Können Fluorchinolone Antibiotika CPPS auslößen?

Chronische Beckenbodenschmerzen, Urogenitalsyndrom- Beckenbodenmyalgie, Prostatitis

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Jopey
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Können Fluorchinolone Antibiotika CPPS auslößen?

Beitrag von Jopey » 20.07.19, 21:30

Ich ging im Juli 2018 zum Hausarzt wegen Nackenschmerzen, Schmerzen am Hinterkopf, Schwindelgefühl.
Er machte einen Urintest weil ich auch etwas Urin unkontrolliert abgegangen ist.
Er stellte etwas Blut im Stuhl fest, deshalb verdacht auf Harnwegs- oder Blasenentzündung.
Er schrieb Antibiotikum auf: Ciprofloxacin 500 mg für 5 Tage
Kurz darauf, ich glaub am nächsten Tag fingen meine üblen Beschwerden an.
Ich meinte, mein Hoden platz gleich so stark drückte es unten rein. Druck/Ziehen/Stechen im Leistenbereich, Schambeinbereich und Genitalien.
Beim Urinieren drückte es den Penis in den Hoden rein, es dauerte bis etwas kam.
Es drückte im Bauch und bis zum Herz rauf etwa. Oft nachts nicht schlafen können. Paar mal ins Krankenhaus gefahren.

Im September wurde es besser als ich das Rauchen aufgehöhrt habe und auch keinen Kaffee mehr trank (Habe über 2 Kannen am Tag getrunken).
Ich weiß nicht ob das der Grund ist, aber seitdem ist es besser.
Meine Beschwerden sind immer noch stark, besonders im Liegen. Jede Nacht dauert es eine Stunde oder länger bis ich einschlafen kann. Das ist wirklich kein normales Leben.
Ich habe etliche Untersuchungen hinter mir. Es wurde dies und das festgestellt, aber nichts was meine Beschwerden erkärt. Mangels gefundener Ursache war die Diagnose dann CPPS.

Bis vor kurzem hatte ich dem Antibiotikum keinerlei Beachtung gegeben. Ich dachte die Verschlimmerung meiner Beschwerden damals war wohl der ganz normale Krankeitsverlauf.
Über das Thema Ernährung und Darm bin ich dann auf Antibiotika gekommen, da sie die Darmfolara schädigen können. Das lenkte meinen Blick dann auf das damals verschriebene Antibiotikum.
Ich fand dann heraus dass Fluorchinolone schwere und lang anhaltende Nebenwirkungen im Bereich Muskulatur, Gelenke und Nervensystem verursachen können.
Nun frage ich mich ob das mir verschriebene Antibiotikum mein CPPS (oder was immer das auch ist) ausgelöst hat.
Fluorchinolone scheinen immer noch massenweise sorglos verschrieben zu werden obwohl es seit einigen Jahren, etwa 2016 warnende Hinweises gibt, in Medien, von FDA, und zumindest seit kurzem auch von EDA und BfArM.
Eine Entzündung wurde übrigens niemals festgesellt, es wurde einfach auf bloßen Verdacht "harmlose" Antibiotika verschrieben. Damals vertraute ich leider meinem Arzt.

F*CKCPPS
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Re: Können Fluorchinolone Antibiotika CPPS auslößen?

Beitrag von F*CKCPPS » 21.07.19, 22:23

Moin, diese Frage kann dir wohl nur ein Arzt beantworten. Da das Krankheitsbild von CPPS aber so komplex ist und die Ursachen ja noch nichtmal 100% festgestellt sind, wird die eine sichere Antwort darauf wohl verwehrt bleiben.

Unternimmst du denn schon etwas gegen die Symptome?

thomas.
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Re: Können Fluorchinolone Antibiotika CPPS auslößen?

Beitrag von thomas. » 22.07.19, 13:41

Ich habe zu Beginn meiner CPPS Zeit 7Monate Antibiotika am Stück genommen der hauptsächliche Wirkstoff war Ofloxacin aus der Gruppe der Fluorchinolone. Die CPPS Beschwerden haben sich weder verbessert, noch verschlimmert.
Des Weiteren hatte ich keine Probleme mit den Sehnen, usw.

Fluorchinolone als Auslöser von CPPS, halte ich für extrem unwahrscheinlich.

Jopey
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Re: Können Fluorchinolone Antibiotika CPPS auslößen?

Beitrag von Jopey » 22.07.19, 19:19

Klar, nicht jeder der Fluorchinolone nimmt bekommt Nebenwirkungen. Und die erwähnten sind relativ selten denke ich.
Natürlich werde ich nie Gewissheit haben. CPPS ist so diffus, es ist glaub ich lediglich ein Sammelbegriff für verschiedene Beschwerden ohne eine physische Ursache feststellen zu können. Gut möglich dass es eine Vielzahl von möglichen Ursachen gibt.
Und ob Fluorchinolone bestimmte Beschwerden bei mir verursacht haben läßt sich nach meiner Kenntiss nicht feststellen, schon gar nicht nach einem Jahr.
Fluorchinolone als Ursache erscheint mir aber zumindest plausibel in meinem Fall.
Bevor ich Sie genommen habe waren meine Beschwerden andere und relativ gering. Ich dachte an Grippe oder im schlimmsten Fall Boriliose.
Schwere und lang anhaltende Nebenwirkungen (evtl. auch Dauerhaft) im Bereich Sehnen, Muskulatur, Gelenke und Nervensystem passen subjektiv zu meinen Beschwerden.
An den Gelenken merke ich weniger, nur mein rechtes Knie schmerzt etwas manchmal.
Ich kann nicht sagen ob Sehnen direkt betroffen sind, aber z.B. die Adduktoren Muskeln haben im Schambeinbereich Sehnen wenn ich mich nicht täusche... da hab ich auch Schmerzen.
Muskeln und evtl. Nerven sind definitiv beteiligt bei meinen Beschwerden nehme ich an.
Natürlich ist das Ganze nur eine vage Vermutung. Wenn Sie zutreffen würde, hätte ich auch keine Lösung für meine Beschwerden, aber zumindest eine Erklärung für meine Beschwerden.

Gegen meine Symptome hab ich ein paar Sachen auspropiert bzw. bin noch dabei.
Progressive Muskelentspannung hab ich probiert - funktioniert irgendwie nicht bei mir.
Osteopathie, Chiropraktik, Krankengymnastik, Akkupunktur hat nichts gebracht.
Ich hab angefangen zu Laufen, mache Abends einen Spaziergang, mache Bauch-/Darm-Massagen, Reha-Sport 1x die Woche.
Hab testweise 2 Wochen auf Gluten verzichtet, Milch hab ich ein paar Monate lang nicht getrunken.
Aktuell versuche ich wenig Zucker zu essen und Abzunehmen.

Bisher hat nur das Rauchen aufhören und Kaffeetrinken aufhören wirklich etwas gebracht.
Das kann aber auch purer Zufall gewesen sein, vielleicht sind meine Beschwerden einfach von alleine etwas zurückgegangen.
Kaffee trinke ich mittlerweile wieder 2 bis 3 Tassen am Tag, merke da keinen Unterschied.
Nach fast einem Jahr rauchfrei hoffe ich das ich nicht mehr rückfällig werde, egal ob es damals was gebracht hat oder nicht.

F*CKCPPS
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Re: Können Fluorchinolone Antibiotika CPPS auslößen?

Beitrag von F*CKCPPS » 23.07.19, 21:01

Ja, eine Erklärung für die Symptome zu haben wäre schon mal schön. Ich hab so viele Ärzte abgeklappert und trotzdem beruhen die Diagnosen lediglich auf Vermutungen. Vielleicht macht es für dich Sinn mit Dehnübungen anzufangen und wenn progressive Muskelnentspannung nichts für dich ist, könntest du vielleicht autogenes Training mal ausprobieren.

Und lass die Finger von den Glimmstengeln :wink:

Jopey
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Re: Können Fluorchinolone Antibiotika CPPS auslößen?

Beitrag von Jopey » 23.07.19, 22:30

Danke für die Tips! Probier ich vielleicht mal aus.

Wenn ich eine glaubwürdige Diagnose hätte würde ich zumindest viel freie Zeit gewinnen.
Ich such immer noch Ärzte auf, hab da noch nicht ganz aufgegeben obwohl es wahrscheinlich nur verschwendete Zeit ist.
Heute beim Gastroentrologen: "Haben Sie beruflichen oder privaten Streß?" - Klar spielt die Psyche eine Rolle, zumindest wenn es um die Wahrnehmung der Beschwerden geht, ich kann mir aber immer noch nicht vorstellen dass Sie meine Beschwerden ausgelöst hat und sie aufrecht erhält.
Beim nächsten Arzt besuch sollte ich besser Lügen und sagen dass ich die Beschwerden erst seit kurzem habe und keinerle bisherige Befunde vorlegen - damit Zumindest versucht wird die Ursache herauszufinden und man nicht sofort in die Schublade "psychosomatische Beschwerden" gesteckt wird.
Die andere "Diagnose" die ich manchmal erhalte ist dass die Wirbelsäule die Bewschwerden auslößen kann. Ja kann vielleicht sein, aber da wurde nichts gefunden (MRT LWS) und KG, Akkupunktur... hat nichts gebracht.
Ein anderer eigener Erkärungsversuch könnte mein unkontrollierter Urinverlust damals sein. Vielleicht ist meine Blase so schwach dass ich im Unterbewustsein deshalb Muskeln da unten dauernd anspanne... idk. Hab bald KG für Beckenboden-Muskulatur-Relaxation - vielleicht bringt das ja was.

thomas.
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Re: Können Fluorchinolone Antibiotika CPPS auslößen?

Beitrag von thomas. » 24.07.19, 10:00

Es ist tatsächlich ein Problem, wenn man mit bisherigen Befunden zu Ärzten kommt. Ich hatte mehrere akute Prostataentzündungen und für die Ärzte war dann sofort klar :"Das ist eine chronische Prostatitis". An Muskelverspannungen, usw. wurde damals vorerst nicht gedacht. Kommen die Ärzte dann nicht weiter, wird es als psychische Erkrankung eingestuft.
Selbstverständlich rufen langjährige unbehandelte Schmerzen psychische Gegenreaktionen vor, jedoch ist die Psyche nicht der Auslöser, sondern der Leidtragende, aus meiner Sicht.
Mit der Zeit entsteht dann das , was man psychosomatisch nennt.

Zu Fluorchinolonen: Mir fällt ein, dass ich massive Knieschmerzen im Meniskusbereich hatte und diese erst nach Beendigung der Behandlung wieder nach und nach verschwanden. Das hat 1-2 Jahre gedauert, bis das wieder in Ordnung war.

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