Alkoholprobleme in der Familie erdrücken mich

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JoyMarx
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Alkoholprobleme in der Familie erdrücken mich

Beitrag von JoyMarx » 25.02.08, 19:16

Hallo,

ich muss nier mal etwas loswerden, über das ich mit niemandem sprechen kann.
Mein vater trinkt schon sehr lange, wie lange, kann ich gar nicht sagen. Zuerst war es immer am Abend, dann hat er sich betrunken und ist ins Bett gegangen. Mittlerweile ist er auch schon nachmittags ziemlich angetrunken.
Meine Mutter hat vor Kurzem auch angefangen, zu trinken. Sie ist schon vormittags ziemlich berunken, habe ich den Eindruck. Keine Ahnung, ich denke, sie tirnkt heimlich aus "versteckten Flaschen". Ich lebe nicht mehr zu Hause, habe aber jüngere Geschwister, die sicherlich sehr sehr anstrengend sind und viele Nerven rauben. Aber sie sind doch auf meine Eltern angewiesen und das macht mich so krank. Ich habe so unendlich viel Angst um sie und weiß einfach nicht, wie ich das alles stiooen kann. Sie versauen nicht nur ihr leben,s ondern auch das Leben meiner Geschwister (unter 10 Jahre alt). Ich kann einfach nicht mehr. Es ist mir so unendlich peinlich, wenn meine Mutter besoffen irgendeinen Mist redet und nichts mehr weiß. Ich habe einmal mit ihr gesprochen, da hatte sie um 12 Uhr einen "Vollrausch" und ich habs nicht mehr ausgehalten. Sie fängt dann an zu heulen, sagt, Papa muss aufhören und dass sie selbst einen starken Willen habe. Und es passiert doch nichts. Geldprobleme sind auch vorhanden, die durch das "schöntrinken" sicher nicht besser sondenr nur noch schlimmer werden. Es tut so unendlich weh, ich muss jede Minute daran denken und nachts träume ich davon. Es lässt mich nicht los. Ich kann nicht ertragen, wie sie unsere ganze Familie zerstören. In unserer Familie gab es immer sehr sehr viele Probleme und gravierende Streits, immer war alles kapputt. Nun habe ich einfach unendlich Angst um meine Geschwister, dass sie unter die Räder kommen deswegen. Sie sind doch noch so klein und können nichts tun. Sie können doch nichts tun. Es tut so weh und macht mich einfach krank.
Mein vater wird sehr agressiv, wenn man ihn auf die Trinkerei anspricht und reagiert ganz schlimm.

Ich kann einfach mit niemandem darüber reden, ich kann einfach nicht. Ich kann nicht mit meinen Eltern sprechen und sagen, dass ich es nicht mehr aushalte. ich habe so eine Angst. Ich denke, ich bin wohl die Typische Coabhängige, ich will es vertuschen. Ich will es vertuschen, um selbst nicht mit den schlimmen problemen und möglichen Konsequenzen konfrontiert zu sein. ICH SCHÄME MICH SO UNENDLICH! Ich kann auch mit meinem Mann nicht sorechem, auch vor ihm schäme ich mich, weil er das ganze "Lügengebäude von der heilen Familie" glaubt. Ich schäme mich so unendlich dafür, dass meine Familie so kapuutt ist und meine Eltenr solche Versager sind. Ich schäme mich. Ich kann nciht zu einer Selbsthilfegruppe gehen, weil ich mich so schäme und solche Angst habe. Ich kann es nicht überwinden.
Ich bin zur Zeit schwanger und da machen mir all diese Sorgen noch mehr zu schaffen. ichhabe einfach keine Kraft mehr.
Ich habe ihnen so oft einen Brief geschrieben, dass ich es nicht mehr aushalte, wie sie ihr leben ruinieren und ich so keinen Kontakt mehr will. Aber ich kann die Briefe nicht abschicken, ich liebe sie doch beide sehr und meine Geschwister auch. ich weiß nicht, was ich tun soll, weil ich nichts tun kann. Außer still vor mich hin zu leiden und diese Sorgen in mich hineinzufressen. Aber so langsam habe ich keine Kraft mehr. Nur die Scham ist einfach viel zu groß. Wenn ich über die Situation nachdenke, wie schrecklich alle sist und das wegen dem scheiß Alkohol alles kaputtgeht, brechte ich fast zusammen. ich fühle mich so hilflos meiner Geschwister wegen.
Ich habe mein Leben lang in Lügen gelebt, um die Fassade aufrecht zu erhalten . ich möchte nicht "asozial" sein..... aber ich kann es nicht, ich kann es nicht, ich kann es nicht. Ich muss es decken, ich kann es nicht aufdecken. Es geht einfach nicht.

Vielleicht liest ja jamend das hier bis zum Ende durch und hat ein paar Worte für mich übrig.......

Alida Prahm
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Beitrag von Alida Prahm » 12.03.08, 17:48

Hallo JoyMarx,

leider muss ich feststellen, dass Du schon von Anfang an alles abblockst. Deswegen wird wohl auch noch niemand geantwortet haben.

Es ist Dir alles peinlich und Du schämst Dich für etwas, für das Du doch nichts kannst. Und solange Du die Einstellung hast, Alkoholismus ist "peinlich", wird Dir hier auch so schnell kein Rat zuteil werden.

Es ist sehr wichtig für Dich, dass Du Alkoholabhängigkeit als Krankheit betrachtest, gegen die man was unternehmen kann. Und das muss der Abhängige selbst tun.

Ich könnte Dir wohl Ratschläge geben, die vielleicht für Dich Wirkung zeigen könnten. Dafür musstest Du aber auch wollen.

Willst Du?

Liebe Grüße
Alida
Mit freundlichem Gruß
Alida Prahm
Moderation Brennpunkt Alkohol

voigt.e
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Beitrag von voigt.e » 14.03.08, 16:58

Hallo Joy Marx,

also wenn du das hier postest, dann willst du ja offenbar doch, dass dir jemand hilft. Allerdings muss ich Alida recht geben. Wenn du von vornherein "blockst", dann wird dir hier niemand helfen....

Du persönlich hast das Problem des Co-Alkoholismus und auch das muss man erst einmal begreifen und auch dazu stehen. Alleine wirst du es wahrscheinlich nie und nimmer schaffe, dich davon zu befreien.

Wie ich deiner Mail entnehme ist dies allerdings ein riesengrosser Hilferuf von deiner Seite !
Also lass dir helfen und kämpf nicht dagegen an, dass dir irgendjemand brauchbare Tipps und Hilfe anbietet.

Sag auch Alida, dass du gerne ihre Hilfe in Anspruch nimmst. Sonst machst du dich auf Dauer selbst fertig .

Wenn du dich von deiner Scham befreist, dann wird man dir mit Sicherheit helfen können.

Nur Mut und alles Liebe

voigt.e

JoyMarx
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Beitrag von JoyMarx » 15.03.08, 20:47

Ich habe mittlerweile einen großen Schritt gemacht und mit meinem Freund gesprochen. Auch mit meinen Eltern habe ich telefoniert und gesagt, dass ich so nicht mehr kann. Meine Mutter hat mich später angerufen und gesagt, sie will das in den griff bekommen ("alleine"). Mein vater blockt nur ab.
ich habe mich also überwunden und aufgehört, es zu decken - für mich ein großer Schritt.

Wirklich viel besser geht es mir seitdem nicht, ich habe immer diese ständige Angst, dass sie wieder trinken, betrunken sind wenn ich zu Besuch komme oder sonstwas passiert.

Ich suche nun also einen Weg, wie ich persönlich damit besser umgehen kann, denn ich bin psychisch im Moment ziemlich an Ende.

Bobbele

Beitrag von Bobbele » 15.03.08, 20:58

Hallo JoyMarx,

warum tust du dir nicht selbst einen Gefallen und gehst in eine Selbsthilfegruppe in deinem Ort?

AA,Blaues-Kreuz,siehe Telefonbuch oder frag bei Caritas oder Diakonie.

In SHG bist du garantiert unter "Fachpersonal" mit praktischer Erfahrung was dir helfen wird.

Alida Prahm
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Beitrag von Alida Prahm » 19.03.08, 11:30

Hallo JoyMarx,

schö, dass du dich wieder gemeldet hast. Natürlich hört er mit dem Trinken nicht auf, weil du dich geoutet hast. Er ist der Abhängige der stofflichen Form, du die Abhängige der Mitbetroffenheit unter dem psychischen Aspekt.

Hier kann der Rat von Bobbele angenommen werden. Wenn das aber alles zu anonym für dich ist, spreche einfach einmal mit einem Arzt deines Vertrauens darüber. Erst Schritte können so unternommen werden, den manche Mensche brauchen eine andere Einbettung in die Problematik.

Wichtig ist, dass es zu lernen gilt für dich, dass du nichts an dem Verhalten deines Vater ändern kannst, egal, was auch immer du tutst. Du kannst es nur akzeptieren und versuchen, dich in gesunder Form zu distanzieren.

Wenn es dir hilft, hier weiter zu schreiben, so sei herzlich willkommen. Was wir tun können, ist dir dabei zur Seite zu stehen - nur: Machen musst du...... :wink:

Liebe Grüße
Alida
Mit freundlichem Gruß
Alida Prahm
Moderation Brennpunkt Alkohol

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