Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alkohol

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JensPla
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Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alkohol

Beitrag von JensPla » 09.05.19, 10:10

Hallo zusammen,

folgende Situation. Meine Frau und ich versuchen seit nunmehr 5 Jahren schwanger zu werden. Sie leidet unter PCO und deswegen sagte der Arzt, es sei höchst unwahrscheinlich, dass wir auf natürlichem Wege zum Kind kommen. Einige künstliche Versuche schlugen bisher fehl. Wenn wir Versuche gemacht haben, haben wir natürlich auf Alkohol verzichtet.

Nun passierte folgendes: Vor wenigen Tagen war der Test positiv, ohne dass wir eine künstliche Befruchtung gemacht haben, bestätigt heute durch den Frauenarzt, wenn auch noch unklar ob echte SS oder nur Blasenmole (das hatten wir schon 2x), klärt sich hoffentlich in 2 Wochen.

ABER: Da wir ja davon ausgingen dass es natürlich nicht klappt, hat meine Frau bei 2, 3 Feiern recht viel Alkohol getrunken und das um die Walpurgisnacht und danach an 2 weiteren Tagen auch recht heftig. Dazu noch 2,5 Gläser Wein vor einer Woche. Jetzt machen wir uns natürlich extreme Vorwürfe und haben Angst dass wir das Kind (wenn es denn eins wird) geschädigt haben, Stichwort Fetales Alkoholsyndrom (FAS)

Die Frauenärztin hat abgewunken, aber gilt dieses Alles oder Nichts Prinzip nicht nur in den ersten 14 tagen? Durch ihre unregelmäßigen Zyklen können wir leider nicht mal sagen wann genau die Befruchtung stattfand, wir wissen nur dass die FA am 4. April keinen Folikel hat sehen können. Es könnte also durchaus schon Woche 5 oder 6 sein, wo ja meines Wissens die wichtigsten Organe ausgebildet werden etwa das Gehirn.

Könnt ihr uns beruhigen oder sollte man ggf. überlegen das Kind abtreiben zu lassen? Gerade in unserer Lage wäre das natürlich fatal.

LG
Jens
Zuletzt geändert von JensPla am 09.05.19, 14:58, insgesamt 1-mal geändert.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alk

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 09.05.19, 13:26

Hallo,
fetales Alkoholsyndrom ( bitte keine Abkürzungen für Laien) trifft nur dann zu, wenn über längere Zeit bzw. ständig viel Alkohol getrunken wird. PCO und " es sei höchst unwahrscheinlich, dass wir auf natürlichem Wege zum Kind kommen"- kann man so pauschal überhaupt nicht aussagen, da PCO zunächst über die Fruchtbarkeit nicht viel aussagt. Wenn Ihre Frau jetzt in der etwa 6. SSW ist, sollte man sogar schon einen Feten sehen bzw. eine Blasenmole. Letztere produziert ja auch enorm viel HCG, sodass man an einer Blutkontrolle ebenfalls sehen kann, ob so etwas vorliegt. Fast immer aber reicht der Ultzraschall hierzu völlig aus. Machen Sie sich keine Gedanken, erst ab etwa 5/6. SSW gilt das Alles oder nichts Gesetz ( nach Prof. Knörr). Da aber der Zeugungstermin wohl absolut unbekannt ist, wird das Ganze natürlich etwas erschwert. Es bleibt nichts anderes übrig, als den nächsten Ultraschall abzuwarten, der zeitnah erfolgen sollte- schon im Hinblick auf die mögliche Mole.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

JensPla
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alk

Beitrag von JensPla » 09.05.19, 14:55

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ultraschall war heute einer, da sah man eine aufgebaute Schleimhaut und etwas das nach Fruchthöhle aussah aber keinen Embryo. Macht es denn Sinn bzw. kann man den Tag der Zeugung überhaupt bestimmen?

Man liest halt im Netz dass schon eine einmalige Intoxikation fatale Folgen haben kann, weswegen wir beunruhigt sind. Da auch mein Spermiogramm nicht optimal war, sagte der Arzt damals dass es bei der Konstellation nicht gehen wird. Und da lenkt man sich natürlich gern mit feiern ab, während alle um einen herum Kinder bekommen, zumal wir ja seit 5 Jahren ohne Verhütung unterwegs sind. Dann warten wir mal den Ultraschall in 2 Wochen ab, wobei ich ja befürchte, dass man Schädigungen in dem Bereich (z.B. Entwicklungsverzögerungen) oft dann auch erst mit dem Heranwachsen eines Kindes erkennt. Ich glaube wir sind durch die Vorgeschichte (schwer überhaupt schwanger zu werden, dann 2 Aborte in der frühen Phase) da einfach sehr sensibel. Wir waren am Ende schon so weit zu denken, es sei besser wenn es dieses mal nicht geklappt hätte um Schädigungen am Kind auszuschließen. Daher meinte ich mit "Alles oder nichts" oder ggf. das Kind auch bleibt und dann erst bei der Geburt Schäden auftreten können aufgrund des Alkohols.

LG
Jens P.

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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alk

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 09.05.19, 16:47

Hallo,
je nach Durchmesser der Fruchthöhle, sieht man schon in der 6. SSW einen Feten. Bei Ihnen wird es-wie bereits erwähnt- erschwert. Wenn man 1-2 Wochen später den Ultraschall macht, sollte absolute Klarheit bestehen. Das Alter kann man grundsätzlich bis auf einige Tage mehr oder weniger immer bestimmen, dazu hat man die frühen Messungen, gerade bei Terminunklarheiten.
"dass es bei der Konstellation nicht gehen wird"- Vorsicht bei derartigen Äußerungen, ich habe in meinen 30 Berufsjahren unglaubliche Dinge diesbezüglich erlebt.
Grüße Dr. Fischer
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JensPla
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alk

Beitrag von JensPla » 11.05.19, 13:16

Lieber Herr Fischer,

ich muss nochmal doof nachfragen. Geschehen diese "frühen Messungen" per Sicht oder ist das via Blutwert zu ermitteln?

Da wir gelesen haben, dass das Kind nach 14 Tagen etwa an den Blutkreislauf angeschlossen wird, wäre der Alkoholkonsum durchaus auch danach möglich. Entschuldigen Sie die Detailfragen aber wir sind im Moment recht verzweifelt ob unserer besonderen Gesamtsituation.

lg
Jens P.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alk

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 11.05.19, 15:13

Hallo Jens,
machen Sie sich nicht verrückt, dazu besteht kein Grund. In dieser Menge und dazu nur von sehr kurzer Dauer besteht keine Gefahr, auch wenn das Zeugungsdatum unbekannt ist.
Via Blutuntersuchung kann man das Alter ( = Gestationsalter) nicht bestimmen. Das geht nur über die Messung der Fruchtblase bzw. des Feten= sogenannte Scheitelsteißlänge.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alk

Beitrag von Angelus Noctis » 11.05.19, 20:46

Also sorry, ihr überlegt ernsthaft da Kind zu töten? Was kann das Kind denn für solche Eltern? Es gibt genug Adoptivfamilien die auch bereit sind ein Baby bei sich aufzunehmen, welches eventuell Schäden durch Alkoholkonsum davongetragen hat.
Der Fischer.

JensPla
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alk

Beitrag von JensPla » 12.05.19, 19:47

Lieber Angelus,

ob ein 4 Wochen Alter Fötus bereits als „Kind“ bezeichnet werden kann, müssten Mediziner sagen. Ich empfinde ihre Antwort jedoch halbwegs unsensibel. Wir machen uns das wirklich nicht leicht, aber wenn es etwa die Gefahr schwerer Behinderungen gibt, wäre ein Abbruch durchaus eine Option für uns und diese Entscheidung sollten die Personen treffen, die daran beteiligt sind.

Angelus Noctis
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alk

Beitrag von Angelus Noctis » 12.05.19, 20:42

Wieso geht man dann überhaupt das Risiko einer Schwangerschaft ein, wenn man kein behindertes Kind möchte? Das verhütet doch einfach besser.

Unsensibel sind ja wohl die Leute die einem behinderten Menschen den Tod wünschen. Ich hoffe für dich, dass du nicht auch mal behindert wirst.
Der Fischer.

JensPla
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alk

Beitrag von JensPla » 16.05.19, 17:13

Eine Nachfrage:

Wir haben nun HcG Werte.

9.5. 126
15.5 3500

Kann man aus den Werten ungefähr das Datum der Empfängnis ausrechnen?

LG
J.P.

JensPla
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alkohol

Beitrag von JensPla » 22.05.19, 13:20

Was ist eigentlich mit Artikeln wie diesem? Die dort beschriebene Situation klingt unsrer nicht unähnlich und das Ergebnis ist recht schrecklich: https://chrismon.evangelisch.de/artikel ... ment-27031

Oder soll hier christlich vermittelt werden dass Abtreibungen tabu sind? Wir stehen Nach wie vor vor der Frage behalten wir das Kind oder nicht. Wir könnten vermutlich nicht damit leben es für immer geschädigt zu haben.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schwanger obwohl eigentlich extr. unwahrscheinlich + Alkohol

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 22.05.19, 14:52

Hallo Jens,
ignorieren Sie diesen Artikel und andere Internetseiten diesbezüglich. Aus dem Artikel geht überhaupt nicht hervor, wieviel und wie lange die Patientin getrunken hat. Nur einige Tage? Evtl. chronische Alkoholikerin? in welcher SSW usw?
Aus dem ß-HCG kann man nicht sagen, auch kein Schwangerschaftsalter. Die Streubreiten und Schwankungen sind viel zu groß.Man kann lediglich sagen, dass der Wert gut gestiegen ist.Vergessen Sie auch- wenn Sie im Netz gelesen haben sollten-die Verdoppelungszeit des HCG innerhalb 24 Std. Das bringt alles nichts. Ihre Partnerin müsste ja auch inzwischen in einer SSW sein, wo man schon einiges ausmessen kann. Bei diesem Wert sieht man eindeutig die Fruchtblase und einen kleinen Feten von wenigen mm. Statt den ß-HCG zu bestimmen, hätte man besser einen US gemacht.
Die Kommentare von Angelus ignorieren Sie am besten, ich kenne ihre Beiträge und da steigt gelegentlich mein Blutdruck kräftig. Mehr darüber zu sagen verbietet die Höflichkeit.
Grüße Dr. Fischer
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