden, dieser wurde bei der Zystenentfernung ziemlich in Mitleidenschaft gezogen.
Ich hatte nur eine am linken Eierstock, dafür aber eine sehr große.
Mein rechter hat schon mind. 10 Operationen überstehen müssen und ist demnach auch ziemlich lädiert.

Als wenn das nicht schon genug Ärger und Probleme wären, habe ich nun seit 3 Jahren noch mit Myomen und Polypen zu kämpfen.
Erst im Mai dieses Jahrs wurden mir 2 Polypen entfernt, weil ich eigentlich ständig Blutungen und Schmerzen hatte mal mehr mal weniger stark.
Seit Anfang August sind die Blutungen wieder da auch mal mehr mal weniger stark und auch wieder mit Schmerzen verbunden.

Das Sexualleben ist dadurch fast zum Erliegen gekommen und das macht mir sehr zu schaffen!

Am liebsten würde ich alles entfernen lassen. Aber ist das die Lösung des Problems?
In meiner Familie ist meine Oma an Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs gestorben und somit spielt die Angst vor Krebs auch eine Rolle.

Wer kann mir von seinen Erfahrungen erzählen und warum es die richtige bzw. falsche Entscheidung war, sich für eine Totalentfernung zu enscheiden.
Wie vertragt ihr die Hormonersatztherapie?

Wer kann mir von Erfahrungen berichten?
Ich freue mich auf eure Antworten!

LG Patty
Johanna-67
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Re: Zysten an Eierstäcken und Polypen in der Gebärmutter

Beitrag von Johanna-67 »

Hallo Patty,

das liest sich nach einer wirklichen Leidensgeschichte. Fachlich, v.a. bz auf Erfahrung, könnte sicher Dr. Fischer mehr beisteuern, doch ich möchte Dich zunächst mal fragen, wie Dein Hormonstatus ausschaut. Du schreibst, das Sexualleben sei dahin - weil Du Schmerzen hast oder/und keine Lust? Das wäre auch wichtig, zu wissen, Die Frage ist ja auch, ob Du Wechseljahresbeschwerden verspürst? "Lädiert" - meinst Du damit, die Produktion der Sexualhormone (Estradiol, Progesteron, Androgene..) sei am Erliegen?

Ohne solcherlei Beschwerden (Deine Beschreibung), fällt altersgemäß zunächst das Progesteron ab, da die Follikel dann langsam dies zunächst einstellen, bz auf Eisprünge. Manche Frauen haben keine, kaum Beschwerden in dieser Zeit, ansonsten können sich Gereiztheit, leichte bis schwere psychische Beschwerden einstellen. Bei dem, was Du beschreibst, könnte man davon ausgehen, dass die Eierstöcke kaum noch arbeiten, wurde dies geklärt?

Ein Teil wird in den Nebennieren sezerniert und auch peripher im Gewebe Östrogene hergestellt (oftmals bei fülligeren Frauen mehr). Ohne Hormonstatus fehlt eine wichtige Info zu Deinen körpereigenen Vorgängen.

Denn wenn die Eierstöcke zum Erliegen kamen, würde man meinen, Du spürst das Klimakterium. Wäre dem so, was würde einer OP im Wege stehen, bei dem, was Du mit machst? Bei der Familiengeschichte, wäre Vorsicht geboten, in Sachen Hormontherapie. Würdest Du Dich für eine OP entscheiden, wäre es wohl ratsam, den Gebärmutterhals mit zu entfernen, doch kann dies u.U. zu einer Beckenbodenschwäche führen, wogegen man jedoch Übungen machen kann - heute gibt es dafür Anleitungen im Kreise Betroffener. Es muss jedoch gar nicht so sein. Es gibt gute Klinken, die sich darauf spezialisiert haben.

Gemeinhin wird ohne Gebärmutter mit Östrogenen substituiert. Bei guten Produkten, ist die Erhöhung eines Brustkrebsrisikos relativ gering, nach Studienlage. (bei entspechender Anamnese) Jedoch könnte es gut sein, dass auch Androgene gegeben werden müssten (ohne Eierstöcke, die lange nach dem Erliegen von Progesteron, Östrogen, noch Androgene produzieren, jene fallen naturgemäß zuletzt ab, etwa ü 60) - das ist ja völlig im Unklaren.

Es gibt die Möglichkeit, oral zu substituieren, jedoch auch transdermal - bei letzterem, wird ein geringeres Risiko angenommen, da gibt es Produkte auf Kasse, wie auch privat, letzteres wären dann sogenannte human identische Hormone, die der körpereigenen chem. Formel nachempfunden sind, synthetisiert aus der yamswurzel - dies ist jedoch kein pflanzliches Produkt mehr, um Missverständnisse zu vermeiden. (ich vertrage sie gut, sie bilden eher meine natürlichen Gefühle nach, jedoch reichen sie mir nicht aus, zus. eine orale Einnahme) Der Vorteil von Kassen erhältlichem, liegt oft darin, dass es gut wirkt. Oral sind die Spiegel im Blut oft höher, das heißt jedoch nicht automatisch, dass "cremen" nicht ausreicht. Das muss jede Frau sehr individuell heraus finden. - mit ihrem Gynäkologen an der Seite.

Dafür braucht es dann doch einiges an Erfahrung. Nach meinem Wissen, sind die Hormone trächtiger Stuten für manche Frauen schlicht "zu viel", da Pferde nun mal ein anderes Profil aufweisen (ein hoher Anteil beim Menschen nicht vorkommt) und die Studien damit mussten abgebrochen werden, das ging durch die Welt. Zudem eine unglaubliche Tierquälerei! Doch was tut Frau nicht alles, wenn sie selbst am Boden liegt! Es gab eine Zeit, da hätte ich alles geschluckt, damit es mir besser geht. Das Produkt ist noch auf dem Markt und erfreut sich in einigen Praxen großer Beliebtheit, da Hitzewallungen, Kräfteverluste, teils psychisches damit oft gut ausgeglichen werden können. Doch weitere Parameter, nicht so gut abschneiden. (Herz, Gerinnung, Blutdruck, Tumorrisiko,..)

Mit einer guten Substitution wird mehr erreicht, als nur solche akuten Beschwerden zu lindern, es wird manchem vorgebeugt, wie bspweise Osteoporose, u.v.m. Die Hormone dürfen ausgeglichen vorliegen - alles kann substituiert werden. Doch das ist sehr sehr individuell. Auch hier gilt: "Die Dosis macht das Gift". Ein Überschuss kann schlimme Folgen haben, einige Östron Metabolithe wirken hoch kanzerogen. Dies muss vermieden werden. (Östron herrscht in später Menopause vor natürlicherweise.)Manche schlucken dagegen ein pflanzliches Kohl-Produkt. Dies wird von einigen Medizinern eingesetzt, die mit human identischen Hormonen arbeiten.

Hohes Übergewicht, Bewegungslosigkeit, ungünstige Ernährung, mangelnder orthomolekularer Status (Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, u.m. ), die "falschen" Fette, fehlendes Omega 3 (gereinigte Fischöle, Leinöl)können besonders im beginnenden Wechsel zu einem steigenden Risiko führen für allerlei Krankheiten. Auch hier, unterscheidlich von Frau zu Frau. Die Genetik spielt sicher ebenfalls eine Rolle im Stoffwechselgeschehen. - dieses sollte reibungslos sein, Cholesterin, Eisenstatus, Schilddrüsen Hormone, usw.

Bei Deinen Problemen, wäre es hilfreich von Frauen zu lesen, die solches selbst erfuhren, inkl einer OP.

Was die Hormonsubstition betrifft - ich wäre ohne diese, nicht mehr lebensfähig. Und gehöre jenen an, nach M.Basedow, einer SD Resektion, wo sich gerdezu eine Insuffizienz der Sexualhormone anschloss, wenige Fälle, wie ich über Foren damals heraus fand, nicht verankert im allgemeinen Wissen. Ich weiß nicht, was passiert wäre, hätte ich nicht gelernt, mir selbst zu helfen. Die Hitzewallungen waren noch das kleinste Problem, der Kräfteverlust massiv, meine einst sonnige Psyche, wich einem großen schwarzen Loch, das mich in abgedunkelten Räumen liegen ließ, nicht mehr fähig, soziale Kontakte zuzulassen, Nähe unmöglich. Es war ein Alptraum und ich dachte jeden Tag auf´s neue, das halte ich nicht mehr lange aus.

Doch dann kam die "Erlösung", in Form von Östrogen, die ich morgens creme und abends schlucke. Progesteron kann ich nicht vertragen, das ist nicht gut, da ich noch die Gebärmutter habe. Doch die ein Jahres lange Blutung brachte ich wieder in Ordnung mit i.v.. Eisengabe und Umstellung zu jenem, wie geschrieben, zuvor 2x oral, das war zuviel. Doch meine Psyche war und bleibt das Wichtigste. Ich nehme das leichte Risiko in Kauf, künstliche Gestagene würden zwar meine Gebärmutter schützen, doch das Brustkrebsrisko erhöhen, von der Verträglichkeit mal abgesehen - ich möchte derzeit keine Experimente mehr machen, habe fast alles durch an Östrogenen,was der Markt zu bieten hat, bis ich was fand, das ich vertrage. 5 Jahre meines Lebens (54 J)! Zur Zeit baue ich meine Muskulatur wieder auf und arbeite mit orthomolekularen Substanzen, die weit mehr können, als ich dachte. Frische Luft, Bewegung, kein Stress und eine kleine Aufgabe, die Freude macht. Mein Sexualleben ist lange noch nicht wieder ok, da ich noch nicht wieder ganz auf den Beinen bin nach der langen Zeit der "Regungslosigkeit". Aber es wird, step by step.

Patty, ich las nun nicht heraus, dass es psychisch derart um Dich bestellt wäre? Doch die körperliche Belastung, die überzähligen OP´s - auch dies, ist nicht gerade ein Plus an Lebensqualität. Man braucht wahrlich keine Angst vor einer OP in einem guten Hause zu haben. Doch abzuklären auch und mit im Mittelpunkt: woher wirst Du versorgt mit Hormonen?

Ich hoffe sehr, es reihen sich Stimmen an mit gleicher, ähnlicher Problematik. Bz Hormonen konnte ich Dir vllt einen Eindruck verschaffen, der sicher nicht vollständig ist. Alles Gute für Dich!
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