An alle CPPS geplagten

Chronische Beckenbodenschmerzen, Urogenitalsyndrom- Beckenbodenmyalgie, Prostatitis

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Fernando777
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An alle CPPS geplagten

Beitrag von Fernando777 » 02.08.18, 22:01

Liebes Forum,
Ich bin bei CPPS ein großer Befürworter wenn es darum geht die Psyche miteinzubeziehen.
Man muss dazu sagen, ich habe zum Glück nie extremste schmerzen gehabt wie schmerzhaftes wasserlassen und/oder schmerzhafte Ejakulation. Was mir in letzter Zeit allerdings aufgefallen ist, das schon ein falsches Wort zu stärken Verspannungen führen kann. Hier mal zwei Beispiele:
Vor knapp 2 Wochen kurz vor dem Urlaub...
Freundin sagte mir abends nach dem Motto ‚Mensch wir haben in letzter Zeit so wenig Sex, als du vorgestern schon geschlafen hast, musste ich masturbieren, weil mir das einfach so fehlt‘, am nächsten Tag mit relativ starken Verspannungen im After/Damm aufgewacht. Natürlich gleich zum Urologen, Prostata normal, Urin ebenfalls. Also alles ok. Ein paar Tage später waren die Verspannungen weg, Urlaub kann endlich genossen werden.
Gestern Abend, Freundin sagt ‚jetut hatten wir nur 2x Sex im urkaub‘ darauf erwiderte ich ja das sie davon eine Woche ihre Tage hatte und das ich bestimmt gleich wieder verspannt bin. Und siehe da, nach einer Stunde hatte ich eine psychogene Harnflut (kenne ich, hatte ich schon paarmal, aber selten). Innerhalb von 1 Stunde bestimmt 6x wasserlassen (wasserklarer Urin und immer richtige Mengen). Dazu war ich innerlich auch sehr aufgewühlt und fühlte mich aufgrund der Aussage ‚verletzt‘ ‚angeriffen‘

Heute immer noch leicht verspannt, denke durch das ständige wasserlassen letzte Nacht.

Jetzt tatsächlich noch eine Frage...kennt ihr auch das Phänomen HARD FLACCID/FIRM FLACCID? Ich habe das fast ständig. Nur findet man auf deutschen Seiten sehr wenig darüber.

LG Fernando

chb81
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von chb81 » 19.08.18, 08:44

Hallo Fernando,

danke für deinen Beitrag.

Ich kenne das gut- habe über die Jahre immer mehr herausgefunden, welche Rolle die Psyche spielt - leider kann ich immernoch nicht damit umgehen. Bei mir gibt es Trigger, die dazuführen, dass ich wieder Beckenbodenverspannung und -schmerzen bekomme. Dies erfolgt nur, weil ich in dem Moment meinen Fokus daraufrichte. Das kann schon reichen, wenn jemand in einer Phase, wo ich schmerzfrei bin, fragt, wie es mir mit meinen Schmerzen so geht...Dann beziehe ich mich wieder drauf und sie kommen. Oder wenn z.B. meine Ex-Freundin in einem Restaurant zu mir gesagt hat "Die Stühle sind hart - willst du dir nicht lieber ein Kissen drunterlegen?"

Mein größtes Problem ist dass ich mich nicht dagegen wehren kann, sofort verspanne ich. Das führt dazu dass ich selten länger als 2 Wochen schmerzfrei bin - es passiert immer irgendwas, so dass die Schmerzen wiederkommen. Ich denke das positive ist (im Ggs. zu anderen hier im Forum) dass bei mir die Schmerzen wirklich zu 100% weg sind in den Phasen ohne Schmerzen. Ich habe hier schon einen Suchaufruf gestartet, wer das auch so hat wie ich - komplett schmerzfrei sein und dann wieder aufgrund des "Kopfes" Schmerzen bekommen...Bei dir scheint es ja ähnlich zu sein.

Den Begriff "Hard Flaccid" kannte ich noch nicht. Habe mal gegoogelt "hard flaccid pelvic floor" und als 4. Ergebnis kam ein Erfahrungsbericht - da sind einige gute Ansätze drin - natürlich Meditation, Mindfulness, nicht katastrophisieren" - leider kriege ich es nicht hin, habe diverse Therapien gemacht - wenn ein solcher "Trigger" kommt, ist die Angst wieder da, dass die Schmerzen kommen...

Daher würde ich mich über einen Austausch freuen. Also jeder, der sicher ist, dass er körperlich nichts hat und die Beschwerden psychosomathisch sind, gerne hier weiterposten...

Viele Grüße,
Christoph

Fernando777
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von Fernando777 » 20.08.18, 17:58

Hallo Christoph,
Vorneweg und bitte ja nicht falsch verstehen, aktuell habe ich lieber sporadischen Kontakt hier im
Forum, auch nicht zu viel, da es bei mir ähnlich wie bei dir ist und ich so wenig wie möglich über die Probleme sprechen sollte um den Beschwerden gar nicht erst den Raum zu geben. Sorry! Ich hoffe du kannst das verstehen? Man kann ja gerne einmal im Monat oder so ähnlich hier im Forum Posten. Nur möchte ich die beschwerdefreien Phase gerne aussehenden und da ist es bei mir häufig kontraproduktiv, wenn ich negative berichte höre/lese.
1x pro Monat (Ende des Monats) hier Erfahrungen weitergeben?

Das ich körperlich ‚gesund‘ bin ist mir nun seit heute auch wieder ein Stück klarer, habe alleine in den letzten 7-8 Monaten über 500€ in Labore ausgegeben in dem ich mehrmals Urin & Ejakulat testen lassen habe und am Wochenende auch nochmal ein STD screening durchführen lassen habe (chlamydien, mykoplasmen etc) ALLES NEGATIV - seit 3,5 Jahren! Jetzt habe ich darauf kein Bock mehr!!!

Ja so trigger gehen schnell, nur kurz nach’n Samenerguss die ganze Zeit überprüfen ob nix weh tut und schwups zwickts irgendwo und das wasserlassen wird schwerer und der Harndrang wird mehr - Stunden oder 1 Tag später alles wieder ok. Schon sehr komisch.

Aktuell habe ich leider noch das Problem, dass sich meine psychische Lage etwas verschlechtert hat. Dadurch dass ich die letzten Jahre immer unterbewusst Bakterien nachgelaufen bin und hunderte Test machen lassen habe hat sich bei mir ein Zwang entwickelt täglich (mehr als 70x pro Tag) in meine harnrohr zu sehen (mit Taschenlampe) um nach Rötungen zu sehen, und ja mit der Zeit kamen Rötungen und mehr Rötungen, also weiterhin Gründe um zum Urologen zu gehen und zu erzählen wie krank man ist! Das ist für mich ein typisches Zeichen eigentlich dafür, dass man ständig nach einem Grund sucht, untersucht zu werden und somit den Fokus und die Beschwerden aufrecht hält.
Die Verhaltenstherapie hat mich leider nicht weitergebracht, mal sehen, starte demnächst ne tiefenpsychologische therapie!

Ich kenne das auch wie du, in beschwerdefreien Phasen (die zum Glück immer wieder kommen) bin ich mehr oder weniger beschwerdenfrei. Und ich glaube selbst in der ‚schlechten‘ Phase gehts einem nur schlecht, weil man eben ständig daran denkt und sich immer weiter reinsteigert.

LG Fernando

chb81
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von chb81 » 21.08.18, 06:41

Hallo Fernando,

klar - kann ich verstehen...Ich bin hier auch nicht so regelmäßig...Aber ab und zu Erfahrungen austauschen tut gut - man sollte sich nicht verrückt machen lassen von Empfehlungen...

In deinem Fall ist die Überzeugung, dass es nur etwas psychosomathisches ist und körperlich alles o.k. ist noch nicht wo weit vorangeschritten wie bei mir. Hierzu empfehle ich dir folgendes Buch:

John E. Sarno - Healing Back Pain - The Mind-Body Connection

Lass dich von dem Titel bitte nicht verwirren - er schreibt nicht nur über Rückenschmerzen, sondern über alle möglichen Schmerzen...Er erklärt, warum der Mensch immer denkt, dass körperlich etwas nicht stimmt, obwohl körperlich meist alles o.k. ist - vielleicht hilft dir das...

Viel Erfolg und Grüße!

Fernando777
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von Fernando777 » 21.08.18, 18:09

Hi Christoph,
Danke dir für dein Verständnis. Ich schaue immer sporadisch alle paar Tage ins forum, je nach Frequenz.
Wir können ja vereinbaren, dass man sich meldet sobald es etwas Neues gibt, oder eben nicht ;) dann halt vielleicht immer mal am Ende des Monats ne Rückmeldung? Was meinst du?
Eigentlich weiß ich, dass es nix körperliches ist, trotzdem suche ich anscheinend krampfhaft danach, das es etwas körperliches ist...schon komisch...aber irgendwie vielleicht normal, weil man natürlich zuerst denkt, die Prostata macht Probleme, wenn man nach dem Samenerguss mehr Harndrang hat ect...

Danke für den buchtipp...mit Büchern habe ich es nicht so, habe nicht mal headache in The pelvis fertig gelesen -.-, gibt es das Buch nur in englisch? Weil das finde ich unfassbar anstrengend, da man viele Begriffe einfach nicht kennt & ständig Google Translationen offen zu haben ist auch nervig...

Darf ich fragen aus welcher Stadt du kommst und wie alt du bist?

LG Fernando

Fernando777
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von Fernando777 » 23.08.18, 18:48

Hi,
Habe heute mal wieder gemerkt wie stark die Psyche ist...
Hatte gestern einen tollen Tag ohne Beschwerden, als ich abends heim kam erhielt ich den Befund meiner Ejakulatkultur:
Vergrunende streptokokken & staph. Epidermidis wurden ‚gefunden‘ laut schriftlichen Befund ‚pathogenität unwahrscheinlich da haut und Schleimhautflora‘ auch nach telefonischer Rücksprache würde mir gesagt, dass es eben normalflora ist auch an Verunreinigungen bzw Kontaminationen zu denken ist (außerdem ist die Menge wohl eher gering). Hatte beide keine auch schon öfter im Ejakulat, spricht wohl doch eher für ‚normal‘ - keimfrei ist ne Probe wohl ganz selten.
Dazu dann heute Nacht nen feuchten Traum von dem ich mitten in der Nacht aufgewacht bin und kurzzeitigen brennen beim wasserlassen (Penis war aber noch halbsteif)...
Lange Rede kurzer Sinn, heute den ganzen Tag reingesteigert, im Internet nachgelesen bzgl normalflora und den ganzen Tag Probleme. Heute Abend samenerguss ohne Probleme und schmerzen. Zu Hause auch deutlich mehr Ruhe und somit kaum mehr Symptome...

Kurze Frage an dich (und alle Männer)...ist es denn normal, dass nach einem Samenerguss die Harnröhre leicht gereizt und rötlich ist, denn das ist eigentlich so das letzte was mich, manchmal an Infektionen denken lässt (obwohl ich weiß, dass meine Symptome eigentlich nur unter Stress und Anspannung kommen) - mein doc sagt immer, dass es ganz normal ist...nur finde ich es schon manchmal komisch das die Harnröhre und deren Ausgang danach manchmal gerötet ist...

VG

chb81
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von chb81 » 03.09.18, 17:34

Hallo Fernando, ich weiss nicht ob es das Buch auch auf deutsch gibt...

Ich möchte ungern deine Fragen zu konkreten Beschwerden beantworten - bin kein Arzt und denke auch dass man hier nicht unbedingt mit einem solchen Detaillierungsgrad unterwegs sein muss - verstehe aber deine Bedenken und das zeigt einfach, dass du weiterhin Angst hast, dass etwas körperlich nicht o.k. ist - lass dich durchchecken beim Arzt - aber wenn er sagt dass alles organisch o.k. ist, dann empfehle ich dir wie gesagt das Buch - da geht es eben genau um das Thema - einsehen, dass eigentlich alles o.k. ist - und durch die Überzeugung dann den psychosomathischen Schmerz loswerden...

Hat bei mir wie gesagt auch noch nicht geklappt, aber denke, die Einsicht ist trotzdem ein wichtiger Schritt.

Viele Grüße!

thomas.
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von thomas. » 04.09.18, 15:20

Hallo Fernando,

ich denke Du meinst die vordere Harnröhrenöffnung, welche gerötet ist. Und da ist es völlig normal, dass sie rot ist, weil es ja eine Schleimhaut ist. Da brauchst Du Dir keine Gedanken machen. Das Brennen ist auch relativ gut erklärbar: Das können leichte Muskelverspannungen sein, weil der Beckenboden ja beim Samenerguß sich verkrampft und wieder löst. Das kann dann evtl. nachwirken.

Somit alles ok.

Und ja: Ich bin seit heute der Meinung, dass die Schmerzen bei mir zu 100% aus der Psyche kommen. Dank Matrix Hilfe bin ich zu der Einsicht gelangt. Ich war die letzten Jahre quasi, zwanghaft von der Triggerpunktursache besessen, dacht wenn es noch wo weh tut, dann muss da was sein und habe mich ständig selber massiert, was den ganzen Prozeß angeheizt, bzw, verstärkt hat.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man, wenn man dies Triggerpunkttherapie wöchentlich durchführt und jeden relevanten Muskel behandelt nach 3-6 Monaten weitestgehend beschwerdefrei sein sollte.

Fernando777
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von Fernando777 » 04.09.18, 19:22

Hallo Thomas,
Danke dir für deine Rückmeldung. Ich habe ja öfter auch Probleme wenn diese Rötungen nicht vorhanden sind, daher kann ich es ganz gut einordnen, nur suche ich wohl trotzdem krampfhaft nach einer Entzündung. Und da bei der Fülle an Tests die ich mache, natürlich auch immer mal Bakterien wachsen, fühle ich mich bekräftig da weiter zu machen. In der letzten Ejakulatkultur sind vergrunende streptokokken gewachsen, ein normaler hautkeim und auch ein keim der normalflora der Harnröhre. Haben wir sowohl Labor als auch zwei Urologen bestätigt, trotzdem belastet es mich und ich sehe die Rötungen als abnormal an...ist ja ein entzündungszeichen...nur witzig, dass sie nur alle paar Tage/Wochen kommt und eben wieder nicht. Ebenso die Harnröhrenschwellung. Bis vor einem Jahr hatte ich jeden Tag Samenergüsse, seitdem ich einmal die Rötung gesehen habe, nur noch 1x die Woche um es nicht weiter zu reizen. Das fehlt mir auch am meisten...(wollte die Prostata immer ‚leer‘ haben)

Auch wiederum komisch, nachdem ich am Sonntag zum ersten Mal nach 6 Wochen wieder spontan GV mit meiner Freundin hatte (immer mit Kondom), hatte ich am nächsten Tag wieder ne schleimhautveränderung...ab zum Urologen, der meinte es ist alles normal...für mich sieht es aber einfach gereizt/entzündet aus (siehe Fotos)
Gestern früh
https://www.pic-upload.de/view-35896079 ... 6.png.html
Heute
https://www.pic-upload.de/view-35904075 ... 9.jpg.html

Ich weiß ihr seit keine Ärzte, aber sieht das für euch nicht auch komisch aus???

Dadurch, das meine Gedanken 24/7 darum kreisen, entwickeln sich halt Verspannungen und Symptome...bin ich komplett entspannt zwickt nix etc...schaue ich nicht nach, verspanne ich aufgrund der Ungewissheit. Fest steht die Veränderung kommt nicht durch GV oder so da ich ja trotzdem 1x die Woche ejakuliere und die Rötung nicht unbedingt dadurch verstärkt werden oder entstehen. Viel mehr kommt es mir psychosomatisch vor, aber ne Schleimhaut verändert sich doch aufgrund der Psyche nicht?!?!

Sorry das ich mich hier so wirr auskotze, bin nur grad mega verzweifelt!!!

Alles gute!!!

thomas.
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von thomas. » 05.09.18, 14:30

Ganz ehrlich: Das sieht bei mir immer so aus. Und in dem Bereich hatte ich noch nie Schmerzen.

Kopf hoch alles ok.

Zum Thema ständig Gedanken machen: Vermutlich war bei mir das Absetzen des Pregabalins bzw. die Einnahme dieses Zeugs der Trigger für die Teufelsspirale in der ich mich momentan befinde.
Ich war bis vor 10 Tagen ständig auf der Suche, wo ich denn noch irgendwelche Verspannungen haben könnte und habe immer wieder selber an verschiedensten Zonen selber massiert. Immer weiter und weiter und nur noch die Schmerzen gesehen.
Jedoch völlig missachtet, dass ich z.B. wieder völlig schmerzfrei sitzen kann. der Dammbereich kaum noch schmerzt, usw.
Durch jede neue Massage geht das "Gewebegedächtnis" im Gewebe/Gehirn los und verursacht höllische Schmerzen.
Des Weiteren habe ich auch sämtliche Aussagen meiner Osteopathen, Physios, usw. ignoriert, dass ich körperlich nichts mehr habe.

Angehen kann man das Thema nur mittels eigener Verhaltensumstellung und Ruhe nach so einer langen Leidenszeit.
Ich denke auch, dass es durch das ständige grübeln um das Thema dazu kommt dass man in dem Bereich tatsächlich die Schmerzen spürt, obwohl nichts organisches vorliegt. Man entwickelt quasi eine "Schmerzerwartungshaltung".

Ich hatte schon viel schlimmere Beschwerden z.B. nach den Thermotherapien oder der Harnröhrenschlitzung, welche jedoch immer nach 6-9 Monaten wieder verschwunden sind. Aus dem Grund bin ich sehr optimistisch, dass ich das Thema in 6Monaten ad acta legen kann.

Fernando777
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von Fernando777 » 05.09.18, 15:17

Hi Thomas,
danke dir für die Rückmeldung über die ich mich sehr freue und die mich auch etwas beruhigt...
ob es wirklich normal ist??? Nachdem sich gestern abend die Hautschicht, die ich auf dem Foto mit dem Pfeil "markiere" gelöst hat, ist nun eine Erosion da...sobald ich Rötungen sehe (Rötungen heißen für mich Entzündung -> Entzündung heißt für mich Bakterien) bin ich anders und alle möglichen Symptome kommen in verschiedenster Stärke zur Geltung...deshalb, heute zum gefühlt 100en mal ins Labor und den Urin auf Keime untersuchen lassen - ich weiß es ist sinnlos, aber mache ich es nicht, zerfrisst es mich...nächste Woche auch nochmal ein Urologentermin bei einem neuen Urologen - ich glaube einfach nicht, dass die Rötungen, Schleimhautveränderungen, Erosionen durch meine Manipulation auftreten (ca. 100x am Tag in die Harnröhre schauen) - ich schlafe nur noch auf dem Rücken, damit ich nicht auf meinem Penis liege, der dann evtl. mit der Spitze (bin beschnitten) nicht an der Wäsche reibt...auch sage ich mir, ich muss ja nachschauen, weil wenn es rot ist, kann ich keinen GV haben, da ich es nicht weiter reizen soll...Teufelskreis!
aktuell ist es sogar eine ernsthafte Option für mich, mich 4 Wochen in eine Klinik "einzuweisen" die mit Patienten mit Zwangsgedanken arbeitet - allerdings will ich nicht raus aus "meinem Leben"

Meiner Meinung nach ist ein großes Problem einfach auch, dass man immer mit den Schmerzen etc. rechnet, somit nimmt man es auch nicht an, wenn man mal beschwerdenfrei ist, man wartet ja nur darauf, dass die Schmerzen wieder kommen, man lebt ja damit...

Daher glaube ich, die Psyche ist der größte Trigger der Probleme - vll nicht die Ursache aber die Psyche hält die Symptome konstant am Leben...

zur Info, ich mache nun ab Mitte September die Neuraltherapie und weiterhin Osteopathie (hier wird auch viel psychisch gearbeitet - bei Bedarf aber auch anale Massagen)...

Ich würde mich freuen, wenn der Austausch hier über den Thread etwas weitergeführt wird - sind ja nun schon zu dritt ;)

LG

thomas.
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von thomas. » 06.09.18, 08:10

Zum Thema Osteopathie und rektale Massagen:

Bei mir war der komplette Spasmus des Beckenbodenmuskels nach 10-12Massagen weg. Es wurde leider nur der Spasmus des Obturatorius li. übersehen.
Alle anderen, mit welchen ich im engen Kontakt stand (Olaf, PSA,....) haben innerlich auch nicht mehr als 10 Massagen benötigt um ihre Verspannungen/Triggerpunkte zu beseitigen.

Richtige Triggerpunkte, welche in das Becken und die Harnröhre ausgestrahlt haben, hatte ich nur in der unteren Baumuskulatur. Mit 1mal Dry Needling waren die weg.

Macht man nach der Beseitigung dieser Verspannungen weiter mit Massagen reizt man das Gewebe nur zusätzlich und löst die Beschwerden aus, welche man eigentlich beseitigen wollte. So erging es mir.

Ich möchte Dir damit nur sagen, sei vorsichtig und beobachte sehr genau, ob die Massagen was bringen. Das solltest bereits nach 4-5mal merken.

Psyche: Nach langjährigem Verlauf spielt das Gehirn, sowie hypersensibles Gewebe aus meiner Sicht die Hauptrolle.
Seit mir das klar ist: Spüre ich, wie es täglich besser wird. Konzentriere ich mich auf den Bereich schießen sofort Schmerzen in den Beckenboden ein........
Und: Ich mache keinerlei Massagen mehr in diesem Bereich. Bis sich alles von den Reizungen erholt kann das 6-12Wochen dauern.

Fernando777
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von Fernando777 » 06.09.18, 08:50

Danke für die Tipps...

bzgl. den Massagen bin ich eh "vorsichtig", da es meiner Meinung nach nur bedingt etwas bringt, wenn ich in gewissen Situationen aufgrund meiner Psyche wieder verkrampfe - bei mir ist das gute, dass meine Verspannungen/Verkrampfungen innerhalb von Stunden, spätestens ein paar Tage wieder verschwinden. Ich habe nie lange Schmerzepisoden, wobei ich nie starke Schmerzen hatte (wobei natürlich auch jeder Schmerz anders wahrnimmt...)

Wie gesagt, aktuell ist mein größtest Problem bzw. die größte Sorge meine Harnröhre - solange ich das nicht abstellen kann, werde ich immer und immer wieder verspannen...

thomas.
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von thomas. » 06.09.18, 14:10

Darf ich fragen, wie Du Deine Verkrampfungen spürst?

Bei mir hat sich der Spasmus des Beckenbodenschließmuskels und Afterschließmuskels über einen Zeitraum von ca. 8 Monaten durch Dauerpressung aufgebaut. Ob da schon der Hüftlochmuskel verspannt war, bezweifle ich.
Um den Muskel wieder zu lösen hat es ungefähr denselben Zeitraum, wie zum Aufbau benötigt.

Das mit Deiner Harnröhre ist nichts. Wirklich gar nichts.

Fernando777
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Re: An alle CPPS geplagten

Beitrag von Fernando777 » 06.09.18, 15:05

so, vorhin mit dem Labor telefoniert - das einzige was gefunden wurden waren wohl Verunreinigung und/oder Bakterien der Normalflora, auch weniger als 1000 was lt. Labor eine ganz ganz geringe Keimzahl ist und eben auch nicht relevant, da eben Hautkeime und/oder Keime der Normalflora der Harnröhre...das ist schon mal positiv...

Wie ich die Verspannungen spüre?! Gute Frage, also wenn mein Afterschließmuskel angespannt ist merke ich das selbst ganz gut, allerdings spüre ich häufig die Verspannungen gar nicht wirklich sondern ich gehe davon aus, dass die Beschwerden eben durch die Verspannung kommen - was mir extrem hilft ist die Bauchatmung - heute Vormittag habe ich z. B. gar nicht durch den Bauch geatmet, weil ich psychisch heute nicht so gut drauf war (lustiger weiße in der Zeit weniger Harndrang als sonst...) wurde dann mit der Zeit besser...Vorhin allerdings Stuhlgang gehabt, obwohl wohl nicht wirklich nötig, seitdem wieder verstärkter Tonus in dem Bereich...

Wie gesagt, ich habe das Glück, dass meine Verspannungen nicht ewig anhalten, glaube aber das hier schon auch mein Verständnis für die Psyche hilft, da ich ja weiß, dass es eigentlich nur Verspannungen sein können...

Danke für deinen Zuspruch bzgl. meiner Harnröhre (mein Gott hört sich dieser Satz komisch an) - allerdings finde ich es weiterhin komisch, dass nach dem GV am Sonntag Nacht, am nächsten morgen alles gereizt aussah und sich dann eben vorgestern Abend wieder ne Erosion gebildet hat. ABer wahrscheinlich hast du Recht, sowas haben vll alle Männer mal, sie merken es bloß nicht, da sie nicht nachsehen...

P.S. woran ich auch häufig merke, dass ich verspannt bin ist mein "Hard Flaccid" - du sagtest ja mal, dass es dir nichts sagt, ich habe ihn nahezu jeden Tag :)

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