Geschichte: Ende 19. Jahrhundert. Erste Maßnahme bei Kollaps

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mas82
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Geschichte: Ende 19. Jahrhundert. Erste Maßnahme bei Kollaps

Beitrag von mas82 » 06.10.18, 13:10

Hallo zusammen!

Ich schreibe hier mit einem speziellen Anliegen: Für ein Theaterstück brauche ich einige fundierte informationen, um eine Szene - aus medizinischer Sicht - glaubhaft darzustellen:

Das Stück spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa: Der Protagonist, ein Herr über 60, seit Jahren unterernährt, in ärmlichen Verhältnissen lebend und von Paranoia geplagt, bricht nach einer Angst-Situation entkräftet zusammen. Ein Arzt, der ihn in diesem Zustand findet, soll ihm als erste Maßnahmen Medizin verabreichen. Und der Protagonist kommt kurz darauf geschwächt aber doch nochmal zu Bewusstsein.

Und jetzt kommt's: Was wären für diese Zeit und unter diesen Bedingungen glaubhafte Maßnahmen eines versierten Mediziners? Spritzen? Medikamente? Wenn ja, welche? In welcher Dosierung?

Wie gesagt: Es geht hier nicht um eine wissenschaftliche, fachkundige Schrift sondern um eine Szene in einem Theaterstück, das aus medizinischer Sicht glaubhaft und realistisch sein soll.

Danke für jede Hilfe!
mfg!

Brigitte Goretzky
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Re: Geschichte: Ende 19. Jahrhundert. Erste Maßnahme bei Kol

Beitrag von Brigitte Goretzky » 07.10.18, 00:46

mas82 hat geschrieben: Und jetzt kommt's: Was wären für diese Zeit und unter diesen Bedingungen glaubhafte Maßnahmen eines versierten Mediziners?
Den Kutscher anweisen, weiter zu fahren.

Schreiben Sie ihr Stück, wie es dramaturgisch am Besten passt. Die Zuschauer kennen die Gepflogenheiten genauso wenig wie Sie.
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...

Stefanus82
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Re: Geschichte: Ende 19. Jahrhundert. Erste Maßnahme bei Kol

Beitrag von Stefanus82 » 09.10.18, 13:26

@mas82 - wie wäre es denn mit "Riechsalz"?! Das hat man doch früher verwendet, wenn jemand ohnmächtig wurde. Ich kann mich an meine alten Donald Duck Hefte erinnern, wo doch auch immer regelmäßig das "Riechsalz" geholt werden musste, um Dagobert Duck wieder aufzuwecken. ;)

Würde es auch so wie 'Brigitte Goretzky' machen und das nehmen, was am besten passt.

Im Grunde könnte der Arzt doch auch rufen: "Schnell, man reiche mir den heißen Rum! Ich brauche 2 Liter", oder "schnell, man reiche mir die Beatmungsmaschine" und dann kommt jemand mit einem alten Blasebalg, o. ä.

Hast du dich schon für eine Variante entschieden? Denke, du kannst deinen Ideen da freien Lauf lassen.

Viel Erfolg!

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Geschichte: Ende 19. Jahrhundert. Erste Maßnahme bei Kol

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 09.10.18, 16:23

Hallo Stefanus,
entfernen Sie den unerwünschten Link in Ihrer Signatur, er tauscht mittlerweile schon zweimal auf. Lesen Sie diesbezüglich auch unsere Mediquette.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

mas82
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Re: Geschichte: Ende 19. Jahrhundert. Erste Maßnahme bei Kol

Beitrag von mas82 » 12.10.18, 11:56

Danke für eure Antworten!
Das Riechsalz ist eine gute Idee und kann ich verwenden.
Gemeint habe ich allerdings sowas wie "Schwester, verabreichen Sie ihm 15mg XYZ".
Ich möchte auf keinen Fall etwas unrecherchiert Frei-Erfundenes.
Sodass jeder Mediziner im Publikum in dem Moment abfällig mit den Augen rollt.
Natürlich muss es aber auch keine wissenschaftliche Korrektheit haben, sondern eine
plausible, medzinische Grundlage.

Ich denke daher, dass ein "Blasebalg" eher nicht die richtige Wahl wäre ;-)

Parasympathikus
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Re: Geschichte: Ende 19. Jahrhundert. Erste Maßnahme bei Kol

Beitrag von Parasympathikus » 12.10.18, 13:55

Hallo,
Sodass jeder Mediziner im Publikum in dem Moment abfällig mit den Augen rollt.
eine Professionalisierung der Medizin setzte gegen Ende des 19. Jahrhunderts gerade erst ein. Und dies auch nur in den Städten. Auf dem Lande wurden medizinische Tätigkeiten weiterhin von Schäfern, Badern, Barbieren oder Hebammen durchgeführt. Ein Zugang zu relativ gut qualifizierten Ärzten war faktisch nur den gehobenen Bevölkerungsschichten vorbehalten. Man verstand sich damals mangels Wissen eher als Berater, Therapien wurden praktisch nie durchgeführt. Insofern wird jeder im Theater anwesende Mediziner selbst bei der (aus heutiger Sicht) unsinnigsten Therapie keinen Grund zur historischen Beanstandung haben.
Schwester, verabreichen Sie ihm 15mg XYZ".
Wenn in so einer hypothetischen Situation überhaupt irgendetwas verabreicht wurde, dann ein Schluck Wasser oder das besagte Riechsalz. Eine Angabe in Milligramm wäre wenig authentisch, da man eher in groben Maßen wie Prise, Esslöffel, Tasse oder "einen Eimer voll" gerechnet hat.
Viele Grüße,

Parasympathikus

mas82
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Re: Geschichte: Ende 19. Jahrhundert. Erste Maßnahme bei Kol

Beitrag von mas82 » 13.10.18, 21:18

Vielen Dank für die Erklärung, das war mir so nicht bewusst.
Ich dachte, dass die für mich als Laien alltäglichen Begriffe ältere historische Wurzeln haben.
Übrigens: es handelt sich um wahre, historische Figuren - den Arzt hat es tatsächlich gegeben
und er hatte in einem Kurort ein eigenes Spital. Daher habe ich auch angenommen,
dass korrekte Instrumente, Miligramm-Angaben und dergleichen auch damals schon üblich waren.

Jedenfalls danke für die Rückmeldungen.
Ich freue mich, falls jemand noch eine Idee haben sollte!
mfg!

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