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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Kann Asthma Bronchiale "ausheilen"? (Lungenfunktionswerte)
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BeitragVerfasst: 02.10.18, 18:40 
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Hallo,

ich habe folgendes, zugegebenermaßen etwas spezielles, Anliegen:

Aufgrund meines Berufs (Gymnasiallehrer) "muss" ich bald in die PKV wechseln, bzw. es ist zumindest finanziell sinnvoll. Nun habe ich in anonymen Voranfragen von einigen Gesellschaften bereits Ablehnungen kassiert. Der Grund: in meiner Kindheit wurde Asthma Bronchiale diagnostiziert.

Das Asthma wurde von 1998 bis 2012 behandelt, die meiste Zeit durch Dauermedikation mit Sprays; stellenweise gab es aber auch weitestgehend therapiefreie Phasen. Bereits um 2010 herum war ich jedoch beschwerdefrei (typische "Anfälle" in diesem Sinne hatte ich sowieso niemals; ich war einfach sehr häufig erkältet bzw. hatte Bronchitis), daher erfolgte seit 2012 keine Behandlung mehr.
Nun fragt jede PKV nach Krankheiten der letzten 5 Jahre (hier kann ich das Asthma getrost verschweigen) sowie nach "bestehenden Krankheiten". Hier muss ich m.E. das Asthma angeben, da es laut Hausarzt als chronisch / dauerhaft in meiner Krankenakte steht.

Nun verstehe ich mich wirklich nicht als Asthmatiker, da ich wie gesagt seit Jahren keine Probleme habe. Ich bin also zu meinem Lungenfacharzt von damals gegangen, um einen Lungenfunktionstest durchzuführen, den ich der PKV quasi als "Gegenargument" präsentieren kann.

Die Werte des Tests sind unter diesem Link zu sehen:
Bild

Ich habe mir sagen lassen, alles zwischen 80 und 120% sei normal - in diesen Bereiche falle ich ja bei den meisten Werten hinein. Meine Frage wäre nun: kann man, medizinisch betrachtet, auf Basis der Werte argumentieren, dass Asthma würde nicht mehr bestehen? So wie der Arzt das Gutachten geschrieben hat, besteht das Asthma ja noch, zeigt jedoch derzeit "keine Aktivität". Das reicht den Versicherungen nicht. Ich müsste quasi vorweisen, dass das Asthma nicht mehr existiert, wenn ich eine Chance haben möchte, genommen zu werden.

Lässt sich das auf Basis der Werte und dem Hintergrund (6 Jahre beschwerde- und therapiefrei!) irgendwie vertreten, oder brauche ich hier gar nicht erst das Gespräch mit meinen Ärzten zu suchen?

Vielen Dank für eure Hilfe / Ratschläge!
Hank


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BeitragVerfasst: 03.10.18, 00:53 
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Beiträge: 378
Hallo,

dass Asthma bronchiale nur innerhalb einer Lebensphase auftritt und sich dann nie wieder meldet, ist gar nicht so selten. Besonders bei allergischer Genese. Die Theorie vom "Etagenwechsel" kann heute so pauschal zwar nicht mehr aufrecht erhalten werden, aber man beobachtet in der Tat oft Übergange in asthmatische Episoden, die entweder fortbestehen, sistieren oder nochmals die "Etage" wechseln (z.B. in die Magen- oder Darmschleimhaut).

Wie die (versicherungs-)rechtliche Bewertung ist, weiß ich leider nicht. Zugute halten muss man die jahrelange Beschwerdefreiheit, ungünstig ist jedoch die Tatsache, dass es sich formal um eine chronische Erkrankung handelt. Man kennt entsprechende Gegenargumentationen z.B. auch bei ausgeheilten Krebserkrankungen oder zurückliegenden seelischen Leiden: Die Krankheit ist weg, aber statistisch ist das Risiko des Wiederauftretens höher als ohne diese Vorerkrankung. Wenn man diesen "Stempel" einmal in den Akten hat, greift hier eher nüchterne Versicherungsmathematik als die medizinische Tatsache, dass man vor der Krankheit schon lange Ruhe hat.

Zitat:
oder brauche ich hier gar nicht erst das Gespräch mit meinen Ärzten zu suchen

Ich vermute, Sie müssen eher das Gespräch mit der Versicherung suchen. Der Arzt kann ja nur die alten und aktuellen Diagnosen bescheinigen, daran ändert sich nichts. Es wird wohl jede Versicherung ein wenig andere Vertragsbedingungen und Ermessensspielräume haben. Z.B. bei Berufsunfähigkeitsversicherungen wird manchmal mit Wartezeiten oder Krankheitsausschlüssen gearbeitet. Die Situation bei der PKV kenne ich leider nicht, vielleicht meldet sich hierzu noch ein Experte.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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BeitragVerfasst: 03.10.18, 09:38 
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Registriert: 31.01.07, 16:01
Beiträge: 12023
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Morgen,
" Die Situation bei der PKV kenne ich leider nicht, vielleicht meldet sich hierzu noch ein Experte."- bin zwar kein Experte, versuche aber dennoch- an Hand meiner Geschichte- vielleicht helfen zu können.
Seit 1973 bin ich in der PKV. Auf Grund steigender Prämien wechselte ich dann als Rentner in einen Tarif, der Ärzten erlaubt, nur das 1 fache zu liquidieren und zwar im ambulanten Bereich, also nicht bei stationärem Aufenthalt.
Vor 3 Jahren habe ich die Versicherung angefragt, ob ich eine eventuelle Staroperation auch in einem Krankenhaus durchführen lassen könnte. Diese Anfrage genügte schon, es war ja damit auch aktenkundig. Ich habe dann -älter geworden- sicherheitshalber den Tarif wieder ändern lassen, obwohl ich bei bester Gesundheit bin. Dabei gab es keine Probleme, jedoch sah der geänderte Vertrag vor, dass alles, was mit einer zukünftigen Staroperation im ambulanten Bereich nur mit damals vereinbarten 1 fachen Satz nach GOÄ abgerechnet bzw. von der PKV übernommen wird.
Es bestünde also evtl. die Möglichkeit für Sie, eine Versicherung abzuschließen und die Vorerkrankung auszuklammern, das würde bedeuten, bei erneutem Aufflackern eines Asthma bronchiale würden Sie die entstehenden Arztkosten selbst tragen. Evtl. wäre dies eine Option.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 03.10.18, 12:41 
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Registriert: 02.10.18, 18:26
Beiträge: 2
Vielen Dank für Ihre ausführlichen Antworten. Ich gehe auf ausgewählte Punkte ein:

Zitat:
dass Asthma bronchiale nur innerhalb einer Lebensphase auftritt und sich dann nie wieder meldet, ist gar nicht so selten. Besonders bei allergischer Genese. Die Theorie vom "Etagenwechsel" kann heute so pauschal zwar nicht mehr aufrecht erhalten werden, aber man beobachtet in der Tat oft Übergange in asthmatische Episoden, die entweder fortbestehen, sistieren oder nochmals die "Etage" wechseln (z.B. in die Magen- oder Darmschleimhaut).


So wurde mir das damals vom HNO-Arzt auch kommuniziert, ich kann mich sogar wörtlich an die Aussage "das verliert sich in der Pubertät" erinnern, was letztlich dann auch der Fall war - zumindest meinem Empfinden nach.

Zitat:
Wenn man diesen "Stempel" einmal in den Akten hat, greift hier eher nüchterne Versicherungsmathematik als die medizinische Tatsache, dass man vor der Krankheit schon lange Ruhe hat.


Exakt das ist das Problem. Bei den bisher kontaktierten PKVs war die Sachlage ganz einfach: Wenn Asthma in der Krankenakte steht, sagt der Versicherungscomputer "nein" und es kann kein Versicherungsschutz gewährleistet werden.

Daher war ja meine Hoffnung, dass man aufgrund der Kombination aus neuen Lungenfunktionswerten und Beschwerde- und Therapiefreiheit argumentieren könnte, dass das Asthma "ausgeheilt" sei. Das müsste mir aber ein Mediziner bestätigen; nur dann kann ich guten Gewissens das Asthma bei der Gesundhetisfrage nach "bestehenden Krankheiten" weglassen. Aber das scheint ja bei einer chronischen Krankheit nicht möglich zu sein, egal wie lange sie sich schon inaktiv zeigt.

Zitat:
Es bestünde also evtl. die Möglichkeit für Sie, eine Versicherung abzuschließen und die Vorerkrankung auszuklammern, das würde bedeuten, bei erneutem Aufflackern eines Asthma bronchiale würden Sie die entstehenden Arztkosten selbst tragen. Evtl. wäre dies eine Option.


Daran habe ich auch schon gedacht. Aber: wie will man denn trennscharf zwischen Erkrankungen, die aufs Asthma zurückgehen, und solchen, die damit nichts zu tun haben, unterscheiden? Wer zahlt beispielsweise im Falle einer schwereren Erkältung mit Husten?


Zuletzt geändert von HankMoody am 03.10.18, 12:53, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 03.10.18, 12:53 
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Registriert: 31.01.07, 16:01
Beiträge: 12023
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
"wie will man denn trennscharf zwischen Erkrankungen, die aufs Asthma zurückgehen, und solchen, die damit nichts zu tun haben, unterscheiden? Wer zahlt beispielsweise im Falle einer schwereren Erkältung mit Husten?"
ein Arzt kann sehr wohl in der Lage sein, derartiges zu unterscheiden. Selbst bei einer akuten Bronchitis mit Obstruktion sind die Symptome/ Beschwerden fast immer von einem Asthma zu unterscheiden. Das gilt natürlich erst recht für banale Atemwegsinfekte. Zu differenzieren rein theoretisch auch durch die Therapie, Bronchodilatatoren und Cortison ( als Spay oder Tbl.) sind im Gegensatz zu Asthmabeschwerden bei obigen Beschwerden sinn-und nutzlos.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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