Katheterablation bei Sinustachykardie?????????

Moderator: DMF-Team

Antworten
MaryLee
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 25.05.12, 19:39

Katheterablation bei Sinustachykardie?????????

Beitrag von MaryLee » 25.05.12, 19:50

Hallo:)

ich hätte eine Frage, ich bin Mitte 30 und habe seit meinem 17ten LJ Herzrasen. Insbesondere nach dem Aufwachen was sich über Stunden hält
und wenn ich Glück habe geht der Puls schonmal auf etwa 80 runter für kurze Zeit.
Ich habe aufgehört mit dem Rauchen, ernähre mich gesund. Ich habe Hashimoto, bin gut eingestellt und habe anfangs immer gehofft es liege daran.
Betablocker vertrage ich nicht, da es mir zu sehr den Puls runterhaut. Ivabradin vertrage ich auch nicht nur Lichtblitze und werde immer schwächer.
Heute war ich beim Kardiologen und das Herz sieht wohl ganz OK aus und soll nächste Woche ein LZ-EKG bekommen.
Bei der Frage wegen Katheterablation sagte er dann, naja wenn nachts der Puls weniger wird geht es wohl nicht mit der Katheterablation :?:
Stimmt das wirklich das es nur geht wenn der Puls durchgehend hoch ist oder geht sowas auch wenn der Puls entweder wie bei mir mal durchgehend zu hoch ist oder anfalssweise?
Ich freue mich sehr, wenn ich viele Antworten bekomme um mich vorbereiten zu können:)

LG Mary

Saphenus
DMF-Mitglied
Beiträge: 24
Registriert: 01.01.09, 18:41

Re: Katheterablation bei Sinustachykardie?????????

Beitrag von Saphenus » 24.06.12, 16:29

Hallo,

falls es sich tatsächlich um eine Sinustachykardie handelt, dann ist die Antwort relativ einfach: Eine Ablation ist nicht möglich! Das ist auch unabhängig von der Dauer/Intensität.

Normalerweise wird die Herzfrequenz vom Sinusknoten vorgegeben. Wenn dieser einfach nur einen zu schnellen Rhythmus vorgibt, dann kann man ihn ja nicht einfach ausschalten, weil dann ja der "normale" Rhythmusgeber fehlt. Katheterablationen sind nur möglich, wenn es andere Orte im Herzen gibt, von denen ein zu schneller Rhythmus ausgeht (z.B. Vorhofflimmern etc.).

Die wichtige Frage ist also nicht wie oft die Episoden sind, sondern was genau für eine Rhythmusstörung vorliegt.

Gruß,
Saphenus

P.S.: Nur der Vollständigkeit halber: Es ist theoretisch möglich auch das normale Reizleitungssystem des Herzens stillzulegen, dann ist man allerdings permanent auf einen implantierten Herzschrittmacher angewiesen. Dieses wird daher nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

jaeckel
Administrator
Beiträge: 7515
Registriert: 15.09.04, 09:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Katheterablation bei Sinustachykardie?????????

Beitrag von jaeckel » 25.06.12, 15:08

MaryLee hat geschrieben: Ich habe Hashimoto, bin gut eingestellt und habe anfangs immer gehofft es liege daran.
Eine Sinustachykardie ist oftmals eine Nebenwirkung einer zu hoch gewählten Thyroxintherapie. Ob die Einstellung gut ist, entscheidet die Klinik (=Symptome) und NICHT das Labor (TSH-Wert).

Ich sehe im Notarztdienst häufig Patientinnen mit allen Arten von Herzrasen, hypertensiven Krisen, Tremor (Zittern) und/oder Angstsyndromen usw. unter Thyroxintherapie trotz noch normalem TSH-Wert.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

helmut29
Interessierter
Beiträge: 8
Registriert: 13.06.12, 15:14

Re: Katheterablation bei Sinustachykardie?????????

Beitrag von helmut29 » 29.06.12, 12:14

Hallo Herr Dr. Jäckel!

Wie lässt sich feststellen, ob die Thyroxintherapie Ursache für Symptome ist, wenn der TSH - Wert in Ordnung ist?
(Bei mir geht es um Hormon-Substitution nach Entfernung der Schilddrüse).
Danke für eine kurze Antwort.
Helmut

jaeckel
Administrator
Beiträge: 7515
Registriert: 15.09.04, 09:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Katheterablation bei Sinustachykardie?????????

Beitrag von jaeckel » 02.07.12, 07:35

a) Je nach Labor hat der basale TSH-Wert einen bestimmten Normalbereich, der erhebliche Spielräume läßt. Patienten im unteren Normbereich haben viel öfter hyperthyreote Symptome als Pat. im oberen Normbereich.
b) Man misst das fT4. Vgl. euthyreote Hyperthyroxinämie (fT4 erhöht , dabei TSH normal!!)
c) Die "Klinik" = o.g. typische Symptome sind der sicherste Hinweis!! -> Vorsichtige Reduktion (z.B. 25 mcg-weise) nach ärztlicher Rücksprache/Anordnung und nachfolgende prompte Besserung der typischen Symptome sind beweisend.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

MaryLee
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 25.05.12, 19:39

Re: Katheterablation bei Sinustachykardie?????????

Beitrag von MaryLee » 29.07.12, 12:29

Das Herzrasen bestand schon vor LT. ft4 bewegt sich im mittleren Bereich um die 12-14. ft3 ist auch IO.
Wie gesagt, das Problem besteht schon Ewigkeiten.
Was gibt es denn noch für Möglichkeiten wenn die BB zwar wirken, aber die NW zu groß sind? Ivabradin hat leider
auch zu große NW.
@jaeckel
Angst und Panikattacken etc. hatte ich in der UF definitiv. Und der TSH kann täuschen. Ich habe einen suppremierten TSH
aufgrund von Thybon und bin nicht in der ÜF. Leider wird der TSH noch immer als das Non plus Ultra angesehen, wie an deinem
Beispiel zu sehen. Und in der Klinik würde ich mit ganz grosser Sicherheit niemanden glauben oder gar das LT reduzieren nur weil
nicht informierte Ärzte denken, weil der TSH nicht messbar ist, sei man in der ÜF.
Und Du bist im Notarztdienst, ohje. Nicht bös gemeint, aber wie gesagt völlige Fehlinformationen.

Übrigens, inzwischen ist das Herzrasen besser geworden durch Thybon. Inzwischen 35Thybon :wink:

jaeckel
Administrator
Beiträge: 7515
Registriert: 15.09.04, 09:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Katheterablation bei Sinustachykardie?????????

Beitrag von jaeckel » 29.07.12, 15:18

MaryLee hat geschrieben:Ich habe einen suppremierten TSH aufgrund von Liothyronin[Hadnelsname durch Wirkstoff ersetzt] und bin nicht in der ÜF. Leider wird der TSH noch immer als das Non plus Ultra angesehen, wie an deinem Beispiel zu sehen. Und in der Klinik würde ich mit ganz grosser Sicherheit niemanden glauben oder gar das LT reduzieren nur weil nicht informierte Ärzte denken, weil der TSH nicht messbar ist, sei man in der ÜF.
Liothyronin löst durch Spitzenspiegel thyreotoxische Symptome (Tachykardien) aus. Nach Bewertung der Arzneimitteldatenbank des arznei-telegramms sind Liothyronin-Präparate daher heute überholt. Zudem sind tachykarde Rhythmusstörungen eine Kontraindikation.
Seit den 1970er Jahren hat sich zur Behandlung der Hypothyreose die Substitution mit Levothyroxin-Natrium durchgesetzt. Da im Körper T4, das eine Halbwertszeit von 5-8 Tagen hat, zu Liothyronin (T3) (Halbwertszeit 1-2 Tage) umgesetzt wird, entstehen ausreichende T3-Spiegel. Die bei Einnahme von Liothyronin-HCl vorkommenden, durch rasche Spitzenspiegel bedingten thyreotoxischen Symptome und mögliche Folgeschäden lassen sich so vermeiden.
Quelle: 2012 atd arznei-telegramm Arzneimitteldatenbank

PS: Bitte keine Handelsnamen sondern nur Wirkstoffnamen im DMF.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

Antworten