Ärztemarathon und Psychoschiene

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Franzi_aus_Berlin
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Ärztemarathon und Psychoschiene

Beitrag von Franzi_aus_Berlin » 14.04.19, 12:36

Hallo,
ich habe folgendes Problem. In den letzten Monaten geht es bei mir gesundheitlich sehr bergab d.h.
- plötzliches Herzrasen und innere sehr starke Aufregung ohne Grund (drei-vier Mal/ Woche z.B. als ich gerade gekocht oder genäht habe etc.)
- permanente Kopfschmerzen besonders links am Auge
- Haarausfall und dünner werdende Haut (mittlerweile mind. einmal pro Woche Nasenbluten)
- Gewichtsverlust durch ständige besonders morgendliche Übelkeit und zunehmende Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die sich äußern mit Magen-Darm Problemen, Kopfschmerzen, geschwollener Oberlippe oder Ausschlag mit Bläschen (… und nein, schwanger kann ich nicht sein)
-diverse andere Probleme wie: Nachtschweiß, frieren, Kreislaufprobleme, Benommenheit bzw. ein Gefühl wie in Watte, Gelenkschmerzen, Sehbeschwerden links…

Als ob das nicht alles schon genug wäre, ist mein eigentliches Hauptproblem, das mir die Ärzte nicht glauben. Es wird alles immer auf die Psyche geschoben. :(
Wie kann ich den Ärzten klar machen, dass ich mir das nicht alles nur einbilde, sondern dass ich wirklich schon mein Leben lang solche Probleme habe, die sich gerade „etwas“ zu spitzen?

Was meinen Alltag - seit meiner Kindheit - besonders beeinflusst, ist schwer zu beschreiben. Zuletzt war ich auf einer sehr ruhigen Geburtstagsfeier: Kaffeetrinken – Abendessen – sehr spießig familiär. Obwohl alles sehr entspannt war, geriet mein Körper in einen aufgeregten Zustand, der sich immer mehr steigerte und selbst danach noch 12-24 Stunden anhielt – schlafen geht dann schon, ist aber schwierig. Jetzt ist es sehr schwer für mich zu beschreiben und klarzumachen, dass ich in dieser Zeit keine kreisenden Gedanken habe, dass ich mich nicht über jemanden aufrege etc. Ehrlich gesagt denke ich an nichts. Ich versuche mich dann einfach immer so gut wie möglich abzulenken, wenn mein Körper „außer Kontrolle“ gerät. Ich weiß es geht irgendwann vorbei, deswegen bin ich auch ganz ruhig, während es in meinen Adern besonders in Füßen und Händen blubbert, kribbelt und der Ausnahmezustand herrscht.
Ich hab schon überlegt, ob vielleicht irgendein Stresshormon oder was auch immer bei Aufregung ausgeschüttet wird, nicht richtig abgebaut werden kann….
Aber vielleicht ist es nicht endokrinologisch, sondern immuno- oder neurologisch, aber woher soll ich das wissen... :cry:

Und wie soll ich so etwas einem Arzt erklären, der eigentlich nur hört „die kann bei Aufregung nicht abschalten und mit Stress nicht umgehen“? :cry:

Lg Franzi und vielen Dank schon mal :)

Ps.: Bei mir wurde vor Jahren eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, die ist aber laut meiner Endokrinologin richtig eingestellt. Zudem war ihre Aussage, dass ich zu viele Symptome hätte… Wie immer wurden keine weiteren Tests gemacht. :(

Angelus Noctis
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Re: Ärztemarathon und Psychoschiene

Beitrag von Angelus Noctis » 14.04.19, 22:10

Wie kann ich den Ärzten klar machen, dass ich mir das nicht alles nur einbilde, sondern dass ich wirklich schon mein Leben lang solche Probleme habe, die sich gerade „etwas“ zu spitzen?
Bitte die Ärzte doch einfach um einen Beweis.
Und wie soll ich so etwas einem Arzt erklären, der eigentlich nur hört „die kann bei Aufregung nicht abschalten und mit Stress nicht umgehen“?
Gar nicht. Die Mühe braucht man sich nicht machen.
Der Fischer.

Parvati84
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Re: Ärztemarathon und Psychoschiene

Beitrag von Parvati84 » 14.04.19, 23:35

Ist dein Blutdruck i.O.? Kannst du dir auch mal in der Apotheke messen lassen.
Wurde mal ein Blutbild gemacht? Es wäre ratsam mal Vitamin- und Nährstoffmängel auszuschließen (z.B. Eisen, Folsäure, Vitamin B12).
Außerdem wäre ein Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie auch Allergien auf Nahrungsmittel sinnvoll. Schreibe auch mal eine Art Tagebuch, was du so am Tag isst. Du kannst auch eine Ausschlussdiät machen. Also erst mal nur Sachen essen, wo du sicher weißt, dass du sie verträgst. Dann z.B. mal ein Lebensmittel essen, wo du nicht genau weißt, wie du darauf reagierst. Falls dann Beschwerden auftreten, ins Tagebuch notieren und das Produkt eben meiden.
Wie kann ich den Ärzten klar machen, dass ich mir das nicht alles nur einbilde, sondern dass ich wirklich schon mein Leben lang solche Probleme habe, die sich gerade „etwas“ zu spitzen?
Selbst, wenn die Beschwerden psychisch wären, heißt das nicht, dass man sie sich einbildet :wink: Die Beschwerden sind durchaus real, nur haben sie eben keine körperliche Ursache. Doch bevor man psychische Ursachen in Erwägung zieht, sollte man mögliche körperliche Ursachen abklären. Was wurde da bisher unternommen?

Die Frage ist auch, ob all deine Beschwerden zusammenhängen, oder du verschiedene Probleme hast, die nichts miteinander zu tun haben. Es können alles auf eine/oder verschiedene körperliche Erkrankungen hindeuten. Es kann auch eine Mischung aus körperlicher und psychischer Erkrankung sein.

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