Nierenprobleme nach Operation?

Erkrankungen der Niere, Harnwege, Blase, Prostata

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eqwebbie
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von eqwebbie »

Die Harnmenge ist plötzlich auf 500ml gefallen, und mir tun die Nieren weh.
eqwebbie
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von eqwebbie »

Um das genauer auszuführen:
Ich war dem Rat meines Hausarztes gefolgt, der sagte "viel trinken".
Habe die tägliche Trinkmenge langsam gesteigert, und der Urin stieg auch jeden Tag um 100 ml. Als ich dann bei 3500 ml schwarzem Tee und 2000 ml Urin angekommen war (ich habe dem Hausarzt vertraut), da kam denn nur noch am Folgetag 1000 ml und am übernächsten Tag 500 ml dunkelbrauner Urin. Auf dem Niveau bin ich zur Zeit.

Daher meine Fragen:
- Können die Nieren durch zuviel Trinken in der Erholungsphase überlastet werden?
- Können sich die Nieren erneut erholen, und was sollte ich dafür tun?

Meine Nephrologensuche gestaltet sich weiterhin schwierig; habe mittlerweile bei zehn Praxen in den benachbarten Großstädten angerufen und alle hatten erst in 2 Monaten den frühesten Termin. Alle fragen nur nach Kreatinin und wollen eine Medikamentenliste sehen (nehme mangels Diagnose keine); Cystatin C interessiert keinen. Frühere Termine gibt's nur, sobald meine Nierenwerte dialysepflichtig schlecht sind.
Das wirkt auf mich so, als gebe es nur eine Infrastruktur für chronische Nierenschwäche, aber keine für akutes Nierenversagen.
Mocki
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von Mocki »

Hallo Eqwebbie,

also, dass wichtigste vorne weg , ich bin ein Leitgenosse und kein Experte .
Wie schon gesagt wir sitzen im selben Boot und ich weiß was du gerade durch machst. :kopfstreichel:
Das erste was mir auffällt ist, warum in aller Welt trinkst du schwarzen Tee und dann wunderst dich, dass der Urin dunkel ist !. Du vergiftest deine Nieren damit noch mehr
In meinen 12 Std Nachtschichten hatte ich Zeit mich durch zu lesen.
Wenn Tee, dann am besten Ingwertee oder Kräutertee, noch besser ist natürlich Wasser ( auch vermischt mit Säften).
Was die Urin Ausscheidung angeht , gab es einen Interessanten Bericht von der Charité Berlin : bei der Aufnahme von 1000 ml Wasser scheiden die Nieren 400 ml aus.
Der Rest landet im Körper (Stuhlgang, schwitzen , in den Zellen usw.). Trinkt man aber Bier , kommt die getrunkene Menge 1 : 1 wieder raus, dass heißt, Bier spült die Nieren, die von der Charité
sagen sogar, dass Bier im gesunden Masse gut für die Nieren ist.
Habe heute noch gelesen, dass der Kreatinin Wert das Maas aller Dinge ist und erst ab einem Wert von 2.00 mg/dl eine Insuffizienz vorliegt
eqwebbie hat geschrieben: 07.09.21, 19:49 - Können die Nieren durch zuviel Trinken in der Erholungsphase überlastet werden?
Wenn die Leistung der Nieren aber sehr stark eingeschränkt ist , ist dass viele trinken kontra produktiv, dass hast du aber nicht, sonst wären die anderen Werte im Keller.
Deine Nieren müssen sich aber von den Strapazen der Narkose erholen, deswegen sollst du auch viel trinken, aber bitte nach Möglichkeit, was gesundes.

Mach dich bloß nicht verrückt und messe nicht ständig deinen Urin, dass ist ein Teufels Kreis. :devil

Guck mal, mir geht es da nicht viel besser, habe schwarz auf weiß, dass meine Nieren in 4 Jahren um fast 2 cm geschrumpft sind , die Erythrozyten sind mal wieder erniedrigt und
und der Kreatinin Wert liegt sogar höher wie bei dir, mir fällt auch des Öfteren auf, dass ich trotz getrunkener Menge von 1 L nur ganz wenig Urin abgebe, da kriegt man schon Angst oder
ich bekomme schrecklichen Durst trinke enorm viel und trockne trotz dem innerlich aus (Schleimhäute und Haut).
Mein HA , hat nichts weiter unternommen, keinen Cystatin C kontrolliert oder andere Nieren Werte ich soll aber viel trinken :zuprosten ,
deswegen machte ich einen Termin beim Urologen, diesen habe ich in 4 Wo. bekommen, jetzt noch 2 Wo. ich kanns kaum abwarten und habe natürlich auch Angst.
Beim Nephrologen( in einem Dialysezentrum) hätte ich eine Überweisung gebraucht, diese habe ich aber nicht.
Es stand sogar auf der Kippe ob der Urologe mich (weil es halt Nieren sind)überhaupt annehmt.
Du kennst zumindest die Ursache deines Übels ich nicht :cry: ,
- Können sich die Nieren erneut erholen, und was sollte ich dafür tun?
[/quote]
Viel trinken, aber keinen schwarzen Tee :lol:

Es wird schon
Mocki

P.S Gucke im Postfach nach
Brigitte Goretzky
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von Brigitte Goretzky »

eqwebbie hat geschrieben: 07.09.21, 19:49 Das wirkt auf mich so, als gebe es nur eine Infrastruktur für chronische Nierenschwäche, aber keine für akutes Nierenversagen.
Hallo,

Sie haben kein akutes Nierenversagen. Ihre Blutwerte sind im Normbereich und Sie beschreiben keinerlei Symptome eines Nierenversagens. Vielleicht sollten Sie ihrem Hausarzt vertrauen und weiterhin reichlich trinken?

Viele Grüße
B. Goretzky

PS: Dass der Cystatin C-Wert nicht interessiert, wundert mich nicht. Er ist kein diagnostischer Test für Nierenversagen, sondern ziemlich unspezifisch erhöht bei diversen Problemen.
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...
eqwebbie
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von eqwebbie »

Mocki hat geschrieben: 08.09.21, 00:29 Hallo Eqwebbie,

also, dass wichtigste vorne weg , ich bin ein Leitgenosse und kein Experte .
Wie schon gesagt wir sitzen im selben Boot und ich weiß was du gerade durch machst. :kopfstreichel:
Das erste was mir auffällt ist, warum in aller Welt trinkst du schwarzen Tee und dann wunderst dich, dass der Urin dunkel ist !. Du vergiftest deine Nieren damit noch mehr
In meinen 12 Std Nachtschichten hatte ich Zeit mich durch zu lesen.
Wenn Tee, dann am besten Ingwertee oder Kräutertee, noch besser ist natürlich Wasser ( auch vermischt mit Säften).
Was die Urin Ausscheidung angeht , gab es einen Interessanten Bericht von der Charité Berlin : bei der Aufnahme von 1000 ml Wasser scheiden die Nieren 400 ml aus.
Der Rest landet im Körper (Stuhlgang, schwitzen , in den Zellen usw.). Trinkt man aber Bier , kommt die getrunkene Menge 1 : 1 wieder raus, dass heißt, Bier spült die Nieren, die von der Charité
sagen sogar, dass Bier im gesunden Masse gut für die Nieren ist.
Hallo Mocki,

vielen Dank für Deinen langen Beitrag.
Ich trinke seit 40 Jahren jeden Tag 2 bis 4 Liter schwarzen Tee, immer dieselbe Sorte. Alkohol habe ich noch nie im Leben getrunken (finde den Geruch abstoßend). Manchmal kommt noch ein halber Liter Cola oder Sprudel dazu. Daher meine ich ganz gut beurteilen zu können, was am Ende rauskommen sollte. Und zur Zeit sind das trotz 2 bis 2,5 Liter täglicher Trinkmenge nur 500 ml dunkler Urin mit Sedimenten. Komischerweise nehme ich trotzdem täglich ein halbes Kilo ab; insgesamt 5 Kilo die letzten beiden Wochen. Und das ohne Durchfall, ohne körperliche Betätigung und ohne viel Schwitzen. Liegt vielleicht daran, dass ich mich auf 1000 Kalorien pro Tag gesetzt habe.
Dunklen Urin kenne ich erst die letzten Wochen; vorher war alles immer wasserklar. Und irgendwoher muss es ja kommen, dass die Urinmenge vorige Woche bei bis zu 2 Liter lag, und jetzt auf 500 ml gefallen ist.
Sagte ich übrigens schon, dass der Hausarzt an einer Niere schon vor Jahren Zysten gefunden hat?

Privat habe ich viel Stress, der vielleicht auch "an die Nieren gehen" kann: Ich pflege einen schwerstbehinderten Angehörigen zu Hause, und ein anderes Haushaltsmitglied hat gerade inoperablen Krebs im Endstadium; das kann täglich zu Ende gehen. Da möchte ich natürlich so fit wie möglich bleiben.

Ich habe jetzt auch von vielen nephrologischen Praxen gehört, dass der Kreatinin-Wert das Maß aller Dinge ist. Gleichzeitig lese ich dann an vielen Stellen, dass das Kreatinin nur zeitverzögert ansteigt und die gängigen Werte/Formeln bei starkem Übergewicht nicht greifen. Im Gegensatz zu Cystatin C. Als Nichtfachmann macht einem das schon Angst. Ich möchte doch nur eine fachkundige Untersuchung durch einen Nephrologen und Verhaltenstipps.

Morgen werde ich wieder zu meinem Hausarzt gehen und die Werte aktuell checken lassen. Dann stellt sich vielleicht raus, ob ich krank oder übervorsichtig bin.
eqwebbie
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von eqwebbie »

Brigitte Goretzky hat geschrieben: 08.09.21, 02:52 Hallo,

Sie haben kein akutes Nierenversagen. Ihre Blutwerte sind im Normbereich und Sie beschreiben keinerlei Symptome eines Nierenversagens. Vielleicht sollten Sie ihrem Hausarzt vertrauen und weiterhin reichlich trinken?

Viele Grüße
B. Goretzky

PS: Dass der Cystatin C-Wert nicht interessiert, wundert mich nicht. Er ist kein diagnostischer Test für Nierenversagen, sondern ziemlich unspezifisch erhöht bei diversen Problemen.
Liebe Frau Goretzky,

vielen Dank für Ihren Hinweis.
Das "Swiss Medical Forum", das Fachforum der Schweizer Ärzte und Internisten, sieht das allerdings ganz anders.
Die schreiben, gerade bei Personen mit extremer Adipositas (ich habe Adipositas per magna) sei der Cystatin C-Test zuverlässiger, weil die gängigen Kreatinin-Formeln bei extremem Übergewicht Fehlergebnisse liefern würden.
In den KDIGO-Leitlinien werden drei Szenarien angeführt, bei denen es sinnvoll ist, den Cystatin-C-Wert zu bestimmen:
− Wenn die Zuverlässigkeit des Kreatininwerts als unzureichend zu beurteilen ist, wodurch unabhängig von der verwendeten Formel systematische Fehlberechnungen entstehen würden. Dies kann bei Patienten mit extremem Körpergewicht (Adipositas oder Sarkopenie) respektive solchen mit besonderer Ernährungsweise («high-proteine» oder vegetarisch) der Fall sein.
- ...
- ...
Quelle: https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2019.08085
Wie auch immer; ich habe diese Woche kurzfristig einen Termin bei einem örtlichen Nephrologen bekommen (ein anderer Patient hatte abgesagt), und hoffe auf eine eindeutige Diagnose und Verhaltensregeln. Eventuell lässt sich ein akutes Nierenversagen (auch wenn es vor 4 Wochen stattgefunden hat) ja noch auskurieren, bevor es in ein chronisches übergeht.
eqwebbie
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von eqwebbie »

Das Gespräch mit dem Nephrologen war sehr angenehm; er konnte mir viele Sorgen nehmen und vieles erklären.
Jetzt wird erst Mal ordentliche Diagnostik mit Creatinin-Clearance gemacht; danach wissen wir ob wirklich was ist.
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jaeckel
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von jaeckel »

:ironie: Hoffentlich sind die Schweizer (s.o.) damit einverstanden.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
eqwebbie
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von eqwebbie »

jaeckel hat geschrieben: 26.09.21, 09:31 :ironie: Hoffentlich sind die Schweizer (s.o.) damit einverstanden.
Letztendlich handelt es sich bei allen Fragestellern hier um Menschen, die sich Sorgen machen. Die durch widersprüchliche Informationen und (manchmal zuviel) Googeln in ihren Sorgen bestärkt wurden und sich nichts anderes wünschen als eine eindeutige Diagnose, egal wie diese ausfällt.

Daher sollen Hinweise auf anderweitige Informationen auch nie Kritik an denjenigen sein, die hier Fragen beantworten, sondern Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit und des Bemühens, widersprüchliche Infos unter einen Hut zu bekommen.

Deshalb vielen Dank für die Bereitstellung des Forums. Ich werde mich melden, wenn es etwas neues gibt, damit die Leserschaft hieraus etwas für sich lernen kann.
eqwebbie
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von eqwebbie »

Tja,
die Ergebnisse sind da, und ich bin restlos verwirrt.

Der Nephrologe meint, die Ergebnisse widersprechen sich.
Gemäß Sammelurin habe ich nur 50% Nierenleistung.
Gemäß Blutwerte habe ich normale Nierenleistung, und die Eiweißmarker zeigen keinerlei Schädigung.

Der Nephrologe meint, in drei Monaten wiederholen wir die Untersuchung und schauen, in welche Richtung es geht.
Was ist zuverlässiger - Blut oder Urin?
Brigitte Goretzky
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Re: Nierenprobleme nach Operation?

Beitrag von Brigitte Goretzky »

eqwebbie hat geschrieben: 19.10.21, 23:21 Was ist zuverlässiger - Blut oder Urin?
Beides ist zuverlässig, die Tests untersuchen aber unterschiedliche Dinge. Da kann es schon mal vorkommen, das in der Gesamtbetrachtung nicht sofort alles glasklar ist.

Sie haben jetzt einen Facharzt, der Sie untersucht hat. Warum vertrauen Sie ihm nicht einfach und gehen in drei Monaten wieder zur Kontrolle?
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