Lungenszintigrafie und Humanalbumin

Gesundheitsberichterstattung und Medizin-relevante Themen in TV, Rundfunk, Print, Internet und Social Media

Moderator: DMF-Team

Antworten
pjfry
Topicstarter
DMF-Mitglied
Beiträge: 50
Registriert: 02.07.07, 18:28

Lungenszintigrafie und Humanalbumin

Beitrag von pjfry »

Moin zusammen,

bei mir hätte heute eine Lungenszintigrafie durchgeführt werden sollen. Ich habe letzte Woche den Aufklärungsbogen bekommen und durchgelesen, und es erschien alles soweit gut - jetzt sagt mir aber heute der Nuklearmediziner, dass für den Durchblutungsteil der Untersuchung Humanalbumin injiziert wird - aus menschlichem Blut gewonnen und somit ein (wenn auch extrem geringes) Risiko einer HIV- oder Hepatitis-C-Infektion (natürlich auch Hepatitis B, aber gegen B bin ich geimpft).

Ich habe daher die Untersuchung zunächst abgelehnt.

Nun habe ich zwei Fragen:
1. Ist es grundsätzlich auch möglich ist, die Untersuchung ohne Humanalbumin durchzuführen? Grundsätzlich ist das Albumin ja hier nur ein Transportvehikel für Technetium?
2. Im Aufklärungsbogen, den ich bekommen habe, stand null über HIV/Hepatitis-Risiko, während normal bei jeder kleinen Pütscheroperation davor gewarnt wird, dass bei unkontrollierbarer Blutung, die Bluttransfusionen erfordern würde, dieses Risiko besteht. Nach etwas Suchen hat der Nuklearmediziner heute auch einen anderen Bogen (nicht Lungenszintigrafie, aber eine andere Szintigrafie, die mit Humanalbumin arbeitet) gefunden, wo das Risiko erwähnt wurde. Ich habe parallel auch nochmal nach Aufklärungsbögen zur Lungenszintigrafie gegoogelt. In einigen davon wird die Möglichkeit erwähnt, dass man auf das Albumin allergisch reagieren kann, aber keiner dieser Bögen erwähnt auch nur das HIV/Hepatitis-Risiko.

Kann mir jemand diese Fragen beantworten?

Vielen Dank
Pjfry

P.S.: Grundsätzlicher Zweck der Untersuchung bei mir war, eine Lungenembolie der kleinen Lungengefäße auszuschließen, nachdem die großen Gefäße eigentlich schon per CT abgedeckt waren. Aber für den wünschenswerten, aber minimalen Informationsgewinn, der hier winkt, erscheint mir das Risiko doch ein wenig zu hoch. Ich müsste ja quasi direkt für in 12 Wochen einen HIV- und HCV-Antikörpertest planen oder notfalls, wenn ich nicht so lange warten will, entsprechende PCR-Untersuchungen?
cherubin
DMF-Mitglied
Beiträge: 90
Registriert: 24.01.09, 17:39

Re: Lungenszintigrafie und Humanalbumin

Beitrag von cherubin »

Die Risiken sind so gut wie Null. Infektionen kommen nicht mehr vor, seit man die Herstellungspraxis von aus menschlichem Plasma gewonnenen Präparaten vor einigen Jahren angepasst hat. Im Gegensatz dazu besteht bei Erythrozyten- oder Thrombozytenpräparaten tatsächlich ein sehr geringes Restrisiko (diagnostische Lücke), da man diese zellulären Präparate nicht über mehrere Monate konserviert lagern kann, bis die Spender wiederholt getestet werden.(Quarantänelagerung).
Antworten