Thorax Röntgenbefund - Begiffserklärung

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nouvaleur
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Thorax Röntgenbefund - Begiffserklärung

Beitrag von nouvaleur » 20.02.19, 20:19

hallo, mit Bitte um fachliche Erklärung
es heisst in dem Befund:

- tiefstehende, abgeflachte Zwerchfelle
- Randsinus beiderseits frei einsehbar
- vermehrte Strahlentransparenz mit Rarefizierung der perihylären Lungengefässe
- Verbreiterung des Retrosternalraumes
- vermehrte Brustkyphose

was kann dabei bedenklich sein?
danke für einen Hinweis

jaeckel
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Re: Thorax Röntgenbefund - Begiffserklärung

Beitrag von jaeckel » 23.02.19, 08:31

Hallo nouvaleur.
nouvaleur hat geschrieben:tiefstehende, abgeflachte Zwerchfelle
ein typischer Befund bei Lungenemphysem oder COPD
nouvaleur hat geschrieben:Randsinus beiderseits frei einsehbar
Normalbefund: Abwesenheit von Verschattungen (Ergüssen o. Infiltraten)
nouvaleur hat geschrieben:vermehrte Strahlentransparenz mit Rarefizierung der perihylären Lungengefässe
weiterer Hinweis auf Lungenemphysem
nouvaleur hat geschrieben:vermehrte Brustkyphose
Verkrümmung der Brustwirbelsäule
nouvaleur hat geschrieben:Verbreiterung des Retrosternalraumes
Retrosternalraum: Raum zwischen Brustbein und den inneren Organen, die sich im Mediastinum befinden;kann mit der Verkrümmung der Wirbelsäule zusammenhängen
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

nouvaleur
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Re: Thorax Röntgenbefund - Begiffserklärung

Beitrag von nouvaleur » 23.02.19, 22:01

haben Sie vielen Dank für Ihre Auskunft

darf ich noch etwas nachfragen?
Patientin, jetzt 71, hat bis vor 28 Jahren stark geraucht, dann nie wieder.
vor ca 8 Jahren Diagnose Asthma, bisher ohne Anfallssymptomatik.
neuerdings: Diagnosen COPD, Emphysem (obiger Röntgenbefund, also die "unheilige Dreifaltigkeit")
Symtomatik: allgemeine Luftnot (nicht sehr ausgeprägt) gegenüber früher, insbesondere im Rückenlage, daher Schlaf nur in Seitenlage möglich. geringere Belastungsfähigkeit. Patientin versteht nicht wie es trotz so langer Nikotinabstinenz noch dazu kommen konnte. Hat allerdings nie Ausdauersport oder Gymnastik betrieben. Immer im Beruf (Büro) gestanden.

Medikamente: Foster-Nexthaler Spray gegen Asthma, Spirifa-Respimat gegen Emphysem
sind nachteilige Nebenwirkungen zu erwarten?

mein Verständnis:
Astha: chronisch emtzündlicher Zustand der feinen Bronchien mit oder ohne krampfartige Verengungen
COPD: dauerhafte Wandveränderungen/Verengungen selbiger Bronchien
Emphysem: chronische Erweiterung und Strukturveränderung der anhängenden Lungenbläschen mit nachteiligem Einfluss auf den Gasaustausch
alle eingetretenen Zustände nicht rückbildungsfähig, sondern nur symtomatisch zu behandeln, um Fortschreiten zu vermeiden.
Frage Lebensführung: öfter Bewegung an frischer Luft, leichter Sport, Wassergymnastig seit neuestem, Alkoholkonsum wie immer schädlich? Aufenthalt an der See einmal im Jahr?
Medikamentierung angemessen?
Welchen Rat kann man Patientin zusätzlich geben?

danke und Gruß

jaeckel
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Re: Thorax Röntgenbefund - Begiffserklärung

Beitrag von jaeckel » 24.02.19, 10:54

nouvaleur hat geschrieben:vor ca 8 Jahren Diagnose Asthma, bisher ohne Anfallssymptomatik.
Wahrscheinlich war das damals schon eine COPD. Bestehen Allergien, Heuschnupfen etc.?
nouvaleur hat geschrieben:öfter Bewegung an frischer Luft, leichter Sport, Wassergymnastig seit neuestem
Bewegung ist fast bei allen Erkrankungen der Gesundheit förderlich.
nouvaleur hat geschrieben:Alkoholkonsum wie immer schädlich?
Mäßiger Konsum ist bei einer COPD nicht kontraindiziert. Allgemeine Ratschläge zur Lebensführung und zur richtigen Inhalationstechnik finden Sie auf https://www.atemwegsliga.de/.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
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nouvaleur
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Re: Thorax Röntgenbefund - Begiffserklärung

Beitrag von nouvaleur » 25.02.19, 18:28

danke Herr Dr. Jäckel
nein, keine Allergien, kein Heuschnupfen, soweit ich vernommen habe.
kann es sein, dass gar kein Asthma vorliegt, sondern "nur" COPD, da nie Anfälle auftraten?
Wie wird Asthma in Abgrenzung zu COPD festgestellt, z.b. im vorliegenden Fall (wenn nie Anfälle auftraten)? (Hatte selbst einmal akutes Asthma nach Bronchialinfekt, beim Abhören war Quietschen, feines Rasseln, Pfeifen zu hören, verschwand nach Wochen durch eine kombinierte Pulverinhalation).
Emphysem ist offenbar vorhanden (Röntgenbefund). Folge einer langdauernden Luftstrombehinderung?
Wenn auf diese Situation eine Lungenentzündung käme - Lebensgefahr? Wäre Impfung gegen Pneumokocken ratsam?

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könnte fast meine Geschichte sein

Beitrag von hilda » 28.02.19, 13:43

@nouvaleur
Ich bin 67 und habe bis vor 27 Jahren stark geraucht ( 18 Jahre lang). Nur mit Hilfe eines Nikotinersatzkaugummis konnte ich wirklich problemlos dauerhaft aufhören. Dann ging es mir von Seite der Lunge einige Jahre sehr gut. Dann begann allerdings eine Pollenallergie. Von dort her bekam ich bald ( Etagenwechsel) im Frühjahr oft einen quälenden Husten , der mich zu Lungenärzten führte. Nach etwa 7 ( !!) Jahren bekam ich endlich die richtige Diagnose und eine eine Antiallergiebehandlung Es war dann 10 Jahre lang Ruhe !!! Ich reagierte normal nach Infekten!! Ich wurde sogar zu einer erfolgreichen Volksläuferin ( unter den Ersten meiner Altersgruppe bei Wettbewerben). Was ich empfehle: Lungenärzte können Untersuchungen machen , mit denen sie Veränderungen recht genau feststellen können. ( Plethysmographie) . Nach einer teuflischen Erkältung Oktober 2018 will der Husten einfach nicht so richtig verschwinden. Er kam auch irgendwie aus der Tiefe , was ich bisher nicht kannte . Es ergab sich erstmals eine leichte Obstruktion , also eine Verengung der Bronchien. ( Spirometrie war aber gleich wie immer , 120 %). Die Obstruktion könnte von einer Schwellung der Bronchien herstammen nach Meinung des Arztes ( Bronchitis). Ich habe immer noch einen leichten Reizhusten , aber körperliche Belastung löst nichts mehr aus. Der Husten scheint von kalten oder scharfen Speisen zu kommen oder einfach nur davon , dass ich an nichts Anderes mehr denken kann. Mein Lungenröntgenbild wurde vom Radiologen nicht beanstandet. Auch eine Breischluckuntersuchung war in Ordnung. Der Lungenfacharzt sagte zumindest gar nichts dazu. p.S. . Eine neue Sensibilisierung ist auch aufgetreten ( Birke). Es kommt also eine Baustelle dazu.
Jetzt plagt mich die Angst vor den Spätfolgen des Rauchens ( Krebs) : Ein normales CT hat eben leider eine hohe Strahlenbelastung. Ich habe aber ein erhöhtes Risiko gegenüber einer Person , die nie geraucht hat. Ich würde sofort eine Low Dose CT Untersuchung machen oder eine MRT Untersuchung zur Abklärung ( Röntgen zeigt vieles nicht). Wenn der trockene Husten nicht ganz aufhört , wird man mehr abklären müssen.
Sind Sie bei einem Lungenfacharzt in Behandlung? Asthmadiagnose.: Es gibt einfache Tests dazu. Mein Lungenarzt spricht auf einmal von einem hyperreagiblen Bronchialsystem , obwohl nie ein Test dazu gemacht wurde. Ich lese jetzt sehr viel über Lungenkrankheiten im Internet ( zu viel vermutlich). Eine COPD lässt sich demnach ganz gut zum Stillstand bringen und das Allgemeinbefinden lässt sich verbessern. Weshalb ich schreibe? Man sucht den Austausch mit anderen Exrauchern. Vergessen darf man diesen Fehler wohl nie mehr.

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