Schwankender Blutdruck

Sonderforum zur kostenlosen "Online-Sprechstunde arterielle Hypertonie" bzw. Bluthochdruck. Alle Fragen werden innerhalb von 24h von Dr. med. Jäckel (Hypertensiologe DHL, Kardiologe, Nephrologe) beantwortet.

Moderatoren: jaeckel, DMF-Team

Antworten
ksebaldt
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 08.09.21, 15:26

Schwankender Blutdruck

Beitrag von ksebaldt »

Mein Blutdruck schwankt stark und scheinbar sehr willkürlich. Es sind Werte von 80/60 (also extrem niedrig) bis 170/110 dabei. Dabei gibt es Tage wo es durchgängig hoch ist, Tage an denen der Blutdruck durchgängig normal ist, Tage an denen es auch innerhalb des Tages stark schwankt (tendenziell morgens hoch, tagsüber niedrig, abends hoch - dann aber auch bis spät abends). Die Schwankungen sind auch völlig unabhängig vom Stresspegel, Bewegung oder Ernährung....zum Beispiel liegt man abends völlig entspannt auf dem Sofa und plötzlich merkt man, wie der Blutdruck in die Höhe schießt.

Therapie mit Amlodipin 2 x 5mg, Moxonidin 2 x 0,2mg (jeweils morgens und abends), Ramilich 5mg / 12,5mg (morgens).

Organisch ist eigentlich alles abgecheckt: Kardiologe, Nieren-MRT, Ultraschall, Blutwerte, Schilddrüse, Hormone. Ich bin nicht übergewichtig, trinke nicht übermäßig Alkohol, achte einigermaßen auf den Salzkonsum, bewege mich reichlich. Und nehme die Tabletten absolut pünktlich ein.

Meine Fragen:
- Tipps, was man eventuell noch abchecken könnte?
- Wie bringt man der Hausärztin bei, dass man vielleicht mal zum Hypertensiologen möchte - oder sollte man warten, bis der Vorschlag von ihr kommt?
- Taugt eine Kur dazu, einen stark schwankenden Blutdruck nachhaltig einzustellen?
- Wie entscheidend ist der Durschnitt? Wenn man zum Beispiel im Monat 20 Tage mit normalen Blutdruck hat und 10 Tage, wo es durchgängig hoch ist - besteht dann Handlungsbedarf? Bzw. wenn man über einen Tag morgens zwei Stunden und abends 4 Stunden hohen Blutdruck (150/100) hat, der Rest des Tages aber normal bis niedrig ist - gilt dann der Durchschnitt oder müssen die Spitzen raus?
- Kann ein Protonenpumpenhemmer (Omeprazol) die Wirkung der Blutdrucksenker negativ beeinflussen?
Benutzeravatar
jaeckel
Administrator
Beiträge: 8852
Registriert: 15.09.04, 10:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Schwankender Blutdruck

Beitrag von jaeckel »

Haben Sie mal eine 24-Blutdruckmessung gemacht? Wie war der Durchschnittswert?
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
ksebaldt
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 08.09.21, 15:26

Re: Schwankender Blutdruck

Beitrag von ksebaldt »

Ja, das ist allerdings schon 10 Jahre her. Den Durchschnittswert weiß ich leider nicht mehr, es kam aber damals von Internisten die Aussage: "Es schwankt bei Ihnen sehr stark und der Blutdruck ist im Mittel latent zu hoch". Eine Medikamentation wollte er mir damals nicht empfehlen..."nachher kippen Sie uns bei den niedrigen Werten noch um". Irgendwie war der temporär gefühlt hohe Blutdruck dann auch wieder weg und erst seit einem Jahr spüre ich die Blutdruckschwankungen sehr deutlich und bin dann mit der Kombi-Therapie angefangen.
Benutzeravatar
jaeckel
Administrator
Beiträge: 8852
Registriert: 15.09.04, 10:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Schwankender Blutdruck

Beitrag von jaeckel »

Eine 24-h-Blutdruckmessung ist sinnvoll und entscheidend.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
ksebaldt
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 08.09.21, 15:26

Re: Schwankender Blutdruck

Beitrag von ksebaldt »

Die 24h Messung kann ich nochmal anfragen, bin aber skeptisch, ob das Erkenntnisse bringt: Aktuell mache ich meine eigene "Messwoche" mit Messungen morgens, mittags, abends und auch stichprobenartig nachts, wenn ich mal aufwache. Ergebnis: Tagsüber normal bis leicht erhöht (Durchschnitt nach 5 Tagen: 122/79), nachts bei bislang drei Messungen jeweils niedrig (95/57). Man sollte also meinen: Alles gut eingestellt und eine 24h Messung würde das vermutlich bestätigen.

Das Problem was ich nur habe: Irgendwann kommen wieder mehrere Tage am Stück, wo es durchgängig hoch ist (bis vielleicht maximal 160/110) und man das deutlich merkt und sich schlecht fühlt. Und zwar ohne dass sich an den Lebensumständen, Ernährung, Stresspegel irgendwas geändert hat. Es kommt aus heiterem Himmel und geht dann auch irgendwann wieder.

Was ich gerne ergründen würde ist: Woran liegen diese "schlechten" Tage und was kann man tun, damit diese entweder weniger werden oder gar nicht mehr auftreten. Die Medikamentenkombi scheint ja in 80 % der Zeit zu funktionieren, nur in 20 % nicht. Oder muss man es hinnehmen, dass es halt auch mal Tage mit hohem Blutdruck (zwischen Grad 1 und knapp 2) gibt, die aber nicht gefährlich sind, wenn man zu 80 % der Zeit gut eingestellt ist?
Antworten