Ist meine Schwester schon Alkoholikerin??

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Heidi75
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Ist meine Schwester schon Alkoholikerin??

Beitrag von Heidi75 » 23.05.08, 22:05

Guten Abend,

ich mache mir langsam Sorgen um meine Schwester.

Sie trinkt nach eigenen Angaben mindestens 1/2 l Rotwein am Abend - JEDEN Abend.
Auch wenn wir Essen gehen merke ich wie "schnell" und vor allem "wie viel" sie trinkt. Hinzu kommt, dass sie wegen ihrer Figur nichts Essen möchte - aber auf Alkohol nicht verzichten möchte.

Es macht mir auch deshalb so viel Angst, da mein Vater, seine Cousine, und auch meine Großmutter (väterlicherseits) Alkoholiker waren.
Mein Vater hat seine Sucht - Hut ab - jetzt seit gut 6 Jahren im Griff.

Jetzt denke ich, dass meine Schwester im Begriff ist, genau dahin zu kommen, wo mein Vater war.
Ich denke sie weiß um ihr Problem, da sie mir nun Vorwürfe macht, dass ich so gut wie gar keinen Alkohol mehr trinke, seit ich das Rauchen aufgegeben habe.

Was denkt Ihr? Ist sie schon Alkoholikerin oder auf dem besten Wege - oder sehe ich aufgrund der Familienchronik zu schwarz?

dora
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Beitrag von dora » 24.05.08, 14:39

hallo Heidi

du schreibsr sie trink mindesten einen halben l Rotwein. Aber wo ist die Grenze ?
wieviel mehr als 1/2 l trinkt sie ?
Merkst du an ihr irgendwelche Veränderungen ihrer Persönlichkeit. Oder ist dir sonst noch was aufgefallen. Du kennst das doch, wenn so viele bei euch in der Verwandtschaft ein Alk. Problem hatten.

hast du sie denn schonmal darauf angesprochen ?


Gruß dora

Heidi75
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Beitrag von Heidi75 » 24.05.08, 14:47

Hallo Dora,

danke für Deine Antwort.

Sie hat sich nicht sehr verändert.
Ihr Problem liegt eher darin, dass sie sich selbstbewußter fühlt wenn sie Alkohol trinkt. Das sagt sie auch selber.
Sie hat extrem viele Ängste, wobei ihr eine Psychotherapie bestimmt besser helfen würde als der Alkohol.
Wieviel sie "mehr" trinkt bzw. wo ihre persönliche Grenze liegt, das weiß ich leider nicht. Aber ich gehe mal von mind. 1 Flasche Sekt zzgl. Wein ++ aus . Harte Sachen trinkt sie meines Wissens nach nicht. Aber sie trinkt schon 1/4 Wein in 15 Minuten locker weg.

Der Umstand, dass ihr Mann mit ihr trinkt, macht es auch nicht besser.
Und obwohl ihr nun der Führerschein entzogen wurde (ca. 1,1 Prom.), ändert sich nichts. Lieber fahren die beiden mit dem Fahrrad in ein Edel-Restaurant, damit ja nur keiner auf Alkohol verzichten muss.

Ach - ich weiß nicht, wie ich sie ein wenig zügeln kann, um das Drama nicht wiederholen zu lassen.

LG Heidi

Lenaara
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Beitrag von Lenaara » 26.05.08, 20:27

Hallo Heidi,

ich bin zwar keine Fachmännin in medizinischer Hinsicht, aber, mich selber hat weit über 6 Jahre der Alkohol begleitet.

Man fängt immer "klein" an. Anfangs habe ich auch mal hier ein Gläschen Wein und Wochen später mal ein Gläschen Sekt getrunken. Letzten Endes hat mir damals aber der Wein nicht mehr der richtige Kick gegeben und es mussten härtere Sachen her.

Meine Meinung ist, dass, wenn ein Mensch JEDEN Tag Alkohol haben muss, um sich besser zu fühlen, er abhängig ist.

Ob Dir Deine Schwester auch wirklich die Wahrheit sagt (in puncto nur 1/2 l Wein pro Abend), dass kann ich nicht beurteilen.

Ich habe damals geschummelt, wenn man mich fragte.

Aber zügeln kannst Du sie nicht, wenn sie es nicht will.

LG Brigitte

Alma
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Beitrag von Alma » 27.05.08, 07:43

Hallo Heidi,

Du könntest Deine Bedenken/ Beobachtungen/ Sorgen behutsam darlegen, damit das Problem nicht weiterhin im Raum stehen bleibt.
Vielleicht wird darüber nachgedacht – nur so weit zu lesen ist -, möchte Deine Schwester nicht auf Alkohol verzichten.
Du selbst wirst sie nicht ändern können. Sie ist verantwortlich für sich selbst – nicht DU!

Lass Dich nicht zunehmend von der Sucht einspannen.
Sei Du Dir bitte selbst wichtig!

Liebe Grüße
Alma
Zuletzt geändert von Alma am 25.01.11, 11:32, insgesamt 1-mal geändert.

Karsten A
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Beitrag von Karsten A » 07.06.08, 07:30

Hallo Heidi,

ob jemand alkoholsüchtig ist oder nicht, kann nur der oder die Betroffene selbst wissen.
Ein Außenstehender, ob nun Arzt, Psychologe oder sonstwie ausgebildet, kann nur die Merkmale erkennen, aber die Sucht ist nur für den Betroffenen bemerkbar.

Ich bin selbst Alkoholiker und weiß daher, das es fast ausweglos ist, wenn man jemanden helfen will, der keine Hilfe will.
ir wollten damals auch viele Menschen helfen, aber ich wollte trinken.
Erst als ich erkant habe, dass ich Hilfe brauchte, war ich bereit, Hilfe anzunehmen.

Gruß
Karsten

dora
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Beitrag von dora » 08.06.08, 15:40

Karsten A hat geschrieben:
ob jemand alkoholsüchtig ist oder nicht, kann nur der oder die Betroffene selbst wissen.
Ein Außenstehender, ob nun Arzt, Psychologe oder sonstwie ausgebildet, kann nur die Merkmale erkennen, aber die Sucht ist nur für den Betroffenen bemerkbar.
Wenn man jemanden gut kennt und fast täglich sieht, kann man das schon wissen und es macht sich bemerkbar.

Ich bin selbst Alkoholiker und weiß daher, das es fast ausweglos ist, wenn man jemanden helfen will, der keine Hilfe will.
Das stimmt, ohne den Willen des Betroffenen kann man da nichts ausrichten.

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