Alkoholproblem: wann ist es vorbei?

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Dominika1250
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Alkoholproblem: wann ist es vorbei?

Beitrag von Dominika1250 » 05.05.13, 17:55

Guten Tag oder Morgen oder Abend :)
Ich habe eine Frage die vielleicht etwas ungewöhnlich erscheint...
Ich sage es mal so: mein Vater ist alkoholabhängig...ich weiB nicht wie lange aber 30 Jahre auf jeden Fall.
Er trinkt jeden Tag oder je 2 Tage ne Flasche Vodka...37.5 %...am oeftesten.
Er hat schon lange solche Simptome wie:
Schmerzen im Bereich der Leber....Magen...Bauchspeicheldrüse...
er hat Sodbrennen....
er isst NUR vielleicht eine groBe Suppe pro Tag. Ah..er ist 63...
Also er isst richtig wenig...oft schluckt er mehr Luft wie Essen....
seine Zurke sieht sehr "geschnitten" aus....
er hat RIESEN Augenringe...die sind nicht violett aber so als würde er nicht schlafen..
er kann 15 h pro Tag schlafen...
Er schlaeft...bis 12 am freien Tag..er isst was...er liegt dann auf der Couch...er schlaeft...isst was....schlaeft usw.
Seine Muskeln sind schlapp...so als waeren sie "gummig"..
im Bereich von Leber ist er "dick" aber allgemein sieht er recht dünn aus....
seine Haut ist noch normal..nur Gesicht ist seit einiger Zeit rot wie rote Beete.
Seine Blutwerte aind eig. schlecht...er wollte es uns nicht zeigen..nie. Er geht seehr oft zum Arzt wegen Bauchweh...
sein Gedaechtniss ist auch nicht perfekt....er vergisst immer was.
Jetzt weiB ich nicht. Er isst auch keine Vitamine und Mineralstoffe. Er ist eher schwach....vorher war er es nicht. Jetzt gewann ich beim Handdruecken....und bin ein Maedchen...0.0.
Hier kommt die Frage wann stirbt er? Ehrlich gesagt mir geht es am ***** vorbei ob er stirbt oder nicht....ih hasse. ihn. Nur die Frage wann.
Und Therapie will er nicht. Er ist zur zeit nicht ansprechbar....Wenn er nur rummeckert....


Er kann ohne alkohol auskommen. Vor 5 Jahren hat er es ausgehalten als er uns fuer zwei Wochen besucht hat. Jetzt wo wir zus. wohnen ist es im scheiBegal -.-
Danke fuer die Antwort wenn es geht :)
-Domi

Muppet
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Re: Alkoholproblem: wann ist es vorbei?

Beitrag von Muppet » 05.05.13, 18:44

Hallo,
zu Therapie kann man Leute nicht zwingen. Manchmal wollen Leute sich zum Tode saufen. Es ist traurig aber es passiert. Natürlich sind dann die Angehörige sehr wütend und verletzt und wie Sie, wollen nur das es aufhört.

Eine dicke Leber ist ein Zeichen auf Leberzirrhose - die Leber muss immer mehr arbeiten, kann aber nicht mehr richtig.
Gesichtsroetung = alkoholbedingte Erweiterung der Blutgefäße.
Gedächtnisstörung: nach jahrelangen Alkoholmissbrauch kann sich ein sogenannte Korsakow Syndrom entwickeln. Der Cortex und subkortikalen Bereiche werden zerstört. Wenn subkortikale Bereiche betroffen sind, führt es zu Schläfrigkeit und Demenz ähnliche Symptomen. Oft sind die Temporal- und Frontallappen betroffen. Das kann zu extreme Persönlichkeitsveranderungen und Epilepsie oder gar Psychosen führen. Wenn das schon eingetreten ist, wenn derjenige morgen mit Trinken aufhören würde, wäre es zu spät.
Mit Alkoholismus ist das Schlaganfall und Diabetesgefahr hoch. All dies zusammen - hohen
Demenzrisiko.
Wie lange seinem Körper das noch aushält und was noch für Symptomen auftreten, kann keine sagen. Jede Mensch ist anders.
Alles Gute
Muppet

error6
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Re: Alkoholproblem: wann ist es vorbei?

Beitrag von error6 » 06.05.13, 09:12

Muppet hat geschrieben: Manchmal wollen Leute sich zum Tode saufen.
Das sehe ich ganz anders. Dieses: Jetzt saufe ich mich kaputt... ist das
Eingeständnis, nicht auhhören zu können.
Habe ich oft genug erlebt und auch mit den Betroffenen gesprochen,
freiwillig sterben wollte niemand. Obwohl leider alle verstorben sind.
:) error6

Muppet
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Re: Alkoholproblem: wann ist es vorbei?

Beitrag von Muppet » 06.05.13, 10:25

Naja, bei schwerdepressive Patienten ist es tatsächlich manchmal mit Absicht. So aussern sie das auch. Sie machen eine bewusste Entscheidung, ihrem Leben so zu beenden - er hat mit dem Leben abgeschlossen. Es ging recht schnell (ein paar Wochen). Habe ich beruflich schon erlebt. Echt traurig.

convaincu
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Re: Alkoholproblem: wann ist es vorbei?

Beitrag von convaincu » 21.07.13, 20:55

Muppet hat geschrieben:Naja, bei schwerdepressive Patienten ist es tatsächlich manchmal mit Absicht. So aussern sie das auch. Sie machen eine bewusste Entscheidung, ihrem Leben so zu beenden - er hat mit dem Leben abgeschlossen. Es ging recht schnell (ein paar Wochen). Habe ich beruflich schon erlebt. Echt traurig.
Das kann ich (leider) bestätigen. Bei Betroffenen mit schweren Depressionen, wie auch bei rezidivierenden Depressionen als Begleit- oder Folgeerscheinung
entsteht ein beträchtlicher subjektiver Leidensdruck, dann noch verstärkt durch den Alkohol. Bedingt durch die dauerhaft negative veränderte Grundstimmung
sind die Betroffen auch gar nicht mehr in der Lage die Distanz zu sich zu schaffen, auch wenn sie bisweilen das Gegenteil behaupten.

Und nach 30 Jahren unter anderem mit Vodka ist ein Korsakow-Syndrom nicht von der Hand zu weisen. Und da sind retrograde und anterograde Amnesie eine Begleiterscheinung.
Unser Körper hält eine Menge aus. Aber irgendwann ist er nicht mehr in der Lage sich internistisch und neurologisch zu regenerieren.
Und dann ist es zu spät.

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