Benötige ich Überweisung oder kann ich so zum Facharzt gehen

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MichaelKS
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Benötige ich Überweisung oder kann ich so zum Facharzt gehen

Beitrag von MichaelKS » 16.02.10, 19:53

Hallo!

Kann ich einfach zum Facharzt gehen (mit Chipkarte) oder benötige ich unbedingt eine Überweisung vom Hausarzt?

Gruss Michael

Susanne.Reuter
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Beitrag von Susanne.Reuter » 16.02.10, 20:25

Das geht. Du zahlst dann beim Facharzt die 10€ Praxisgebühr.

Wenn du in einem Quartal bereits beim Hausarzt gewesen bist, ist es günstiger wenn du dich von dem dorthin überweisen lässt. Dann zahlst du die Praxisgebühr nicht doppelt.
(Ich lasse mir z. B. in einem Quartal Überweisungen für die jährlichen Kontrollen beim Frauenarzt, Hautarzt und Augenarzt geben.)

Persönlich finde ich es (habe einen sehr guten Hausarzt) immer sehr günstig, wenn der mich in "akuten Fällen" überweist. Er erhält dann den Bericht vom Facharzt und spricht den mit mir durch.

Susanne

MichaelKS
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Beitrag von MichaelKS » 16.02.10, 20:45

Hallo Susanne,

ich bin von der Praxisgebühr befreit und der Hausarzt hat Urlaub. Deshalb meine Frage.

Danke, Michael

tutti.1986
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Beitrag von tutti.1986 » 17.02.10, 00:55

Hallo Michael!

Dann können Sie mit der Befreiungskarte zum Facharzt gehen! Die Überweisung benötigen Sie warscheinlich trotzdem, kann aber nachgereicht werden (z.B. Fax)!

Lg tutti :)

Damiana
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Beitrag von Damiana » 17.02.10, 09:11

Hallo,

nein eine Überweisung muss nicht nachgereicht werden.
Es gibt zwei Möglichkeiten
1. Überweisung
2. 10€/Befreiungskarte
das oft praktizierte Überweisung nachreichen (meist um doch noch die 10€ zu sparen) ist nicht korrekt.
Allerdings für die Ärzte die man nur mit Überweisung aufsuchen kann braucht es immer eine Überweisung, da genügt die Befreiungskarte nicht (oder auch mit 10€ käme man nicht weit)

Eigentlich war das mir den 10€ mal so gedacht das der Patient eben nicht wie es ihm beliebt Ärztehopping betreibt. Wenn jemand Zuzahlungsbefreit ist könnte er genau das machen weil die "Strafe" 10€ muss er ja nicht bezahlen. Gewisserweise unfair allen anderen Patienten gegenüber oder anderst formuliert einfach ein Schlupfloch. Dafür haben sich manch andere Patienten/Ärzte ein Schlupfloch geschaffen indem Überweisungen fast ohne Kontrolle ausgestellt werden oder man auch nachgereichte Überweisungen akzeptiert.
So ist das mit der Politik...

Viele Grüße Damiana
Vertrauen Sie jedem? :wink:
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Humungus
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Beitrag von Humungus » 17.02.10, 09:52

Damiana hat geschrieben:Dafür haben sich manch andere Patienten/Ärzte ein Schlupfloch geschaffen indem Überweisungen fast ohne Kontrolle ausgestellt werden oder man auch nachgereichte Überweisungen akzeptiert.
Erklären Sie einem Patienten ohne Überweisung mal, warum er 10 Euro zahlen soll, weil er die Überweisung zuhause am Küchentisch liegengelassen hat...

aber einem Politiker ist das ja egal. Er hat 10 Euro und/oder einen Patienten, der Ärzte weniger mag. Das war das Ziel der ganzen Aktion. Und sozial Schwache verzichten jetzt lieber einmal auf den Arztbesuch.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

Damiana
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Beitrag von Damiana » 17.02.10, 10:12

Hallo Humungus,

ich hoffe Sie haben meinen Kommentar zum Thema Hausärzte nicht übel genommen.
Ich muss keinem Patienten das erklären ich sitze nicht am Empfang. Ich beschränke mich darauf als Patientin Überweisung/10€/Befreiungskarte ungefragt vorzulegen. Und auch darauf hinzueisen das das ganze eine politische Frage und keine Arzt-Patient Frage ist. Wenn ein Patient in eine Praxis kommt in der Erwartung die Überweisung auch diesmal nachreichen zu können und dann auf eine Praxis trifft die sich an Regeln hält ist dann die Praxis gleich zweimal gestraft: 1. weil sie sich Diskussionen beschert weil sie sich an Regeln hält die sie liebsten abschaffen würde, weil sie damit eh nur Schererei/Diskussionen/Aufwand... hat 2. zusätzlich noch erklären soll warum das in anderen Praxen geht.

Ich hab mir das nicht ausgedacht weder das mit den 10€ Kassengebühr noch das mit den Überweisungen. Ich kenn kein Versuch keine Regelung bei den sogenannten Gesundheitsreformen die nicht zu mehr Bürokratie geführt hat und ich muss bisher feststellen dass diejenigen die getroffen werden nicht die sind die es treffen sollte.
Die Patienten die Ärztehopping betreiben tun es immer noch... Ziel der Kassengebühr verfehlt.

Viele Grüße Damiana

Humungus
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Beitrag von Humungus » 17.02.10, 10:19

Der Trick dahinter ist der: man verknüpft immer den Ort mit etwas Unangenehmen, an dem es passiert. Selbst, wenn andere daran schuld sind: es passiert beim Arzt. Der kassiert die Mautgebühr, der diskutiert, der macht Theater (bzw. die leidgeprüften Helferinnen, auf deren Rücken so etwas läuft).

Ich habe in den ersten Wochen auch streng nach dem Statut gearbeitet. Jetzt pfeife ich darauf, weil ich die Patienten nicht verlieren oder vergrätzen will.

Wen meine Masche stört, der kann sich ruhig beschweren. Wird aber keiner machen, weil ja dann der als Miesmacher gilt.

Das ist geschickt - nicht? Immer schön den schwarzen Peter an andere weitergeben. Warum sollte ich das nicht auch machen, wenns meine Politiker zur Perfektion darin gebracht haben?
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Susanne.Reuter
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Beitrag von Susanne.Reuter » 17.02.10, 13:53

Naja Schlupfloch. Das klingt ja schon fast kriminell.. ;-)
Die Praxisgebühr an sich finde ich völlig bescheuert. Aber ich habe sie nicht "erfunden" und ich meckere deshalb auch nirgends herum.

Ich sehe nun einfach nicht ein, warum ich 40€ zahlen soll, wenn ich auch in einem Quartal die Überweisungen zu den versch. Fachärzten bekommen kann. Und das für 10€

Ärztehopping ist - glaube ich - schon was anderes. Ich gehe regelmässig zu versch. Fachärzten (immer die gleichen) und mache mir das so günstig wie möglich. Zusätzlich habe ich eben noch den Vorteil, dass der Bericht direkt an dem Hausartz geht.

O.k. Dass ein Bericht von meinem Augenarzt nicht nötig ist, ist selbst mir klar. Ich glaube, dass der auch gar keinen mehr schreibt.

Susanne

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Beitrag von Humungus » 17.02.10, 14:12

Susanne.Reuter hat geschrieben:Naja Schlupfloch. Das klingt ja schon fast kriminell.. ;-)
Es ist tatsächlich ein Verstoß gegen eine Verordnung. Aber: manchmal muss man sich wehren.

Susanne Reuter hat geschrieben:O.k. Dass ein Bericht von meinem Augenarzt nicht nötig ist, ist selbst mir klar. Ich glaube, dass der auch gar keinen mehr schreibt.
Meinen Sie? Und was ist mit den Leistungsziffern, die man nur dann abrechnen darf, wenn man einen Brief schreibt? Beispielsweise die Schieluntersuchung oder der Ultraschall?

Ich kriege gelegentlich Briefe von Gynäkologen, weil ich die Patientin auf Wunsch weiterüberwiesen habe...

Das ganze bürokratistische Denken ist ein Graus. Dass es einen Hausarzt interessiert, ob ein patient diabetische Veränderungen an der Netzhaut hat, ist klar. Aber was interessiert es ihn, wenn ich einen Ultraschall mache, um eine Intraokularlinse zu berechnen? Den postoperativen Brief kriegt er eh.
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Damiana
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Beitrag von Damiana » 17.02.10, 14:41

Hallo Susanne,

Ich sag mal so als Student (Einkommen?) kann man sich die Höhe der maximalen Zuzahlung vorstellen (genaue Zahl via PN :wink:). Günstig wie möglich heißt für mich am Anfang des Jahres der KK meinen Maximalbeitrag zu überweisen und dann ists ganz einfach: Bin ich beim Hausarzt und weiß das ich noch einen Facharzttermin habe lass ich mir auch eine Überweisung geben, bin ich als erstes im Quartal beim Facharzt nehm ich die Überweisung für den Hausarzt höflicherweise mit.
Lass ich die Überweisung auf dem Küchentisch liegen, bekomme beim Facharzt nicht automatisch für den Hausarzt eine oder müsste ich extra beim Hausarzt vorbei dann interessierts mich nicht wirklich.

Berichte bekommt mein Hausarzt auch ohne Überweisung, Termine bekomme ich bei dem ohnehin schon behandelnden Facharzt auch ohne Probleme, ansonsten hab ich einen guten Hausarzt der weiß was er kann und wann er besser zum Facharzt überweist.
Das ist dann auch kein Ärztehopping aber die Tatsache das man mit Zuzahlungsbefreiung keine 10€ mehr zahlen muss und ganz zu schweigen von dem Zettelchen sammeln ist mein Schlupfloch vor Bürokratismus. Also nochmal: Ich machs so, viele machen das so, ich find das nicht verwerflich sondern menschlich und wie schon gesagt dass was man mal erreichen wollte wird eh nicht erreicht.
Wenn dann diejenigen die von der Politik getroffen werden (vernüftige Ärzte und Patienten) das Schlupfloch finden wenn sie z.B. die Überweisung auf dem Küchentisch liegen lassen haben, find ich das nicht kriminell.
Ärztehopping find ich trotzdem nicht gut. Und ich finds auch wichtig zu sagen dass es nicht so sein sollte weil sonst die Ärzte die sich an die Verordnung halten doppelt gestraft sind und das sollte nicht so sein.

Mein Hausarzt hat vom Augenarzt einen Bericht bekommen, das war der einzigste Arztbericht von dem ich nix verstanden hab (wieviel mein Hausarzt verstanden ab weiß ich nicht :) )

Viele Grüße Damiana

MichaelKS
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Beitrag von MichaelKS » 17.02.10, 18:51

Danke für eure Antworten.

Ich mache kein Ärztehopping, gehe immer zum selben Facharzt.

Also die Überweisung benötige ich nicht, wenn ich euch richtig verstanden habe - nur die Befreiungskarte.

Danke und Gruss, Michael

Susanne.Reuter
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Beitrag von Susanne.Reuter » 17.02.10, 19:43

:wink:

Von meinem früheren Augenarzt bekam ich - nachdem ich mit Überweisung kam - einmal einen halb vorkopierten Zettel überreicht ("Den müssen sie noch an ihren Hausarzt geben") auf dem er schnell meine gemessenen Wert mit Kuli eingetragen hat. Fertisch war der Arztbericht.

Ich finde, dass das den Irrsinn richtig deutlich gemacht hat. Dem Augenarzt mache ich damit keinen Vorwurf. Es handelte sich um eine Kontrolle ohne irgendwelche (Vor)Geschichten. Aber um der Bürokratie genüge zu tun musste eben so ein "Bericht" geschrieben werden......

Wie gesagt: Die Idee der Praxisgebühr ist echt bescheuert. Und völlig sinnfrei.

Susanne

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Beitrag von gemeine_Stockente » 01.03.10, 13:09

Ich bin jetzt etwas verwirrt. Wenn man das erste Mal im Quartal zu einem Facharzt muss, kann man sich doch ein Überweisung zu seinem Hausarzt geben lassen. Dann müsste man sich doch auch eine Überweisung von einem Facharzt zum anderen geben lassen? Mein HNO hat mir mal gesagt, für den Neurologen sollte ich mir eine Überweisung zum Hausarzt geben lassen.

Damiana
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Beitrag von Damiana » 01.03.10, 13:22

Hallo,

gemeine_Stockente hat geschrieben:Ich bin jetzt etwas verwirrt. Wenn man das erste Mal im Quartal zu einem Facharzt muss, kann man sich doch ein Überweisung zu seinem Hausarzt geben lassen.

Nein nur müsste man ohne Überweisung beim Hausarzt nochmal 10€ zahlen

gemeine_Stockente hat geschrieben:Dann müsste man sich doch auch eine Überweisung von einem Facharzt zum anderen geben lassen?

Nein nur müsste man ohne Überweisung beim anderen Facharzt nochmal 10€ zahlen.

gemeine_Stockente hat geschrieben:Mein HNO hat mir mal gesagt, für den Neurologen sollte ich mir eine Überweisung zum Hausarzt geben lassen.

Dann wollte der HNO keine Überweisung zum Neurologen machen weil er Sie ja nicht zum Neurologen schicken wollte und auch kein Interesse an einem möglichen Bericht darüber hatte. Oder irgendwelche anderen Gründe.... jedenfalls kann ein Facharzt zu einem anderen Facharzt überweisen, er muss aber nicht wenn dies lediglich Wunsch des Patienten ist.

Es gibt Fachärzte die kann man nur mit Überweisung aufsuchen (da gehts dann meist um sehr spezielle Dinge) die sind aber selten gemeint wenn jemand "einfach nur" zum Facharzt möchte.
Politisch gewollt ist dass zuerst der Hausarzt aufgesucht wird der dann falls nötig zu Fachärzten überweist. Damit meint man Kosten sparen zu können indem unnötige Arztbesuche vermieden werden.
Man braucht (abgesehen von den speziellen Fachärzten) keine Überweisung weder wenn man zuerst zum Facharzt geht noch wenn man dann zum Hausarzt geht. Man braucht auch keine Überweisung wenn man vorher schon bei irgendeinem Arzt (oder ganz vielen Ärzten) gleicher oder anderer Fachrichtung war.
Man muss nur ohne Überweisung immer 10€ zahlen (es sei denn man ist zuzahlungsbefreit).

Viele Grüße Damiana

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