Suche: Medizinische Erklärung zum Phänomen Filmriss

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Henry29
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Suche: Medizinische Erklärung zum Phänomen Filmriss

Beitrag von Henry29 » 08.09.08, 14:43

Hallo Foren-User,

aus aktuellem Anlass, habe ich mich heute mal im Internet auf die Suche nach Informationen zum Thema "Filmriss nach dem Vollrausch" begeben. Und zwar war ich schon immer sehr neugierig und wollte immer wissen wie etwas funktioniert oder wie etwas passiert.
Ich bin jemand den die Gesellschaft wahrscheinlich als Gelegenheitstrinker kategorisieren würde. Und zwar trinke ich so ungefähr alle 2-3 Wochenenden mal 1-3 Gläser Bier beim Essen oder auf Feiern. Gelegentlich kommt es vor das ich mir auf deutsch gesagt richtig einen saufe.
Vergangenes Wochenende war eine solche Veranstaltung auf der ich maßlos mit dem Alkohol Konsum übertrieben habe. Der Geburtstag eines guten Freundes. Dies war das vierte mal in meinem Leben, dass ich am nächsten Tag einen ziemlichen Filmriss hatte.
Die ersten drei Male fehlten mir mehrere Stunden komplett. Alles von ca. 23 Uhr bis 4 oder 5 Uhr einfach völlig weg. Ich habe weder Erinnerung an Unterhaltungen die ich geführt habe, noch an Orte die ich in der Nacht noch besucht haben soll, noch daran wie und wann ich ins Bett gekommen bin. Letztes Wochenende auf dem Geburtstag, gibt es einige Momente an die ich mich noch erinnern kann. Aber viele Sachen fehlen auch hier in meinem Gedächtnis.
Was Interessant war: Ich kann mich an eine Szene erinnern wo ich mit meiner Frau auf der Treppe zu Hause stand, und ich zu ihr sagte: Schatz ich bin noch völlig klar im Kopf. Und ich bin mir extrem sicher, dass ich zu genau diesem Zeitpunkt auch noch meine Erinnerungen hatte. So als wären sie erst im Schlaf "gelöscht" worden.

Da dies dem Anschein nach ein wissenschaftliches Forum ist, hoffe ich hier eine Antwort auf meine Frage zu finden.
Mich würde halt sehr interessieren wodurch dieser Verlust der Erinnerungen hervorgerufen wird, aus reiner Neugier.

Ein Arbeitskollege meinte folgendes:
Die Erlebnisse des Tages werden in der Tiefschlafphase in das Langzeitgedächtnis abgelegt und Erinnerungsverknüpfungen aufgebaut. So sollen wohl auch die Träume entstehen, also beim ablegen von Erinnerungen.
Wenn man jedoch im Vollrausch ist, ist der Körper so extrem damit beschäftigt den Alkohol abzubauen, dass die Erinnerungen teilweise verloren gehen. Das soll auch der Grund sein, weswegen man so kaputt und gerädert ist am nächsten Tag. Der Körper war die ganze Nacht im Stress.
Hört sich zwar auf eine Art logisch an, aber ist da wirklich was Wahres dran?

Kennt sich wer mit der Thematik aus, und / oder kann da andere Informationsquellen nennen?

Vielen Dank
mfg Henry

Alma
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Alkoholkonsum bis hin zum Filmriss

Beitrag von Alma » 09.09.08, 09:04

Hallo Henry29,

die aufkommende Problematik sowie die Anfrage:
"Medizinische Erklärung zum Phänomen Filmriss" könnte z.B. mit dem Hausarzt besprochen werden.

Zusätzliche Anmerkungen:
http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... 3&start=30

Die Anfrage eventuell @Herrn Dr. Tillenburg stellen:
http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewforum.php?f=30

Gruß
Alma

Piratenbart
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ich werde mich mal an einer Erklärung versuchen...

Beitrag von Piratenbart » 09.09.08, 10:05

Zunächst muss man wissen, dass es wohl drei unterschiedliche Gedächtnisarten gibt, das sogenannte sensorische Gedächtnis, das Kurzzeit- oder Arbeitsgedächtnis und das Langzeitgedächtnis.
Das sensorische Gedächtis nimmt alle Sinneswahrnehmungen auf, ist aber nur zu einer Speicherung von weniger als 1s in der Lage. Nur die wichtig erscheinenden Informationen werden ins Kurzzeitgedächtnis übernommen und stellen sozusagen, das dar was wir im Moment bewusst im Kopf haben. Auch aus dem Kurzzeitgedächtnis verschwinden die aufgenommen Informationen nach einigen Minuten, sofern sie nicht -und das ist der springende Punkt- durch Konsolidierung, also Auseinandersetzung mit der Information, ins Langzeitgedächtnis übernommen werden. Für diese Konsolidierung ist zum einerseits die Auseinandersetzung im wachen Zustand erforderlich, die wohl durch den toxischen Alkoholeinfluss beeinflusst wird. Zum anderen spielt der Schlaf eine wesentliche Rolle bei der Bildung des Langzeitgedächtnisses. Nun ist es so das Alkohol die Schlafqualität wesentlich herabsetzt und den Betroffenen unruhig schlafen lässt und er vorallem kaum Tiefschlafphasen erreicht, die für die Konsolidierung eine wichtige Rolle spielen.

Vielleicht sollte man aber auch einfach nur froh sein, dass man sich nicht mehr an alle im Suff begangenen Peinlichkeiten erinnert...

Henry29
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Beitrag von Henry29 » 10.09.08, 10:23

Vielen Dank für die Infos,

scheint ja zum Teil doch was wahres dran zu sein mit dem Ablegen im Langzeitgedächtnis.
Wenn ich noch irgendwelche anderen Erkenntnisse gewinnen sollte, werde ich das hier noch ergänzen :)

mfg Henry

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