Delirium?

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Evchen35
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Delirium?

Beitrag von Evchen35 » 30.03.09, 08:02

Hallo,
mein mann ist seit Mittwoch zur entgiftung in der Klinik. In einer richtigen Suchtstation. Bis jetzt bin ich überrascht, das es ihm so gut geht. Kann er trotzdem noch ins Delirium kommen? Er hat ja nun noch andere Krankheiten wie Herzinsuffizienz nach zwei Schlaganfällen und chronisches nierenversagen und Leberzirrhose.

LG Evchen

Evchen35
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Nun weiß ich gar nicht mehr weiter

Beitrag von Evchen35 » 09.04.09, 08:03

Von der Entgiftung ist er zurück. Hat super mitgemacht. Er wurde entlassen. Holte ihn gestern und kaum hatte ich ihm in Auto war seine erste Frage"Hast du auch Schnaps daheim? Muß erstmal einen trinken" Toll super! Habe keinen zu Hause und auch keinen geholt. Wollte ihn ja gleich zur Langzeittherapie aber da hat die Klinik gar nicht darauf reagiert. Habe geredet wie ein Buch. Bekomme immer nur zur Antwort, wenn er nicht will kann man nichts tun! Ich habe das Aufenthaltsbestimmungsrecht warum hilft keiner? Da heißt es immer hol dir Hilfe, mach was. DANN MACHT MAN ES UND WIRD IM ENDEFFEKT DOCH IM REGEN STEHEN GELASSEN. HABE SUCHTBERATUNG HABE ICH AUCH SCHON KONTAKTIERT. UND? DAS DAUERT. Bis dahin? Was mache ich nun? :?: :?:

dora
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Beitrag von dora » 09.04.09, 23:26

hallo

es ist verständlich, dass du enttäuschjt und verärgert bist.
Ich denke, dass ein Kur für den Mann viel zu spät käme, er ist doch schwer krank.
Wenn ich deine bisherigen Posts lese, sehe ich, dass sich das ja schon lange hinzieht,.
Hast du nun eig. eine Betreuung vom Vormundschaftsgericht ??
Wenn du das Aufenthaltsbestimmungsrecht vom Vormunschaftsgericht hast könntest du ihn in ein Pflegeheim bringen. Dann wärst du mal selbst etwas entlastet.

Gruß dora

Evchen35
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Beitrag von Evchen35 » 10.04.09, 11:49

Ich habe eine umfangreiche Vorsorgevollmacht. Und diese steht über einer Betreuung. Hatte zwei Frauen von der Betreuungsbehörde hier zu Hause. Ins Pflegeheim? Nee, er ist erst 53. Da hatte ich ihn zur Kurzzeitpflege schon. Die wissen gar nicht, was sie mit ihm anfangen sollen. Der Antrag zur Langzeittherapie wird gestellt von der Suchtberatung. Er ist seit Mittwoch daheim und bettelt nach Schnaps. Ich bleibe stark und hole nichts. Auch wenn es arg an die Substanz geht. Er ment ja, ich nutze es aus, das er sich nix selber holen kann. Fragt ob ich mich wohl fühle mit der Macht die ich habe und und und.... Das tut weh aber ich hoffe das er in ein paar Tagen anders denkt. Und das die Langzeittherapie schnell anfangen kann. Da habe ich dann drei Monate Zeit um wieder Kraft zu tanken und dann weitere Schritte einzuleiten. Vielleicht sogar die Scheidung. Es tut sehr weh...

Alida Prahm
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Beitrag von Alida Prahm » 10.04.09, 19:43

Hallo Evchen35,

es tut mir so leid für dich, dass du das alles durchmachen musst. Ich kann dir im Moment nur raten, dich ständig mit Menschen zu umgeben, die mit ähnlichen Problemen zu tun haben. Und wenn du zur Not von einem Suchtgesprächskreis zum nächsten gehst. Die ständige Verbindung mit diesen Menschen wird dich darin bestärken, nichts für deinen Mann zu besorgen.

Es gibt noch die Möglichkeit, deinen Mann in eine Tagesstätte einzubringen, damit du tagsüber deinen Verpflichtungen nachkommen kannst.

Zur Not muss er die Zeit im Pflegeheim verbringen, bis er zur Langzeittherapie kommt.

Ich würde dir auch raten, darüber mit deinem Mann offen zu sprechen. Lasse dich nicht erpressen und bleibe stark.

Ich schreibe dir jetzt noch eine PN.

Liebe Grüße und viel Kraft für euch.
Alida
Mit freundlichem Gruß
Alida Prahm
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Evchen35
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Beitrag von Evchen35 » 11.04.09, 09:15

Ich rede offen mit ihm darüber. Er weiß das ich mit unserer Suchtberatung den Antrag stelle. Klar tut er mir mit seinen Worten sehr weh. Ich habe aber immer noch die Hoffnung das er es rafft, das ich ihm helfen will und nicht abschieben. Er hat zur Entgiftung alles mitgemacht, war vorbildlich und als ich ihn fragte, warum er alles mitgemacht hat meinte er nur, das er ja wieder heim wollte. Und hier bettelt er nach Schnaps. Er hat wohl jetzt den psychischen Entzug? Und ich bin ja Gott und entscheide über sein Leben und fühl mich wohl damit meine Macht auszuspielen. Das sind jedenfalls seine Worte. Ich war jetzt schon 3 Tage stark und habe keinen Schnaps gekauft. Und darauf bin ich stolz!. Woher ich die Kraft nehme weiß ich nicht aber ich weiß das er keinen Alkohol trinken darf. Jetzt hasst er mich dafür aber irgendwann wird er mich dafür lieben.


Die Hoffnung stirbt immer zuletzt :D

Werner69
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Beitrag von Werner69 » 12.04.09, 21:28

Hallo Evchen,

ist es nicht möglich vom Krankenhaus aus nen Antrag auf die Reha zu stellen. Ich hätte mal direkt nach einer Entgiftung auf Reha gehen können ohne Wartezeit. Mach dich doch in der Klinik mal schlau ob das noch geht. Das wäre ev. ein Weg um das ganze zu beschleunigen.
Da das schon etliche Jahre her und ich weiß nicht wie das jetzt gehandhabt wird aber ein Versuch wäre es wert.
Ich wünsch Dir/Euch genug Kraft zum Durchhalten!

Gruß
Werner69

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Beitrag von Evchen35 » 13.04.09, 08:58

Er war in einer Suchtklinik zur Entgiftung. Ich wollte ja, das er gleich von dort aus geht. Aber die haben nicht mitgemacht.

dora
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Beitrag von dora » 13.04.09, 10:18

hallo

hat man dier dort viellt. geagt, dass er auf Grund seiner fortgeschrittenen Erkrankung garnicht mehr therapiefähig mehr ist ? Könnte es sein, dass die Krankenkasse das als sinnlos bewertet.

Gruß dora

Formica
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Beitrag von Formica » 13.04.09, 11:15

Hallo!

In der Regel ist es so, dass ein Antrag für eine Langzeittherapie relativ lange dauert. Die Akut-Psychiatrien/-Krankenhäuser haben meist nicht die Möglichkeit, die Patienten nach erfolgter Entgiftung so lange dazubehalten, bis der Antrag durch und ein Platz in der LZT frei ist. Das zahlen normalerweise die Kassen nicht. Eine LZT müsste im Vorfeld eingeleitet werden.
Ich schätze, dass ist der Grund, warum Evchens Mann nicht dableiben konnte. Zur Therapiefähigkeit kann ich nichts sagen.
Insgesamt ist das alles natürlich eine sehr tragische Geschichte und ich drücke die Daumen, dass sich das mit der LZT nicht mehr allzu lange hinzieht!

Liebe Grüße und alles Gute
Formica
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Meine Beratung ersetzt nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und 100%ige Richtigkeit.

Werner69
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Beitrag von Werner69 » 14.04.09, 02:18

Hallo,

zur Reha - die zahlt nicht die Kasse sondern die Rentenversicherung.

Eine Möglichkeit wäre daß er gegenüber den Ärzten gesagt hat daß er keine Therapie will ???

Gruß
Werner69

Evchen35
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Beitrag von Evchen35 » 14.04.09, 06:40

Die LZT zahlt die Kasse und die Beihilfe. Er ist beamter a.D. Er will nicht. Steht doch in meinen Postings drin Werner.

dora
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Beitrag von dora » 14.04.09, 09:27

hallo Evchen

Wenn er nicht will, wirst du schwer was erreichen. Ich weis nichr ob du ihn durch deine Vollmacht dorthin zwingen kannst, aber selbst wenn, denk ich hätte das wenig Sinn.
Ich denk dass das die Ärzte auch so einschätzen.
Du kannst ihn nur androhen, dass du ihn verlässt wenn er nichts unternimmt.
Ob das den gewünschten Erfolg hat :?:
Es tut mir leid für dich und dein Kind, dass ich dir nicht positives schreiben kann, aber viellt. kommt doch noch etwas Einsicht.
Wünsche dir alles Gute .

Gruß dora

Alida Prahm
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Beitrag von Alida Prahm » 14.04.09, 15:04

Hallo Evchen,
wenn jemand nicht will, dann will er nicht. Bleibt uns doch nur, dir viel Durchhaltevermnögen zu wünschen. Kaufe nichts zu trinken und achte auch beim lebensmitteleinkauf darauf, ob Alkohol enthalten ist.

Allerdings wäre es ratsam, dass du dich vielleicht doch einem regelmäßigem Angehörigentreff anschließt, um auch weiterhin so tapfer zu bleiben.

Das Problem wird nur irgendwann sein, dass dein Mann nach einer gewissen Zeit der Meinung ist, dass er kein Alkoholiker ist, weil er ja einen längeren ungewollten alkoholfreien Lebensstil mitmacht.

Ihm mit Drohungen zur Trennung zu kommen, hat meiner Meinung nach nur Sinn, wenn du das auch tatsächlich wahr machen würdest.

Tust du das nicht, nimmt er dich eines Tages nicht mehr Ernst. Dann geht das "Spiel" erst richtig los.

Was könnten wir dir noch raten?

Viel Mut und Kraft und lieben Gruß
Alida
Mit freundlichem Gruß
Alida Prahm
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Beitrag von Formica » 14.04.09, 16:28

Hallo!

Ich wollte noch kurz eine Anmerkung zu Werners Beitrag schreiben: Dass die Kasse nicht zahlen, bezog sich auf den längeren Aufenthalt in den Akuthäusern bis zum Antritt der Reha!

MfG
Formica
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