Seit fast 1,5 Jahren abends Schmerzen in den Beinen

Gesundheitsberichterstattung und Medizin-relevante Themen in TV, Rundfunk, Print, Internet und Social Media

Moderator: DMF-Team

Antworten
Benutzeravatar
Stephan1701A
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 3
Registriert: 29.04.21, 22:52
Wohnort: Halle (Saale)
Kontaktdaten:

Seit fast 1,5 Jahren abends Schmerzen in den Beinen

Beitrag von Stephan1701A »

Guten Abend,

ich weiß langsam nicht mehr weiter. Meine Ärzte helfen mir nicht und wollen mich ständig in eine Psychiatrie einweisen. Aber der Reihe nach...

Ich bin männlich, 20, habe keine Krankheiten und Allergien. Ich nehme keine Medikamente. Ich war bereits bei mehreren Ärzten, keiner hat jedoch eine Diagnose stellen wollen/gestellt. Ich rauche auch nicht. Meine Ernährung ist gesund und abwechslungsreich.

Ich habe seit etwa 1,5 Jahren jeden Abend Schmerzen in den Beinen. Anfangs dachte ich, es sei ein Muskelkater, den ich nach einem Arbeitstag nunmal habe, aber mit der Zeit über Monate dachte ich mir, das kann langasam kein Kater mehr sein. Jeden Tag, manchmal ab Mittag, manchmal ab Abends, fangen meine Beine an tierisch zu brennen, als wäre es ein Muskelkater. Vor ein paar Monaten wurde ich zum Orthopäden, Neurologen usw geschickt, aber angeblich sei da gar nichts. Mein Hausarzt sagte dann ganz trocken, er will mich einweisen lassen; in eine Psychiatrie. Ich bin daraufhin sofort aus der Praxis gegangen, ohne wenn und aber.

Durch diese Schmerzen kann ich weder denken, noch richtig laufen oder sonst was. Nicht einmal normal liegen, sitzen oder stehen geht mehr. Meine Beine werden auch tief rot, als hätten die einen Sonnenbrand abbekommen (ich trage das ganze Jahr lang lange Hosen) und die sind auch glühend heiß, obwohl ich Zuhause etwas "leichter" bekleidet rumlaufe. Es hilft keine Massage, Badewanne oder andere Entspannungstechniken.

Falls Sie bis hierher gelesen haben, denken Sie wohl, ich bewege mich zu wenig. Falsch. Ich habe einen Schrittzähler im Handy und ich habe durchschnittlich 10.000 Schritte pro Tag. Seit meinen Beinschmerzen messe ich das. Ich dachte, dass mit der Zeit die Schmerzen weggehen und ich mich an die Belastung gewöhnen würde, aber das war nicht so. Ich habe diese Schmerzen wirklich jeden verfluchten Tag und ich weiß nicht mehr weiter. Entweder werde ich von meinem Hausarzt mit Ibuprofen-Arznei nach Hause geschickt oder ne Einweisung in eine Psychiatrie wird auf den Tisch geklatscht. Andere Ärzte nehmen mich leider nicht, weil die voll sind, sonst hätte ich schon längst nen neuen HA.

Es wurden 5 Bluttests gemacht, auf alle Auffälligkeiten getestet, alles im grünen Bereich. Bis auf Bluttests und ein bisschen Abtasten hat er gar nichts gemacht. Kein Ultraschall, kein Röntgen, kein CT oder MRT... Langsam weiß ich nicht weiter und bin am verzweifeln. Meine Beine brennen jeden Abend wie feuer und sind mega heiß. Nährstoffmangel habe ich keinen, meine Nahrung ist abwechslungsreich. Bewegung wie gesagt auch genügend.

Wie könnte ich zu einer konkreten Diagnose gelangen? Es ist recht störend, jeden Abend mit Schmerzen dazuliegen. Mit brennenden Beinen.

Danke jetzt schonmal. MfG
"Das Wohl Vieler, wiegt schwerer, als das Wohl Weniger, oder eines Einzelnen"
~Spock (Star Trek II: Der Zorn des Khan/Star Trek II: The Wrath of Khan)
Benutzeravatar
jaeckel
Administrator
Beiträge: 8730
Registriert: 15.09.04, 10:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Seit fast 1,5 Jahren abends Schmerzen in den Beinen

Beitrag von jaeckel »

Hallo Stephan1701A,

bei brennenden Fuß- und Beinschmerzen bei einem jungen Mann ohne sonstige Ursachen muss man einen einen sog. M. Fabry denken.
Ich kenne dieses seltene Krankheitsbild, da die Patienten oft auch nephrologische Symptome entwickeln können.
Laden Sie sich mal diese Info-Broschüre und lenken Sie Ihren Arzt darauf, um diese Diagnose zu bestätigen oder auszuschließen.
https://fabry-shg.org/informationsmaterial-eigenes/
Bitte posten Sie hier im Verlauf eine Rückmeldung.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
Benutzeravatar
Stephan1701A
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 3
Registriert: 29.04.21, 22:52
Wohnort: Halle (Saale)
Kontaktdaten:

Re: Seit fast 1,5 Jahren abends Schmerzen in den Beinen

Beitrag von Stephan1701A »

jaeckel hat geschrieben: 29.04.21, 23:45 Hallo Stephan1701A,

bei brennenden Fuß- und Beinschmerzen bei einem jungen Mann ohne sonstige Ursachen muss man einen einen sog. M. Fabry denken.
Ich kenne dieses seltene Krankheitsbild, da die Patienten oft auch nephrologische Symptome entwickeln können.
Laden Sie sich mal diese Info-Broschüre und lenken Sie Ihren Arzt darauf, um diese Diagnose zu bestätigen oder auszuschließen.
https://fabry-shg.org/informationsmaterial-eigenes/
Bitte posten Sie hier im Verlauf eine Rückmeldung.
Hallo jaeckel,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe mir die Broschüre durchgelesen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das eine Erbkrankheit, oder? Falls ich falsch liege, tut mir leid. Wenn ich also an meine Verwandtschaft denke, hatte niemand das M. Fabry. Bei den Bluttests wurden außerdem auch Enzyme getestet (ich weiß jetzt gerade nicht ob alle oder nicht, aber jedenfalls ein großteil). Der HA sagte hier, dass alles im grünen Bereich liegt.

Ich hoffe, ich habe hier keinen Denkfehler :lachen: .

MfG
"Das Wohl Vieler, wiegt schwerer, als das Wohl Weniger, oder eines Einzelnen"
~Spock (Star Trek II: Der Zorn des Khan/Star Trek II: The Wrath of Khan)
Benutzeravatar
jaeckel
Administrator
Beiträge: 8730
Registriert: 15.09.04, 10:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Seit fast 1,5 Jahren abends Schmerzen in den Beinen

Beitrag von jaeckel »

Der M. Fabry kann bei Ihnen in der Familie erstmalig manifest werden. Allgemeine Enzymtests sind was anderes. Hier helfen nur spezielle Tests, die der HA normalerweise nicht macht.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
Antworten