Mein Freund ist ein Partytrinker

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Turu
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Mein Freund ist ein Partytrinker

Beitrag von Turu »

Hallo, was ich Euch berichte, mag Euch lächerlich und banal vorkommen. Mein Lebenspartner ist kein Alkoholiker, er arbeitet viel, macht viel Sport, trinkt zu Hause alleine gar nicht. Wenn er aber mit Freunden unterwegs ist, betrinkt er sich ganz gerne mal, die typische Kumpelstour. Ich finde diesen betrunkenen Zustand so unerträglich, daß ich mir auch oft selbst Verletzungen zuführe, nur um den Schmerz ertragen zu können. Es ist auch nicht so, daß er betrunken agressiv wird oder andere Frauen anmacht, ich kann nur den Anblick oder die Vorstellung davon absolut nicht ertragen. Ich liege dann die ganze Nacht wach und hab`das Gefühl ich muß ersticken. Mit ihm habe ich schon öfters darüber gesprochen, aber er ist der Meinung, daß das jeder normale Kerl mache und er sich in seinem Leben nicht einschränken lassen möchte. Das verstehe ich auch. Ich fühle mich auch sehr unwohl in der Rolle der zickigen Feundin, aber ich komme damit einfach nicht klar. Aber sich deswegen zu trennen? Oder sollte ich mich behandeln lassen? Mich macht das Ganze total unfrei. Ich trinke ja auch gerne mal etwas, nur Betrunkenheit bei Menschen, die mir nahestehen, kann ich absolut nicht ertragen. Wie kann ich lernen, damit umzugehen? Bin wirklich verweifelt...
Viele Grüße, Turu
Alida Prahm
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Beitrag von Alida Prahm »

Hallo Turu,
wenn dein Freund trinken will, soll er. Du wirst es nicht ändern können. Sicher magst du es hier wohl auch schon gelesen haben.

Wichtig ist, dass du schnellstens selber Hilfe aufsuchst, denn die Neigung, die weh zu tun, erinnert mich an Borderline: sich verletzen, um Aufmerksamkeit zu erregen oder andere damit zu etwas zwingen zu wollen.

Damit ist nicht zu spaßen!

Das ist wichtig - nicht das Trinken deines Freundes.

Ich mache hier ganz ausdrücklich darauf aufmerksam, dass meine Bemerkung keine Diagnose ist!
Bitte suche schnellstens deinen Arzt auf und rede mit ihm darüber.

Über Borderline kannst du dich im Vorwege hier mal schlau machen. Dieser Link bietet auch einen Chat.
http://www.borderline-selbsthilfe.de/In ... /chat.html

Liebe Grüße Alida
Alma
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Beitrag von Alma »

Hallo Turu,

möchte mich meiner Vorschreiberin Alida anschließen!

Dein Freund möchte sein Leben und das Trinken nicht einschränken.
Jeder ist für sich selbstverantwortlich und hat sein Leben in der Hand.

Und das ist deinem Freund wichtig und sollte dir ganz besonders WICHTIG sein!

Auch ich möchte dir nahe legen, suche dir schnellstens professionelle Hilfe.
Ärztliche, psychotherapeutische Behandlung -, damit die Symptome gestoppt werden können.

Du musst das nur wollen!


Liebe Grüße
Alma
Turu
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Borderline?

Beitrag von Turu »

Hallo Alida,

lieben Dank für Deine Antwort. Vielleicht muß ich nochmal erklären, daß ich das keinesfalls mache, um ihn unter Druck zu setzen im gegenteil - ich versuche das zu verbergen. Und Aufmerksamkeit hat jeder gerne, aber die versuche ich bestimmt nicht so zu erpressen. Sonst bin ich ein sehr fröhlicher Mensch und wir lachen viel. Nur bei diesem einen Thema flipp`ich leider total aus. :(
Alida Prahm
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Beitrag von Alida Prahm »

Liebe Turu,
egal wie auch immer -ob bei "nur" diesem Thema- und auch -ob du sonst fröhlich bist-

verletzen ist verletzen und immer psychisch begründet!

Bitte spreche darüber mit einem Arzt deines Vertrauens. Wir können dabei nur begleitend an deiner Seite bleiben, in der Form von Unterhaltung, oder einfach nur, wenn du dich aussprechen möchtest.

Hier und in diesem Fall dürfen und werden wir dir hier keinen weiteren Ratschlag geben.

Mach den Anfang und hole dir professionelle Hilfe.
Liebe Grüße und viel Erfolg
Alida
Turu
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Beitrag von Turu »

Hallo Alida,

vielleicht hätte ich gar nichts von den Verletzungen schreiben sollen, wenn ihr euch daran so "festbeißt" ;). Das kommt ja auch nicht oft vor. Ich suche wirklich Rat, wie ich loslassen kann. Wie ich es für mich ertragen kann, daß ich darauf keinen Einfluß habe, ob, wann und wieviel er trinkt. Natürlich weiß ich theoretisch, daß jeder sein Leben lebt und das ich nur für mich selbst verantwortlich bin. Aber kann mir jemand praktische Handlungsstrategien geben, wie ich damit umgehen kann, wenn ich weiß, daß er unterwegs ist - anstatt total zu verzweifeln. Ablenken funktioniert leider nicht. Ich bin vor einiger Zeit in eine eigene Wohnung gezogen, da ich dachte, es würde besser, wenn ich ihn nicht nach Hause kommen sehe. Aber leider Fehlanzeige. Meine Fantasie ist meist noch viel schlimmer als die Wirklichkeit... :(
viele grüße, turu
Alida Prahm
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Beitrag von Alida Prahm »

Liebe Turu,
wie du loslassen kannst, dafür gibt es für keinen ein Patentrezept. Überlege einmal, was du an ihm so lieb, lobenswert und gut findest, dass du bei ihm bleibst und dir das alles antust. Und dann stelle einmal dagegen, was dir alles wehtut, wenn er so ist und lebt, wie er jetzt lebt - eigentlich ja gegen dich.
Der Umzug ist wohl nur eine kleine Halbherzigkeit gewesen, so, wie ich das sehe. Vielleicht bist du auch abhängig von ihm und kannst deshalb nicht loslassen oder dich ablenken, obwohl dir alles doch so weh tut. Und ich denke, dass da der Hase im Pfeffer steckt. Das liegt wirklich tiefer bei dir. Wenn dein Freund etwas anderes täte als zu viel zu trinken -etwas, was dir weh täte-, dann würde es dir ebenso gehen. In deiner Angelegenheit hat das mit dem Alkoholismus deines Freundes nur zweitrangig etwas zu tun.
Wir können wohl miteinander schreiben, wenn es dir hilft, das erst einmal loszuwerden. Dennoch rate ich dir wirklich: Sprich mal mit einem Therapeuten, denn da steht dir wohl irgendwas im Weg, was dich so handeln lässt, dass es dir gut geht - ohne ihn.


Wie gesagt Turu - keiner kann dir ein Patentrezept geben. Lerne, dich um dich selbst zu kümmern, trotz der ewigen Gedanken um ihn. suche dir Freunde, einen neuen Hobbykreis - alles aus seiner Reichweite. Unternimm was, egal, ob du an ihn denkst oder nicht. Das nützt wohl nichts, du musst dein Leben in die Hand nehmen und dich nur um dich selbst kümmern.
Ganz liebe Grüße Alida
SUEDBALKON
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Beitrag von SUEDBALKON »

Turu

1. dein Freund trinkt

2. du deckst ihn

das heißt

zu 1. dein Freund ist Alkoholiker

zu 2. du bist Co - Alkoholiker

dein Freund ist besoffen glücklich, schön für ihn

und du, du leidest, scheiße für dich

du bist wichtig, einem Säufer kann niemand helfen, schon gar nicht durch decken von

" nur gewissen Momenten, ist ja nicht sooo schlimm " usw

so fängts an, dann ist dein Freund täglich besoffen und glücklich

und du ???

ich bin Fußball - Hasser und Säufer - Hasser und geh da gar nicht mehr hin,

was soll ich ( oder du ) unter zugesoffenen Idioten?


wach auf und denk mal an dich


Grüße
kaia
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Beitrag von kaia »

hm,

nicht jeder, der sich selbst verletzt, ist borderliner, wie nicht jeder borderliner sich selbst verletzt... :roll:

und nicht jeder, der sich selbst verletzt, will aufmerksamkeit erzwingen, viele machen es im geheimen...

klar ist schon, dass es ernst genommen werden sollte und meistens mehr dahinter steckt, als "nur" die selbstverletzung...

und zum letzten posting ne frage:

ist denn jeder, der alkohol trinkt gleich ein alkoholiker?
ich habe auch nicht aus dem beitrag herausgelesen, dass turu ihren freund deckt...

sicher ist es wichtig, für das thema alkoholismus sensibilisiert zu sein, viele merken erst viel zu spät, dass ei schon längst in eine abhängigkeit geraten sind.
aber mir wird manchmal zu schnell jemand zum alkoholiker "gemacht".

lg kaia
Alida Prahm
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Beitrag von Alida Prahm »

Ich möchte mal allgemein zu den letzten beiden postings etwas sagen:

@ SUEDBALKON
bitte sei ein bisschen vorsichtiger, denn niemand hier hat bislang behauptet außer du -der es ja eigentlich garnicht wissen kann- dass der Freund von Turu Alkoholiker ist. Und ich sehe auch nicht, dass sie ihn deckt.
Außerdem sind so deine Ausdrücke nicht unbedingt das, was wir hier pflegen. Daher hab ich auch da die Bitte: Drück dich ein wenig anders aus.

@ kaia
Über den ersten inhalt des textes gibt es HIER nichts weiter zu sagen. Ich hab Turu auf eine evtl Möglichkeit hingewiesen, Interesse daran haben kann sie oder auch nicht.Und natürlich ist nicht jeder, der trinkt, gleich ein Alkoholiker. Aber jeder, der es an Gewohnheitstagen ständig übertreibt, hat sich da schon nicht mehr in der Gewalt und kann dann in diese Krankheit reinrutschen.

Außerdem möchte Turu ja lernen, etwas zu ändern, und wenn ihr beide da Freundschaftshilfe leisten könntet, das wäre echt ganz toll.
Liebe Grüße Alida
Zuletzt geändert von Alida Prahm am 19.02.06, 19:48, insgesamt 1-mal geändert.
Alida Prahm
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Beitrag von Alida Prahm »

Liebe Turu,
bleib jetzt nicht weg, denn nur, wenn wir "immer wieder darüber reden", löst sich langsam der Knoten für dich.
Ganz liebe Grüße Alida
SUEDBALKON
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Beitrag von SUEDBALKON »

sie deckt ihn nicht? was ist das?


Hallo, was ich Euch berichte, mag ----Euch lächerlich und banal--- vorkommen.

Mein Lebenspartner ist kein Alkoholiker,

betrinkt er sich ganz gerne mal, --- iss ja blos ---die typische Kumpelstour.


Ich finde diesen betrunkenen Zustand so unerträglich, daß ich mir auch oft selbst Verletzungen zuführe, nur um den Schmerz ertragen zu können

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Liebe Turu,
bleib jetzt nicht weg, denn nur, wenn wir "immer wieder darüber reden", löst sich langsam der Knoten für dich.
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das ist doch genau das was ich gemeint habe


mit: du bist wichtig


ich lese zwischen den zeilen,

dummerweise werden meine antworten oft als böswilligkeit ausgelegt

das gegenteil ist der fall, wer meine posts richtig liest, wird das feststellen

hier geht es nicht um mich, hier ist turu wichtig

bleib dran


Grüße
Antworten