Sterbehilfe

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Sterbehilfe

Beitrag von sterbehilfe » 13.02.14, 20:26

Hallo :)

Aufgrund von http://www.oe24.at/welt/Belgien-beschli ... /132217484 habe ich selbst einen kleinen Text formuliert, der sich für die aktive Sterbehilfe ausspricht:
In mancher Hinsicht werden in Österreich Tiere humaner behandelt
als Menschen. Leidet ein Tier und besteht keine Hoffnung mehr, dem Tier
zu helfen, gewährt man ihm den Gnadenschuss. Doch die Menschen lassen
wir leiden bis sie selbst den Geist aufgeben. Grund ist, weil in
Österreich die aktive Sterbehilfe verboten ist.

Doch es gibt Länder, wo eine aktive Sterbehilfe erlaubt ist:

- Holland:

In Holland dürfen Ärzte eine aktive Sterbehilfe ausführen.

- Belgien:

Erlaubte schon 2002 die aktive Sterbehilfe. Seit 2014 ist Belgien das
erste Land weltweit, in dem eine Sterbehilfe auch für schwerkranke
Kinder erlaubt ist.

- Luxenburg

Doch warum sind so viele Politiker gegen die aktive Sterbehilfe? Weil sie
es noch immer mit Mord verwechseln? Angehörige schwer kranker und
unheilbarer Verwandter würden es nie “Mord”, sondern “Erlösung”
nennen.

Natürlich ist es schwer zu entscheiden, wann eine aktive Sterbehilfe zu
rechtfertigen ist. Ganz besonders, wenn die Person nicht mehr selbst in
der Lage ist, sich eine aktive Sterbehilfe zu wünschen. Bei Kindern
fällt so eine Entscheidung naturgemäß ebenfalls schwer. In diesen
Fällen ist es umso wichtiger, klare Richtlinien zu definieren, die nicht
irgendwie falsch interpretiert werden können.

Jedes Lebewesen stirbt irgendwann. Jeder sollte selbst nicht nur darüber
entscheiden dürfen, wie er lebt, sondern auch wie er stirbt. Nur so kann
man in Würde sterben.
Was ist eure Meinung zu diesem Text? :)
Zuletzt geändert von sterbehilfe am 13.02.14, 20:48, insgesamt 1-mal geändert.

dora
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von dora » 13.02.14, 20:35

ich würde das lieber im Unterforum med. Ethik sehen, aber egal

die Gesetzeslage ist bein uns so, dass keine aktive Sterbehilfe gegeben werden darf.
Ich persönlich würde mir auch wünschen nicht unnötig leiden zu müssen, den Zeitpunkt eben bei unheilbaren Krankheiten im Endstadium selbst bestimmen zu dürfen. Leider kann man das zu diesem Zeitpunkt dann oft selbst nicht mehr, und wenn doch so darf das in Deutschland nicht praktiziert werden.
Es sit natürlich auch mal die Seite des Arztes zu sehen, nicht jeder möchte sowas viellt. ausführen wollen oder gar müssen.
Das Thema ist eig. sehr umfassend, heikel und wird hier nicht zum ersten mal diskutiert.

http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... 7&t=104737

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Re: Sterbehilfe

Beitrag von sterbehilfe » 13.02.14, 21:03

Wie gefällt dir denn die Formulierung von diesem Text? Habe den jetzt noch ein klein wenig umgeändert:
In mancher Hinsicht werden in Österreich Tiere humaner behandelt
als Menschen. Leidet ein Tier und besteht keine Hoffnung mehr, erlöst
man es von seinem Leiden. Doch die Menschen lassen wir leiden bis sie
selbst den Geist aufgeben. Grund ist, weil in Österreich die aktive
Sterbehilfe verboten ist.

Doch es gibt Länder, wo eine aktive Sterbehilfe erlaubt ist:

- Holland:

In Holland dürfen Ärzte eine aktive Sterbehilfe ausführen.

- Belgien:

Erlaubte schon 2002 die aktive Sterbehilfe. Seit 2014 ist Belgien das
erste Land weltweit, in dem eine Sterbehilfe auch für schwerkranke
Kinder erlaubt ist.

- Luxenburg

Doch warum sind so viele Politiker gegen die aktive Sterbehilfe? Weil sie
es noch immer mit Mord verwechseln? Angehörige schwer kranker und
unheilbarer Verwandter würden es nie “Mord”, sondern “Erlösung”
nennen. Oder ist jeder Mensch nur noch ein Handelsgut, mit dem man
auch dann noch gut verdienen kann, wenn es schon halbtot ist?

Natürlich ist es schwer zu entscheiden, wann eine aktive Sterbehilfe zu
rechtfertigen ist. Ganz besonders, wenn die Person nicht mehr selbst in
der Lage ist, sich eine aktive Sterbehilfe zu wünschen. Bei Kindern
fällt so eine Entscheidung naturgemäß ebenfalls schwer. In diesen
Fällen ist es umso wichtiger, klare Richtlinien zu definieren, die nicht
irgendwie falsch interpretiert werden können.

Jedes Lebewesen stirbt irgendwann. Jeder sollte selbst nicht nur
darüber entscheiden dürfen, wie er lebt, sondern auch wie er stirbt. Nur
so kann man in Würde sterben.

schnuffeldi
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von schnuffeldi » 13.02.14, 21:49

Ein bisschen widersprüchlich finde ich dann aber die Patientenverfügungen. Denn wer an einer unheilbaren Krankheit leidet und das evtl. schon im hohen Stadium müsste doch auch verfügen können, dass man ihn einschlafen lässt ohne die folgenden Qualen. Aber es ist eben umstritten, da der Grat zwischen Mord, Tötung und Sterbehilfe sehr fließend ist. Einerseits empfiehlt man (wenn auch zurecht), dass der Patient z.B. untersagen kann ,dass man im Falle des Falles an Geräte kommt, die das Leben erhalten, auch wenn nur noch passiv. Oder irre ich mich? Letztendlich ist es also der Wunsch des Patienten, nicht leiden zu müssen.
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

martinaa
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von martinaa » 13.02.14, 21:52

Ich finde das sie es echt toll geschrieben haben (Wenn sie es im ernst waren) :)

Muppet
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Muppet » 13.02.14, 22:10

Hallo,
ist an sich keine aktive Sterbehilfe, aber in Deutschland kann man sich dafür entscheiden lebenserhaltende Maßnahmen abzulehnen und sich eine Vollnarkose solange geben zu lassen.
Es gab vor ein paar Jahren einen Artikel darüber. Ein Mann hat sich von seine Familie verabschiedet und blieb dann bis zu seinem Tod - 3 Tage später - im Vollnarkose (war Glioblastom im Endstadium glaube ich - schnell und tödlich).

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland und einige andere Länder verboten, passive jedoch nicht.
Habe zu Hause ein ähnlichen Fall erlebt (Familienmitglied) - lief unter "Schmerztherapie"... so macht sich den Arzt nicht strafbar. Er behandelt ja nur die Schmerzen. Mit ziemlich krassen Mitteln.

Allerdings in England wird oft wegguckt, als ich Jura studiert habe, wurden einige Fälle eingestellt/gingen mit sehr kurzen Bewährungsstrafen aus.
Es waren Familienmitglieder, Patienten haben als sie noch könnten Todeswunsch aufgeschrieben und bezeugen lassen - ist dann Beihilfe zum Suizid und nicht Mord.

Glaube in Deutschland spielt Religion noch eine Rolle. Suizid war bei die Katholiken immer eine Sünde, Tote durch Suizid durften nicht im Friedhof begraben werden.

Gruß
Muppet

schnuffeldi
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von schnuffeldi » 13.02.14, 22:20

Naja, wer religiös ist , kann es ja ablehnen und es für sich wie andere auch entscheiden.

Aber ich denke auch,dass vieles durch Religion pauschal verboten wird, ganz gleich, wer aus der Bevölkerung irgendeine Religion lebt.

Ist eben so eine heikle Sache und bei jemandem zusehen zu müssen, wie sich jemand quält, geht mächtig an die Substanz.
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heidu
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von heidu » 14.02.14, 09:58

>>dass vieles durch Religion pauschal verboten wird, ganz gleich, wer aus der Bevölkerung irgendeine Religion lebt<<
lässt sich irgend jemand von der Religion noch etwas verbieten?
Täglich werden weltweit hunderte durch Religionskriege getötet.
Da erscheint die Diskussion über Sterbehilfe bei und fast lächerlich.
Aktive Sterbehilfe sollte für Ärzte straffrei sein, privat nicht.

schnuffeldi
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von schnuffeldi » 14.02.14, 10:08

Wer wirklich überzeugt ist und streng danach lebt, ja, glaube schon. Und es lehnen viele auch solche Kriege und anderen Missbrauch des Glaubens ab. Schade, dass ich meinen guten Freund nicht mehr hier hinzuziehen kann. Er war so ein Beispiel. Das ist z.B. ein gutes Beispiel für Religiöse. Ich bin selbst nicht religiös, aber wir konnten uns sachlich darüber unterhalten, wie wir zu der oder anderen Sache stehen. Klar gingen viele Meinungen auseinander, aber man konnte sich dennoch verstehen.
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dora
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von dora » 14.02.14, 18:21

Aktive Sterbehilfe sollte für Ärzte straffrei sein, privat nicht.
mi der aktiven Sterbehilfe ist das so eine Sache, da sind sich selbst die Ärzte nicht einig.
Sollte man nicht froh sein, wenn es möglich ist einen Patienten schmerzfrei zu halten und dann eben abzuwarten bis er stirbt ?
Ich meine so wie die Ärzte heute die Menschen im Endstadium schwerer Erkrankungen schmerzfrei halten ist das doch meist erträglich ? Da hat sich doch viel getan.
Die Patientenverfügungen sind oft auch nicht so genau verfasst, dass man den letzten Willen richtig deuten kann.
Und dass man in Deutschland aktive Sterbehilfe gesetzlich zulassen würde, davon sind wir weit entfernt.

Christianes Herz
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Christianes Herz » 14.02.14, 22:42

dora hat geschrieben: ...und dann eben abzuwarten bis er stirbt ?
Ich hatte niemals Haustiere, kann also nur von Nachbarn und Freunden berichten. Wenn deren Tier sehr krank oder sehr alt ist, gehen sie damit zum Tierarzt und lassen es einschläfern. Es schläft ein und wacht eben nicht mehr auf.
Warum verwehrt man diesen relativ kurzen Tod uns Menschen? Oft nachts und manchmal in ruhigen Tagesmomenten habe ich Bilder vom Gesichtsausdruck meiner sterbenden Mutter vor Augen. Ich bekomme diese Bilder nicht aus dem Kopf. Sie starb ca. 3 Wochen lang. Friedlich. Ohne (für mich sichtbare) Schmerzen. Ich begreife dieses lange Sterbenlassen einfach nicht. Mich lässt das nicht mehr los.
Frdl. Grüße
Christiane

Christianes Herz
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Christianes Herz » 15.02.14, 02:06

http://www.cicero.de/salon/michael-de-r ... rzte/56974
Hier werden noch einige Facetten des Themas angesprochen.
Gute Nacht und gute Träume.
:wink:
Christiane

dora
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von dora » 15.02.14, 14:36

Ich begreife dieses lange Sterbenlassen einfach nicht. Mich lässt das nicht mehr los.
es ist immer schwierig zu sagen wann der Zeitpunkt erreicht ist wo man eine aktive Sgterbehilfe einsetzen darf und wo nicht. Die Ärzte die da über Leben und Tod entscheiden sollten und aktiv dabei helfen wären nicht zu beneiden.
Auf jeden Fall müsste da das Gesetz geändert werden um einen klaren Rahmen zu schaffen.

Dr. A. Flaccus
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 15.02.14, 18:26

Guten Abend,

"aktive Sterbehilfe"...vielleicht mag einmal jemand der hier Diskutierenden beschreiben, wie er/sie sich das in der Praxis vorstellt.

Welche Mindestvoraussetzungen müssen erfüllt sein? (z.B. unheilbare Krankheit)
Soll es einen Zeitrahmen geben? (Tod innerhalb von 4 Wochen zu erwarten...)
Wie sicher muß die Diagnose "unheilbar" sein? (Mindestens zwei unabhängige Ärzte mit gleicher Schlußfolgerung)
Wie krank muß der Mensch sein? (Keine Nahrungsaufnahmer mehr möglich? Beginnendes Koma? Schmerzen?)
Wer soll es machen? (Der eigene Arzt? Ein unbekannter Arzt? Ein Spezialist für aktive Sterbehilfe?)
Wie wird der Tod juristisch eingeordnet? :arrow: formal muß bei einer nicht-natürlichen Todesart die Polizei ermitteln.
Muss eine juristische Instanz dazwischengeschaltet werden? (Amtrichter? Beschluß?)

Und wie soll es ganz praktisch aussehen?

Da legt sich ein junger Mensch, umgeben von seinen Angehörigen, ins Bett und sagt: "Ich möchte jetzt sterben". Und dann kommt der Arzt mit der "Todesspritze"?

Ich will hier gar nicht um den heissen Brei herumreden: Aktuell würde ich für eine solche Aktion definitiv nicht zur Verfügung stehen!

In der Intensivmedizin bin ich durchaus konsequent, was das Einstellen von Maßnahmen angeht. Ich bin absolut gegen jede unnötige Verlängerung von Leiden. Aber der Schritt zur aktiven Sterbehilfe geht mir dann doch zu weit.
Ich behandle Schmerz und jede andere Form von Leiden mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln. Notfalls auch mit Narkose und wenn es sein muß auch weit über die Grenzen "üblicher" Dosierungen hinaus. Hauptsache, es hilft.

Aber die Anwendung von Medikamenten in einer Phase, in der das körperliche Leiden noch nicht stark ausgeprägt ist, kann ich mir aktuell nicht vorstellen.

Allerdings kann ich die Angst vieler Menschen gut verstehen, die sich vor der modernen Apparatemedizin fürchten. Leidensverlängerung durch Technik - das ist es, was viele Kranke nicht wollen. Und diese Sorge ist auch nicht unbegründet, denn oft genug wird der Patientenwille nicht ausreichend berücksichtigt. Aber wir haben mit Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und der Palliativmedizin mittlerweile gute Instrumente um diesen Sorgen adäquat zu begegnen. Vor allem im Palliativ-Sektor gibt es aber in Deutschland noch viel zu tun.

Aus meiner persönlichen Sicht lohnt es sich, hier die Energien zu bündeln anstatt die Kräfte mit der Sterbehilfe-Diskussion zu "vergeuden".

Alfred Flaccus

Muppet
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Muppet » 15.02.14, 20:55

Hallo,
Da legt sich ein junger Mensch, umgeben von seinen Angehörigen, ins Bett und sagt: "Ich möchte jetzt sterben". Und dann kommt der Arzt mit der "Todesspritze"?
Das ist tatsächlich ein Problem.
Aus eigene Erfahrung: Hirntumor, OP ging richtig schief, Hirndruck ist irre gestiegen viele Komplikationen-> lebensbedröhlichen Zustand, unklar, wie es ausgehen wird.

Habe mehrfach gesagt, dass ich sterben will (die sehr kurze Zeit in der ich noch in der Lage dazu war). Warum? Schmerzen waren einfach unerträglich, und ich meine damit richtig unerträglich.
Sah aber nach entsprechende Therapie (und ordentlichen Schmerzmittel :-) ein paar Tage später natürlich ganz anders aus.

In die Fälle die ich weiter oben genannt habe: Entscheidung wurde Monaten vorher getroffen, als die Betroffenen noch in der Lage waren.
In einem Fall Signal vereinbart (Patientin könnte nicht mehr sprechen am Ende - war relativ klar dass es so enden wurde, fortgeschrittene ALS).
Wie wird der Tod juristisch eingeordnet? :arrow: formal muß bei einer nicht-natürlichen Todesart die Polizei ermitteln.
Wenn Patient in der Lage ist, sich selber einen Überdosis zu verpassen -> Beihilfe zum Selbstmord, wenn jemand anders das Mittel wissend zur Verfügung stellt.
Wenn Patient nicht mehr in der Lage und nichts eindeutig dokumentiert -> Mord/Totschlag. Egal wie lange Patient noch zu leben hätte.
Soll es einen Zeitrahmen geben? (Tod innerhalb von 4 Wochen zu erwarten...)

wie soll man das überhaupt ermitteln? Ist doch sehr individuell - kannte 2 Leute mit Bauchspeicheldrüsen Krebs, 1 hat 18 Monaten gelebt (ohne Metastasen), die andere trotz erheblichen Leber- und Hirnmetastasen, 5 Jahren, auch bei Glioblastoma, manche 2 Monaten, andere 4 Jahren - kann keine vorhersehen.

Dokumentierte Sterbenswünsch -> juristische Grauzone, kann Mord, Totschlag oder Beihilfe zum Suizid sein. Hängt vom Richter ab, nur die Strafe spannen sich von ein paar Monaten auf Bewährung bis mehrere Jahren im Gefängnis. Für einen Arzt ggf. beruflichen Aus. Gibt ja keine Prezedenz.
Ein Spezialist für aktive Sterbehilfe
Ist irgendwie macabre
Wie krank muß der Mensch sein? (Keine Nahrungsaufnahmer mehr möglich? Beginnendes Koma? Schmerzen?)
Kann man vermutlich nicht pauschal sagen.

Das Hauptproblem: auf eine Seite, ja Leute sollen entscheiden können, auf die andere, gibt es eine riesen Mißbrauchspotential.
Auch - Fehldiagnosen kommen eben mal vor.
Die Lage kann sich auch bei bestätigten Diagnosen schnell ändern. Sieht zuerst hoffnungslos aus, dann gibt es eine (ggf. vorübergehende) Erholung.

In Deutschland muss aber die Palliativversorgung erheblich ausgebaut werden. Es fehlt einfach an Plätze. Hat man eine guten Palliativversorgung (was bei eine immer ältere Bevolkerung echt notwendig wird) hat sich eigentlich die Frage um Sterbehilfe erübrigt. Palliativmedizin gehört zu meine Pflichtfächer, dürfte daher einen Einblick kriegen. Tolle Arbeit wird geleistet. Aber auch dort. Zu wenig Plätze. Das ist wo man Energie einteilen musste.

Und aktive Sterbehilfe für Kinder, das geht mir irgendwie zu weit.
Gruß
Muppet

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