Ansteckungsgefahr beim Corona-Virus

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tonton
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Ansteckungsgefahr beim Corona-Virus

Beitrag von tonton »

Ich möchte eine sachliche Frage zu Corona stellen.
[b]Kann es wirklich sein, dass ein Ungeimpfter den Virus weitergibt?[/b]
Für mich klingt das unlogisch, weil doch der Ungeimpfte dann krank sein müsste!?
Ich bin bisher nicht an Corona erkrankt, wie kann ich dann Viren an andere weitergeben?
Ergänzend noch : Die WHO hat angeblich bereits im August festgestellt, dass Geimpfte
fast genauso ansteckend sind wie Ungeimpfte, was mit der Delta-Variante zusammenhängen
soll. Der Chef von Bion-Tech hat dem allerdings heute widersprochen.
Jener Herr hat sich auch dahingehend geäußert, dass wir in Zukunft alle (mindestens)einmal
im Jahr eine Auffrischungsimpfung brauchen, also wie bei der Grippe.
Stellt sich doch die Frage, ob wir es in Zukunft auch packen, den Impstoff rechtzeitig anzupassen
an die Mutation, was doch schon beim Grippe-Virus ein ungeheurer Kraftakt ist für die Forscher.
Das, was jetzt verimpft wird, war doch sicherlich nicht für die Delta-Variante gedacht?
Mit freundlichen Grüssen
A.Anton

P.S.: Ich habe mich übrigens entschlossen, mich impfen zu lassen. Gelungen ist es mir noch nicht.
Beim Hausarzt (München) Wartezeit bis Mitte Februar. Am heutigen Sonntag zweimal in der
Schlange gestanden an zwei verschiedenen Orten hier in München, stundenlang, und jedesmal
geht der Impfstoff aus. Schade, da will man , und es geht doch nicht.
Ein Termin beim Impfzentrum ist wohl doch besser, bin gespannt auf die Wartezeiten.
blackylein
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Re: Ansteckungsgefahr beim Corona-Virus

Beitrag von blackylein »

Bis zum Ausbruch der Virus-Krankheit dauert es einige Zeit (Inkubationszeit)
Als krasses Gegenbeispiel kann man die HIV- oder Hepatitis C nehmen. Da ist man jahrelang infektiös bis dass die Krankheit ausbricht. Bei Covid-19 sind es nur einige Tage. Es gibt auch viele Infizierte, wo nur Infektiös sind und die keine Symptome haben.
Humungus
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Re: Ansteckungsgefahr beim Corona-Virus

Beitrag von Humungus »

@TE: Sie werden bei einem Impfzentrum wesentlich bessere Chancen haben. Wenn Sie mobil sind suchen Siie nach Impfaktionen, beispielsweise vor Supermärkten. Ihre Entscheidung zur Impfung ist völlig richtig und schützt Sie, Ihre Familie und auch Ihre Umgebung! Das Risiko einer Impfkomplikation ist wesentlich niedriger als das Corona-Erkrankungsrisiko.

Ein Ungeimpfter ist mehrfach ansteckender als ein Geimpfter. Und leider gibt es erstens eine Inkubationszeit, in der man ohne eigene Symptome ansteckend ist, und zweitens verläft ein guter Teil der Infektionen stumm, der Patient merkt also nichts. Und es gibt auch milde vVerläufe und sicherlich auch Patienten, die aus Angst erkrankt zu sein bei den ersten Symptomen zwei Tage warten ("es wird schon nicht so schlimm werden"). Das ist der Trick eines erfolgreichen Virus: es bringt den Wirt nicht um - oder erst nachdem es sich genügend fortgepflanzt hat. Das Töten eines Wirts ist für ein Virus strategisch ungünstig!

Die mRNA-Impfstoffe sind wesentlich leichter an neue Virusvarianten anpassbar als klassische Impfstoffe. Im Moment wird noch die Ur-version verimpft, weil auch sie gut genug gegen Delta schützt, ich persölnlich geht davon aus, dass 1. schon Modifikationen in der Pipeline sind und 2. das zulassungsverfahren bei einer deutlichen Mutation so angepasst wird, dass veränderte Impfstoffe nicht mehr von vorne beginnen müssen.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.
Brigitte Goretzky
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Re: Ansteckungsgefahr beim Corona-Virus

Beitrag von Brigitte Goretzky »

Guten Morgen,

wie blackylein ganz richtig angemerkt hat, sind bei vielen Infektionskrankheiten die Betroffenen bereits vor Auftreten der ersten Symptome ansteckend.
Bei einer sogenannten Stillen Feiung wird der Betroffene infiziert, sein Immunsystem reagiert und wehrt die Erkrankung erfolgreich ab, ohne dass Symptome auftreten; ansteckend ist der Betroffene während der Infektion aber dennoch. Erschwerend kommt hinzu, dass manche Verläufe so mild sind, dass die Symptome nicht als solche wahrgenommen werden. Wer denkt schon bei Kopfschmerzen oder einem Tag Kratzen im Hals sofort an eine schwere Infektionskrankheit?

Was die Feststellung der WHO angeht: ganz so stimmt das nicht. Geimpfte, die sich infizieren, haben zu Spitzenzeiten genauso viele Viren in der Ausatemluft wie Ungeimpfte. Aber für eine viel kürzer Dauer, daher sind sie im großen Spiel der Dinge wesentlich weniger ansteckend. Wer zwar 100000 Virenpartikel pro Atemstoss von sich gibt, das aber nur über vier Stunden statt über vier Tage, ist halt weniger gefährlich für die Umgebung.
tonton hat geschrieben: 21.11.21, 20:30 Beim Hausarzt (München) Wartezeit bis Mitte Februar. Am heutigen Sonntag zweimal in der
Schlange gestanden an zwei verschiedenen Orten hier in München, stundenlang, und jedesmal
geht der Impfstoff aus. Schade, da will man , und es geht doch nicht.
Der Impfstoff ist seit dem Frühsommer für alle ohne Priorisierung freigegeben. Phasenweise haben wir im Impfzentrum Daumen gedreht, weil keiner kam - trotz Aufruf im lokalen Radio, dass Impfen ohne Termin möglich ist.
Sich jetzt darüber zu beschweren, dass etwas, was man sechs Monate auf die lange Bank geschoben hat, nicht sofort klappt, wenn man sich dann endlich drumm kümmert - naja, das ist schon Jammer auf Extremniveau.
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...
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