geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Moderator: DMF-Team

Geduldsfaden
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 20.02.17, 15:54

geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Geduldsfaden » 27.02.17, 10:56

Ist es möglich, daß der Inhalt einer geplatzten, großen Eierstockzyste, der sich in den Bauchraum ergießt, den Ischiasnerv reizt und zu Taubheitsgefühlen im Fuß führen kann? Nach einer neurologischen Untersuchung konnte ausgeschlossen werden, daß etwas auf den Nerv drückt - weder im Beckenbereich noch an der Wirbelsäule/ Bein.
Da viele größere und kleinere Zysten vorhanden waren und das vorangehende MRT einige Jahre alt ist, kann nicht mehr nachvollzogen werden, ob eine Zyste fehlt. Es könnte sich z.B. auch eine andere Zyste vergrößert haben und inzwischen den Platz der geplatzten Zyste eingenommen haben.
Könnte der Inhalt einer geplatzten Zyste im Bauchraum auch in die Gebärmutter (Vorderwand) gelangen oder ist das ausgeschlossen?

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12329
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 27.02.17, 12:37

Guten Tag, ( keine Anrede?)
"Ist es möglich, daß der Inhalt einer geplatzten, großen Eierstockzyste, der sich in den Bauchraum ergießt, den Ischiasnerv reizt und zu Taubheitsgefühlen im Fuß führen kann"- nein, ist nicht möglich, es gibt Fälle ( z. B. Ascites usw.), wo sich mehrere Liter Wasser im Bauchraum befinden und dennoch drückt nichts auf einen Nerven.
"Könnte der Inhalt einer geplatzten Zyste im Bauchraum auch in die Gebärmutter"- das ist bei größeren Mengen möglich und klinisch nicht relevant. Vor allem " wandert " ja jegliche Flüssigkeit im Bauchraum durch ständig sich verändernde Körperstellungen. Flüssigkeit bleibt lediglich im sogenannten Douglasraum, der tiefsten Stelle der Bauchhöhle.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Geduldsfaden
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 20.02.17, 15:54

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Geduldsfaden » 27.02.17, 12:58

Guten Tag Herr Dr. Fischer (auch andere Mitleser dürfen sich angesprochen fühlen),

sorry, für die nicht vorhandene Anrede. Und vielen Dank für die schnelle Antwort!!!
Ich dachte hierbei nicht an Druck auf den Nerv. Eine geplatzte Zyste führt doch häufig zu Entzündungen. Und wenn der Nerv von einer (aggressiven? sauren?) Flüssigkeit umspült wird, könnte er sich vielleicht auch entzünden oder zumindest gereizt werden? Oder ist so etwas beim Nerv ausgeschlossen? Die Schmerzen nach einer geplatzten Zyste sind, wenn man Betroffene fragt, spätestens nach 5-7 Tagen vorbei. In diesem Fall bestehen sie aber schon rund einen Monat, jedoch im Bein, im Bauch wurde nichts außergewöhnliches bemerkt.

Was ist das in der Regel für eine Flüssigkeit in den Zysten? Eine Entzündung und Übersäuerung wäre doch ein idealer Nährboden für bösartige Gewebeveränderungen. Oder geht man davon aus, das sich diese Flüssigkeit nach ein paar Tagen abgebaut wird und der Einfluß daher äußerst gering ist?

Zysten bewirken doch meist eine Erhöhung der Tumormarker (Ca 125, Ca 72-4) im Blut, Entzündungen ebenfalls. Kann man ungefähr sagen, welche Erhöhungen bei einem solchen Fall üblich sind? Doppelte, dreifache oder fünfache Werte? Oder gar noch höher?

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12329
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 27.02.17, 14:25

Guten Tag,
Der Zysteninhalt ( aus den Ovarien) ist nicht sauer und reizt nicht das umliegende Gewebe und verursacht keine Entzündungen. Ich habe hunderte von geplatzten Zysten, darunter auch die seltenen Riesenkystome, gesehen. Die austretende Flüssigkeit verursacht auch keinen Krebs und ist kein Nährboden für jegliche Erkrankungen, auch nicht für Entzündungen, da diese Flüssigkeit steril ist. Tumormarker sind fast immer nur bei malignen Ovarialtumoren erhöht ( Ausnahmen gibt es) und leider auch eben nicht immer zu 100 %. "Normale" Zysten- damit meine ich jetzt die benignen ( gutartigen), machen selten eine Erhöhung. Lassen Sie sich nicht durch Google und Co in die Irre führen. Z.B. das CA 125 geht selbst bei Gesunden bis zu 35 U/ml, und bis 65 U/ml bei benignen Erkrankungen ( Adnexitis, Endometriose, andere entzündliche Beckenerkrankungen, >Peritonitis, Darmverschluß, Magen-Darm-Erkrankungen, sogar bei Lebererkrankungen usw.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Geduldsfaden
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 20.02.17, 15:54

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Geduldsfaden » 01.03.17, 17:04

Guten Tag Herr Dr. Fischer,

vielen Dank für die schnelle und ausführliche Erklärung. Dann scheidet eine geplatzte Zyste wahrscheinlich als Ursache aus. Auf dem MRT war auch nichts davon zu erkennen. Jetzt wurden entzündete Nervenenden, die aus der Lendenwirbelsäule austreten, erkannt und behandelt. Die Ursache dafür ist jedoch weiterhin unbekannt.
Leider sind die Tumormarker Ca 125 noch höher, liegen seit 6 Jahren zwischen 83 und 98, sind jedoch weitgehend konstant. Das deutet dann vielleicht doch eher auf eine chronische Entzündung hin? Neben den mit Flüssigkeit gefüllten Zysten (jeweils bis zu etwa 10cm groß!) ist noch ein gutartig aussehender, zystischer Eierstocktumor vorhanden, der sich auch seit 6 Jahren unverändert im MRT darstellt und auch über 10cm groß ist.
Lediglich vor 4 Jahren traten plötzlich heftige Unterbauchschmerzen auf (Aufrichten und Laufen war nur schwer möglich, ähnlich einer Blinddarmentzündung), die etwa einen Tag anhielten und dann schlagartig aufhörten. In der Notaufnahme wurde damals eine Ultraschallaufnahme und ein MRT gemacht, ohne jedoch die Ursache für die Schmerzen ausfindig machen zu können. Dabei wurde ein Ca 125 von 512 !!! gemessen. Nicht das es doch eine (unerkannte) Blinddarmentzündung war?
Einige Zeit später lag der Ca 125 wieder bei den bei der Patientin "üblichen" 90 U/ml. Natürlich ist das zu hoch, aber warum? Und warum so konstant zu hoch? Der zystische Tumor wären dann wohl keine ausreichende Erklärung dafür, obwohl dessen Größe schon erheblich ist und fast den gesamten Bauchraum ausfüllt, allerdings auf der dem betroffenen Nerv gegenüberliegenden Seite. Da sich über die Jahre nichts veränderte, wurde die angeratene OP erst einmal vergeschoben, ist jetzt jedoch für die nahe Zukunft geplant. Ist es auch schulmedizinischer Sicht sinnvoll bzw. möglich, nur den einen Eierstock mit dem großen zystischen Tumor herauszunehmen und den zweiten, ebenfalls mit kleineren Zysten besetzen, im Körper zu belassen - zumindest falls sich bei der OP kein Verdacht auf bösartiges Gewebe herausstellen sollte? So könnte der verbliebende Eierstock doch die Hormonproduktion übernehmen und die Patientin (Mitte 40) wäre nicht auf Medikamente angewiesen. Würden sich mit der Zeit die verbleibenden Zysten vergrößern, käme die Patientin so über die Wechseljahre und dann wäre eine OP des zweiten Eierstocks auch nicht mehr so problematisch in Bezug auf die Hormonproduktion.

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12329
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 01.03.17, 17:28

Guten Tag,
"Ist es auch schulmedizinischer Sicht sinnvoll bzw. möglich, nur den einen Eierstock mit dem großen zystischen Tumor herauszunehmen und den zweiten, ebenfalls mit kleineren Zysten besetzen, im Körper zu belassen - zumindest falls sich bei der OP kein Verdacht auf bösartiges Gewebe herausstellen sollte"- ja, das ist durchaus möglich, allerdings sollte man trotzdem eine repräsentative Biopsie aus dem anderen Ovar entnehmen. Allerdings muß ich sagen, dass man früher in derartigen Fällen nicht lange " fackelte" und den Patientinnen in solchen Fällen empfahl, beide Ovarien sich entfernen zu lassen. Man kann-wenn man sorgfältig präpariert- auch den anderen Eierstock bzw. dessen Zyste operieren unter Belassung eines Restovars, was meist für die hormonelle Versorgung völlig ausreicht.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Geduldsfaden
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 20.02.17, 15:54

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Geduldsfaden » 04.03.17, 11:00

Guten Tag Herr Dr. Fischer,

vielen Dank für die Beschreibung. Die Gewebeentnahme stellt doch immer auch ein Risiko dar? Es gibt ja auch "schlafenden Krebs", der Jahre vor sich hin schlummert, doch wenn der durch Gewebeentnahme oder OP geweckt wird, explodiert er förmlich. Nur was wäre die Alternative? Gleich den ganzen Eierstock ungeprüft herausnehmen?

Haben Sie evtl. noch eine Vermutung/ Erfahrungen bei zu konstant zu hohen Tumormarkern? Bis 500 sagt man ja "Graubereich". Könnte der große zystische Tumor eine Erklärung für langjährige Werte um die 90 sein oder ist das eher ungewöhnlich und man kann noch weitere Ursachen vermuten?

Dann noch eine Frage zur Gebärmutter-Ultraschalluntersuchung. Neben den beiden langjährig bekannten Myomen
wurde noch eine verdächtige Stelle gefunden: "an der uterus-vw stellt sich ein 32x35mm Tumor (Myom?Malignom?Sarkom?) mit nicht myomtypischer Hypervaskulisation mit unregelmäßiger Begrenzung dar"

Kann man bei dieser Beschreibung davon ausgehen, daß sich die fragliche Stelle in der Gebärmutterschleimhaut (und nicht im Muskelgewebe) befindet, denn nur in der Schleimhaut wäre meines Wissens mit einer Gewebeentnahme eine sichere Diagnose möglich.
Unregelmäßige Begrenzung und evtl. beginnende Selbstversorgung sind ja meist kein gutes Zeichen, aber man kann es eben nicht genau erkennen. Es kann auch harmlos sein, deswegen geplante Gewebeentnahme. Kann man zu dem Risiko einer Krebsauslösung/ Streuung bei der Gewebeentnahme eine Aussage machen? Es dauert ja mind. eine woche, bis der Befund dann vorliegt und in der Zeit könnte sich im Falle eines Falles ein eventueller Krebs schnell ausbreiten.

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12329
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 04.03.17, 13:37

Hallo,
"Könnte der große zystische Tumor eine Erklärung für langjährige Werte um die 90 sein "- ja, kann gut möglich sein.
"an der uterus-vw stellt sich ein 32x35mm Tumor "- klingt eher nach einer Veränderung im Uterus.
" Risiko einer Krebsauslösung/ Streuung bei der Gewebeentnahme eine Aussage machen?"- kann man, tgl. werden tausendfach solche Gewebeentnahmen durchgeführt- von Gynäkologen, von allen chirurgisch tätigen Kollegen, die Streuung durch eventuelle Biopsie in ein Gewebe kann man vernachlässigen, natürlich erst recht in meinem Fach, wenn man z.B. bei Verdacht auf ein Endometriumkarzinom curettiert.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Geduldsfaden
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 20.02.17, 15:54

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Geduldsfaden » 08.03.17, 12:10

Guten Tag Herr Dr. Fischer,

vielen Dank, dann haben wir auch dafür eine Erklärung. Ja natürlich hat sich an der Gebärmutter etwas verändert. Wäre aber auch möglich, daß die Veränderung schon vor Jahren stattfand, auf dem MRT ist sie ja bis heute nicht zu sehen. Deswegen wurde eine ältere Ultraschalluntersuchung angefordert, um die Aufnahmen zu vergleichen. Es exisitieren ja einige Fotos davon.
Natürlich werden täglich tausendfach Gewebeentnahmen durchgeführt - aber wie kann man sich da so sicher sein? Wie will man ausschließen, daß bei den 5-10% der Patienten, wo sich der Krebs trotz Anfangsstadium und anschließender vollständiger Entfernung weiter ausbreitet, nicht doch die Gewebeentnahme die bzw. eine wesentliche Ursache war? Gibt es evtl. eine Studie dazu?

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12329
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 08.03.17, 12:43

Guten Tag,
Studien gibt es sicher, sind mir aber nicht bekannt, im klinischen Alltag kommen wir leider in vielen Fällen um Gewebeproben bzw. Punktionen nicht umhin, um eine Diagnose zu sichern.
Tumorverschleppung wird immer wieder diskutiert. Man darf aber auch nicht vergessen, dass es Tumorarten gibt, bei denen man davon ausgeht, dass auch in Frühstadien schon Mikrometastasen vorhanden sind, die auch nach Jahren plötzlich im Knochen, Lunge oder sonst wo in Erscheinung treten. Daher macht man ja auch in vielen Fällen eine sogenannte adjuvante Chemotherapie.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Geduldsfaden
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 20.02.17, 15:54

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Geduldsfaden » 19.03.17, 21:36

Guten Tag Herr Dr. Fischer,

vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen. Vielleicht streut ja jeder Tumor abhängig von seiner Größe. Ein kleiner mit 3mm wenig, ein großer mit 100mm Durchmesser vielleicht 37.000 mal mehr, abhängig natürlich von der Tumorart? Wenige Krebszellen kann der Körper vielleicht noch eliminieren, aber irgendwann schafft er es nicht mehr?

Zum Glück war die entnommene Gewebeprobe gutartig. Das Ergebnis war überraschenderweise schon nach drei Werktagen da, üblicherweise dauert es wohl sonst 7-10 Tage. Der Arztbrief vom Tag der Gewebeentnahme ist aber (für mich) etwas schwierig zu deuten: "an der Uterusvorderwand ließ sich die sonographisch vorbeschriebene, teils polypöse teils derbe Struktur darstellen. Es erfolgte eine fraktionierte Abrasio, die Struktur konnte nicht abgetragen werden, klinisch v.a. subseriöses Myom."

Was bedeutet "Struktur konnte nicht abgetragen werden"? Eine Gewebeprobe wurde ja entnommen und ein Teil der Schleimhaut kann - so denke ich - immer abgetragen werden? Wurde vielleicht zusätzlich versucht, etwas vom Myom zu entnehmen, was nicht gelang? Ist dies bei Myomen so üblich?

Zum Ausgangsproblem Ischiasnerv: an der Wirbelsäule konnte nichts gefunden werden. Lt. Neurologen befinden sich die großen Eierstockzysten auf der anderen Seite und können nicht direkt auf den Nerv drücken. Die aus der der Lendenwirbelsäule austretenden Nervenwurzeln sind entzündet. Ursache unbekannt, evtl. kämen auch Viren in Betracht (Elsberg-Syndrom), aber auch da konnte bislang nichts nachgewiesen werden.
Ein hinzugezogener Neurochirurg meinte, der betroffene Ischiasnerv sei auf dem MRT auf der betroffenen Seite völlig anders geformt als auf der Gegenseite. Also drückt da vermutlich doch etwas drauf und überstellte erneut in die Gynäkologie. Dort teilte man dann mit, daß man sich von der Zysten-OP der Eierstöcke und ggf. Entfernung der Gebärmutter keine sicheren Verbesserungen der Ischiasnerv-Problematik verspräche.

Könnten nicht die Zysten z.B. auf den Darm drücken und dieser dann auf den Nerv? Der Platz im Bauchraum ist bereits durch die Zysten bzw. den zystischen Tumor ausgefüllt und wenn diese nicht mehr größer werden können, steigt womöglich der Druck im Bauchraum?

Bitte entschuldigen Sie meine vielen Fragen - seit Wochen ist keine Erklärung für die - abends immer stärker werdenden und kaum mit Schmerzmitteln zu ertragenden Ischiasschmerzen in Sicht.

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12329
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 20.03.17, 08:18

Guten Tag,
wurde eine Bauchspiegelung und zusätzlich eine Ausschabung durchgeführt? Nach Ihrer Beschreibung ist mir alles unklar. Gewebeprobe aus welchem Organ? Subseröse Myome sieht man bei der Laparoskopie und könnte eine Probe entnehmen, ist aber völlig unnötig. Mittels Abbrasio kann man nur Endometriumschleimhaut gewinnen, da ein subseröses Myom an der Aussenwand des Uterus liegt, kann man diese Art von Myomen nur über die Laparoskopie operieren.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Geduldsfaden
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 20.02.17, 15:54

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Geduldsfaden » 20.03.17, 16:35

Hallo Herr Dr. Fischer,

vielen Dank, vom Bauchraum gibt es bislang nur zwei MRT´s. In der Gebärmutter wurde zusätzlich eine Sonographie durchgeführt, dabei das fragliche Objekt entdeckt. Dann wurde in der Gebärmuttervorderwand die Ausschabung vorgenommen und dabei weitere Fotos gemacht. Aus der Beschreibung vermutete ich, daß an der Schleimhaut geschabt wurde und zusätzlich am dort befindlichen Myom. Auf dem Fotos sieht es aus wie eine Wolke gleichmäßig verteilter Leberflecken, die sich nach hinten hin verdichten. Dort wurde wohl dann das Gewebe entnommen. So richtig kann ich die Formulierung auch nicht deuten. Leider hat die Patientin zum Termin nicht alles ausreichend hinterfragt, so das nun Rätselraten angesagt ist.
Nun soll vor der OP des zystischen Eierstocktumors noch eine Darmspiegelung gemacht werden, um zu schauern, ob der zystische Tumor ggf. in den Darm ragt. Dort gab es aber bislang keine bekannten Probleme.

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12329
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 20.03.17, 17:29

Hallo,
"klinisch v.a. subseriöses Myom.""- kann kaum sein, sehen Sie sich im Netz einmal Bilder dieser Myome an. Es muß sich um ein submucöses Myom handeln, nur an die könnte man anlässlich einer Abrasio heran kommen.
"zystische Tumor ggf. in den Darm ragt"- höchstens an den Darm, wohl kaum in den Darm, denn so etwas kommt nur bei extrem fortgeschrittenen bösartigen Tumoren vor und dann hätte man Blutungen usw, allenfalls kann ein Ovarialtumor sich mit seiner Aussenwand an Darmschlingen anlagern.
Es bleibt also nach wie vor-zumindest für mich auf Grund der Angaben- sehr unklar.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Geduldsfaden
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 18
Registriert: 20.02.17, 15:54

Re: geplatzte Zyste Auswirkung auf Nerv und Gebärmutter?

Beitrag von Geduldsfaden » 26.03.17, 09:22

Guten Tag Herr Dr. Fischer,
vielen lieben Dank für die Erklärung! Stand aber tatsächlich so im Arztbrief. Ich habe das jetzt auch nachgelesen: subseriöse Myome befinden sich an der Außenwand, im Innern an der Schleimhaut handelt es sich um submucöse Myome. Oder gibt es auch Myome, die so ins Muskelfleisch eingewachsen sind, daß sie innen und außen gleichzeitig wahrnehmbar sind? Es exisitieren auch Aufnahmen der Untersuchung, könnte ich Ihnen diese ggf. per PN zusenden oder ist das hier nicht gewünscht/ zulässig?
Entweder weiß die Klinik wirklich nicht so recht was sie tut, hat versehentlich den falschen Begriff eingesetzt oder schlußfolgert daraus, das vom Myom nichts abgetragen werden konnte, daß es - wie sich bei der Untersuchung herausstellte - doch nicht innen sondern außen ist???
Jedenfalls ist nun das Vertrauen in die Klinik nicht mehr besonders groß, von einer weiteren Behandlung wurde vorerst Abstand genommen, zumal mitgeteilt wurde, daß man auch nach einer OP nicht mit einer Änderung der Ischiasproblematik rechnet.
Die Darmspiegelung wollte eine andere Klinik durchführen. Ist so eine Untersuchung den üblich? Blutungen oder Verdauungsprobleme gab es nicht. Vielleicht wollte sich der die OP durchführende Arzt nur absichern, daß sich der große zystische Tumor nicht im Darm "verfangen" hat, was u.U. zu Komplikationen bei der OP führen könnte oder ist das bei einem gutartigen Tumor eher unwahrscheinlich?

Antworten