CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Chronische Beckenbodenschmerzen, Urogenitalsyndrom- Beckenbodenmyalgie, Prostatitis

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sidius28
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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von sidius28 » 15.10.19, 10:14

Ja ich muss es jetzt irgendwie hinbekommen nicht ständig an einen Infekt zu glauben aber das ist so verankert! Am Freitag hab ich einen Termin bei einem neuen Psychotherapeuten, hoffe dort Hilfe zu finden da dieser auch auf Verhaltenstherapie spezialisiert ist. Mein alter Psychologe könnte mir nicht helfen, er meinte nur es sei Hypochondrie und ich solle nicht mehr davon reden.

Aktuell mache ich auch mehr Dehnübungen da alles so verkürzt und verhärtet ist, kann gut sein das das auch erstmal dazu beiträgt das es mehr schmerzt. Aber etwas muss ich machen, ich laufe schon so extrem nach vorne gebeugt das muss ich dehnen.
Zum Osteopathen geh ich erstmal nicht mehr, das drücken gerade vorne verschlimmert alles nur noch.

Gestern Abend eine Wärmflasche unter den Hintern gelegt und die Wärme tat gut, allerdings ist der Bereich um den Anus so verhärtet und gereizt das die Wärme sich anfangs sogar dort unangenehm anfühlte! Meine Freundin meinte wie heftig mein Gewebe verklebt sei. Bin auch mal mit dem Finger rein und es war Knochenhart rundherum.

Aber heute morgen löste sich der Morgenurin wunderbar und fast keine Missempfindungen!
Jetzt wieder mehr gesessen und anus / leisten schmerzen leicht, ich werde mich mal ablenken

F*CKCPPS
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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von F*CKCPPS » 15.10.19, 15:40

Ich kann dir nur empfehlen eine tägliche dehnroutine durchziehen. Diese solle den Quadratus lumborum, Piriformis, Iliopsoas, Hüftbeuger und Beine und Nacken beinhalten. Bei mir hat es 4 Monate gedauert bis ich überhaupt eine Verbesserung gespürt habe. Dachte oft das es nichts bringt und war oft sehr verzweifelt. Nach über 10 Monaten mit sehr vielen hoch und tiefs, bin ich überwiegend schmerzfrei, aber es ist auch immer noch verspannt in der Mitte meines Körpers. Wenn deine Befunde beim Arzt alle okay sind, dann mach dir kein Kopf und fang an dich zu dehnen und alles andere was gut tut kann auch nicht schaden. Dehne dich an 5 von 7 Tagen und auch wenn es weh tut, hör nicht damit auf. Es gibt auf YouTube wirklich viele Videos und es dauert seine Zeit bis man sich da rein gefuchst hat. Es Bedarf sehr viel Geduld und Disziplin, aber es lohnt sich.

sidius28
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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von sidius28 » 15.10.19, 17:58

Ja ich dehne jetzt auch wieder und es kann schon sein das es erstmal ne Erstverschlimmerung gibt bin auch im Vital+ Studio wo ich mich auch betätige. Aber mir geht das alles so auf den Sack, sorry, aber was könnte man es so schön haben ohne den Mist. Aber gut wenn du auch sagst es dauert Monate hab ich Hoffnung. Machte in der Vergangenheit immer mal nur so sporadisch am Abend paar Übungen, werde dann mal auch fünf Tage in der Woche das durchziehen. Muss nur die Angst vorm pinkeln gehen verlieren.

Heute morgen war alles top, morgenurin lief super ohne Probleme und am Mittag wieder auf nem ordentlichen Schmerzlevel, da soll man mal nicht bei verrückt werden.

was mir aufgefallen ist, Strecke ich im Stand meinen Bauch richtig raus, ziehen Bänder oder Muskeln seitlich im Schambereich richtig unangenehm! Scheinbar sind die verkürzt oder wund. Aber gerade die sind ja wichtig und könnten auch bei mir für viele Missempfindungen verantwortlich sein.

Ich danke Euch allen, die hier schreiben, denn es hilft mir schon etwas, denn ich fühle mich nicht mehr so alleine damit. Daher auch mal ein kleines Dankeschön. :)

F*CKCPPS
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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von F*CKCPPS » 15.10.19, 18:23

Mir ging es genau so wie dir. Hab es am Anfang nur sporadisch gemacht und wenn es dadurch schlimmer wurde hab ich wieder aufgehört und nach anderen Lösungen gesucht nur um dann doch wieder anzufangen. Man muss es wirklich dauerhaft durchziehen und es wird dir mit der Zeit auch leichter fallen. Ich hatte auch viele triggerpunkte am ilipsoas also in der seitlichen Bauch Gegend. Da massiere ich alle paar Tage mal ganz behutsam dran rum und atme dabei schön in den Bauch. Es kann nicht schaden sich mal mit den Muskelgruppen auseinanderzusetzen. Gerade der ilipsoas und auch der quadratus lumborum. Man muss wohl an der ganzen Körperhaltung arbeiten. Ich kann dur nur empfehlen mal YouTube zu durchstöbern und nach Übungen und Infos zu schauen. Müssen ja nicht immer Videos im Zusammenhang mit unseren Problem sein, YouTube ist voll von Dehnübungen und Wissenswertes über die Anatomie.

F*CKCPPS
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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von F*CKCPPS » 15.10.19, 18:25

Und ja, du hast recht. Ohne die Scheiße könnte es so schön sein. Also nicht aufgeben, nicht verrückt machen und durchziehen. Ich schmeiß mir nach dem dehnen immer Magnesium rein, einfach fürs gute Gefühl :lol:

sidius28
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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von sidius28 » 15.10.19, 18:56

Eine Frage noch, weiß ja nicht welche Symptome du hattest, ob sie sich mit meinen evtl decken. Aber hattest du keine Angst das es doch ein Infekt sein könnte?

F*CKCPPS
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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von F*CKCPPS » 16.10.19, 00:39

Meine Symptome decken sich auf jeden Fall mit deinen und ich war 2x beim Urologen und 2x beim Proktologen und ich bin mir sicher, das man Bakterien die solche Symptome verursachen definitiv nachweisen könnte. Wäre auch zu schön um wahr zu sein, wenn diese Folter mit einer Antibiotika Kur zu behandeln wäre.

thomas.
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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von thomas. » 16.10.19, 12:46

Aus Erfahrung kann ich so heftiges Dehnen nicht bestätigen. Bei mir haben sich nach den heftigen Dehnungen immer Verschlimmerungen ergeben. Habe ich trotzdem weiter gemacht (über Monate), wurde es schlimmer und schlimmer.

Das ist aber bei jedem anders. Da hilft wirklich nur probieren.

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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von sidius28 » 16.10.19, 14:16

thomas. hat geschrieben:
16.10.19, 12:46
Aus Erfahrung kann ich so heftiges Dehnen nicht bestätigen. Bei mir haben sich nach den heftigen Dehnungen immer Verschlimmerungen ergeben. Habe ich trotzdem weiter gemacht (über Monate), wurde es schlimmer und schlimmer.
Das ist aber bei jedem anders. Da hilft wirklich nur probieren.
Also beim Drücken der Leisten wo die Darmschlingen sitzen welche dann auch deutlich schmerzen und bis zum Anus ausstrahlen, kann ich bestätigen das das gedrücke es deutlich schlimmer macht.
Ich bin nie wirklich konsequent beim dehnen geblieben und wenn ich mal die Yoga Cobra nehme, da zerreißt es mir fast die Muskeln im Bereich Bauchnabel , Leiste und Schambein das es kein Wunder ist, das ich so mit Buckel nach vorne gebeugt laufe. Oder ein Bein hoch auf einen Stuhl, was zieht und schmerzt mir das Band im Innenschenkel!

Die Cobra ist ja auch in dem berühmten Buch aufgeführt (weis nicht ob man das jetzt nennen darf) und wenn ich überlege das die von täglich schreiben, plus nach täglichem Bedarf sind ja selbst 1x Übungen am Abend sehr wenig.

thomas.
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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von thomas. » 16.10.19, 15:17

Ich habe bis vor 5 Jahren ziemlich intensiv Laufsport betrieben. Anfänglich habe ich mich nach jedem Lauf sehr ausgiebig gedehnt. Dann habe ich es einfach sein lassen, mit dem Ergebnis, dass die Regeneration am nächsten Tag genau so gut (bzw. schlecht :D ) war, wie mit dehnen.

Meine Triggerpunkte in den Adduktoren sind durch Dehnung ebenfalls nicht verschwunden. Dazu hat es Dry Needling gebraucht.
Und mir fällt ein: Ich musste mit den Laufsport reduzieren, aufgrund massiver Achillessehnenbeschwerden. Es gab 2 Dinge, welche geholfen haben: Exzentrische Dehnübungen über 6-8Wochen 8nicht länger) und genau in diesem Zeitraum auf Sport komplett zu verzichten. Das habe ich vor ca. einem Jahr gemacht und es hat zwar noch bis zum Sommer diesen Jahres gebraucht, aber mittlerweile kann ich über 1 Std. laufen und bin komplett beschwerdefrei.

Mein Fazit: Bei mir hilft nur noch komplett in Ruhe lassen beim CPPS. Alles andere reizt.

Apropos: Das Buch "A Headache In The Pelvis" darfst Du hier erwähnen. Du kannst Dich ja noch Olaf und PSA erinnern. Die beiden haben ihr CPPS auch mit Hilfe des Buches weg bekommen.

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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von F*CKCPPS » 16.10.19, 15:36

Am besten ist es ja, wenn du deinen ganzen Körper beim Dehnen berücksichtigst. Ich mach es so, dass ich bereiche die nicht im Nachhinein noch drohen weh zu tun wie zb. die Waden, Oberschenkel, Piriformis, Schultern, Nacken, Brust so gut wie jeden Tag dehne. Beim quadratus lumborum, ilipsoas, hüftbeuger bin ich vorsichtiger und mach nach Gefühl auch mal einen Tag länger Pause. Am Anfang hab ich mir auch mehr Stress gemacht und bin morgens früher aufgestanden um mich schon mal 15min zu dehnen, aber mir passt es besser wenn ich mich am Tag 1x dehne und dafür lass ich mir dabei 1 - 1,5std Zeit. Bei mir liegt die volle Konzentration aufs dehnen. Ich hab Fitnesstudio und schwimmen usw. erstmal auf Eis gelegt und passe auch meinen Tag so an das ich mindestens eine Stunde Zeit hab zu dehnen. Ich mach auch Entspannungsübung, ich glaube den Schmerzen an sich bringen sie nichts, aber mental hat es mir auf jeden Fall geholfen gelassener zu werden. Mach das aber auch nur sporadisch. Bei mir hat es am Anfang auch so falsch angefühlt beim Dehnen, gerade beim hüftbeuger hatte ich das Gefühl das es nicht richtig sein kann das zu dehnen, wenn es so weh tut. Aber es wurde besser, auch wenn es gedauert hat.

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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von sidius28 » 16.10.19, 15:47

Ich probiere es nun mal mit dehnen , entspannen und Psychotherapie.
Ich muss probieren ne andere Chance hab ich nicht, immerhin hat es ja auch einigen geholfen. Und wenn ich bemerke wie verkürzt das bei der Cobra Übung ist, wird mir auch klar das neben meiner Angst dies auch dazu beiträgt das der Blasenhals sich nicht entspannen kann und ich frei wie ein Zinnsoldat pinkeln kann!
Und wenn F*ckcpps auch die Art von Beschwerden kennt wie ich sie hier aufgeführt habe und es bei ihm irgendwann besser wurde könnte man Hoffnung bekommen :)
Wenn die Angst mal besser ist und ich auch entspannter auf Toilette gehe bin ich einen großen Schritt weiter.

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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von sidius28 » 19.10.19, 08:59

Das Gute vorweg, ich hab einen neuen Psychotherapeuten gefunden welcher einen wirklich sehr kompetenten Eindruck macht!

Aber seit gestern habe ich so starke Schmerzen! Auslöser war, dass ich nachmittags erst nach 8 Stunden und sehr langem sitzen urinieren war. Der Urin war sehr dunkel und es hat sich auch gereizt angefühlt, dass hat große Sorge und Angst in mir ausgelöst. Zwei Stunden später war der Urin hell und es fühlte sich in Ordnung an. Seither brennen mir so die Leisten/ Becken, der untere Rücken und das Urinieren ist sehr verkrampft. Das kann doch echt nicht war sein... :oops:

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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von F*CKCPPS » 20.10.19, 08:18

Ja es ist absolut ätzend, wenn ein der schmerz überrollt. Ich kenn das zu gut. Wie oft dachte ich schon, das es besser wird und dann kam es doppelt so hart zurück. Gut das du einen Psychotherapeuten gefunden hast, ich denke bei dir spielt die Psyche eine große Rolle . Man muss das Multimodal angehen und auf allen Ebenen an sich arbeiten. Leider.

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Re: CPPS und ich kann einfach nicht mehr

Beitrag von sidius28 » 20.10.19, 17:00

Ja ich würde was drum geben wenn die urologischen Organe da nicht drin hängen würden! Den gerade Missempfindungen beim pinkeln oder das aufflackern nach dem Sex sind bei mir die größten Punkte die dafür sorgen das ich in Angst verfalle das ein Infekt oder Entzündung vorliegt.

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