Heal Pelvic Pain

Chronische Beckenbodenschmerzen, Urogenitalsyndrom- Beckenbodenmyalgie, Prostatitis

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thomas.
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von thomas. » 24.10.17, 15:55

Hallo Leidensgenossen,

bei denjenigen, bei denen Muskelverspannungen die Ursache sind, habe ich einen (im deutschsprachigen Raum) neuen Ansatz:

Bisher sind die Behandlungskonzepte auf den Säulen 1.Verspannungsbeseitigung durch Triggerpunktmassagen, Dry Needling, usw., Dehnübungen, mentales Entspanungstraining aufgebaut.

Ich habe mir in letzter Zeit Gedanken gemacht, was denn noch fehlen könnte: Nun bin ich mir sicher: Muskelaufbautraining!
Das schreibt Amy Stein auch in Ihrem Buch.Des weiteren kann ich mich erinnern, dass viele ehemalige Betroffene, wie Olaf Urban, erst restlos beschwerdefrei mittels Hannah Somatics, bzw. Feldenkrais wurden.
Das ist nichts anderes als Aufbau- und Bewegungstraining für unsere über Jahre lädierten Muskeln.

Ich habe z.B. ab und an den "gesunden" Obturatorius rechts abgetastet (zum Vergleich mit der linken Seite) und festgestellt, dass dieser deutlich mehr Muskelmasse hat, als der linke.
Man muss dazu sagen, dass bei mir der komplette Muskel verspannt/verhärtet war. So konnte er sich auch kaum bzw. nicht bewegen. Mit der Zeit baut er eben dann Muskelmasse ab.
Ich kann mich auch erinnern, dass die Verspannungen im Beckenboden nach ca. 10 Massagen weitestgehend weg waren, zur vollkommenen Regeneration hat es jedoch deutlich länger gedauert.

thomas.
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von thomas. » 25.10.17, 09:33

Was seit meinen letzten Aufrufen noch zugenommen hat ist: Man bekommt so gut wie keine Rückmeldungen auf Beiträge und hauptsächlich werden nur Informationen aus dem Forum gezogen, jedoch keine Rückmeldung erbracht, ob es geholfen hat. Nur bei Misserfolgen, kommen verzweifelte Fragen im Forum auf.
Wenn ich mich da an die lebhaften Diskussionen mit Olaf, PSA, usw. zurück erinnere......
Nur durch den Austausch mit PSA und Olaf, habe ich mich damals nach meinen "Irrwegen" überhaupt entschieden nochmals einen Behandlungsversuch zu unternehmen.
Man gibt hier Preis, was man alles unternommen hat bzw. was hilft, aber selten kommt was konstruktives zurück, bzw. fehlen fast komplett die Erfolgsberichte.
Ich werde beobachten, wie sich das Forum in den nächsten Monaten entwickelt und davon mache ich abhängig, ob ich noch weitere Beiträge einstelle oder es komplett sein lasse.

aspi
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von aspi » 28.10.17, 21:10

Hey thomas,

bitte auf keinen Fall aufhören weiter zu posten! Gerade so lange Erfahrungsberichte wie deiner sind unendlich wertvoll. Ich finde es z. B. auch mega schade, dass ich dieses Forum erst gefunden habe, nachdem Olaf aufgehört hat zu posten...

Wie dem auch sei, ich teile gerne wie von dir gewünscht hier meinen bisherigen Leidensweg. Die ersten Urobesuche hatte ich um 2009 herum. Bakterien wurden bei mir nie gefunden und ABs wurden mir auch nur kurz verschrieben. Die meisten Uros haben meine Probleme (wohl auch aufgrund meines recht jungen Alters) nicht ernst genommen und ansonsten auf die Psyche geschoben. Generell muss ich dazu sagen, dass ich eher atypische Symptome habe. Ich habe fast keine Schmerzen (außer bei starkem Harndrang) und eigentlich "nur" häufigen Harndrang (auch in der Nacht) sowie massive sexuelle Probleme (schmerzhafter Orgasmus, Eiaculatio Praecox, dann wieder gar keine möglichkeit zum Orgasmus zu kommen, Erektionsprobleme, stark verlängerte Refraktärzeit, verminderte Libido etc..).

Nachdem also mehrere Uros meine Psyche als die Schuldige identifiziert hatten, habe ich ca. 1 Jahr diverse Psycho- und Sexualtherapien gemacht. Leider ohne auch nur dem kleinsten Erfolg. Danach habe ich begonnen mich selber ein "wenig" einzulesen und bin unter anderem bei den damaligen Klassikern gelandet (A headache in the pelvis und Die Kunst Stillzusitzen). In Österreich konnte ich damals leider absolut niemanden finden, der auch nur den Begriff CPPS kannte, was alles ziemlich deprimierend war. Ich habe dann unter anderem an einem 10 tägigen Vipassana Camp teilgenommen (das ist die Meditationsform, die Tim Parks (angeblich) geholfen hat). Das hat leider ebenfalls zu keiner Besserung geführt.

Danach habe ich mich noch einmal im Krankenhaus komplett durch checken lassen und hatte dort auch meine erste Zystoskopie. Das war einer der schmerzhaftesten Erfahrungen, die ich jemals gemacht habe. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob ich davor schon eine Harnröhrenverengung hatte und sie bei der Untersuchung einfach durchstoßen wurde oder ob bei der Untersuchung etwas schiefgelaufen ist und die Harnröhrenverengung erst dadurch verursacht wurde. Auf jeden Fall habe ich danach tagelang Blutkrusten gepinkelt und war jedes mal kurz vor der Ohnmacht vor Schmerz. Nur zur Info: Ich hatte danach noch mehrere Zystoskopien ohne Narkose und es war jedes mal absolut harmlos.

Danach habe ich in Bayern zwei vermeintliche Spezialisten gefunden (der eine heißt etwas mit YYY und macht Triggerpunkttherapie mit Stoßwelle und die andere macht Triggerpunkttherpie mit der Hand bzw. Stäbchen und heißt XXX nur mit h (; ). Zuerst war ich bei zwei Therapeuten in Österreich, die jeweils bei diesen beiden gelernt haben. Nachdem das aber keinen Erfolg gebracht hat, habe ich mir direkt bei den "Erfindern" der Methoden Termine ausgemacht.

Hier ist dann auch mein einziges Erfolgserlebnis in der gesamten Zeit zu finden. Die erste Therapiewoche beim Dr. mit Triggerpunkttherapie mit Stoßwellen hat eine klare Wirkung gezeigt. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob wirklich die Behandlung der Erfolgsfaktor war oder irgendetwas anderes, aber danach waren meine Symptome für mehrere Wochen so gut wie weg. Leider hielt das Ganze nur ein paar Wochen an und die Therapiewoche dort ist exorbitant teuer (zwischen 3000-4000€). Bei der Frau Dr. hingegen konnte ich keine Wirkung feststellen (ca. 10 2 stündige Therapiesitzungen).

Danach wurde mir ein wiener Urologe empfohlen, der erneute eine Zystoskopie machte (diesmal unter Narkose), bei der er eine Harnröhrenverengung feststellte, die er gleich schlitzte. Ich weiß noch wie ich völlig erschrocken mit einem Katheder aufgewacht bin... Danach keimte aber kurz wieder die Hoffnung auf, endlich die Ursache gefunden zu haben.

Leider änderte auch diese (ungewollte) OP nichts an meinen Beschwerden. Aber immerhin hatte ich einen neuen Ansatzpunkt und recherchierte jetzt selbst intensiv zum Thema Harnröhrenstriktur. Es stellte sich heraus, dass eine Schlitzung in den meisten Fällen keine dauerhafte Lösung darstellt. Deshalb suchte ich mir selbständig eine Spezialklinik in der Nähe von Bayreuth und lies mich dort erneut untersuchen. Dort wurde festgestellt, dass die Striktur noch nicht beseitigt war und ich wurde erneut geschlitzt und einen Monat später wurde eine Harnröhrenplastik mittels Mundschleimhaut durchgeführt. Das ganze war mit einem 1 monatigen stationären Krankenhausaufenthalt in Deutschland verbunden...

Leider verlief auch diese OP nicht 100% komplikationsfrei. Zwar ist meine Harnröhre jetzt überall breit genug, aber die Stelle, an der die Mundschleimhaut sitzt, hat einen deutlich größeren Durchmesser. Das führt zusammen mit meinem relativ schwachen Uroflow dazu, dass dort immer ein wenig Harn zurückbleibt. Deshalb musste ich danach fast 1 Jahr mit mitte 20 Einlagen tragen. Das war sicher einer der Tiefpunkte... Inzwischen habe ich zum Glück eine Ausstreiftechnik gefunden, durch die ich zumindest keine Einlagen mehr brauche.

Meine ursprünglichen Beschwerden sind aber trotz alledem geblieben. Nach den 3 OPs habe ich mir nochmal eine Behandlungswoche bei dem Dr. in München "gegönnt". Diesmal zeigte die Behandlung aber leider keinerlei Wirkung.

Danach habe ich noch einige Pyhsiotherapeuten, Osteopathen und sogar Hypnotiseure versucht sowie die Selbstherapie mittels Dehnungsübungen nach Amy Stein und auch mit Triggerpunktherapie mithilfe von Faszienrollern. Außerdem habe ich noch Elektrostimulation und Biofeedbackenstpannung mit so einem Gerät für zuhause gemacht. Wie sollte es anders sein: Alles ohne Erfolg.

Danach war ich erst mal Pleite ;D Habe in meinen Zwanzigern ganz gut verdient, aber sicher insgesamt weit über 50000€ für (erfolglose) Behandlungen ausgegeben...

Was ich tatsächlich bis jetzt noch nicht ausprobiert habe ist Dry Needeling...

Ich bin mir inzwischen recht sicher, dass meine Beschwerden von Muskelverspannungen verursacht werden. Ich bin früher extrem viel gesessen und habe mir auch oft das Klogehen extrem lange verkniffen. Zusätzlich kann ich mir vorstellen, dass meine Harnröhrenstriktur (seit wann sie auch immer existiert hat) auch nochmal zu einer Verspannung beigetragen hat, weil ich ja deutlich mehr "pressen" musste, um sie zu überwinden. Außerdem habe ich diverse Haltungsfehler (Hohlkreuz, Senkfüße) und da bin ich mir inzwischen sicher, dass diese Fehlhaltungen sich stark auf mein Becken & Beckenboden auswirken und dafür sorgen, dass eine Entspannung schwer möglich ist. Leider haben das die Physios immer recht abgetan und die selbsternannten Becken(boden)spezialisten haben immer nur ihre Standardtherapie abgespuhlt und haben nie irgendwas individuell auf mich abgestimmt...

Ich habe jetzt wieder ein wenig Geld zusammen gespart und stehe jetzt vor der Entscheidung entweder einen Personaltrainer zu engagieren, dem ich einfach sage, ich will meine Haltung optimieren und meinen "Core" stabilisieren oder ich fliege nach New York und mache 2 Wochen Therapie bei Amy Stein persönlich. Ich bin im Moment wirklich unentschlossen, was ich machen soll. Ich weiß nur eins: Aufgegeben wird nur ein Brief ;P

Ich bin selbstverständlich auch für andere Vorschläge offen. Du scheinst ja leider auch schon ziemlich viel Erfahrung zu haben. Auf jeden Fall hoffe ich, dass mein Beitrag dazu geführt hat, dass du nicht aufhörst hier zu schreiben.

LG
-aspi

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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von Brigitte Goretzky » 29.10.17, 08:20

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thomas.
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von thomas. » 06.11.17, 09:50

Hallo Aspi,

ich kann Dir folgende Tipps geben:

- Haltungsfehler: Zum Osteopathen gehen
- rektale Massagen: Ich weiß nicht wo Du in Österreich wohnst und wie weit das von der Schweiz weg ist, ich kann Dir per PN die Adresse meines Schweizer Physio geben (nahe Bregenz)
- Strikturen: Hatte ich auch (ist nach der 3.Thermotherapie entstanden), hatte bei mir keinen Einfluß auf die Beckenschmerzen.

Im nachhinein betrachtet, finde ich das beste Behandlungskonzept, das in "Heal Pelvic Pain" beschriebene, welches Selbstmassagen, Dehnübungen, Haltungstraining und Muskelaufbautraining beinhaltet.
Zum Thema Spannungsbeseitigung: Bei mir wurde letztes Jahr ein total verspannter Oberschenkelmuskel li. festgestellt (durch meine Osteopathin), welcher das Becken komplett nach li. unten gezogen hat. Sie hat mir eine Dehnübung gezeigt und nach ca. 8 Wochen war der Oberschenkelmuskel komplett spannungsfrei und das Becken hat deutlich besser ausgesehen.
Man kann vieles selber lösen.
Die Beckenmuskeln sind da schon eine andere Kategorie: Ich denke, man kommt da nicht um rektale Massagen rum, um die Grundspannung zu lösen. Bei mir waren z.B. 7 oder 8 Behandlungen nötig, um den Obturatorius li. komplett spannungsfrei zu machen.
Der größte Fehler war dann, fröhlich weiter zu massieren, quasi im Tagesrythmus. Das verursacht dann Muskelreizungen, unter welchen ich momentan leide.
Allerdings wird das jetzt nach und nach besser und zusätzlich bildet sich nach und nach ein stärkerer Harnstrahl heraus.
Hängt vermutlich damit zusammen, dass mit nachlassenden Schmerzen und somit Ausstrahlungen in den äußeren Schließmuskel, die Muskulatur sich besser entspannen kann.
Und bitte niemals aufgeben. Es gibt ständig Rückschläge, welche aber mit dem nächsten Verbesserungsschub überkompensiert werden :D

thomas.
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von thomas. » 06.11.17, 14:29

Ich habe mir Deinen Bericht nochmal im Detail durchgelesen. Ich bin von folgendem überzeugt:

-Deine Harnröhrenstriktur kam von der Urethroskopie
-Osteopathie hast Du schon versucht, ist aber einen weiteren Versuch mit einem neuen Therapeuten wert

Und Deine Beschwerden: Bei mir war am Anfang auch "nur" der häufige Harndrang und kein Dauerschmerz.

Die sexuellen Probleme deuten auf Triggerpunkte/ Verspannungen im Levator Ani hin. Also => Unbedingt zu einem erfahrenen Physio, welcher sich mit dieser Materie auskennt. Wie ich das interpretiere warst Du ja in der nähe von München zur Behandlung (ist ja leider gelöscht worden). Da wird er Fokus eher auf die Bindegewebebehandlung gelegt.... Ein guter Physio behandelt neben Triggerpunkten im gleichen Behandlungsgang auch gleich das Bindegewebe mit.

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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von aspi » 06.11.17, 19:24

Hallo thomas,

zuerst einmal vielen Dank, dass du dir so detaillierte Gedanken über meinen Bericht gemacht hast. Rechne ich Dir wirklich hoch an.

Ich bin ganz deiner Meinung, dass zumindest meine Problematik aus einer Kombination von (Fehl)haltung, Verspannung, Verkrampfung und Muskelverkürzungen resultiert. Da bin ich mir inzwischen fast sicher...

Ich war schon bei mehreren Osteopathen. Leider hatte ich mit keinem wirklich Glück. In Österreich ist das kein geschütztes Gewerbe und teilweise sogar ein wenig esoterisch angehaucht. Leider habe ich bis heute niemanden gefunden, der sich mit der Thematik richtig gut auskennt bzw. sich sogar darauf spezialisiert hat.
Ich war bei zig Physiotherapeuten, aber die haben alle mehr oder weniger das gleich Standardprogramm durchgezogen ohne individuell auf mich einzugehen oder mal genauer diverse Verkürzungen oder Verspannungen zu suchen/analysieren. Von einem Physio oder Osteo, der solche Verspannungen diagnostiziert und gezielt behandelt wie bei dir, kann ich wirklich nur träumen. Und ich habe über die Jahre gezielt nach guten Leuten gesucht bzw. bin auch nach Empfehlungen gegangen.
Der münchner Triggerpunktspezialist hat sich 2008 auf "A Headache in the Pelvis" bezogen, was mir damals große Hoffnungen gemacht hat - die aber leider nicht erfüllt wurden. Da wurde einfach wahllos am ganzen Körper mit Stoßwellen Triggerpunkte behandelt. Wie gesagt, beim ersten Mal hat es sogar kurzfristig geholfen (als einzige Maßnahme über all die Jahre). Beim zweiten Mal dann leider gar nicht mehr...

Bei der zweiten "berühmten" Therapeutin im Umland von München liegst Du ziemlich sicher richtig mit deiner Vermutung, um wen es sich handelt. Bei ihr habe ich wirklich gar keine Verbesserung gemerkt...

Bregenz ist leider gute 5 Stunden von mir entfernt und ich fürchte, dass so eine Therapie, wenn dann nur regelmäßig Sinn macht... Was mich wirklich ärgert, ist wie viele spezialisierte Therapeuten es z.B. in den USA gibt, während ich in Europa bis heute nicht wirklich etwas finden konnte.

Im Moment ist meine Idee, dass ich 3-4 Mal in der Woche angeleitetes Training mit einem Fitnesstrainer oder Physio mache, dem ich sage, dass ich einzig und alleine meine Haltung perfektionieren will, meine Verkürzungen los werden möchte und meinen "Core" stärken will. Das sollte eigentlich dazu führen, dass mein Becken(boden) von alleine entlastet wird. Die Frage ist nur, ob die Verspannungen inzwischen so stark sind, dass ich trotzdem zusätzliche Triggerpunkttherapie oder ähnliches benötigen werde...

Du hast ja glaube ich geschrieben, dass du die beste Erfahrungen mit "Dry Needling" gemacht hast, oder? Denn ich habe bisher nur Erfahrung mit Stoßwellentriggertherapie oder halt ganz klassisch mit den Holzstäben.

Vielen Dank nochmal
LG
-aspi

PS: Du kannst mir natürlich jederzeit gerne auch eine PN schicken (:

thomas.
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von thomas. » 07.11.17, 14:55

Wenn es in Österreich keine zertifizierten Osteopathen gibt, könnte auch ein Gang zum Orthopäden helfen, welcher sich dann gezielt anschauen sollte, ob Du einen Beckenschiefstand o. ä. hast.

Zur Behandlung in der Schweiz: Ich hatte anfänglich einen Behandlungsrythmus von 14 Tagen. Ebenso letztes Jahr beim behandeln des Obturatorius. Nach 5mal wurde der Behandlungsabstand auf 4Wochen erweitert und nun gehe ich alle 6-8Monate zur Kontrolle. Bisher haben sich keine Verspannungen bzw. Triggerpunkte wieder gebildet.
Klar sind meine Schmerzen nicht weg, aber das habe ich durch meine übertriebenen Selbstmassagen "provoziert". Aber da habe ich inzwischen ein gut funktionierendes Konzept aus Entspannungstechnik, Gymnastik, Dehnübungen, Sport und vorübergehend Medikamenten.

Ich würde Dir auf jeden Fall empfehlen es einmal mit 5-7 rektalen Massagen zu versuchen und parallel mit Dehnübungen und Muskelaufbau zu arbeiten. Nach 3-4mal solltest Du auch merken, ob das Ganze hilft.

thomas.
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von thomas. » 30.01.19, 12:38

So oft, wie dieser Thread gelesen wird, müsste es doch genügend Mitleidende geben, welche von den ganzen Tipps hier profitiert, bzw. sie angewendet haben :?:
Dann kommt mal aus der Deckung und berichtet, wie es euch ergangen ist :idea:

thomas.
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von thomas. » 31.01.19, 08:36

Inzwischen kann man ja sehen wer bei welchem Artikel aktiv ließt. Mich nervt das jetzt so, dass hier so viele Nutznießer (das andere Wort verwende ich jetzt nicht) im Forum unterwegs sind, dass ich hier keinerlei Beiträge mehr einstelle, in welchem ich irgendwelche neuen Erkenntnisse zu CPPS einstelle, welche ich gemacht habe.

Es ist so nervig mit anzusehen, dass ständig irgendwelche Leute hier nach Tipps suchen, dann aber sich selber zu faul oder zu fein sind mal in 5min. darüber zu berichten, wie es ihnen ergangen ist.

Wenn ich mich an die Zeiten zurück erinnere, als Olaf das Forum moderiert hat, war hier eine ganz andere Diskussionskultur und täglich neue Beiträge.

Wenn es sich einige überlegen und Beiträge einstellen, werde ich wieder mitmachen, ansonsten kann das Forum von mir aus auch verkümmern. Mir stinkts :evil:

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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von GesundeProstata » 03.02.19, 14:03

Hallo thomas!

Ich kann Deinen Ärger über mangelndes Austauschen im Forum durchaus verstehen. Das liegt zumindest bei mir allerdings auch daran, dass der Verhaltenskodex in diesem Forum komplizierter ist als in anderen. Ich bin aktiv im CPPS Forum des Prostatitis Network und war früher auch aktiv im Forum der Prostatitis Foundation. Dort liegt der Schwerpunkt aber eher auf bakterielle Infektionen. In beiden Foren ist es kein Problem Namen von Therapeuten zu nennen oder Wirkstoffe/Medikamente. Zudem ist in einem Englisch sprachigen Forum die "Zielgruppe" einfach größer - somit gibt es auch mehr Feedback. Der Nachteil ist die fehlende Regionalität. Ich zB habe in 2 Wochen einen ersten Termin bei der Therapeutin in der Nähe von München ( auf der Erdkugel gibt es einen Nord... und einen Süd... ).

Da ich praktisch in Bregenz wohne und mir nicht bekannt ist, dass es in der Nähe einen Therapeuten mit Möglichkeit der rektalen Behandlung gibt, wäre ich froh, Du könntest mir den Ort nennen und den Namen "verrätseln". Wo wohnst Du?

@aspi
Ich kenne eine sehr gute Therapeutin in Klagenfurt. Ich denke sie hat in Österreich die meiste Erfahrung wenn es um Beckenschmerzen/Beckenbodenproblemen bei Männern geht. Sie behandelt nur Männer (was schon einmal selten ist). Leider ist sie für mich für regelmäßige Therapien zu weit weg - ich war nur einmal bei ihr. Ihr Name ist ähnlich wie das Musikinstrument Harfe.

thomas.
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von thomas. » 04.02.19, 09:08

Ich kann Dir per PN den Namen meines PT's in der Schweiz zukommen lassen. Ist nicht weit weg von Bregenz.

GesundeProstata
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von GesundeProstata » 04.02.19, 14:30

Hallo thomas!

Sehr gerne! Bitte PN. Hast Du gute Erfahrungen mit dem Physio gemacht?

thomas.
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von thomas. » 05.02.19, 08:47

Das schreibe ich Dir alles über PN.

F*CKCPPS
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Re: Heal Pelvic Pain

Beitrag von F*CKCPPS » 10.03.19, 18:27

Moin Leute, ich wollte mich hier mal beteiligen.

Kurz zu meiner Geschichte:

Ich leide seit ca. 3 Monaten an folgenden Symptomen:

Schmerzen / Missempfindung am After (wechselt wie es möchte von links nach rechts)

Vermehrter Harndrang und wenn ich pinkeln muss äußert sich das durch Schmerzen im Penis / Genitalbereich und nicht wie vorher einfach durch das Gefühl auf Klo zu müssen.

Hab oft das Gefühl keine Erektion bekommen zu können, was aber trotzdem funktioniert, allerdings hab ich auch verminderte Libido.

Dazu kommen Schmerzen im Bereich des Unterbauches und zwar soweit unten, in dem Bereich wo die Schamhaare wachsen.

Ich bin 30 Jahre alt und das Unheil nahm seinen Lauf im November letzten Jahres nach Trennung von meiner Freundin (zwar meinerseits, nach 6 Jahren, aber trotzdem nicht einfach)und einen damit verbundenen, sehr sehr stressigen Umzug (Laminat legen etc.) Ich muss dazu sagen das ich durch eine Bandscheiben Op (2014 ) und einer Knie OP (2016) schon länger mit verkürzten / verhärteten Muskeln im ganzen Körper zu kämpfen hatte und dieser Umzug mir im Endeffekt nur noch "den Rest" gegeben hat.

Es ging los während der renovierungsarbeiten mit druck auf den Damm / After, wo ich da schon sofort das Gefühl bekam das es muskulär bedingt sein muss. Naja, im weiteren Verlauf kamen dann die oben genannten Symptome dazu.

Ich war beim Urologen, ich war beim Proktologen, ich war beim Orthopäden. Bin kerngesund. Durchs Internet bin ich ziemlich schnell auf cpps gestoßen und das ergibt auch alles Sinn. Ich bin generell ein eher pessimistischer Typ, der sich ständig Gedanken über seine Gedanken macht und auch schon mal Panikattacken hatte und dazu kommen halt meine physischen Defizite.

Ich hab mich 6 Wochen krank schreiben lassen und war in dieser Zeit 4x bei der Pohltherapie, hab das Buch "Kopfschmerzen im Becken" gelesen, hab Dehnübungen und Blackroll Übung gemacht und mir viel Ruhe gegönnt.

Das ganze hat auch tatsächlich Linderung gebracht, ich war sogar zwischendurch im Fitnesstudio und hab leichte cardio und Geräte Übung gemacht. Ach ja, ich war auch so gut wie jeden Tag baden :)

Alles schien in eine gute Richtung zu laufen, ich hab letzte Woche auch die Arbeit wieder aufgenommen, bis es dann nochmal zu einem Nervenaufreibenden "klärenden" Gespräch zwischen mir und meiner verflossenen gekommen ist. Der ganze Fortschritt aus den letzten 6 Wochen schien wie weg geblasen.

Nun stell ich mir die Frage ob das ganze nicht doch mehr eine psychische Komponente hat als man sich selbst eingesteht?

Das einzige positive, was ich aus diesem Rückschlag nehmen kann ist, das ich eine Psychosomatische Klinik in Hamburg gefunden hab, die sich tatsächlich mit CPPS auseinandersetzt und meint das ganze behandeln zu können. Es ist ein sehr bekanntes Krankenhaus in Hamburg mit sehr guten Ruf und die Behandlung soll Multimodal aus Medikamenten, Psychotherapie und Physiotherapie bestehen.

Am 26.03 habe ich einen Termin zum Erstgespräch und sofern es jemanden Interessiert werde ich gerne berichten.

Entschuldigt das der Text so lang geworden ist. Ich versuche jetzt soweit es geht den Rest Sonntag zu genießen.

Lieben Gruß aus Hamburg

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