Es war kein CPPS und auch keine Prostatitis!

Chronische Beckenbodenschmerzen, Urogenitalsyndrom- Beckenbodenmyalgie, Prostatitis

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Karl-Ernst
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Es war kein CPPS und auch keine Prostatitis!

Beitrag von Karl-Ernst » 11.02.18, 19:20

Hallo,

ich (68 J.) habe meinen Beitrag „Es war kein CPPS und auch keine Prostatitis!“ genannt, weil ich glaube, dass sehr leicht viele mit dem Unterleib verbundenen Probleme darunter zusammengefasst werden – bei mir war es so.

Ich hatte Ende 2010 eine Notoperation, Verdacht auf Blinddarm, aber weil ein Divertikel im Dickdarm sich geöffnet hatte und der Darm perforiert war, wurde „richtig groß“ operiert. Alles verlief gut, ich hatte eine Narbe von über dem Nabel bis fast zum Schambein, aber ich hatte gut 2 Jahre keine Probleme.
Dann begann gefühlt so etwas wie ein Harnwegsinfekt mit Schmerzen und Problemen beim Wasserlassen. Der Urologe stellte keine Erreger fest, verschrieb trotzdem Antibiotika. Das wiederholte sich, es folgte eine Untersuchung der Blase mit Handelsname entfernt (o.B.) und gleichzeitiger Abschabung der Barre.

Es blieben unangenehme Gefühle, die ich irgendwie mit der Narbe in Verbindung brachte, weshalb ich 2014 eine Klinik für Diagnostik aufsuchte. Dort geriet ich an eine Urologin, die mir ein pflanzliches Präparat für die nicht wesentlich vergrößerte Prostata verschrieb und eine Verbindung meiner Beschwerden mit der Narbe vollkommen ausschloss.

Ich versuchte Akkupunktur mit nur anfänglicher leichter Besserung, bekam vom Proktologen die Diagnose „Reizblase“, versuchte Neuraltherapie, ließ mit MRTs eventuelle Ursachen im Unterleib ausschließen und geriet dann an einen weiteren Urologen, der CPPS in den Raum stellte und Alpha-Blocker verschrieb.

Über den Begriff CPPS kam ich auf die Homepage eines Körpetrtherapie-Zentrums und dort über die Therapeutenliste auf eine Therapeutin in meiner Nähe.
Sie behandelte recht schmerzhaft Triggerpunkte, zeigte mir Cat Stretch Gymnastik und arbeitete an meinen Haltungsschäden nach dem Ansatz der Sensomotorik. Mir ging es durch die Aktivitäten besser – besonders, weil ich das Gefühl hatte, selbst etwas tun zu können.
Vor einem Jahr war eine routinemäßige Darmspiegelung (o.B.) angesagt und danach verschlimmerten sich die Schmerzen im Unterleib.
Meine Entscheidung, einen Chirurgen von Innen den Unterleib anzusehen, besonders die Bereiche der Narbe, wurde nochmals herausgezögert, da mir vom Arzt eine weitere Neuraltherapie angeboten wurde. Das half im Nachhinein betrachtet etwas, weil wohl das Gehirn bei solchen Dingen wie zuvor auch mitspielt, die Besserung war aber nicht auf Dauer angelegt.
Ich kam zum Schluss nur noch mit Schmerzmitteln bis zu BTM Medikament über die Runden!
Letztendlich habe ich mich am 12.1. dieses Jahres unter das Messer begeben. Eine anfängliche Laparoskopie wurde unter der OP, die 3 ½ Stunden dauerte, in eine offene OP verändert. Dabei wurden massivste Verwachsungen im Dünn- und Dickdarmbereich entfernt, dabei waren auch Verbindungen zu Blase und Leiste.

Meine vorherigen Probleme sind jetzt, 4 Wochen nach der OP, nicht mehr vorhanden – es hat genutzt.
Für mich ist deprimierend, dass ich seit über 3 Jahren vielen Ärzten gegenüber meinen Verdacht geäußert habe, dass meine Probleme mit der Narbe zusammenhängen, was grundsätzlich von allen verneint wurde, obwohl ich u.a. einen Punkt in der Narbe definieren konnte, an dem ich das Gefühl hatte, dort zerrt von Innen etwas.

Vielleicht helfen meine Zeilen, jemandem in ähnlicher Situation eine etwas schnellere Linde-rung zu erreichen – ich fühle mich, abgesehen von den Nachwirkungen der großen OP, wieder „wie neu“ – Wasserlassen problemlos, seit 4 Wochen keine Schmerzmittel mehr, Aufstehen ohne Ängste, dass etwas von Innen zerrt ……

Alles Gute für Euch Leidende!

chb81
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Re: Es war kein CPPS und auch keine Prostatitis!

Beitrag von chb81 » 27.02.18, 15:54

Hallo Karl-Ernst,

danke für deine Erzählung.

Es wäre nun mal interessant zu hören, ob bei anderen auch eine Narbe im Spiel ist.
Ich selbst habe eine Blinddarmnabe, aber bisher keinen Zusammenhang gesehen. Vor allem gibt es diese Narbe schon viel länger (ca. 10 Jahre) als meine Beckenbodenschmerzen.
Auch die Tatsache, dass meine Schmerzen immer vom Kopf getriggert werden (ich habe Angst vor dem Schmerz und dann kommt er) und ich auch Phasen völlig ohne Schmerzen habe, lässt mich in meinem Fall an einer rein körperlichen Erklärung (z.B. durch eine Narbe) zweifeln.

Was meinen die anderen so?

Viele Grüße,
Christoph

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