Gehhilfe/ Rollator- Verordnung

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Storker
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Gehhilfe/ Rollator- Verordnung

Beitrag von Storker » 25.08.15, 16:23

Hallo,

ich bin etwas erstaunt über folgenden Umstand:
Seniorin bekommt eine Verordnung zur Gehhilfe, KK stimmt zu, Fachgeschäft meldet sich an, um Rollatoren vorzustellen.
( Sanitätsfachhandel im Nachbarort darf es angeblich nicht sein.......).
Die Preise und das Handling der Rollatoren werden im Internet recherchiert.Erklärt wird der Seniorin, dass sie für das Kassenmodell 5€ zuzahlen muss, für diverse andere Modelle geht es munter aufwärts.Die Wahl fällt auf ein Modell mit knapp 150€ Zuzahlung und die Seniorin unterschreibt die Papiere, ohne vorherige Aufklärung, dass es im Grunde nur ein geliehenes Gerät ist......!!!!
Wochen später sehen die Kinder, was dort unterschrieben wurde: Der Rollator ist nicht ihr Eigentum und kann zurück gefordert werden! Ironie des Schicksals: Der Rollator wäre bei einem reinen Internet Kauf ohne Verodnung um etliches preiswerter und letztendlich Eigentum gewesen.........
Wie kann das bei einem so hohen Eigenanteil sein?


MfG

Anästhesieschwester
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Re: Gehhilfe/ Rollator- Verordnung

Beitrag von Anästhesieschwester » 25.08.15, 22:16

Hallo,

ich denke, das Fachgeschäft hat das getan, was alle Geschäfte tun...
Warum die Dame mit der Verordnung nicht ins Geschäft der Wahl gehen "durfte", erschließt sich mir nicht.
Die Frage, wie es zu so einer Situation kommt, würde ich beim verordnenden Arzt stellen - hier hätte eine entsprechende Aufklärung erfolgen müssen.

Gruß
Die Anästhesieschwester

Jessy-81
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Re: Gehhilfe/ Rollator- Verordnung

Beitrag von Jessy-81 » 26.08.15, 00:25

Hallo,
Stand denn in in Unterschrieben Papieren das nicht drin das es sich um Leihgerät handelt? Oder Kostenübernahme der KK?
Warum die Dame mit der Verordnung nicht ins Geschäft der Wahl gehen "durfte", erschließt sich mir nicht.
Das ist nichts ungewöhnliches. Wenn die KK Leistungsverträge mit bestimmten Vertragspartner abgeschlossen hat.

Mit der hohe der Eigenleistung. Es macht kein Unterschied mit der Summe ob es sich um ein Leihgerät handelt oder Eigentum. Normalerweise ist ein Leihgerät für nicht länger vorgesehen als 3-5 Jahre und danach zählt er als Wertlos.

Aber solange der Rollator noch benötigt wird, wird unter den 3-5 Jahren oder länger es auch keiner zurückfordern. KK müsste dann ja, ein neuen zu Verfügung stellen.

Ansprechpartner wäre die KK(aber bitte keine Logische oder nachvollziehbare Erklärung erwarten,gib es ob nicht). Nach der Verordnung hatte der Arzt nichts mehr weiter damit zutun. KK entscheidet da auch ob Leihweise oder Eigentum und auch welche höhe von der KK übernommen wird usw.
Würde mir aber alle Unterlagen erstmal genau durchlesen, ob da nicht Irgendwo was steht bzgl. Leihweise.

Gruß
Jessy

Storker
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Re: Gehhilfe/ Rollator- Verordnung

Beitrag von Storker » 26.08.15, 10:07

Die KK bestimmen, welches Fachgeschäft liefert, da hatte die Seniorin leider keine Wahl.
Und ich erwarte, dass man vor der Entscheidung aufgeklärt wird, dass der Rollator trotz des hohen Eigenanteiles Eigentum des Geschäftes bleibt.Älteren Leuten dann einen Zettel hin zulegen um den Erhalt zu bestätigen finde ich schon ziemlich arglistig, denn dort stand dann, das es praktisch nur eine Leihgabe ist.

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Re: Gehhilfe/ Rollator- Verordnung

Beitrag von Anästhesieschwester » 26.08.15, 15:25

Hallo,

finde ich sehr interessant. Unsere Kasse schreibt nämlich nicht vor, wo Hilfsmittelrezepte eingelöst werden können (hatten mal die Verordnung für eine Knie-Bewegungsschiene bekommen).
Aber man lernt nie aus...

Gruß
Die Anästhesieschwester

Brigitte Goretzky
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Re: Gehhilfe/ Rollator- Verordnung

Beitrag von Brigitte Goretzky » 26.08.15, 15:33

Storker hat geschrieben: Und ich erwarte, dass man vor der Entscheidung aufgeklärt wird, dass der Rollator trotz des hohen Eigenanteiles Eigentum des Geschäftes bleibt.Älteren Leuten dann einen Zettel hin zulegen um den Erhalt zu bestätigen finde ich schon ziemlich arglistig, denn dort stand dann, das es praktisch nur eine Leihgabe ist.
Auch von Senioren kann erwartet werden, daß sie sich durchlesen, was sie im Begriff zu unterschreiben sind.

Ich möchte Ihr Gemecker hören, wenn jemand auf das Beisein von Angehörigen besteht, damit diese der Seniorin alles vorlesen und erklären können. Dann würden Sie sich darüber echauffieren, daß die Seniorin als unmündig behandelt wurde.
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...

Storker
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Re: Gehhilfe/ Rollator- Verordnung

Beitrag von Storker » 26.08.15, 18:32

........dann erstze ich das Wort Seniorin durch " eine Person A" :wink: .
Denn auch Person A möchte gerne vor dem Kauf wissen, dass der Rollator nur eine Leihgabe ist.
Es geht hier um die Vorgehensweise, die wir nicht i.O. finden!
Und uns interessiert,ob andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben, bzw. hätte man noch vom Vertrag zurücktreten können?
Was ist, wenn die Hinterbliebenen im Todesfall diese Klausel gar nicht kennen und der Rollator gar nicht mehr existiert?


MfG

schnuffeldi
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Re: Gehhilfe/ Rollator- Verordnung

Beitrag von schnuffeldi » 17.12.15, 20:34

Hallo, ich kann mich der Brigitte Goretzky nur anschließen. Solange die Person mündig ist, muss sie sich eben durchlesen und wenn nötig erklären lassen, was sie an Klauseln nicht versteht. Wenn keine Fragen aufkommen, geht man halt davon aus, dass die Person verstanden hat, was sie da unterschreibt. Wenn sie allerdings einen Vormund hat, dann müsste der das, glaube ich, regeln aber da wäre es auch gut, die Dame mitzunehmen, denn es betrifft ja sie und sie soll auch ruhig hören, worum es sich im Vertrag handelt.

Hätte sie Fragen gestellt, hätte man sie sicherlich geklärt, wenn nicht, muss man eben so resolut sein, nicht eher zu unterschreiben oder man nimmt sich den Wisch erstmal mit nach Hause. Das mache ich bei Verträgen, die ich lieber auch mal einem Sachkundigen zeige, um sicher zu gehen, dass ich nicht übers Ohr gehauen werde. Man muss nicht von allem eine Ahnung haben, aber wissen, wie man an Informationen kommt 8)
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

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