MRT nach Notruf?

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Wackelwolke
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MRT nach Notruf?

Beitrag von Wackelwolke » 01.10.12, 15:18

Sehr geehrte Damen und Herren,

mich würde interessieren, zu welchem Zwecke eine MRT-Untersuchung vom Schädel und ein EKG gemacht werden, wenn man in der Nacht mit dem Krankenwagen eingeliefert wird.
Dies passierte meiner Mitbewohnerin: Sie war auf einer Geburtstagsfeier, auf der sie (nach ihren Angaben) drei Bier und einen Schnaps getrunken hatte. Sie war die ganze Zeit munter und nichts deutete darauf hin, dass sie zu viel Alkohol getrunken hatte. Doch auf einmal rutschte sie weg und war nicht mehr ansprechbar. Wir riefen einen Krankenwagen, weil wir uns nicht anders zu helfen wussten. Man konnte uns nicht sagen, wann sie wieder nach Hause könne.
Doch am nächsten Morgen ist sie von alleine wieder gekommen. Sie sei einfach so gegangen. Nun macht sie sich jedoch ein wenig Sorgen, weil eine MRT-Untersuchung, ein Urintest und ein EKG gemacht wurden. Danach verbrachte sie die Nacht auf der neurologischen Station. Ist das üblich in solchen Fällen? Sie hat sich früher selbst verletzt und trägt deshalb noch viele Narben an Armen und Beinen, weswegen die Ärzte auch wissen wollten, ob sie Suizidgedanken habe.
Sie erinnerte sich auch daran, die Fragen der Sanitäter richtig beantwortet zu haben, also kann sie doch eigentlich nicht „nur“ betrunken gewesen sein, oder? Zumal sie vor einiger Zeit schon öfter „weggetreten“ ist.
Ich wüsste gerne, was diese MRT-Untersuchung zu bedeuten hat und ob ich ihr vielleicht doch raten sollte, mal zum Arzt zu gehen, damit so etwas nicht nochmal passiert. Wir waren alle sehr erschrocken.

Vielen Dank schon mal im Voraus!
Liebe Grüße!

Anästhesieschwester
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Re: MRT nach Notruf?

Beitrag von Anästhesieschwester » 01.10.12, 16:03

Sie sollte auf jeden Fall nochmal zum Arzt gehen, schon alleine um das Ergebnis der Untersuchungen zu erfahren. Kann ja sein, dass was behandlungsbedürftiges dabei rausgekommen ist.
Die Ursache für wiederkehrende Bewusstlosigkeit / Synkopen zu finden, ist durchaus wichtig. Ohne entsprechende Behandlung kann das ja auch mal unbeobachtet oder mitten auf der Straße passieren - und ob das dann wieder so glimpflich ausgeht kann niemand sagen.

Gruß
Die Anästhesieschwester

jaeckel
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Re: MRT nach Notruf?

Beitrag von jaeckel » 01.10.12, 16:21

Wackelwolke hat geschrieben:Sie war auf einer Geburtstagsfeier, auf der sie (nach ihren Angaben) drei Bier und einen Schnaps getrunken hatte. Sie war die ganze Zeit munter und nichts deutete darauf hin, dass sie zu viel Alkohol getrunken hatte. Doch auf einmal rutschte sie weg und war nicht mehr ansprechbar. Wir riefen einen Krankenwagen, weil wir uns nicht anders zu helfen wussten.

Bei dieser Schilderung sollte man sich auch mal fragen, ob sie nicht ggf. Opfer von KO-Tropfen geworden sein könnte. Offensichtlich hatte sie ja Glück, dass auf sie aufgepasst wurde.
Die Patienten werden plötzlich tief bewusstlos und klaren im späteren Verlauf spontan wieder auf. Es handelt sich um Intoxikationen mit „Liquid Ecstasy“ bzw. dessen Pro-Drug γ-Butyrolacton, auf deren Wirkmechanismen eingegangen wird. Eine wichtige Rolle spielt der Missbrauch als K.o.-Mittel, um an den betäubten Opfern Kriminaldelikte zu begehen.
Quelle: Notfall + Rettungsmedizin 2011/3: 217-219
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

Wackelwolke
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Re: MRT nach Notruf?

Beitrag von Wackelwolke » 03.10.12, 12:30

Vielen Dank für die Antworten.
Aber eines fragen wir uns noch...

Wofür macht man ein MRT vom Schädel in einem solchen Fall?
Was könnte man gesucht haben?

Anästhesieschwester
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Re: MRT nach Notruf?

Beitrag von Anästhesieschwester » 03.10.12, 20:53

Man sucht dabei nach Ursachen der Bewusstlosigkeit (z.B. Schlaganfall, Blutungen, Raumforderungen,...) und nach Folgen des Sturzes (Blutungen, Frakturen von Schädel / Halswirbelsäule).

Gruß
Die Anästhesieschwester

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