Verhalten von Rettungssanitätern

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Amuart
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Verhalten von Rettungssanitätern

Beitrag von Amuart »

Hallo,

ich weiß gar nicht, ob ich hier überhaupt richtig bin, aber ich probiere es einfach mal... :oops:

Ich habe aufgrund meiner Traumafolgestörung bereits das ein oder andere Mal das zweifelhafte Vergnügen gehabt, mit dem Rettungsdienst in Kontakt zu kommen.

Bevor ich zum Punkt komme, vielleicht kurz zu meinen Notfall-Situationen: In der Regel bin ich mehr oder weniger stark dissoziiert und/oder habe Panikattacken/Flashbacks, (nicht sekten mit dadurch bedingten Kreislaufproblemen), bin also ohnehin schon in einer psychisch besch*** Verfassung, die in der Regel mit Hilf-bzw. Wehrlosigkeit und der Unmöglichkeit, mich verbal zu äußern, einhergeht. Auch wenn ich nicht adäquat reagieren kann und vieles nicht klar/nur verlangsamt wahrnehme, bin ich in der Regel ansprechbar, bekomme also mit, DASS etwas passiert, benötige jedoch Hilfe bei der Einordnung dessen, WAS passiert.
Hinzu kommt, dass ich seit frühester Kindheit (und seit meinen Traumata verstärkt) Berührungen kaum bzw. nur unter bestimmten Bedingungen ertragen kann, z.B. von wenigen Vertrauten oder nach genauer Ankündigung (dass, wer, wo, warum). Besonders schlimm ist es bei Fremden.

Jetzt zu meinem Problem mit den Sanis:
In den meisten Fällen war es bisher so, dass keine Vorstellung a la "Wir sind der Rettungsdienst" kam, das wurde mir zwar von etwaigen Begleitpersonen mitgeteilt, aber das hilft mir wenig, da ich deren Handlungen dennoch nicht automatisch zuordnen kann. Mit dieser "Nichtanmeldung" könnte ich noch leben.
Deutlich weniger toll ist, dass das erste, was die meisten getan haben, bevor sie ein Wort gesagt haben, war, mich zu berühren, um den Puls zu messen, zu schauen, ob ich wach bin, was auch immer... Keine Ankündigung, kein gar nichts, nur gefühlt 200Menschen um mich rum, die mich anfassen. (ja, in solchen Situationen ist jede Person eine zu viel, das verwirrt mich, weil ich es nicht erfassen kann).
Gestern war es besonders krass, da hatte ich vier Hände an mir dran, die (im Gegensatz zu bisherigen Erfahrungen) auch bei Zurückziehen, Einrollen, Wegdrücken nicht abgelassen haben, sondern wortlos weiter versucht haben, an mein Handgelenk zu kommen.

Ich habe zwar eine Notfallkarte mit Hinweisen, die ich rauslege, wenn ich merke, es geht nichts mehr, aber irgendwie wird die
stets übersehen...

Mein Glück bisher war, dass meine Ersthelfer mich kannten und meine Stimme waren, die ich nicht habe in solchen Momenten. Sobald die Sanis das mit dem Berühren, Abstand halten, ruhig machen etc. wussten, waren sie bisher echt top, nur die Eingangssituationen sind ungünstig (zumal ich wohl noch das ein oder andere Mal mit Sanis zu tun haben werde und wenig Lust habe, dass auch in diese Richtung Ängste ausgelöst werden)...

Nun meine Fragen:

Was ist, wenn mich mein Ersthelfer nicht kennt? Wie kann ich meinen Ersthelfern und den Sanis verständlich machen, dass Berührungen problematisch sind, dass ich Dinge brauche wie "Ich berühre Sie jetzt am linken Handgelenk, um den Puls zu prüfen", BEVOR die Berührung erfolgt? Insbesondere wenn deutliche Abwehrreaktionen nicht beachtet werden? Ich kann oft nicht reden oder so, in 95% der Fälle ist ein leichtes Nicken oder Fingerbewegen die einzige aktiv gesteuerte Bewegung, die ich im Akutmoment fertigbringe (Auf Ja-Nein-Fragen kann ich also antworten)...

Wie kann ich deutlich machen, dass es für mich einfacher ist, wenn nur eine Person dicht an mir dran ist und der Rest Abstand hält? (Das ist erwiesenermaßen möglich, zumal in der Regel keine körperlichen/bedrohlichen Dinge vorliegen)

Und was mich irritiert: Ich hätte es (vom gesunden Menschenverstand her schon) für selbstverständlich gehalten, dass, erst recht bei psychischen Notfällen, nicht einfach hingepackt wird und dass oben genannte Vorfälle die Ausnahme sind? (Auch andere, psychisch gesunde Leute stimmen mir da zu)
Und lässt sich da vielleicht etwas ändern, z.B. indem man bei Aus-und Weiterbildungen so etwas vermittelt oder so? Denn es scheint ja eher der Normalfall zu sein und ich könnte mir vorstellen, dass es für viele in Notsituationen hilfreich/beruhigend ist zu wissen, was passiert...

Bitte verzeiht den langen Text :oops:

Vielen Dank schon mal im Voraus für Antworten :)

LG Amuart
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