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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Fragen zur RA-Prüfung
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 Betreff des Beitrags: Fragen zur RA-Prüfung
BeitragVerfasst: 23.07.05, 16:28 
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Huhu!

Ich bin gerade dabei für meine RA-Prüfung in zwei Wochen zu lernen und dabei hab ich mich folgendes gefragt:

Wie kommt es z.B. nach einem SHT, bei dem ja der intracranielle Druck ansteigt zu einem Abfall des zerebralen Perfusionsdruckes?
Durch die EInengung der Arterien müsste der Druck doch steigen. Und auch durch eine erhöhte CO2 Konzentration durch eventuelle Abflussstörungen (weil der venöse Druck überschritten wird) müssten sich doch die Gefäße eng stellen und der Druck in den cerebralen Gefäßen somit steigen.
Wir haben aber ein Blatt von einem Dozenten bekommen auf dem steht, dass durch den Anstieg des ICP der Perfusionsdruck fällt und dass die Folge davon Ischämie und Störungen der Autoregulation des zerebralen Blutdruckes sind.

Ich hoffe ich hab die Frage nicht zu kompliziert gestellt, freue mich auf eure Antworten :)

und noch eine kleine Frage: bei Angina Pectoris oder nem Herzinfarkt gibt man Ca-Hemmer um die Gerinnung zu hemmen? Gibt man die nur in der Langzeittherapie oder wie ASS auch im RD?

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"Ein Irrweg führt auch dann in die Irre wenn er von Leitplanken gesäumt ist" - Bischof Kamphaus


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BeitragVerfasst: 23.07.05, 18:09 
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Hallo !

Die Durchblutung (cerebrale Perfusion) ist ein Ergebnis aus der Differenz aus dem Druck im Kopf (intrakranieller Druck) und arteriellem Druck.

Cerebraler Perfusionsdruck = arteriller Blutdruck minus intrakranieller Druck.

Daß heißt, wenn der intrakranielle Druck steigt, sinkt bei gleichbleibendem Blutdruck der Perfusionsdruck.

Alles klar, sonst einfach nochmal fragen.

Gruß

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Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
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DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 24.07.05, 11:02 
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Bei Dir liegt ein kleines Verständnisproblem vor. Du hast gelernt das das Enger- bzw. Weitstellen der Blutgefäße den Blutdruck beeinflusst. Dies galt allerdings für das gesamte System. Hier wird lokal der Druck auf das Gefäßsystem erhöht, das führt dazu das nicht der systemische Blutdruck steigt, (das tut er, hat aber nicht direkt was mit deiner Frage zu tun), sondern das lokal der Perfusionsdruck sinkt. Durch den steigenden ICD sinkt die Menge an Blut die pro Zeiteinheit durch die dortigen Gefäße fliest, vorallem in der Mikrozirkulation, also da wo es am wichtigsten ist.
Bei solchen Problemen musst Du Dir immer Gedanken machen, ob das ganze System (tauchen im Wasser) oder nur lokale Bereiche (ICD Ansteig) betroffen sind. Selbst dann, gibt es noch auf den ersten Blick verwirrende Ausnahmen (Niere, Gehirn).

Zum Thema Ca-Hemmer im Bezug auf Gerinnung kann ich mich nicht mehr richtig erinnern. Spontan fällt mir nur Citrat, oxalat oder EDTA ein, dies war allerdings nur für extracorporale Blutgerinnungshemmung (Labor etc) weil irreversibel. Zur Lyse fallen mir nur Plasminogen aktivierende Substanzen ein. Bei uns Im Kreis beschränken wir uns präklinisch auf ASS und Heparin.
Vieleicht schaust du nocheinmal nach ob du die Ca-Antagonisten (Antihypertensivum Nifedipin) (Antiarrhythmikum Verapamil Lidocain) nicht in die Gerinnungsschublade gepackt hast. Aber ich kann mich auch irren!


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BeitragVerfasst: 24.07.05, 12:24 
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Dankeschön, ich glaub ich habs jetzt kapiert :)

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BeitragVerfasst: 24.07.05, 12:28 
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Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo !

Den Nachsatz mit den Calzium Antagonisten habe ich beim Erstbeitrag wohl überlesen.

Ca-Antagonisten wirken nicht über die Blutgerinnung auf das Herz.

Kalziumantagonisten wirken gefäßerweiternd und frequenzsenkend und vermindern so den myokardialen Sauerstoffverbrauch.

Gruß

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Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 24.07.05, 12:59 
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Registriert: 05.11.04, 12:40
Beiträge: 57
Hallo Juwely,
wenn das Volumen innerhalb eines geschlossenen Raumes (Schädelhöhle) ansteigt, dann muss nach einer gewissen Zeitspanne auch der Druck ansteigen (er kann ja sonst nirgendwohin...).
Ein Co²-Anstieg über den Normalwert (zB. als direkte Folge des Traumas oder eben als sekundäre Schädigung durch Druck>>Beeinträchtigung des AZ in der Medulla) hat zur Folge, dass sich die Gefäße weit stellen und somit mehr Blut (ergo Volumen) aufnehemen können. Da dieses Volumen im Schädel nicht viel Platz findet steigt dort eben der Druck.
Möglichkeiten:
>>MAP hochfahren (s. Formel zur Berechnung des ICP)
>>Gefäße engstellen (Normoventilation präklinisch/ dezente Hyperventilation unter BGA-Kontrolle)
>>Zerebralen Stoffwechsel herunterfahren (Barbiturate etc.)
>>Oder eben neurochirurgisch "Fenstern" bzw. drainieren (um dem Druck mehr Raum zu geben)

Hoffe es war verständlich...;-)

Watcher


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BeitragVerfasst: 24.07.05, 13:00 
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Beiträge: 182
Hi,

Ca - Antagonisten wie Nifedipin ( Adalat (R) ) sind beim Herzinfarkt oder instabiler Angina Pectoris kontraindiziert !!!!

Herzinfarkt präklinisch :
ASS i.v
Betablocker i.v. ( wenn keine KI )

ggf. Clopidogrel ( im RD meist nicht vorhanden )
ggf. Lyse
Morphin
ggf. Benzodiazepin ( diazepam )
Nitrat bei AP ( symptomatisch ), cave HWI mit rechtsventrikulärer Beteiliung
Heparin
O2 Gabe

mfG
Kristian


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BeitragVerfasst: 24.07.05, 13:23 
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Beiträge: 475
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Lieber Kristian,
Ich glaube ich erwähnte in keinem Wort das diese Medikamente bei einem MI angewandt werden sollten, sondern nannte nur Wirkstoffklassen, da ich mir sicher war das Juwely Äpfel mit Birnen durcheinander brachte. Aber danke das du uns die präklinische Versorgung eines MI nähergebracht hast :-)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.07.05, 13:36 
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Registriert: 26.02.05, 22:30
Beiträge: 182
Hi fa7....

war auch nicht auf Dich bezogen. Wollte eigentlich nur sagen das Ca Antagonisten in der Akutversorgung des MI keinen echten Stellenwert haben. Allenfalls Diltiazim oder Verapamil bei KI für betablocker oder Anwendung von Ca Antagonisten bei Koronarspasmus.


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 Betreff des Beitrags: cerebraler Perfusionsdruck
BeitragVerfasst: 03.08.05, 20:20 
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Beiträge: 60
Hallo Juwely

ich hoffe du hast inzwischen die Prüfung bestanden.

Cerebraler Perfusionsdruck = MAP-ICP
also arterieller Mitteldruck (Systole - Diastole : 3 + Diastole)
- Hirndruck = cerebraler Perfusionsdruck

Steigt der Hirndruck an kommt es automatisch zur Steigerung des Blutdrucks
(Cushing Reflex) um eine ausreichende Hirnperfusion aufrecht zu erhalten.

Deswegen sollte der Blutruck nicht durch Medikamente gesenkt werden


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